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Innenpolitik 2006 II
Beurteilung der Lage
Der Zustand des Vaterlandes ist schlecht. Sehr
schlecht. Die öffentlich lancierte Behauptung vom „viertreichsten
Land der Welt“ ist Propaganda und kann sich allenfalls auf
Konzerngewinne und Politikergehälter beziehen; alle persönlichen
Beobachtungen weisen in Richtung Verarmung breitester Bevölkerungskreise.
Zu dem kommt eine lange Reihe von Gravamina, als da wären:
die gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Benachteiligung
der Familie; die Hinnahme und Förderung von Abtreibungsmord
und Geschäftemacherei mit Abtreibung; die Zerstörung der
Grundlagen heimischer Kultur; Verfall des Katholizismus, Verweltlichung
des Klerus und Versagen des Episkopates bei gleichzeitigen massiven
Modernismus-Tendenzen, welche durch die Politik unterstützt
werden; der drastische Verfall des Niveaus der Schulen und Universitäten;
Verschlechterung der Krankenversorgung; das Aussterben des Bauernstandes
und die Industrialisierung der Landwirtschaft; massiv steigende
Verbrechensraten bei gleichzeitiger Korrumpierung von Polizei und
Justiz; Erhöhung des Steuern- und Abgabendrucks; steigende
Aufwendungen für die Europäische Union und steigende internationale
Tributzahlungen; weiterhin stattfindende großzügigste
Förderungen linker Medien und linker Pseudokultur; Zerstörung
unserer Museen; Untergrabung des Denkmalschutzes und Hinnahme des
Verfalls bzw. aktive Zerstörung historischer Architekturbestände
durch Politik und Bauspekulation; Ausverkauf der Ressourcen des
Landes; Voranschreiten ökologischer Verwüstung; Demontage
des Heeres; Demontage des Beamtentums; Aushöhlung der Schutzfunktionen
des Staates bei gleichzeitiger drastischer Ausweitung staatlicher
Bevormundung in gesellschaftspolitischen Fragen; forcierte Überfremdung.
Und diese Aufzählung ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
All diese Entwicklungen wurden bereits vor 36 Jahren mit der Machtübername
des Sozialismus eingeleitet. Allerdings hat die Volkspartei fast
zwei Jahrzehnte als Koalitionspartner diese politischen Verhältnisse
mitgetragen und mitzuverantworten. Und überdies ist seit der
Machtübernahme durch die „Wende“-Regierung des
Wolfgang Schüssel in den meisten dieser Punkte die Lage nicht
besser sondern noch schlechter geworden. Eine Wende hat stattgefunden
— hin zum Ärgeren. Und die Volkspartei ist derzeit nicht
einmal mehr das geringere Übel.
Warum wir Schüssel nicht wählen werden
Der Schaden an Österreich, den Schüssel
und seine Partei mittlerweile angerichtet haben und anrichten, ist
beträchtlich. Wir haben dies in unseren Schriften seit seinem
Regierungsantritt immer wieder belegt, seit vielen Jahren, mit konkreten
Beispielen und Zitaten. Und die katastrophalen Fehlentscheidungen
der Person und Regierung Schüssel sind nicht Einzelfälle,
sondern haben System. Positiva hat es gegeben, aber sie waren sehr
selten, wurden überdies häufig aus der Volkspartei selbst
heraus konterkariert und hinterlassen insgesamt mittlerweile eher
den Eindruck des Tarnens und Täuschens als den der guten Absicht.
Ein Eingehen auf konservative Warnungen und sachlich begründete
Kritik wurde von der Regierung Schüssel stets strikt vermieden,
soweit wir das beurteilen können. Konkrete Interventionen unsererseits,
wie etwa im Fall der kulturpolitischen Ungeheuerlichkeit der (inzwischen
entgegen anderslautenden Aussagen durchgeführten) Ausräumung
des Hofkammerarchivs, wurden nicht beachtet. Wir wollen einige der
konkreten Beispiele für solche Fehlentscheidungen auflisten;
sie sollen durchaus als Hinweise für die kommende Nationalratswahl
verstanden werden. Auch hier können wir nur wenige Fälle
aus unfaßbarer Fülle zur Darstellung bringen.
Lebensschutz
Es könnte mit dem Wahlkampf zu tun haben: momentan
wird (unter Abtreibungsgegnern) die Behauptung verbreiten, daß
für Bundeskanzler Schüssel „Lebensschutz ein großes
Anliegen“ sei. Leider ist in der politischen Praxis der Volkspartei
davon nichts zu bemerken. Niemand hat die Övp gezwungen, im
April 2005 im Wiener Landtag mit der Linken zusammen für das
„Wegweisrecht“ gegenüber Abtreibungsgegnern zu
stimmen; sie hat dies freiwillig getan; praktisch bedeutet das nun,
daß die Polizei in Wien die Gegend um die Abtreibungskliniken
von „störenden“ oder gar demonstrierenden Persönlichkeiten
freiräumen darf bzw. muß; soviel zum Thema „freie
Meinungsäußerung“ bei unangenehmen Anliegen. Vor
wenigen Tagen hat sich („Sommergespräch“ mit der
„Austria Presseagentur“) Volksanwalt Ewald Stadler (Fpö)
erneut öffentlich und massiv gegen die Abtreibung gestellt
und wird mit den Worten zitiert: „Abtreibung ist ein Verbrechen“
und „die klaffende Wunde unserer moralischen Doppelbödigkeit“.
Er wurde dafür quer durch das politische Establishment der
republik angegriffen. Schüssels „Frauenministerin“
Rauch äußerte sich zur Stellungnahme Stadlers sofort
mit einer Verteidigung der famosen „Fristenregelung“
womit unseres Erachtens die Volkspartei zum wiederholten Male ein
deutliches und sehr zeitgefälliges Bekenntnis zur Abtreibung
abgelegt hat.
Rauchs Stellungnahme lautet (gemäß Pagina
domestica der „Wiener Zeitung“, 27.8.2006): An der Fristenlösung
dürfe man nicht rütteln, genauso wenig an der Straffreiheit,
wie sie im Gesetz verankert ist; beides seien wichtige Errungenschaften
für Österreichs Frauen, die die Ministerin „auf
jeden Fall“ zu verteidigen beabsichtige. Das dürfte übrigens
die Meinung der ganzen gegenwärtigen Parteiführung sein.
Schüssels Innenministerin Prokop etwa hat sich schon zu Amtsantritt
in der Linksgazette „Profil“ klar für die Beibehaltung
des Abtreibungsgesetzes ausgesprochen. Im Übrigen sei noch
an die vorjährigen Polit-Grotesken in Salzburg und Wien erinnert:
In Salzburg versuchte die dortige Övp etwas deutlicher als
sonst üblich gegen die Abtreibung Stellung zu nehmen und kündigte
an, daß man eine von den frischgewählten Sozialisten
in Salzburg erzwungene Abtreibungsregelung für die dortigen
Landeskliniken mit dem Aufkündigen der Koalition beantwortet
werde. Diese Haltung konnte anscheinend von der Parteiführung
in Wien nachhaltig korrigiert werden; die Abtreibung an den Landeskliniken
ist mittlerweile eingeführt, die Sp-Vp-Landeskoalition dauert
fort. In Wien wurde zur Landtagswahl von der Volkspartei eigens
für die Konservativen eine Pro-Life-Vorzeig-Kandidatin aufgestellt
— allerdings sicherheitshalber an unwählbarer Stelle.
Eine etwas markantere Wahlkampfäußerung gegen die Abtreibung
führte dann zur sofortigen Distanzierung der Wiener Vp-Leitung
von ihrer eigenen Kandidatin, deren Pro-Life-Vorzugsstimmen freilich
gerne für die linksliberale Wiener Volkspartei eingesammelt
wurden. Soviel zu Lebensschutz und Volkspartei.
Preisvergabe
Unlängst wurde er verliehen — ein €
30.000.- dotierter Staatspreis für den „Künstler“
Hermann Nitsch; aus unseren Steuergeldern. Kennen Sie des Nitsch
Text „Die Eroberung von Jerusalem“ oder auch „Christus
im Schlachthaus“? Extrempornographie mit krassester Blasphemie
gekoppelt. Nur ein Beispiel von vielen. Und Schüssel hat seine
Regierung gut im Griff, da läuft nichts, was er nicht haben
möchte. Den Preis hat diese Regierung Schüssel zu verantworten.
Und das millionenteure Nitsch-„Museum“, das in Niederösterreich
eingerichtet wird, wie man hört, geht wohl auf Herrn Vp-Landeshauptmann
Pröll zurück. Einzige Partei, die gegen derlei „Kunstpolitik“
opponiert — die Fpö.
Museen
Generell wird durch diese Regierung massiv hochrangiges
Kulturgut verkauft, verschenkt, vernichtet. So droht jetzt —
jüngstes Beispiel — dem Heeresgeschichtlichen Museum
in Wien, einem der bedeutendsten Museen dieser Art weltweit, die
Liquidierung. Das architektonische Juwel des Arsenalkomplexes in
Wien wurde bereits „privatisiert“ und wird vernutzt;
Schüssel will, wie man medialen Äußerungen entnehmen
kann, das im Arsenalgelände befindliche Museum in ein zeitgeistiges
„Haus der Geschichte“ umwandeln. Auch wurde eine ganze
Reihe von ausgewiesenen Fachleuten als Museumsdirektoren bereits
abgelehnt; man muß eine von einer Regierung Schüssel
ernannte fachfremde Museumsleitung befürchten, die willfährig
dann das Haus ruinieren und die überaus bedeutenden Sammlungen
des Museums verramschen wird. Es gibt leider schon drastische Beispiele,
wie so etwas in der Ära Schüssel läuft.
Literatur
Ganz enthusiasmiert ist der Vp-Oberfunktionär
Kohl über die Nobelpreisvergabe an die linksextreme Pseudoliteratin
und Österreich-Besudlerin Jelinek. Wir zitieren die „Parlamentskorrespondenz“
vom 7.10.2004: „Mit großer Freude nahm Nationalratspräsident
Andreas Khol die Verleihung des Nobelpreises für Literatur
an Elfriede Jelinek zur Kenntnis. „Ich beglückwünsche
die große Literatin und freue mich für Österreich“,
sagte Khol … .
Denkmalschutz
Haben Sie schon die Albertina nach dem Umbau gesehen?
Die bedeutendste graphische Sammlung der Welt wird von jemandem
verwaltet (personalpolitische Entscheidungen in der Verantwortung
der Regierung Schüssel), der erhebliche Teile der musealen
Inneneinrichtung zerstört hat, was in Schriften zum Denkmalschutz
in Österreich gut nachlesbar ist. Die Mittel für den Denkmalschutz
sind von der zuständigen Vp-Ministerin Gehrer übrigens
drastisch gekürzt worden; für modernen „Kultur“-Dreck
aber fließen die Millionen.
Gesellschaftspolitik
Falls Sie einem Freund ein Erbe aussetzen, muß
aufgrund mangelnder Verwandtschaft im Nachlaßfall erhebliche
Erbschaftssteuer gezahlt werden. Bei homosexuellen „Partnerschaften“
jedoch wird jetzt bald ein bevorzugter Steuersatz gelten, ähnlich
wie bei Eheleuten; die Änderung der entsprechenden rechtlichen
Regelungen hat die Regierung Schüssel angedeutet oder schon
durchgeführt. Das heißt, daß man privaten erotische
Lustbarkeiten den gleichen rechtlichen Status einräumt, wie
dem gesellschaftstragenden Institut der Ehe. Statt Zumutungen wie
die Erbschaftssteuer endlich überhaupt abzuschaffen (dazu wäre
jetzt sechs Jahre lang die Gelegenheit gewesen), was eine ebenso
alte wie berechtigte konservative Forderung ist, beginnt unsere
prachtvolle Övp statt dessen, politisch weit links stehende
Homosexuellen-Lobbies zu umwerben und mit Geschenken zu verwöhnen.
Schule
Die Partei, aus deren Reihen heraus seit neuestem
und ganz massiv die „Ganztagsschule“ propagiert wird,
ist die Övp. Und eine der weiteren „Reform-Ideen“
der Frau Gehrer ist, die Kinder schon mit 5 Jahren in die Schule
zu stopfen — Kinder weg von der Familie und unter Staatseinfluß,
das haben wir jetzt auch von dieser Seite.
Restitution
Es war die Regierung Schüssel, die jüngst
erst wieder Restitutionen an die von Republik und National-Sozialismus
beraubten Habsburger ausgeschlossen hat. Dafür aber wurden
fünf Bilder des bedeutenden Wiener Jugendstilmalers Gustav
Klimt nach Amerika „restituiert“; Bilder, die unseres
Erachtens seinerzeit völlig rechtmäßig und legitim
in das Eigentum der Österreichischen Galerie im Belvedere übergegangen
waren, darunter das weltberühmte Portrait der Adele Bloch-Bauer
von 1907, das mittlerweile unter die teuersten Gemälde der
Welt gezählt wird. Restitutionen halten wir für eine Selbstverständlichkeit.
Wenn sie berechtigt sind. Und daß die Republik Diebstahl bzw.
Raub begangen hat, wissen wir; seit 1918 ist dem so. Nur gerade
im Fall der Klimt-Bilder eben nicht, die testamentarisch dem Belvedere
in Wien und durchaus nicht einer Galerie in New York zugedacht wurden.
Eine vorübergehende Enteignung durch die National-Sozialisten
wurde argumentativ herangezogen, um aus Österreichischem Museumsbestand
„Raubkunst“ zu machen. Die Entscheidung für eine
„Restitution“ wurde in einem „Schiedsverfahren“
getroffen, das unserer Meinung nach im höchsten Grade als fragwürdig
zu bezeichnen ist, dessen Kosten von € 600.000.- überdies
von vornherein und unabhängig vom Ausgang des Verfahrens die
Republik übernommen hatte („Die Presse“, 21.1.2006)
und für das ebenfalls die Regierung Schüssel die Verantwortung
trägt.
Eine enorme Zahl an wertvollen Objekten aus unseren
Museen, so rühmt sich Vp-Unterrichtsministerin Gehrer, ist
inzwischen „restituiert“ worden. Wenn alle diese Weggaben
aus unseren Sammlungen von Weltrang auf ähnlich solider Basis
fußen, wie die Weggabe der Klimtgemälde, dann kann man
in der Tat von Kunstraub sprechen, Kunstraub an Österreich
nämlich. Die öffentliche Überprüfung sämtlicher
seit der Einführung des neuen Restitutionsgesetzes bzw. der
Änderung des Denkmalschutzgesetzes (1998/1999) durchgeführten
Weggaben ist zu fordern; und die Überprüfung, ob strafrechtlich
relevante Tatbestände vorliegen; und die Überprüfung
einer gesetzlichen Regelung, die offenkundig das legere Ausräumen
unserer Museen, Sammlungen und Archive ermöglicht. Grandioser
Schüssel-Kulturskandal zum schlechten Ende ist notabene, daß
sich diese Regierung unseres Wissens durchwegs weigert, restituiertes
(bzw. „restituiertes“) Kulturgut zurückzukaufen.
Aber für Nitsch-Staatspreise, Linkstheater-Subventionen und
ebenso megalomanische wie häßliche „Kultur“-Klotz-„Kunsthäuser“,
da ist das Geld da.
Schlußbetrachtung
Die Volkspartei hat sich in einem jahrzehntelangen
Transformationsprozeß von einer einst Christlich-konservativen
zu einer liberal-linksliberalen Partei gewandelt. Auch wenn an ihrer
Basis mitunter noch erfreuliche Persönlichkeiten wie in Wien
etwa Nationalrat Walter Tancsits oder Erich Pekarek auftreten, so
ist doch die Parteiführung seit langem fest in progressiver
Hand. Von daher gleicht die Wahl zwischen Vp und Sp mittlerweile
der zwischen links und links, oder der zwischen Pest und Cholera.
Wir empfehlen, und wir tun dies als überzeugte Katholiken und
traditionsbewußte Österreicher, die Strache-Stadler-Fpö
zu wählen. Sie ist die bei weitem beste Möglichkeit, die
derzeit zur Verfügung steht und überdies die einzige wirkliche
Opposition. Daß eine zu erhoffende veritable Niederlage Schüssels
vielleicht die Linke an die Macht bringt, ist bedauerlich, bedeutet
aber keine erschreckende Veränderung zu gegenwärtigen
Verhältnissen. Die Linke ist auch jetzt schon an der Macht,
wie wir im Detail ja ausgeführt haben. Eine der Möglichkeiten,
die man als Österreichischer Patriot hat, ist die, daß
man sich für diese Regierung gründlich revanchiert. Und
dafür gibt es demnächst eine gute Gelegenheit.
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