Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Lothar Groppe - ein falscher Konservativer

Lothar Groppe - ein falscher KonservativerVielen Lesern von www.monarchieliga.de ist die „Kirchliche Umschau“ (KU) ein Begriff, eine verdienstvolle katholische Monatsschrift, die Positionen des glaubenstreuen katholischen Traditionalismus vertritt und die auch in den Meßzentren der Priesterbruderschaft des Heiligen Pius X. (FSSPX) aufliegt.

Die KU bringt gelegentlich Aufsätze von P. Lothar Groppe SJ, die allerdings sehr wenig kirchlichen Sinn beweisen. P. Groppe trägt in seinen Aufsätzen eine Lehre von Staat und Gesellschaft vor, die nicht katholisch ist, sondern auf der Propaganda eines kämpferisch-antichristlichen Liberalismus beruht. Dies plappert Groppe gedankenlos nach, wenn er z.B. schreibt: „Im demokratischen Rechtsstaat, der in sich selbst ein System rechtlicher Abhilfen gegen staatlichen Machtmißbrauch enthält - denken wir an die parlamentarische Opposition, die Kontrolle durch die Massenmedien, die Möglichkeit der Anrufung ordentlicher Gerichte ... .“

Groppe identifiziert sich ohne Einschränkung mit der Ideologie des BRD-Pseudo-Staates, wenn er von „unserer Verfassung“ redet, als einer Verfassung, die mit den Vorgaben der kirchlichen Lehre nicht vereinbar ist und wenn er die längst hundertfach widerlegte Propaganda dieses Staates affirmativ als Tatsache hinstellt. Daß die täglichen Lügereien und Mördereien dieses „Staates“ wohl alles in den Schatten stellen, was man sich je in Deutschland hat vorstellen können, sei hier nur beiläufig angemerkt.

Dies alles wäre Groppes Privatangelegenheit, doch eine Zeitung, die sich „Kirchliche Umschau“ nennt, sollte derartige sachfremde, intellektuell haltlose und zudem der kirchlichen Lehre widersprechende Aussagen nicht unkommentiert stehenlassen oder überhaupt erst veröffentlichen. Die Lehre von der Volkssouveränität, auf der „unsere Verfassung“ beruht, ist von der Kirche verurteilt worden, da sie mit der kirchlichen Lehre unvereinbar ist. Und dies nicht von ungefähr, denn die Lehre von der angeblichen „Volkssouveränität“ ist unmenschlich und zerstörerisch. Der Hl. Vater Papst Pius XI. legte dies in seinem Schreiben „Quas primas“ zur Stiftung des Christuskönigfestes ausführlich dar und schrieb:

„Wenn also die Führer einer Nation ihre Autorität erhalten wollen um den Wohlstand ihrer Länder zu erhalten und zu fördern, dürfen sie die Pflicht der Ehrerbietung und des Gehorsams gegenüber Christus nicht versäumen. Was wir zu Beginn unseres Pontifikats bezüglich der öffentlichen Autorität sagten und dem Mangel an Respekt für dieselbe, ist noch heute genauso wahr wie damals. „Wenn Gott und Jesus Christus“, so sagten wir, „aus dem politischen Leben ausgeschlossen werden, wenn die Autorität nicht von Gott, sondern vom Menschen abgeleitet wird, dann ist die Grundlage der Autorität fortgenommen, denn die Hauptursache der Unterscheidung zwischen Herrscher und Untertan ist eliminiert und die menschliche Gesellschaft wankt ohne sichere und solide Basis zu Grabe.“1

Dieses Zugrabewanken können wir seit der Einführung der Demokratie in Deutschland und namentlich seit Gründung der „BRD“ tagtäglich in erschreckender Weise beobachten.

Bereits der Hl. Vater Pius X., dem die Bruderschaft FSSPX ja durch ihren Namen in besonderer Weise verpflichtet ist, brandmarkte in seinem Schreiben „Notre Charge Apostolique“ die moderne Demokratie als pervers. Seine sachgerechte Verurteilung der Demokratie gründet auf der Verwerfung der Philosophen des 18. Jahrhunderts, der Revolution und des Liberalismus. Pius X. wies in „Notre Charge Apostolique“ darauf hin, daß ein christlich zu nennender Staat auf der Verschiedenheit der sozialen Klassen beruhen müsse, „die mit Sicherheit das Kennzeichen jedes wohlgeordneten Staates ist“; und daß die Gesellschaft nach Gottes Regeln zu gestalten sei. Es sei eine Entartung der Demokratie, wenn sie zur Volkssouveränität schreitet:

„Wir brandmarken eine gewisse Demokratie, die in ihrer Perversität so weit ging, daß sie die Souveränität in der Gesellschaft dem Volke zuspricht und die Beseitigung und Einebnung aller sozialen Klassenunterschiede anstrebt.“

Eben diese Volkssouveränität wurde durch die unselige Novemberrevolution in Deutschland gewaltsam und ohne jede rechtliche Grundlage eingeführt, und sie eint in häßlicher Kakophonie sämtliche Pseudo-Staaten, die sich, von dämonischen Kräften inspiriert, seither in Deutschland gleich giftigen Pilzen ausgebreitet haben. Michael Kardinal Faulgräber kommentierte diesen Vorgang wenige Jahre nach der Revolution zu Recht mit den Worten: „Wo das Volk sein eigener König ist, wird es über kurz oder lang sein eigener Totengräber.“ Diese prophetischen Worte haben sich millionenfach bestätigt und tun es noch heute Tag für Tag. Wir wollen P. Groppe hier nicht über Gebühr an den Pranger stellen. Wir müssen uns aber energisch dagegen verwahren, daß in einer Zeitschrift, die sich „Kirchliche Umschau“ nennt, völlig unkritisch unkirchliche Positionen wiedergegeben werden, als handele es sich um ein beliebiges Profanblatt, in dem jeder schreiben kann, wozu er Lust und Laune hat.

Es ist im übrigen skandalös, die Hingerichteten des Widerstandes im „Dritten Reich“ als zum Schweigen gebrachte Zeugen für Groppes demokratisch-liberalistische Positionen zu mißbrauchen. Die Widerständler im weiland „Dritten Reich“ hatten ihre üblen Erfahrungen mit der „Weimarer Republik“ gemacht und standen gesellschaftspolitisch in größter Distanz zum parlamentarisch-demokratischen System. Fast alle Mitglieder der diversen Widerstandskreise lehnten den parlamentarischen Parteienstaat ab (fast möchte man sagen, sogar die Kommunisten). Jeder von ihnen, selbst ein Julius Leber, würde heute als Rechtsradikaler außerhalb des Verfassungsbogen stehen und wie Martin Hohmann selbst aus einer „CDU“ ausgeschlossen werden. Es ist eine der üblichen bösartigen Frechheiten des BRD-„Staates“, daß er den „antifaschistischen“ Widerstand ehrt, die Träger seiner Ideale aber verfolgt. Inzwischen geht dieser „Staat“ mehr und mehr dazu über, auch die Märtyrer des Widerstandes zu diffamieren, wie die jüngste Hetzkampagne gegen die „Weiße Rose“ zeigt. Und dies war nicht die erste derartige Hetzkampagne dieser Art.

Die Widerständler nicht nur der „Weißen Rose“ standen für einen christlichen Staat, in dem eine klare Autorität, sei sie monarchischer, sei sie aristokratischer, sei sie ständischer Art, den christlichen Staat verkörpert. Der Pommer Kleist-Schmenzin vertrat als Monarchist im Gegensatz zu Groppe die wahrheitsgemäße christliche Lehre, und er vertat diese Lehre mutig vor Freisler: „Jawohl, ich habe Hochverrat betrieben seit dem 30. Januar 1933, immer und mit allen Mitteln. Ich habe aus meinem Kampf gegen Hitler und den Nationalsozialismus nie ein Hehl gemacht. Ich halte diesen Kampf für ein von Gott verordnetes Gebot. Gott allein wird mein Richter sein.“ Kleist-Schmenzin ist als Monarchist Zeuge dafür, daß der Widerstand gegen den Nationalsozialismus nicht nur aus christlichen Quellen schöpfte, sondern daß er für den christlichen Staat und gegen die unchristliche, gegen die antichristliche Liberaldemokratie einstand.

Groppes Behauptung, in der Demokratie würden nur „potentielle Anarchisten“ ein Widerstandsrecht fordern und ein solches wäre auch obsolet, da es in der BRD ja eine „Opposition“ im Parlament gäbe, ist so albern und haltlos, daß man nicht glauben kann, daß sie von einem Priester dahingeschrieben wurde. Weil es „eine Opposition im Parlament“ gibt, soll ich hinnehmen, daß täglich tausend Kinder in Abtreibungskliniken abgeschlachten lassen, weil es „eine Opposition im Parlament“ gibt, soll ich dulden, daß Kinder in öffentlichen Zwangsschulen mit Pornographie und Perversion vertraut gemacht werden, weil es „eine Opposition im Parlament“ gibt, soll ich kirchenfeindliche Hetze und Propaganda dulden?

Diesen Zustand beschreibt P. Groppe als „geordnetes Miteinander im Staat“. Niemand verlangt von P. Groppe den Mut, den seine Vorfahren, wie er unermüdlich wiederholt, gezeigt haben. Wenn er aber nicht bereit oder in der Lage ist, dem Bösen zu widerstehen, möge er schweigen und uns mit seinem Geschreibsel verschonen. Verantwortlich für die Veröffentlichung seiner verwirrten Aussagen bleibt aber die „Kirchliche Umschau“. Es kann nicht sein, daß hier unkirchliche Positionen als kirchliche ausgegeben werden und auf diese Weise suggeriert wird, der Zustand des entfesselt-Dämonischen, den der „BRD-Staat“ repräsentiert, sei mit den kirchlichen Nomen von Staat und Gesellschaft vereinbar.

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