+ In memoriam Presidente Auguste Duarte Pinochet +
Heute starb Auguste Pinochet und ich will nicht zögern, meine
Gedanken in Trauer und Dankbarkeit auf sein Leben zu richten, ein
Leben, das von zwei Affekten bestimmt war: Liebe zum Vaterland und
Liebe zur Freiheit.
Den Tag, als ich den Namen Pinochet zum ersten Male hörte,
werde ich nicht vergessen. Ich war damals Lehrling im „Wohnungsbaukombinat
Rostock“ und wohnte im Internat im Jung-Jochen-Weg, einem
typischen DDR-Plattenbau in einer Lehrlingswohnung mit sieben anderen
Lehrlingen zusammen. Während des Aufstehens hörten wir
meist NDR, und in den Nachrichten kam die Meldung über den
Putsch in Chile. Der NDR wußte auch schon, daß Allende
sich erschossen hatte und als uns in der Chemiestunde der Lehrer
etwas scheinheilig fragte, wer denn die neuesten Nachrichten berichten
könne, platzte ich mit der ganzen Story heraus und - hatte
mich verraten, denn die DDR-Medien hatten noch gar nichts berichtet.
Sieben Jahre später: Ich war durch ein Stasi-Komplott in
das „Zuchthaus Cottbus“ geraten, eine Strafvollzugseinrichtung
der DDR, in der vor allem politische Gegner zusammengepfercht wurden,
politische Gegner, die sich in folgende Kategorien gliederten: Erstens
Liberaldemokraten, die auf irgendeine Weise für das liberale
System des Westens Partei ergriffen hatten, bzw. vor allem aus der
DDR ausreisen wollten. Zweitens gab es in Cottbus dann ausgesprochen
Linke, darunter fanatische Linksextremisten, die es unternommen
hatten, die DDR von links zu kritisieren und einen „echten“
Sozialismus zu fordern und deshalb von der DDR oft extrem hart bestraft
wurden. Ich traf dort zum Beispiel einen Bekannten meines Bruders
aus Leipzig, der zwei Jahre als Untersuchungshäftling in Einzelhaft
gesessen hatte und dann zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden
war. Er hatte nicht anderes getan, als im Freundeskreis sozialistische
Themen diskutiert, entsprechende Literatur gelesen und Analysen
und Aufsätze verfaßt.
Die dritte Fraktion waren ausgesprochene Antikommunisten, fanatische
Gegner des DDR-Systems, die zum Teil schon seit vielen Jahren im
Gefängnis waren, teils auch schon zum wiederholten Male bestraft
worden waren. Sie sangen begeistert das Cottbus-Lied „Das
ist das Zuchthaus Cottbus, Symbol des Sozialismus in der Tat“
und schworen auf Franz-Josef Strauß und Pinochet. Ich selbst
sah keine Veranlassung, mich einer der Fraktionen anzuschließen,
pflegte aber zu allen gute Beziehungen, schon weil ich Sänger
für den von mir auf dem Freigang-Hof gegründeten Männerchor
brauchte.
Kurz darauf war ich selbst in dem von letztlich allen ersehnten
Westen und bezog bald das historische Seminar der Technischen Universität
in Berlin-Charlottenburg. Zwar sah ich noch immer keine Veranlassung
zu Solidarität mit Pinochet, doch bereits die Tatsache, daß
ich mich mit den Gegnern des Kommunismus vorurteilslos beschäftigte,
machte mich in den Augen der ausnahmslos linken Kommilitonen höchst
verdächtig. Dankenswerter Weise förderte mich mein Lehrer,
Professor Wolfgang Hofmann höchst wohlwollend, so daß
ich als noch immer Liberaler mit rechter Thematik mein Studium in
Perfektion beenden konnte.
Mehr als Pinochet faszinierte mich zunächst Ronald Reagan,
den ich sofort als starken und überzeugenden Politiker empfand.
Es war widerlich und abscheulich, wie alle Linken in meiner Umgebung
(und echte Nicht-Linke kannte ich kaum) Reagan sofort mit primitivsten
Vorurteilen begneten, obwohl sie sonst selbst jedes echte und authentische
Urteil (z.B. mein eigenes Urteil über DDR und Sozialismus)
als Vorurteil und einseitig abqualifizierten. Jeder Schritt, jede
politische Aktivität Reagans überzeugte mich mehr und
es war für mich eine Genugtuung, daß einer meiner Lieblingssänger
aus den 1970ern, Neil Young, mit ihm sehr viele der 68er Generation
in den USA, sich für Reagan aussprach. 1970 hatte er noch über
die „four dead in Ohio“ der Kent State Universität
herumgejammert. Die Beach Boys waren schon damals cooler, sie machten
zynische Witze über den „bachelors of bullets“
und rieten „stay away when a riots going on“.
Etwa 1984 beseitigte Reagan einen roten Gangster-Putsch auf Grenada
und ich äußerte unverholene Freude auf feindlichem Territorium
- einer linken WG. Da gingen sofort Freundschaften zu Bruch. Merke:
Toleranz fordern Linke stets nur von anderen ein. Noch NIEMALS war
irgend ein Linker bereit, selbst Toleranz zu üben. Ich kann
nur dazu raten, Linke [und somit auch alle Demokraten] grundsätzlich
niemals zu tolerieren und ihnen keinen Millimeter Boden einzuräumen.
Doch das nur nebenbei.
Dann kam die legendäre Reagan-Rede: „Mr. Gorbatshev,
tear down this wall“, dann kam, - endlich! - die Wende und
nebenbei hörte man, daß Pinochet die Macht wieder an
eine parlamentarische Regierung übergeben hat. Das konnte man
als noble Geste und kluge politische Tat deuten und das tat ich
auch, damals.
Heute sehe ich es anders. Es bleibt unverständlich, wie Pinochet,
der die Linke kannte wie kein Zweiter, auch nur eine Sekunde lang
glauben konnte, daß die Linke ihm gegenüber die Fairness
üben würde, die er als echter gentleman ihnen gegenüber
stets gezeigt hatte. Er hätte wissen müssen, daß
die fanatisch haßerfüllte Linke ihm seine Rettungstat
nie verzeihen würde und daß sie die Demokratie, die er
freiwillig konzedierte, dazu nutzen würden, ihn erbarmungslos
zu hetzen und zur Strecke zu bringen.
Allende hingegen wurde stets mit Liebe und grenzenloser Toleranz
begegnet, obwohl er den Kommunismus wollte. Er war Marxist, er wollte
die rote Diktatur, ob durch ein Parlament oder gegen ein Parlament,
das war ihm, wie allen Kommunisten, völlig egal. Daß
seine Politik völlig unvereinbar war mit der chilenischen Verfassung
und mit dem chilenischen Recht, das haben chilenische Höchstgerichte
und das chilenische Parlament selbst nicht nur einmal klar und unzweideutig
ausgedrückt.
Bei der Ausschaltung des Rechtsstaates ging Allende so raffiniert
vor, daß man es nur mit der Ausschaltung des Rechtsstaates
der Weimarer Republik durch Hitler vergleichen kann. Hätte
der deutsche Reichstag in der Verfassungskrise 1932/1933 genau so
gehandelt wie das chilenische Parlament und die chilenischen Streitkräfte,
dann hätte es eine Hitler-Diktatur nicht geben können.
Der zunächst Reichswehrminister, dann für kurze Zeit Reichskanzler
Schleicher war bereit, als quasi deutscher „Pinochet“
den durch Kommunisten und Nationalsozialisten dominierten Reichstag
zu suspendieren, diese Parteien durch Notstandsverordnungen des
Reichspräsidenten verbieten zu lassen und den dann zweifellos
ausbrechenden Bürgerkrieg mit den sehr schwachen republikanischen
Streitkräften militärisch zu führen und die antidemokratischen
Bürgerkriegsparteien zu besiegen.
Doch dies konnte er nur tun mit der Rückendeckung der „Weimarer
Parteien“ wie SPD und Zentrum. Diese verweigerten sich, weil
ihnen ein Deutschland mit Reichstag und Hitler lieber war als ein
Deutschland ohne beide. Und dies, obwohl natürlich in absehbarer
Zeit wieder ein Reichstag gewählt worden wäre. Hinterher
stellten sie sich als verfolgte Unschuld dar, obwohl sie zu den
Hauptschuldigen der Tragödie gehörten. Hätte Schleicher
damals durch militärische Gewalt Nationalsozialisten und Kommunisten
in Deutschland ausgeschaltet, dann wäre SEIN Ruf heute sicherlich
genau so schlecht, wie derjenige Pinochets.
Dieser handelte - im Unterschied zu dem Plan Schleichers - mit
eindeutig parlamentarischem Mandat. Präsident Allende hatte
seinen Eid auf die Verfassung verletzt, dies wurde durch fast zwei
Drittel der Abgeordnetenkammer des chilenischen Parlaments in dem
Beschluß vom 23. August 1973 festgestellt. Es gab außerdem
auch eine dementsprechende Verlautbarung des obersten chilenischen
Gerichtes, der Corte Suprema. Das Parlament konstatierte in seiner
Erklärung, daß „die jetzige Regierung der Republik
von Anfang an danach getrachtet hat, die Totalmacht ... an sich
zu reißen“ und daß „die Regierung [Allende]
zur Durchsetzung ihres Vorsatzes nicht nur einzelne Verstöße
gegen die Verfassung und das Gesetz begangen, sondern aus diesem
Vorgehen eine ständige Verhaltensregel gemacht hat“.
Die militärischen Streitkräfte, angeführt von dem
in diesem Augenblick Oberkommandierendem des Heeres, dem General
Augusto Pinochet, erfüllten 18 Tage später den Beschluß
des Abgeordnetenhauses. Aus diesem Grunde war der Ursprung der Militärregierung
Pinochets ohne jeden Zweifel sowohl rechtmäßig, als auch
demokratisch.
Daß dieses Militärregime sich nennenswerte Grausamkeiten
zu Schulden hat kommen lassen, muß definitiv abgestritten
werden. Die ständig wiederholten Behauptungen sind objektiv
falsch. Das Gegenteil ist wahr, Pinochet und die weiteren Führer
der Militärjunta haben maßvoll, zurückhaltend und
mit Augenmaß gehandelt. Ihr Ziel war es, Chile und vor allem
das Leben von Chilenen so weit als irgend möglich zu schonen.
Den ausnahmslos kriminellen und terroristischen Kommunisten und
weiteren Mitgliedern der Unidad Popular wurde die freie Ausreise
gestattet. Ich selbst habe sie in der ihnen außerordentlich
sympathischen DDR zu Tausenden einreisen gesehen. Aus ihrer Liebe
zum Kommunismus machten sie keinen Hehl, im Gegenteil, sie weinten
vor Freude, als sie den Boden des sozialistischen Staates betraten.
Alle waren kraftstrotzend und kerngesund.
Gemessen an den Opferzahlen sämtlicher, ausnahmslos von der
Linken ausgelösten Bürgerkriege des 20. Jahrhunderts war
die Zahl der „Opfer“ der Militärherrschaft Pinochets
mikroskopisch klein. Präsident Aylwin, Gegner der Militärregierung
und Gegner Pinochets, gab an, daß in 17 Jahren etwa 2.000
Personen starben. Die Toten der linken Revolutionskriege in der
Dritten Welt sind aber nicht nach wenigen Tausenden, sie sind nach
100.000en, ja nach Millionen zu zählen. Nach ihnen kräht
kein Hahn, die Massenmörder sind wohl gelitten, sie sitzen
in der UNO und werden von Angela Merkel und den Ihren begeistert
empfangen.
Ich habe mir das kleine Experiment erlaubt und habe mir im vergangenen
Jahr alle Meldungen der Google alerts über Auguste Pinochet
vorlegen lassen. Es war eine Riesenfülle von Meldungen ausnahmslos
bösartiger und diffamierender Art. Keine einzige der abträglichen
Behauptungen in diesen „Meldungen“ wurde belegt. Ein
durchschnittlicher Zeitungsleser muß zu de Auffassung gelangen,
daß man in Pinochet einen der schlimmsten Verbrecher vor sich
hat - das Gegenteil ist der Fall, Pinochet war ein nobler Mann,
ein Ehrenmann und echter Liberaler, denn Freiheit und Wohlstand
Chiles war sein Anliegen und nicht die Verelendung und Versklavung
Chiles wie seinem bösartigen Gegenspieler Allende, der Chile,
eines der wenigen rechtsstaatlichen und leistungsfähigen Länder
Südamerikas, in ein Kuba verwandeln wollte. Margaret Thatcher
sagte am 6. Juli 1999 zu Recht, daß General Pinochet
zum Sündenbock gestempelt wird, weil die internationale Linke
Rache nehmen will.
Er hat diesen bis zu seinem letzten Atemzug und über seinen
Tod hinaus dauernden Rachefeldzug als uralter, doch im Gegensatz
zum linken Abschaum stets würdiger Mann bestanden. Im Gegensatz
zu allen Demokraten jemals hat er sich vor seine Kameraden und Untergebenen
gestellt und mutig die Verantwortung für seine Herrschaftszeit
getragen. Dafür gebührt ihm unser höchster Respekt
und unsere Liebe!
Als Kaiser Karl V. am Grabe Luthers stand, weigerte er sich die
Leiche des Reichszerstörers Luther ausgraben und verbrennen
zu lassen, wie es das Gesetz befahl. Er anerkannte, daß über
den Gräbern der Hader zu schweigen hat.
Demokraten und Linke schänden die Gräber ihrer Gegner.
Ein tapferer Kämpfer gegen die Barbarei und die Unmenschlichkeit
ist nun von uns gegangen.
Ruhe in Frieden, General Auguste Pinochet!
Bitte an Gottes Thron, an der Seite der Gottesmutter und an der
Seite der Märtyrer für Chile und für die Freiheit!
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