Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die Hirten an der Krippe zu Bethlehem

Passionskantate von Karl Wilhelm Ramler

 

1. Teil

1. Choral: O Jesu parvule

O Jesu parvule,
nach dir ist mir so weh!
Tröst’ mir mein Gemüte,
o puer optime,
durch alle deine Güte,
o princeps gloriae!
Trahe me post te,
trahe me post te!

O Patris caritas,
o nati lenitas,
wir warn all’ verdorben
per nostra crimina,
so hat er uns erworben
coelorum gaudia,
eia, wärn wir da,
eia, warn wir da.

2. Hirtenlied & Accompagnato - (Alt & Tenor):

Hier schläft es, o wie süß!
Hier schläft es, - o wie süß! - und lächelt in dem Schlafe, das holde Kind.
Hier schläft das Kind vom Stamm des Hirten David.
Hier schlaft auf weichem Klee, auf frisch gemähten Blumen der Hirten Gott,
ja, ja, der Hirten Gott!
Bald wird man Ströme Milch auf allen Auen sehen,
wo Lämmer mit den Müttern gehen.
Die Felsen gießen Öl herab,
die gold’nen Ernten brechen aus ungepflügter Erd’ hervor.
Aus hohlen Weiden rinnt Honig in die Flut.
Wenn Tabor sich und Hermon sich in neue Blüten hüllen,
trägt Karmel dort sein Haupt von Früchten schwer empor.
Der Treiber bindet seine Füllen an einen Weinbeerbaum
und wäschet seines Kleides Saum in Traubenblut

3. Aria (Baß): Hirten aus den goldnen Zeiten

Hirten aus den goldnen Zeiten,
blast die Flöten, rührt die Saiten,
Euer Tagewerk sei Freude,
euer Leben sei Gesang!
Gott der Hirten, dessen Macht
aus der Wüste Sin und Kades
einen Garten Gottes macht,
ach, mit welchen Zungen
wird dein Lob gesungen?
Nimm zum Lobe meine Freude,
meine Freude sei mein Dank!

4. Choral: Zwingt die Saiten in Kithara

       Zwingt die Saiten in Kithara
        und laßt die süße Musica
     ganz freudenreich erschallen!
       Daß ich möge mit Jesulein,
dem wunderschönen Bräut’gam mein,
          in steter Liebe wallen!
                   Singet,
                  springet,
                  jubilieret.
                triumphieret,
            dankt dem Herren!
      Groß ist der König der Ehren!

5. Accompagnato (Alt & Baß): Der Löwe wiegt in seinen Klauen

Der Löwe wiegt in seinen Klauen das kleine Lamm;
aus einer Hürde gehn die Kühe, die Löwinnen,
und ihre Jungen spielen drinnen:
denn Schilo weidet, und sein Stab ist sanft,
und seiner Nieren Gurt ist Friede
Die Wagen sind zerbrochen, die Wagen sind verbrannt,
die Schwerter fällen Saaten wieder,
des Kriegeres Lanze steht und wurzelt in das Land
und strebet in die Luft und wird ein Ölbaum wieder
denn Schilo weidet, und sein Stab ist sanft, und seiner Nieren Gurt ist Friede.

6. Duett und Chor (Alt & Baß): Kehre wieder, holder Friede!

Kehre wieder, holder Friede!
Mache doch die Kreatur
wie sie war in Erdens Flur:
Ihrer Zwietracht ist sie müde,
Kehre wieder, holder Friede!
Erd’ und Himmel, sei wie vor,
in des Allerhöchsten Ohr
ein Gesang, ein Chor.

2. Teil

7. a) Choral: Das hat er alles uns getan / Des dank ihm alle Christenheit

Das hat er alles uns getan,
sein groß Lieb zu zeigen an.
Des freu sich alle Christenheit
und dank ihm des in Ewigkeit,
Kyrieleis!

b) Choral

Des dank ihm alle Christenheit
für solch große Güte
und bitt’ um sein’ Barmherzigkeit,
daß er uns fort behüte
für falscher Lehr und bösem Wahn,
da wir vor diesem ingestahn,
er woll uns das vergeben.
Vater, Sohn und heil’ger Geist,
bitten von dir allermeist:
laß uns in Frieden leben.

8. Accompagnato (Baß): Die Pestilenz darf ferner

Die Pestilenz darf ferner nicht in Finsternissen schleichen;
der heiße Mittag tötet nicht und sendet keine Seuchen.
Jehova fähret durch den Himmel und sieht sein seliges Geschlecht.
Unschädlich rollt sein eh’rner Wagen über unsern Häuptern hin,
wir sehen Majestät und sagen: „Im Himmel wird Jehova thronen,
und unser Schilo wird bei seinen Hirten wohnen!“

9. Aria /Tenor: Schönstes Kind aus Juda Samen

Schönstes Kind aus Juda Samen,
wachse bald,
daß es bald ein Himmel werde,
dieses weite Rund der Erde
dein gebenedeites Land!
Lobt, ihr Stummen, hüpft, ihr Lahmen,
wie die Rehe durch den Wald!
Hört, ihr Tauben, unsre Lieder,
Blinde, seht die Schöpfung wieder,
Schmerz und Plage sind verbannt

10. Choral: Wir Christenleut

Wir Christenleut
habn itzund Freud,
weil uns zu Trost ist Gottes Sohn Mensch werden.
Hat uns erlöst,
wer sich des tröst’
und gläubet fest, soll nicht werden verloren.

Hallelujah,
gelobt sei Gott
singen wir all aus unsers Herzens Grunde
denn Gott hat heut
gemacht solch Freud,
der wir vergessen solln zu keiner Stunde

11. Accompagnato (Baß): Ach seht! Das Kind erwacht.

Ach seht! Das Kind erwacht,
es strahlt ein Gott aus seinen Augen.
Ach welch ein Gott! Er tritt auf Magogs Bauch, Blut klebt an seiner Ferse.
Sie stürzen in den Abgrund, die Geister aus der alten Nacht,
der Abgrund schließt sich hinter ihnen: die Welt ist rein, die Schöpfung lacht.
Nein, keinen Erdensohn,
den erstgebornen Gottessohn
hat uns in dieser Mitternacht der oberste der Seraphimen, Eloa, kundgemacht.
Wir lagen schaudernd auf dem Boden: urplötzlich ward es Licht.
Ein ganzes Heer verklärter Himmelssöhne stand auf der Luft und sang:
Vergeß ich dieses Liedes in meinem ganzen Leben,
so müsse meine Zunge an meinem Gaumen kleben.
Stimmt an das Lied der Oberwelt!
Damit es unser Held,
der neugeborne Heiland, höre.

12. Chor

Ehre! Ehre! Ehre!
Ehre sei Gott in der Höhe,
Friede auf Erden und allen Menschen ein Wohlgefallen!

 

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