Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: Lichtmess 2009

 

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Was Präs. Bush zu König Gyanendra sagte

”Jörn
Eine Glosse von Jörn K. Baltzersen, 13. März 2006
 

Der amerikanische Regierungschef besuchte kürzlich die Stadt der Städte - Delhi in Indien. Natürlich blieb es nicht bei Gesprächen mit Indien. Er steckte seine Nase auch in die Geschäfte des Königs von Nepal. Folgendes sagte er zu Seiner Majestät:

Sie müssen in Nepal die Demokratie wiedereinführen! Sie wissen, daß mein indischer Freund mich nach Accra mitgenommen hat und mir die Gräber des moslemischen Kaisers Schan Jahan gezeigt hat und das eines seiner Kaiserinnen, das Taj Mahal. Dieses Königszeug ist Geschichte! Es sind feudale Überreste, die nicht in unsere Zeit hinein gehören. Wir machen heute keine Könige mehr.

Mein Freund zeigte mir auch, wie seine souveräne, sozialistische, säkulare und demokratische Republik jedweden Pomp, Form und Erbe abgelegt hat. Kommen Sie nach Neu Delhi und schauen Sie sich die Kremationsorte von Mahatma Gandhi, Pandit Jawaharlal Nehru, den ersten Premierminister Indiens, seine Tochter, die Premierministerin Indira Gandhi, ihren Sohn, den Premierminister Rajiv Gandhi an. Sie werden sehen, daß wir hier keinen Pomp mehr haben. Ebenso wenig wie ein Kulturerbe. Es wäre sicherlich problematisch, wenn Indira Gandhi mit Mahatma Gandhi verwandt gewesen wäre, doch das war sie nicht. Sie sehen, daß wir heute keinen Führerkult mehr betreiben. Als ich mit der „Airforce One“  hier ankam, landete ich auf dem Indira Gandhi Flughafen. Und ich wurde begrüßt, nicht etwa als Sohn meines Vaters, sondern weil ich demokratisch gewählt bin, mein Volk für eine begrenzte Zeitperiode zu führen.

Die nepalesischen Maoisten habe ich angewiesen, ihre Waffen niederzulegen. Sie wissen, daß ich ein Land repräsentiere, in dem die Verfassung jedem das Recht gibt, Waffen zu tragen. Dieses und viele andere Verfassungsrechte stehen jedoch nur auf dem Papier. Die Leute glauben, daß sie Rechte haben, weil sie auf diesem Papierstück abgedruckt sind. Ja, wir haben Demokratie! Das Volk soll im Führerstand stehen. Wofür also eine Verfassung? Um das Volk vor sich selbst zu schützen? Nepal muß unser Konzept von Demokratie übernehmen. Und wenn Sie, der König, das nicht machen, dann übernehme ich das für Sie. Viele Amerikaner glauben, daß wir noch immer keine Demokratie haben. Doch das sind Spinner, um die ich mich nicht kümmere. Nur Spinner glauben an etwas anderes als Demokratie. Ich möchte nicht, daß solche Leute irgend ein Land führen.

”S.Uns ist es gelungen, die Verfassung zu einem Fetzen Papier hinabzudrücken. Und uns ist es ebenfalls gelungen, Geld zu reinen Papierfetzen zu machen. Ist das nicht toll? Wer könnte gegen so ein System sein? Wir brauchen uns nicht um echte Verfassungen oder um echtes Geld kümmern. Wir definieren, was Recht ist und wir definieren, was Geld ist. Und das können wir so machen, weil es uns so paßt. Und wir machen das so, weil wir vom Volk gewählt sind. Könnten wir Volksvertreter nicht machen, was wir wollen, dann würden wir auch nicht die Volksmacht ausüben. Sie müssen diese Staatsform wieder annehmen. Wenn nicht, dann bringe ich Sie dazu! Ich befehlige die größte Militärmacht der Welt und besitze die Notenbank, die dafür bezahlt.

Wo waren wir stehen geblieben? Ach, ja, wir sprachen über Waffen. In meinem Land legen die Leute die Waffen nieder, wenn es die Regierung befiehlt. Das liegt daran, daß die Regierung das Volk ist. Die Regierung, - das sind sie. Wenn ich also den Maoisten befehle, die Waffen niederzulegen, dann tun sie das auch. Sie tun das, so wie die Leute bei uns zu Hause die Waffen niederlegen. So wie die Rebellen im Irak die Waffen niederlegten.

Wie? - - Sie widersprechen mir, meiner Exzellenz? Okay, ein letztes Mal höre ich mit das noch an!

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Sie sagen, die Geschichte habe gelehrt, daß Maoisten und andere Kommunisten nie aufgeben, bevor sie ein maoistisches oder kommunistisches Regierung eingerichtet haben? Und sie behaupten sogar, daß äußerer Druck hin zur Demokratie den Kommunisten schon oft geholfen habe? Nun, ich nehme keine Lehren an, - schon gar nicht von der Geschichte.

Denken Sie doch einmal an mein philosophisches Vorbild und Rollenmodell - Woodrow Wilson. Dieser arrogante Knilch in Wien hat doch tatsächlich Wilsons Vorgänger Teddy Roosevelt gesagt, seine Aufgabe wäre es, seine Völker vor ihren Regierungen zu schützen. Zum Glück nahm sich mein Idol, Rollenmodell und Vorgänger Woodrow Wilson seines Verwandten und Nachfolgers, des Kaisers Karl an. Schutz vor den Regierungen? Das klingt doch wie ein Sack voll Unsinn. Kein Mensch braucht Schutz vor seiner Regierung. Die Regierung schützt die Leute. Und, wenn wir Demokratie haben, dann sind die Leute die Regierung.

”S.Mein Idol und Rollenmodell verschuf uns die besten 100 Jahre der Menschheitsgeschichte. Es handelt sich um Freiheit und Demokratie. Es begann mit 1 ½ Jahren Extra-Krieg, aber, hey, Krieg ist Freiheit. Wilson brachte der Welt Demokratie und Demokratie ist Freiheit. Demokratie ist Frieden und Güte. Das können Sie leicht an der Hamas in Palästina sehen. Manche sagen, daß Demokratie zur Tyrannei führt, doch sie sind nicht im Recht.

Dein Kumpel, der König von Buthan, hat verstanden, wie man sich zu verhalten hat. Er hat verstanden, daß Demokratie das Größte ist, was es je gab und geben wird. Er hat die Wohltaten der Demokratie erfahren. Und er weiß, wie gut es tut, wenn man Freiheit hat, Finanzämter, Eigentumsrechte und weise demokratische Regierungen. Er hat seine Monarchie in eine Repräsentationsmonarchie umgewandelt, in der die Demokraten herrschen. Er ist ein weiser Mann. Sie sollten von ihm lernen und Demokratie in Nepal wiedereinführen. Tun Sie es nicht, bringe ich Sie dazu. Denken Sie darn, daß mein Idol und Rollenmodell ein Kreuzfahrer für die Demokratie war.

Sicherlich haben Sie von Francis Fukuyame und seiner Theorie vom Ende der Geschichte gehört. Diese Theorie ist unantastbar. Sie ist die Wahrheit. Unsere Demokratie ist der Endpunkt der historischen Entwicklung. Es gibt keinen Weg zurück und es gibt auch keine andere Zukunft. Sie wissen wohl, daß sich die Geschichte geradlinig entwickelt. Wir sind auf dem Weg zu immer höherem Fortschritt. Wir kamen aus der Dunkelheit, dort, wo Sie noch sind, hinauf in das strahlende Licht der Demokratie. Und jetzt nähern wir uns dem Endpunkt und ich kann nicht erlauben, daß sie das alles bedrohen. Wenn Sie also nicht das tun, was ich Ihnen sage, dann bringe ich Sie dazu.

 

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