Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Meine Seele erhebt den Herren

Kantate von Johann Sebastian Bach zum Fest Mariae Heimsuchung

Bach hat diesen Text eines unbekannten Dichters nachweislich komponiert und am 2. Juli 1725 aufgeführt. Der Verlust des Werkes dürfte der Nachlässigkeit und Charakterschwäche Wilhelm Friedemann Bachs geschuldet sein. Bach selbst hat sein Werk sorgfältig gepflegt und bewahrt, wie seine häufigen Übernahmen und Wiederaufführungen von Jugendwerken auch in vorgerücktem Alter beweisen.

 


1. Chorus: Meine Seele erhebt den Herrn

Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes.

2. Rezitativ: Elende Magd, wie ist dir doch geschehen?

Elende Magd, wie ist dir doch geschehen,
wer bin ich, daß ich Gnade find?
O Gott, du hast mich angesehen,
es werden drum von jetzund an,
auch alle Kindeskind durch ihr Bezeigen weisen,
daß sie mich selig preisen.
Denn er hat große Ding an mir getan,
der, dessen Macht in aller Welt bekannt.
und der der Heiland wird genannt,
wie sein Erbarmen ewig pflegt zu währen,
das lönnen, die ihn fürchten, schon erklären.

3. Arie: Heilig, heilig heißt sein Name

Heilig, Heilig heißt sein Name,
der mein Elend angeseh'n.
Wie er mir zur Hülfe kame,
mußte meine Not vergeh'n.
   Allmacht hat mich hoch erhoben,
   Güt' und Mitleid mich versöhnt,
   jauchzt, ihr Himmel, und ertönt,
   Ewig bist du, Gott, zu loben.

4. Rezitativ: Mit seinem Arm übt er gewalt'ge Streiche

Mit seinem Arm übt er gewalt'ge Streiche,
und die in ihres Herzens Sinn
(ob sie sich gleich von außen dafür scheuen)
hoffärtig sind, die weiß er zu zerstreuen:
Er stößet die gewaltig leben
vom Stuhl dahin,
und kann die Niedrigen dagegen hoch erheben.

5. Arie: Sein Arm zerstreut und übt Gewalt

Sein Arm zerstreut und übt Gewalt,
zerbricht den Bogen und die Pfeile.
Hoffärtigs Herz, erschrecke bald,
erwarte nicht der Donnerkeile.
   Nur die zu seinen Füßen liegen,
   benetzet mit der Tränen Lauf,
   die werden ewig mit ihm siegen,
   er hilfet den Elenden auf.

6. Rezitativ: Wer hungrig ist, komme her

Wer hungrig ist, komme her!
Hier ist Israels Hüter,
der gibt ihm Fülle aller Güter,
und läßt die Reichen leer.

7. Arie: Ich leide Durst, es hungert meine Seele

Ich leide Durst, es hungert meine Seele,
nichts ist allhier, so mein Verlangen stillt.
Und sollte gleich kein weltlich Gut mir fehlen,
Mein Mangel doch aus Unvergnügen quillt.
Nur deine Güte
stillt mein Gemüte,
kein nichtigs Gut der Seelen Hunger speist,
Nur dein Erbarmen
schafft Rat mir Armen,
Gott Zebaoth ersättge meinen Geist.

8. Rezitativ: Es fällt ihm ein, er denket

Es fällt ihm ein,
er denket der Barmherzigkeit,
der Beistand ist dem Diener schon bereit,
Israel soll geholfen sein.

9. Choral: Wie er geredet hat unsern Vätern

Wie er geredet hat unsern Vätern,
Abraham und seinem Samen ewiglich.

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