Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Vorsicht! Monarchiefreunde

Ein Aufsatz von Martin Möller, ca. 2000

Die „Monarchiefreunde“ unterhalten eine Seite, die sich angeblich der „Wiedereinführung einer zeitgemäßen Form der Monarchie“ widmet. Leider handelt es sich bei den Betreibern dieser Seite nicht um „Monarchiefreunde“ sondern um Borussen, die gar nicht wissen, was Monarchie ist und was ihr Wesen ausmacht.

Die Monarchiefreunde sagen: „Hinweisend auf die deutsche Geschichte und monarchische Tradition erstreben wir Monarchiefreunde die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland auf demokratische, rechtsstaatliche Art und Weise.“ Diese Aussage ist völlig verfehlt, eine „Wiedereinführung der Monarchie“ auf „demokratische“ Art und Weise liefe auf eine Verlängerung des Unrechtes in Deutschland hinaus.

Nach der Abschaffung des Nationalsozialismus im Jahre 1945 und des Kommunismus im Jahre 1989 muß auch die dritte Fraktion der staatsfeindlichen Revolutionäre entmachtet werden. Die rechtmäßigen Herrscher in Deutschland müssen wieder in ihr Amt eingesetzt werden. Rechtsstaatlich kann also nur der Abtritt der Demokraten sein, nie und nimmer irgendein Akt, den diese selbst vollziehen.

Vor der verwirrenden Verknüpfung der Adjektive „demokratisch“ und „rechtsstaatlich“ muß dringend gewarnt werden. Auch wenn inzwischen eine Mehrheit der Weltbevölkerung möglicherweise daran glaubt, daß diese Worte irgend etwas miteinander zu tun haben, ist es doch nicht so - nicht im Geringsten. Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind keineswegs eng verwandte oder gar einander bedingende Werte - das genaue Gegenteil ist der Fall - Überall dort, wo Demokraten die Macht ergriffen, haben sie die von der Monarchie her ererbte Rechtsstaatlichkeit sofort erheblich eingeschränkt und oft vollständig abgeschafft. Die angeblichen Monarchiefreunde wollen einen „Kaiser für Deutschland“. Dies wäre ein tatsächlicher Rückschritt in geschichtliche Verirrungen hinein.

Wesen des Kaisertums ist sein universaler Anspruch und die Verbindung des bereits völlig undeutschen Nationalstaatgedankens mit dem Kaisergedanken war eine der größten Verfehlungen, ja ein Frevel an unserer Geschichte. Die Hohenzollern waren niemals „Kaiser“ und sie können es aus verschiedenen Gründen auch nie sein. Es ist zu prüfen, welche Herrschaftsrechte sie überhaupt besitzen, eine angebliche deutsche Kaiserkrone gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Aus den weiteren Postulaten der s.g. „Monarchiefreunde“ geht aber hervor, daß sie ihrem „Kaiser“ nicht einmal die notwendigsten monarchischen Prärogative zustehen, ja, daß sie sogar an dem Unrecht gegenüber den deutschen Monarchen und Herrscherhäusern festhalten wollen. Sie beziehen sich ausdrücklich auf 1871, eines der dunkelsten Jahre der deutschen Geschicht, das eine finstere Periode borussischen Unrechts besiegelte, nachdem sich der Preußenstaat mit den übelen antideutschen und reichsfeindlichen Kräften verbündet hatte und in einem blutigen Krieg seine Vorherrschaft in Norddeutschland rechtswidrig oktroyiert und selbst Bayern in diese unedle Allianz gezwungen hatte.

Daß die „Monarchiefreunde“ sich auf dieses Unrecht berufen, das Deutschland größte Not gebracht hat, disqualifiziert sie vollständig von der geschichtlich notwendigen Aufgabe der monarchischen Erneuerung. Das „Oberhaupt des Hauses Preußen-Hohenzollern“ ist kein „deutscher Thronanwärter“ sondern bestenfalls als „Markgraf von Brandenburg“ anzusehen. Ich darf persönlich als brandenburgischer Untertan vermuten, daß auch dies zu hinterfragen wäre.

Die Monarchiefreunde „akzeptieren das Grundgesetz“ - ich möchte ihre weiteren Bekenntnisse zum brd-Staat hier nicht zitieren. Man lese sich das auf der entsprechenden Netzpräsenz durch. Vielleicht halten sie es für opportun, sich nicht mit diesem „Gesetz“ anzulegen. Das wäre allerdings ein Armutszeugnis. Das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ ist eines der erbärmlichsten Schriftstücke, die jemals als Gesetzestext verfaßt worden sind. Daß die Monarchiefreunde sich als „Bürgervereinigung nach dem Parteiengesetz“ affirmativ bezeichnen, paßt in diesen Rahmen. Die Vorstellung man könne als „Bürgervereinigung nach dem Parteiengesetz“ eine von skrupellosen Verbrechern gestürzte Krone wieder aufrichten, verweise ich in das Reich der Ammenmärchen.

 

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