Zurück zu den Wurzeln, zurück zum Kaiser!
Albert Pethö
Österreich sei eine republik
und eine Demokratie und ein Rechtsstaat, sowie ein Staat, in dem alles
Recht vom Volk ausgehe. So wird uns versichert. Wir bezweifeln alle diese
Behauptungen.
Das Recht: Der Katholik weiß, daß das
Recht grundsätzlich nicht vom Volk, sondern von Gott ausgeht; Grundrechte
etwa (das Recht auf Leben, das Recht auf persönliche Freiheit, das
Recht auf Eigentum) als zentraler Teil der Rechtsordnung unterliegen legitimerweise
nicht demokratischer Verfügbarkeit, alles andere wäre der Geist
der französischen Revolution, aus dem heraus Völkermord, Terror
und Angriffskrieg über Europa gekommen sind. Lediglich die von Gott
seit alters eingesetzten Instanzen, Papst und Kaiser, dürfen unter
in der Katholischen Morallehre genau festgelegten Bedingungen Grundrechte
teilweise suspendieren; wenn in Zeiten der Bedrohung etwa das Volk zu
den Waffen gerufen werden muß; wenn in Zeiten allgemeiner Not die
Eigentumsrechte des Einzelnen beschnitten werden. Dies nur als grundsätzliche
Einleitung. De facto geht selbstverständlich und hierzulande das
Recht ebenfalls nicht vom Volk aus, sondern von den Machtgruppen in Politik
und Wirtschaft.
Der Rechtsstaat:
Österreich war ein Rechtsstaat, ist es aber leider nicht mehr. Die
Wahrung der Grundrechte ist es, was einen Staat zum Rechtsstaat macht
(wir fassen diesen Begriff selbstverständlich naturrechtlich auf).
Dies ist in Osterreich seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall; so wird zum
Beispiel das Recht auf Leben durch die von den Sozialisten durchgesetzte
Legalisierung des Abtreibungsmordes massiv unterhöhlt.
Die Demokratie:
Demokratie als Form und politische "Spielregel", durch die angesichts
tiefgreifender weltanschaulicher Divergenzen in einer Gesellschaft dennoch
fairer Interessensausgleich ermöglicht wird, kann funktionieren.
Wir kennen Beispiele. Sie muß aber nicht funktionieren. Auch dafür
kennen wir Beispiele. Demokratie kann eine ausgezeichnete, sie kann eine
ebenso beschämend korrupte und inkompetente Form der Herrschaft werden.
Die Demokratie in Österreich ab 1945 hat funktioniert, weil alte
Antidemokraten und gute Katholiken wie der große Bundeskanzler Julius
Raab maßgeblich Einfluß darauf genommen haben; man stellte
die Interessen des Landes voran und betrieb pragmatische Konsenspolitik
in demokratischem Rahmen und zum Wohle aller, dabei um die Vorzüge
wie Begrenztheiten von Demokratie genau wissend. Mit dem Ende der pragmatischen
Ara und dem Einsetzen sozialistischer "Gesellschaftsveränderung"
ab 1970 hat unter formal nahezu unverändert gebliebenen politischen
"demokratischen" Strukturen und unter der Herrschaft bekennender
"Demokraten" ein drastischer Abbau des Rechtsstaates und des
humanen Fundamentes unserer Gesellschaft eingesetzt; wird die Meinungsfreiheit
immer bedrohlicheren Einschränkungen ausgesetzt (weitreichende Beherrschung
der "öffentlichen Meinung" durch die Linke; Verdrängung
etwa Katholischer Positionen aus dem öffentlichen Diskurs; brutale
mediale politische Lügenkampagnen - Waldheim, Groër); wurde
versucht, mit der Unterstützung anderer europäischer Linksregierungen
einen demokratisch legitimierten Machtwechsel in Osterreich, weg von sozialistischer
Dominanz, durch putschartige Inszenierungen, gewalttätige Massendemonstrationen
und Erpressung aus dem Ausland zu verhindern (seit Februar 2000). Die
Einführung direkter Volksentscheide, vorzugsweise die Verausgabung
von Steuergeldern betreffend, wie dies in der Schweiz seit Jahrhunderten
eine Selbstverständlichkeit ist, wäre in Osterreich mit Wiedererlangung
von Freiheit und Souveränität und dem erfolgreichen Abschluß
des Wiederaufbaues geboten gewesen; dies ist aber bis heute kein Thema
der politischen Reform; daß das alte und daher auch bewährte
Schweizer Modell so geringen Anklang in einem Europa findet, das von einer
progressistischen Funktionärskaste beherrscht wird, sagt genug über
den Zustand unserer angeblichen "Demokratie".
Die republik:
Ganz entschieden stelle ich in Abrede, daß Österreich eine
republik ist. Österreich ist selbstverständlich eine Katholische
Monarchie. Die Monarchie ist aufgrund eines Zustandes des Interregnums
lediglich nicht manifest. Das eigentliche Österreich ist gleichsam
durch eine politische Struktur republikanischer Form verdeckt worden.
Die republik in Osterreich, 1918 ausgebrochen, ist sowohl illegal (aufgrund
des Rechtsbruches des Jahres 1918), als auch illegitim (aufgrund der immer
weiter voranschreitenden Aushöhlung des Rechtsstaates und der zunehmenden
Korruption der politischen Kaste; was von 1945 bis 1970 und unter Christlichen
Staatsmännern allerdings so nicht galt). Die republik wurde historisch
überzeugend im alten Venedig verwirklicht. Hierzulande gilt, daß
sie eine durch und durch unösterreichische Staatsform ist, entstanden
aus der unverdienten Niederlage des Jahres 1918, aus der damaligen Schwäche
des nichtsozialistischen Lagers, aus dem Haß der Linken auf alles,
was Österreich im eigentlichen ausgemacht hat und ausmacht.
Warum ich Monarchist bin
Der Grund historischer Gerechtigkeit:
Hauptargument aller Beschimpfungen der Monarchie
seit 1918, Hauptargument zur Legitimierung ihrer Zerstörung, des
Sturzes des angestammten Herrscherhauses und für die Permanentbesudelung
des Namens Habsburg ist die Behauptung, daß Habsburg bzw. daß
Osterreich die Schuld hätte am Ausbruch des Ersten Weltkrieges und
an den Millionen Toten dieses Krieges. Diese Behauptung entspricht den
Interessen der alliierten Sieger von 1918 und entspricht ebenso den Interessen
des Sozialismus, der 1918 vorübergehend die Macht in Osterreich an
sich reißen konnte. Selbstverständlich ist diese Behauptung
falsch. Wer hat Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges? Machen wir
einen kurzen Ausflug ins Jahr 1914.
Am 28. Juni1914 findet in Sarajewo, der Hauptstadt
des zu Österreich-Ungarn gehörenden Kronlandes Bosnien-Herzegowina,
der Mord am Österreichischen Thronfolger und seiner Frau statt. Hinter
dem politischen Mordanschlag steht eine Verschwörung hochrangiger
serbischer Militärkreise, die durch die serbische Regierung gedeckt
werden. Ihr politisches Ziel ist die Destabilisierung Osterreich-Ungarns
und die Eroberung seiner südöstlichen Provinzen (ein Ziel, das
bekanntlich 1918 verwirklicht wird und zur Gründung des mittlerweile
blutig zerbrochenen "Jugoslawiens" geführt hat). Um zu
veranschaulichen, wie es zum Weltkrieg gekommen ist, ein aktuelles Vergleichsbeispiel:
Am 11. September 2001 findet der Anschlag statt, bei dem es zum Einsturz
des World-Trade-Centers in New York kommt. Hinter dem politischen
Mordanschlag steht eine Verschwörung hochrangiger islamischer Extremisten,
die von Afghanistan aus operieren. Ihr politisches Ziel ist die Destabilisierung
der Vereinigten Staaten von Nordamerika und die Zurückdrängung
ihres Einflusses in den islamisch geprägten Teilen der Welt. Die
afghanische Taliban-Regierung, in den Anschlag nicht direkt involviert,
deckt aber die Organisatoren des Attentates. Die USA verlangen in Wahrnehmung
ihrer Interessen ultimativ die Auslieferung der Hintermänner des
Anschlages und ergreifen, nachdem dem Ultimatum nicht entsprochen wird,
die notwendigen militärischen Maßnahmen, marschieren in Afghanistan
ein, stürzen die Regierung und zerschlagen jene machtpolitischen
Strukturen, durch welche sie herausgefordert worden sind.
Nichts anderes hat Osterreich im Jahr 1914 gemacht.
Der Mord in Sarajewo reihte sich in eine lange Folge politischer Aggressionsakte
gegen Österreich, ist nicht die Tat eines einzelnen Fanatikers, sondern
das Werk eines wohlorganisierten Anschlages, und ist als Kriegserklärung
Serbiens an Österreich-Ungarn zu werten. Die Monarchie, durch den
damaligen Mord in noch weit bedrohlicherer Weise herausgefordert als heute
die USA, verlangt in Wahrnehmung ihrer Interessen ultimativ die Aufklärung
der Hintergründe und ergreift, nachdem dem Ultimatum nicht entsprochen
wird, die notwendigen militärischen Maßnahmen, marschiert in
Serbien ein, stürzt schließlich die Regierung und zerschlägt
jene machtpolitischen Strukturen, durch welche sie herausgefordert worden
ist. Zu vermitteln und zu verhandeln hat es da eigentlich nichts mehr
gegeben. Wie Henry Kissinger, emeritierter Außenminister der USA,
es in einem seiner historischen Werke formuliert hat: kein Staat kann
bereit sein, über die "Grundfragen seiner Existenz" zu
verhandeln. Das gilt für die USA heute ebenso wie es für das
alte Österreich damals galt.
Im Jahr 2001 freilich sind die USA die einzig verbliebene
Weltmacht; ihrem politischen System kann durch offenen Krieg kein Widerstand
mehr entgegengesetzt werden. Im Jahr 1914 agiert aber nicht nur ein kleiner
Aggressor gegen eine Großmacht; Serbien hat vielmehr die Rückendeckung
einer anderen Großmacht, nämlich Rußlands, das ihm zusagt,
es vor jeglicher Bestrafung zu schützen; und Rußland seinerseits
hat die Rückendeckung zweier weiterer Großmächte, Frankreichs
und Englands. Solcherart wird aus der Auseinandersetzung Österreich-Serbien
ein Weltkrieg. (Was die USA bei ihren militärischen Operationen zur
Bestrafung des Aggressors in Ermangelung gleichrangiger Gegner nicht riskieren).
Wer hat Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges? Jene drei damaligen
Großmächte tragen die Schuld am Weltkrieg, die einem infamen
politischen Mord die Rückendeckung gegeben haben, nämlich Rußland,
Frankreich und England. Und die von den Siegern des Weltkrieges dem nach
der Zerschlagung der Monarchie kleingewordenen Osterreich aufgenötigte
republik ist nichts, zu dem man sich bekennen müßte. Aus Gründen
der historischen Gerechtigkeit ist vielmehr am angestammten Herrscherhaus
festzuhalten und an der Katholischen Monarchie, welche die Österreich
alleinig angemessene Staatsform darstellt.
Der Grund geringerer politischer Unvollkommenheit:
Jede irdische Herrschaft bleibt unvollkommen, da
ja alles Irdische unvollkommen ist. Doch kann Herrschaft auf Erden, wenn
sie versucht, gerecht zu sein, Himmlische Herrschaft widerspiegeln. Und
diese Himmlische Herrschaft ist, nach allem, was wir wissen, jedenfalls
keine Basisdemokratie. Christus selbst ist es, der die Einsetzungsworte
des Petrusamtes spricht: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde
ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht
überwältigen" (Matthäus 16,18). Und er sagt uns nicht:
"Setzen wir uns zusammen, diskutieren wir miteinander und stimmen
dann über einen Nachfolger für mich ab." Christus gibt
der Kirche mit Petrus und dem Petrusamt das Papsttum - eine monarchische
Grundstruktur also. Daher hat die Kirche durch ihre ganze Geschichte hindurch
in der Monarchie eine bevorzugte Staatsform erkannt, ohne in den weltlichen
Dingen freilich je etwas zu dogmatisieren. Der Heilige Thomas von Aquin
führt aus: "Dazu ist der Herrscher gesetzt, daß er die
Gerechtigkeit hüte." Und weiter: "Macht hat den Sinn, die
Gerechtigkeit zu verwirklichen." Kann das eine republik nicht? Wahrscheinlich
kann sie es auch, man hat nur leider den Eindruck, daß es heute
relativ selten vorkommt. Die hiesig etablierte republik an einem beliebigen
Tag des Jahres 2002: zehn, zwanzig, hundert Abtreibungen? Statistiken
werden hierzu ja keine veröffentlicht. 57 Jahre nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges erleben wir zwar einen engagierten Widerstand gegen
den National-Sozialismus und forcierte öffentliche Betroffenheit
über die Greuel von damals, aber zur gleichen Zeit wird allgemein
völlig ungerührt zugesehen, wie menschliches Leben über
die Abtreibungsindustrie quasi am Fließband der Vernichtung (bzw.
der geschäftlichen Verwertung) zugeführt wird. Und das in unserer
ach! so menschenrechtsbewußten und republikanischen pluralistischen
Gesellschaft.
Und solche republiken haben wir heute im Grunde
fast überall, wo es darauf ankommt. Die gegenwärtigen europäischen
Monarchien zählen ja kaum mehr, der Monarch ist als politische Macht
bzw. als politisches Gegengewicht fast überall ausgeschaltet. Ganz
und gar nicht zum Wohl unserer Gesellschaften übrigens, die solch
unabhängiges Gegengewicht dringend bräuchten. Ei und überaus
undurchsichtige One-world-republik, zusammengefügt aus vielen Unter-republiken,
ist im Entstehen. Und keine einzige unter all diesen republiken wäre
mir bekannt, die auch nur ansatzweise versuchen würde, sich als Christlicher
Staat zu gestalten. In den Monarchien der Christlichen Zeitalter war die
bei Thomas von Aquin genannte Legitimation der Macht, nämlich die
Wahrnehmung der Aufgabe, Gerechtigkeit auf Erden zu verwirklichen, präsenter
geblieben als in den republiken unserer Tage. Es hängt dies wohl
mit dem Gottesgnadentum zusammen. Der Christliche Herrscher begreift eher,
daß seine Macht aus eigenem Verdienst, sondern von Gott herrührt
- und daß er Gott dafür Verantwortung legen muß. Das
haben Hitler und Stalin nicht mehr gewußt, und auch Kreisky oder
Billy Clinton nicht mehr. Die moderne republik von heute ist säkularisiert
- so sehr, daß verschiedene einflußreiche europäische
Politiker Krämpfe bekommen, wenn in die Präambel einer "Eu-Grundrechtscharta"
das Wort "Gott" hineinreklamiert wird, oder auf "Euro"-Münzen
das Bildnis des Papstes erscheint. Auf der Reichskrone in der Wiener Schatzkammer
aber - der bedeutendsten Krone der Weltgeschichte - betrachten wir auf
einer der acht Platten, aus denen sie geformt ist, den thronenden Christus
Pantokrator. "Per me reges regnant" steht darauf; Christus spricht
es zum Betrachter: "Durch mich herrschen die Könige". Das
ist eine Erkenntnis, welche die Monarchie, und zwar die Christliche Monarchie,
politisch akzeptabler macht, als alle heutigen republiken.
Der Grund größerer Schönheit:
Der Staat nach liberalem Verständnis sorgt
dafür, daß der Reichtum der Reichen nicht angetastet wird -
alles andere ist gleichgültig. Kritiker des Liberalismus im 19. Jahrhundert
haben dafür den Begriff "Nachtwächterstaat" ersonnen.
Der Staat nach konservativem Verständnis größere Heimat,
gemeinsames Haus, Ausdruck auch des eigenen Selbstverständnisses.
Der Konservative ist Patriot und er will, daß dieses gemeinsame
Haus, das auch das seine ist, schön sein soll. Keine unserer heutigen
republiken ist schön. Alle sind sie häßlich. Alle Repräsentanten
sind langweilig und farblos, mitunter sogar überaus lächerlich.
Einer der wenigen Staaten der Welt, der sich der allgegenwärtigen
Tendenz zu republikanischer Fadesse bislang entziehen konnte, ist Großbritannien.
Die Englische Monarchie vermag es immer noch, den Staat zu inszenieren,
zu personalisieren und seine sakrale Dimension zu verdeutlichen. Man sollte
ihr dafür dankbar sein. Hier erkennen wir plötzlich, wie wichtig,
ja wie unersetzlich monarchische Symbole, monarchisches Zeremoniell ist.
Denn der solcherart erhobene Staat ist ja auch meiner,
repräsentiert ja auch mich. Staatswappen und -symbole, Geld,
Postkästen, Telephonhütten - wo eine Krone oder
ein Doppeladler darauf sind, wirkt ja alles gleich anders. Die Monarchie
ist schön und der monarchisch verfaßte Staat gibt mir
Anteil an seiner Würde; (ebenso wie die Peinlichkeiten unserer
republik sich auch als persönliche Beleidigungen darstellen).
Nur auf der Basis solcher Würde wird es letztlich gelingen,
Loyalität hervorzurufen und Identifikation. In Österreich
war dies so lange möglich, als der Geist der alten Monarchie
noch allgemein präsent gewesen ist; seine Ausdünnung durch
30 Jahre Sozialismus hat das Land zur Bananenrepublik herabgewirtschaftet,
zum Selbstbedienungsladen gerade an der Macht befindlicher Ochlokraten.
Und diese republik ist ebenso häßlich, wie sie korrupt
ist; beides hängt zusammen. Zurück daher zu den Wurzeln;
zurück zum Kaiser! |