Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Aufer immensam, aufer iram

Dieser Bittgesang geht auf einen Text zurück, der zumindest aus dem 13. Jh. stammt und im Leipziger Meßbuch überliefert wurde. 1541 dichtete ein unbekannter Dichter, vielleicht Johann Spangenberg oder Georg Klee/Thymus, die Hymne, welche von Heinrich Schütz im „Anderen Theil kleiner geistlichen Concerten“ vertont wurde (SWV 337).

Aufer immensam, aufer, Deus, aufer iram,
et cruentatum cohibe flagellum,
nec scelus nostrum properes
ad aequam pendere lancem.

Laß ab, o Herr, von deinem furchtbaren Zorn
und halte ein mit der blutigen Geißel
und eile nicht, mit gerechtem Richterstab
zu strafen unseren Frevel.

Si luant justam mala
nostra poenam,
quis potest saevas tolerare plagas,
cum nec ultricem spatiosa ferret
machina virgam.

Wenn gerechte Strafen empfangen
unsere Übeltaten,
wer kann aushalten die schrecklichen Schläge,
da er doch nicht ertrüge
die mit solcher Gewalt strafende Zuchtrute.

Parce sed nostris miserando culpis,
jus pari clemens pietate miscens,
cui manet semper proprium maligno parcere mundo.

Laß doch ab von unserer Schuld,
dich erbarmend und gnädig Recht vereinigend
mit gleicher Güte.

Cur super vermes luteos furores sumis,
o magni fabricator orbis
quid sumus quam fex putris
umbra pulvis glebaque terrae?

Du, dem es eigen ist, die böse Welt zu schonen.
Warum gilt nichtswürdigen Würmern Dein Toben,
o Du großer Schöpfer der Welt! Was sind wir anders als ein armseliger Schemen, Staub und Klumpen nichtswürdiger Erde?

Nos parentales maculant reatus
et caro mentem trahit imbecillem,
ergo tam sortem fragilem
benigno respice vultu.

Uns befleckt elterliche Schuld und das Fleisch zieht nach sich den schwachen Geist. So sieh doch auf unser vergängliches Los mit gütigem Angesicht!

Da crucem, clavos, scuticam, coronam, lanceam, funes rigidamque mortem,
inter iratam moderare dextram et mala nostra.

Gib Kreuz, Nägel, Geißel, Krone,
Lanze, Stricke und den starren Tod,
unter einer zornigen Rechten züg’le unsere Übeltaten.

Non opus summi pereat magistri,
nec sinas cassam fore passionem,
corde sed manans lavet omne crimen sanguis et unda.

Möge nicht vergebens sein des Allerhöchsten Werk, möge das Leiden nicht unnütz sein, sondern Blut und Wasser von ganzem Herzen abwaschen alle Schuld.

Hoc ratum quod sit, facias, precamur,
omnibus nobis, residens Olympo
qui Deus semper dominaris orbi,
trinus et unus, Amen.

Was Du bestimmst, tue, so bitten wir,
der Du sitzest auf dem Thron des Himmels.
Gott und Herr der Welt allzeit,
der Dreieinige. Amen.

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