Archiv Reichslyrik

zuletzt aktualisiert Lichtmess 2009

 

  Gebet für ein christliches Deutschland
  Heimseite
  
  Bibliographien
  J. S. Bach
  Dichtungen
  
   Archiv |   Kuehnelt-Leddihn |   Die Weisse Rose  |   Geistliche Texte |   Imperialgeschichte |   Imperialverfassung |   M. Claudius
 

Hie Welf!


Moritz von Strachwitz

Dieses Lied spielt an auf die Italienzüge von Kaiser Friedrich I. Barbarossa an, der im Jahre 1162 das widerstrebende Mailand in die Knie zwang und abreißen ließ.

 

Fürwahr, ihr Langobarden,
das war ein schwerer Tritt,
den Friedrich Barbarossa
durch Mailands Bresche ritt!
Licht war das Roß des Kaisers,
ein Schimmel von Geburt,
das war mit welschem Blut
gescheckt bis über den Sattelgurt.

Es saß der Hohenstaufe
in Stahl von Fuß zu Kopf,
er stemmte wider die Hüfte
den schweren Schwertesknopf,
das Haupt zurückgeworfen,
die Lippe kniff sich schlimm,
sein Bart stob all zu Berge
und jedes Haar war Grimm.

Wie lagst du jetzt, o Mailand,
du, sonst so hoch und frei,
zertreten im blutigen Staube,
du Perle der Lombardei!
Der Schutt im Winde wirbelte,
wo Säulen geragt unlängst,
und über den Marmor stampfte
der schwerhufige Friesenhengst.

Und Stille über den Trümmern
und Stille in dem Troß,
da zügelte der Rächer
sein kaiserliches Roß.
Und tiefer ward die Stille,
denn alles stand zur Stell‘,
quer auf des Siegers Wege
lag ein sterbender Rebell.

Der bäumte sich gewaltig
mit halbem Leib hochauf
und sah mit unauslöschlichem,
tödlichem Grimm herauf!
Er wimmerte nicht: Erbarmen!
Er winselte nicht: Gott helf!
Er knirschte unter dem Helme vor
sein trotziges: Hie Welf!

Das packte den Vertilger,
wie fest er sich geglaubt,
ihm schlug ein schwarzer Gedanke
die schweren Flügel ums Haupt:
er sah am südlichen Meere
ein dunkelrot‘ Schafott,
drauf kniete der letzte Staufe
das letztemal vor Gott!

Zum Archiv der Monarchieliga

Geschichte des Imperiums

Zur Heimseite der Monarchieliga