Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Brief an Herrn Dr. theol E. M.

Im aktuellen „Erbe und Auftrag“ finde ich zu meinem größten Erstaunen wiederum einen Aufsatz von Ihrer Hand, der völlig unhaltbare Behauptungen enthält. Nachdem Ihre Argumente bereits vielfach vollinhaltlich widerlegt worden sind, ist es gelinde gesagt eine Zumutung,  sie wieder vorgelegt zu bekommen. Es zeugt von wenig intellektueller Redlichkeit, wenn man geschlagen das Feld räumen muß und alsdann die gleiche Dürftigkeit schlichteren Gemütern wie den Herausgebern von „Erbe und Auftrag“ andreht.

Es ist nicht nur frech, sondern geradezu unverschämt, wenn Sie behaupten „heute ist unstrittig, daß kein aufgeklärter und gerechter Staat am Parlamentswesen vorbeigehen kann“. Wie Sie auf diese Idee kommen, wissen Sie wahrscheinlich selbst nicht, es ist auch völlig unverständlich, da allein die akademische antiliberal-parlamentarische Literatur jährlich so umfangreich ist, daß sie nur von Spezialisten verfolgt und rezipiert werden kann. Ich nenne nur das Buch des amerikanischen Professors der Wirtschaftswissenschaften Hans-Herman Hoppe, der auf wirtschaftswissenschaftlicher Grundlage dem Parlamentarismus ein vernichtendes Zeugnis ausstellt. Unstrittig? Ihre Aussage ist unwahr, um nicht deutlicher zu werden.

Ich fordere Sie auf, ihre falsche Aussage unverzüglich zu revidieren!

Daß Sie selbst ein schlechtes Gewissen bei ihren phantastischen Aussagen haben, geht aus Ihrer grämlichen Forderung hervor „dies bedarf nicht immer wieder der neuerlichen Anfrage“. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß Sie nicht in der Lage sind, den Geist auszulöschen. Ihre Vorstellung, die destruktive, diabolische Demokratie würde nicht mehr in Frage gestellt, ist albern und sinnlos.

Der Rest Ihres Aufsatzes ist so verwirrt, daß man kaum ermitteln kann, was sie überhaupt wollen. „Das Parlament mit allen Funktionen der Gesellschaft“ - was darf man sich darunter wohl vorstellen? Es erinnert doch sehr an einen Obersten Sowjet, der Ihnen vorzuschweben scheint. In die gleiche Richtung geht ihre grauenhafte Idee einer parlamentarischen Judikative und Exekutive. Die „wissenschaftliche“ Lenkung der Geschicke des Volkes wird auch derzeit bereits vom herrschenden Parlamentarismus praktiziert, mit herrlichen Ergebnissen. Was fehlt Ihnen denn überhaupt am derzeitigen System? Glauben Sie wirklich, ein Monarch unter den derzeitigen parlamentarischen Bedingungen könne „Garant“ oder auch nur „festes Symbol“ für irgend etwas sein? Dies ist offensichtlich eine behandlungsbedürftige Wahnvorstellung, denn die super-parlamentarischen Monarchien wie Schweden oder Belgien weisen dieselben und schlimmere gesellschaftliche Zerstörungsphänomene auf wie die nichtmonarchischen Demokratien.

Ihre Frechheit, die deutsche Kaisertradition für ihr abscheuliches Zerstörungsprogramm in Anspruch zu nehmen, kommt bei den Borussen bestimmt an, in seiner Lügenhaftigkeit ist es aber bereits gescheitert und ein zweites Scheitern dieser Art wäre für unser geschundenes Deutschland keinesfalls wünschenswert.

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