Im Jahre 1789 kam eine jahrhundertelange
Wühltätigkeit an ihr Ziel. Dem Dämonendienst verpflichtete
Revolutionäre rissen, als Demokraten getarnt, die Macht an
sich und erschlugen alles, was sich ihnen, das Recht verteidigend,
in den Weg stellte. Die Völker des Imperiums erschraken und
scharrten sich enger um ihre angestammten Herrscherhäuser.
Als Zeichen von Treue, Dankbarkeit und Liebe schufen sie Lieder,
in denen sie ihre Gefühle für Thron und Herrscher formulierten.
Die Hymne Gott erhalte Franz
den Kaiser! entstand in Niederösterreich und einer
der größten Komponisten der Christenheit, Joseph Haydn,
schuf Melodie und den makellosen Satz, den er späterhin in
sein Kaiserquartett integrierte. Als im Jahre 1809 die
gottlosen französischen Truppen gar vor Wien erschienen (Schlachten
bei Aspern und Eßling), begeisterte diese Hymne die kaiserlichen
Truppen so sehr, daß Erzherzog Karl einen großartigen
Sieg erringen konnte. Viele sangen das Lied damals auf den Text
Gott erhalte Karl den Helden. Daß Napoleon schließlich
vollständig geschlagen wurde, ist nicht zuletzt der Begeisterung
zu danken, die die neue Hymne entfachte.
1826 wurde die Hymne ins Protokoll aufgenommen und somit offiziell.
Kaiser
Franz, der die erhabenen Kronen des Imperium Romanums, des Kaiserreich
Österreichs und vieler Länder getragen hatte, starb am
2. März 1835 und sein Sohn Ferdinand trat die Regierung an.
Der Autor Karl von Holtei aus dem damals vorübergehend preußischen
Breslau wurde beauftragt, einen neuen Text für die Kaiserhymne
zu schaffen. Er entledigte sich dieser Aufgabe in wie ich meine
hervorragender Qualität (Gott
erhalte unsern Kaiser, unsern Kaiser Ferdinand!), dem gestrengen
Wiener Geschmack konnte er jedoch nicht genügen und die Rufe
nach einer besseren Hymne wurden so laut, daß der Herrscher
seinem Volk gnädig das Ohr lieh und eine neue Hymne in Auftrag
gab, die Christian Freiherr von Zedlitz anfertigte: Segen
Östreichs hohem Sohne, unserm Kaiser Ferdinand!.
In der wirren Zeit der Revolution von 1848 mußte Kaiser
Ferdinand zurücktreten und sein Neffe, der junge Franz
Josef gelangte zur Regierung. Auch Franz Grillparzer, der großartige
österreichische Dichter, schuf eine Hymne
für den jungen Kaiser. Dieser genehmigte jedoch die Dichtung
eines anderen großen Dichters namens Johann Gabriel Seidl.
An die Vertonungen seiner Gedichte durch Schubert und Loewe sei
an dieser Stelle erinnert: Die Textvorlagen zu Die Uhr,
Taubenpost, Nachthelle und Nachtgesang
im Walde stammen von ihm. Die nun so genannte Volkshymne
wurde zum Symbol der Habsburger Monarchie, sie steht für alles,
was den Wert der Monarchie und des auf Recht und Glauben fußenden
Gemeinwesen ausmacht.
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