Quod aliquantum

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Quod aliquantum ist ein Breve (Anschreiben) von Papst Pius VI. vom 10. März 1791.


Das Breve Quod aliquantum war die erste Äußerung des Heiligen Stuhls zur Französischen Revolution. In ihm verwirft Papst Pius VI. die von der Französichen Nationalversammlung dekretierte Zivilverfassung des Klerus.

Die falsche Freiheitslehre der Revolution wird in diesem Schreiben gänzlich verurteilt, ja als absurd bezeichnet;[1] die Behauptung einer angeborenen Freiheit und Gleichheit des Menschen (unter irdischen Bedingungen, nicht in einem paradiesischen Naturzustand!) wird zu Recht als "sinnlos"[2] bezeichnet.

Sie verstößt, so der hl. Vater, nicht nur gegen den Gott geschuldeten Gehorsam, sie verkennt auch die menschliche Natur. In ihrer natürlichen Schwäche bedürfen die Menschen zur Selbsterhaltung des mitmenschlichen Beistands,[3] sie können nicht als einzelne für sich bestehen. Deshalb verlangt menschliches Zusammenleben geordnete Herrschaft unter Rechtsgesetzen.

Wortlaut (Auszüge)[4]

Wo ist denn diese Freiheit des Denkens und Handelns, die die Nationalversammlung dem gesellschaftlichen Menschen als unantastbares Naturrecht zugesteht? Läuft dieses trügerische Recht nicht den Rechten des allerhöchsten Schöpfers zuwider, dem wir das Leben und all' unseren Besitz verdanken? Kann man im Übrigen vergessen, daß der Mensch nicht für sich alleine geschaffen wurde, sondern um seinen Mitmenschen zu nützen?

Denn die Natur ist so schwach, daß die Menschen zu ihrer Erhaltung der gegenseitigen Hilfe bedürfen, darum gab Gott ihnen die Vernunft und die Sprache, damit sie im Stande seien, von anderen Hilfe zu erbitten und ihrerseits den anderen zu helfen. Es ist also die Natur selbst, die die Menschen zusammenführte und zu einer Gesellschaft vereinigte.

Da nun der Gebrauch, den der Mensch von seiner Vernunft machen soll, im Wesentlichen darin besteht, seinen höchsten Schöpfer zu erkennen, ihn zu ehren, ihn zu preisen, ihm sein ganzes Leben zu weihen, weil er sich von Kindheit an den Älteren unterwerfen und von ihren Lehren leiten lassen muß, weil er von ihnen lernen muß, sein Leben nach den Gesetzen der Vernunft, der Gesellschaft und der Religion auszurichten, sind für ihn die Gleichheit und die vielgerühmte Freiheit von Geburt an nichts als Hirngespinste und leere Worte.

Seid gehorsam aus Notwendigkeit, schreibt der Apostel Paulus. So konnten sich die Menschen nicht zusammenschließen und eine bürgerliche Vereinigung bilden, ohne eine Regierung zu errichten, ohne diese Freiheit zu beschränken, ohne sie den Gesetzen und der Autorität ihrer Obersten zu unterwerfen. Die menschliche Gesellschaft, sagt Augustinus, ist nichts als eine allgmeine Übereinkunft, den Königen zu gehorchen, und die Macht der Könige bezieht ihre Kraft nicht so sehr aus dem Geselslchaftsvertrag, als vielmehr von Gott selbst, dem Urheber alles Guten und aller Gerechtigkeit.

Jeder einzelne unterwerfe sich der Obrigkeit, sagt der erwähnte Apostel. Alle Obrigkeit kommt von Gott, und die bestehenden Obrigkeiten wurden von Gott selbst eingesetzt: Ihnen widerstehen heißt die von Gott geschaffene Ordnung stören, Und wer sich dessen schuldig macht, ruft selbst ewige Strafe auf sich herab.


Verweise



Einzelnachweise

  1. absurdissimum eius libertatis commentum
  2. inanis
  3. mutuo indigent ad sui conservationem subsidio
  4. Hier zitiert nach: Pamphletisten und Theoretiker der Gegenrevolution. München 1989
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