DIE WEISSE ROSE
Zeitschrift gegen den  Zeitgeist

zuletzt aktualisiert 1 Adventus 2010

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Totengedenken

In der Hauptstadt Japans befindet sich der Yasukuni-Schrein, dem Gedächtnis der Kriegstoten des fernöstlichen Kaiserreiches gewidmet. Immer wieder erregen vorzugsweise konservative Politiker des Landes, die darauf bestehen, den Schrein aufzusuchen, damit internationale Proteste, zuletzt heuer im Oktober. Das ist bedauerlich. Selbst wenn dort tatsächlich unter anderem Kriegsverbrecher beigesetzt sein sollten - und wer damals in Japan Kriegsverbrecher war, definierten bekanntermaßen die Sieger, ist es unangebracht, die Ehrung und das Gedächtnis von Toten, für die ein ganzes Volk einsteht, der Kritik zu unterziehen.

Auch England und die Vereinigten Staaten ehren ihre Soldaten und setzten ihnen Denkmäler, obwohl sich unter ihnen Kriegsverbrecher benennen ließen, (vorzugsweise bei ihren für die Terrorbombardements mitteleuropäischer Städte im Zweiten Weltkrieg Verantwortlichen). Insbesondere Us-amerikanische und europäische Linksmedien vertreten die Auffassung, Japan leugne seine Kriegsschuld und habe sich nie für Kriegsverbrechen wie etwa den Massenmord von Nanking entschuldigt. Abgesehen davon, daß seit langem immer wieder solche Anschuldigungen erfolgt und nicht beachtet worden sein dürften, lädt dies beständige Insistieren zu einem Vergleich ein (und Vergleiche sind bekanntlich eine zentrale Methode des Gewinnens von Erkenntnis).

Wenn wir jetzt einmal als ein Beispiel von vielen die Usa herausgreifen, so haben sich diese unseres Wissens niemals für die von ihnen zahlreich ausgeübten machtpolitischen Erpressungen und geführten Angriffskriege entschuldigt. Und da ließe sich einiges anführen: etwa die gewaltsame „Öffnung“ Japans für die Us-Handelsinteressen 1854 (was Japan erst dazu nötigte, sich aus dem friedlichen Mittelalter selbstgewählter Isolation heraus zu einer expansiven Großmacht zu entwickeln); etwa der von den Usa zu verantwortende spanisch-amerikanische Krieg von 1898 (der zur Erbeutung Kubas, Guams, Puerto Ricos und der Philippinen durch die Usa führte); etwa der Eintritt in den Ersten Weltkrieg in Gegnerschaft zu Deutschland und Österreich (was unsere Niederlage und zugleich den Aufstieg der Usa zur Weltmacht bedeutete); oder etwa der militärisch ungerechtfertigte Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Verbrechen hat wohl jede Großmacht der Weltgeschichte auf sich geladen, die eine mehr, die andere weniger; das ständige und verlogene Heischen nach einseitigen Entschuldigungen muß endlich ein Ende finden.

Und das Totengedenken, ob dies nun in Japan stattfindet oder in Österreich und sogar, wenn es in den angelsächsischen Ländern geschient, sollte aus Gründen der Pietät keiner Beeinspruchung unterliegen. Kaiser Karl V., gewiß kein Freund Luthers, lehnte es ab, dessen Grab zerstören und dessen sterblichen Reste verbrennen zu lassen; der Herrscher wird mit den Worten zitiere: „Ich kämpfe nicht gegen Tote.“ Man kann Personen und ihr politisches Wirken schärfstens ablehnen; man kann legitimerweise kaum Einwendung erheben, wenn jemand an ihrem Grab betet. Und es sieht so aus, daß sich unter anderem aus diesem Grund die Japaner den Besuch des mittlerweise weltberühmten Schreins nicht verbieten lassen.

General Franco

Heuer jährte sich zum dreißigsten Mal der Tod des Spanischen Staatschefs und Soldaten Francisco Franco y Bahamonde. Geboren 1892 in El Ferrol, gestorben am 20. November 1975 in Madrid. Aufgrund überragender Kompetenz und Couragiertheit 1926 bereits General, jüngster der Spanischen Armee; als solcher rasch in die innenpolitischen Unruhen der Zeit verwickelt; 1934 führend an der Niederwerfung der linksterroristischen Revolte in Asturien beteiligt. Im 1936 von der Linken losgetretenen Bürgerkrieg einer der maßgeblichen Köpfe der konservativen Militärerhebung. Chef der provisorischen Nationalregirrung und Oberkommandierender der Armee im Kampf gegen die vereinte und massiv durch die Sowjetunion unterstützte (und unterwanderte) Linke. Ziel der Linken die Umwandlung Spaniens in eine totalitäre kommunistische Gesellschaft; Ziel der Konservativen die Bewahrung von Spaniens traditioneller Kultur, Religiosität und staatlicher Einheit.

Gegenüber den enormen Materiallieferungen an die Sowjetunion und der großen fanatisierten „Interbrigadisten“, die aus allen möglichen Staaten eintreffen, um für die Linke kämpfend in den Bürgerkrieg einzugreifen, vermag Franco große Teile der Bevölkerung zu mobilisieren und deutsche wie auch italienische Hilfe zu erlangen. Nach siegreicher Beendigung des Bürgerkrieges (1939) gelingt es Franco, von beiden Seiten ebenso umworben wie bedroht, das Land aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten und eine bis zu seinem Tod stabile politische Ordnung auf Grundlage der Katholischen Soziallehre einzurichten. Die von Franco noch selbst eingeleitete Rückkehr der bourbonischen Monarchie konnte die Fehlentwicklungen, denen die spanische Gesellschaft heute ausgesetzt ist, nicht verhindern; doch mag das Wirken der Dynastie vielleicht zukünftig noch von Segen sein. Spanien hat Franco rund vier Jahrzehnte friedlicher Entwicklung und guter Regierung zu danken. Heute als böser Militärdiktator verschrien, dem als Verbrechen angerechnet wird, daß er linken Umsturzversuch verhindert und die Kräfte der Destruktion gemaßregelt hat, war er in Wahrheit Spaniens bedeutendster Staatsmann im 20. Jahrhundert.

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