Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

  Gebet für ein christliches Deutschland
  Heimseite
  Reichspsalterion
  Das Monarchieforum
  Bibliographien
  J. S. Bach
  Dichtungen
  Geistliche Texte
  Kontakt
  Zum Gästebuch

   Archiv |   Kuehnelt-Leddihn |   Die Weisse Rose  |   Kirchliche Lehre |   Imperialgeschichte |   Imperialverfassung |   Russland

Der Diener Gottes Kaiser Karl

wurde am 17. August 1887 zu Persenbeug geboren, 1911 vermählte er sich mit Prinzessin Zita von Bourbon-Parma (gest. 1989). Diese Ehe wurde von Gott mit acht Kindern gesegnet. Am 21. November 1916, am Feste Mariä Opferung - alle wichtigen Daten in seinem Leben waren mit Marienfesten verbunden - wurde der Diener Gottes Karl in schwerster Zeit Kaiser von Österreich, und am 30. Dezember 1916 wurde er in Budapest zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt.

Verkannt selbst von den Verbündeten, weil seine Politik eine weit vorausschauende und zukunftsweisende war - so seine Bemühungen um den Frieden und die föderative Neugestaltung des Reiches -, wurde er schließlich verraten und im Stich gelassen von engsten Mitarbeitern. Er stand am Ende des 1. Weltkriegs mit wenigen Getreuen alleine da, doch ungebrochen in seinem Sendungsbewußtsein, fest im Vertrauen auf Gott und ergeben in den göttlichen Willen. Auch an Kaiser Karl erfüllte sich das Wort des Johannesprologs: Er kam in sein Eigentum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf.

Aus seiner Heimat vertrieben, ohne auf den Thron verzichtet zu haben - denn nach seiner Überzeugung kann ein Herrscher niemals abdanken -‚ fern von seinem Privatbesitz und aller irdischen Sicherung beraubt, durch Lügen und Verleumdungen geschmäht, starb er am 1. April 1922 mit 35 Jahren in der Verbannung auf der Insel Madeira in Gegenwart und Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes mit den Worten: „Dein Wille geschehe.“

Wie kaum ein anderer Mensch wurde er verleumdet und gelästert. Allen von Herzen verzeihend brachte er nach dem Vorbild seines Meisters in der Verbannung auf Madeira sein junges Leben Gott dem Vater für die hl. Kirche und seine Völker zum Opfer dar. Gottes Fügung läßt nun die Tugenden seines Dieners immer heller erstrahlen und immer mehr Menschen sein Charakterbild erkennen. Vom heiligmäßigen Sterben Kaiser Karls angefangen bis zum heutigen Tag nahmen zahlreiche Bedrückte und Leidende ihre Zuflucht zu ihm, und viele, oft auffallende Gebetserhöhrungen waren die Frucht dieser Anrufungen.

Ihre Gebete und Opfer erlangten von Gott die Gnade, daß der Seligsprechungsprozeß des Dieners Gottes Kaiser Karl im Jahre 1949 eingeleitet wurde.

Der hl. Plus X. prophezeite über Kaiser Karl:

„Er wird seinen Völkern zum Heil sein, aber erst nach seinem Tode“.

Der Kaiser im Dienst des universalen Königtums Jesu Christi. Bilderklärung

Im Jahre 1806 wurde das Heilige Römische Reich, das 1000 Jahre Bestand hatte, von Kaiser Franz II. unter dem Druck der Zeitverhältnisse für erloschen und aufgelöst erklärt. Papst Pius VII. hingegen hat die Rechtsgültigkeit dieser Erklärung bestritten, weil der Kaiser nur persönlich auf die Krone verzichten könne, daraus aber nicht folge, daß eine religiöse, ideele Realität wie die des Hl. Römischen Reiches „nicht mehr existiere“. Das Hl. Römische Reich war das entscheidende gesellschaftliche und staatliche Formprinzip der abendländischen Christenheit, nämlich als das Bündnis zwischen Reich und Kirche, das Karl der Große erstmals eingegangen war. Dieses Reich als Universalmonarchie war dazu bestimmt, der Christenheit die Staatsform zu geben, die als Königtum Unseres Herrn Jesus Christus auf Erden dem Evangelium am besten entsprechen kann. Vor allem sei daran erinnert, daß die Monarchie jene einzige politische Institution ist, die ihre Heiligung seitens der Kirche durch einen feierlichen religiösen Akt erfährt: Krönung und Salbung mit heiligem Öl. Durch das Gottgnadentum im Akt der Weihe wurde der Herrscher zu einer geheiligten Person, er stand im Dienste des universalen Königtums Jesu Christi als Wahrer der Rechte Gottes in der Welt; ferner verkörpert er auf mystische Weise das Ganze des Volkes und die moralischen Prinzipien, auf denen die Grundfesten des Staates beruhen, nämlich die Gerechtigkeit als irdische Darstellung göttlicher Autorität und Macht, und in deren Verwirklichung soziale und völkische Eintracht.

Das Reich war die Hinordnung der Gesellschaft auf Gott, eine übernationale Staats- und Kulturgemeinschaft vieler Völker, geeint in der Person des Kaisers, eine der edelsten und vollkommensten Organisationsformen, die jemals auf dieser Erde wirksam geworden sind. Der Herrscher als Gesalbter ist der Vertreter göttlicher Macht auf Erden und dem Königtum Christi durch die kirchliche Salbung ähnlich gemacht. Alle Handlungen Kaiser Karls waren von dem Wissen um diese tieferen Zusammenhänge bestimmt, werden uns durch dieses Wissen verständlich. Sein ganzes Leben beweist und bestätigt die Idee des christlichen Kaisertums. Ausdruck dieser Staatsauffassung ist die Kaiserkrone des Hl. Römischen Reiches, die die persönliche Krone Ottos des Großen war.

Die Reichskrone

Die Krone ist zusammengefügt aus 8 Goldplatten, geziert mit denselben Edelsteinen und Perlen, aus denen die Grundsteine der Stadtmauer und die Tore der himmlischen Stadt Jerusalem in der Apokalypse des hl. Johannes (Kap. 21) bestehen, wie auch die Zahl 8 symbolisch die Vervollkommnung der Natur durch die Gnade bedeutet.

Die Krone drückt aus, daß alle legitime Macht göttlichen Ursprungs ist und daß der christliche Herrscher den Sendungsauftrag hat, seine Völker schützend der Kirche und so Gott zuzuführen. Diese gottgegebene Sendung stellen besonders deutlich die 4 Bildtafeln dar. Eine Platte zeigt König David, der das Spruchband mit der Aufschrift trägt: Der ehrbare König liebt den Rechtsspruch (Ps. 98,4). Die andere stellt König Salomon dar; über dem Herzen trägt er das Schriftband: Fürchte den Herrn und meide das Böse (Spr. 3,7). Die dritte Platte bildet König Ezechias dar, dem der Prophet Jsaias den Gnadenschutz Gottes zusichert: Wohlan, ich will zu deinen Lebenstagen noch 15 Jahre hinzufügen (Jes. 38,5). Schließlich erscheint auf der 4. Platte die Majestät Gottes, wie sie Isaias geschaut hat, mit der Schrift: Durch mich regieren die Könige (Spr. 8,13). Über der Stirnplatte mit den 12 Steinen, den sinnbildhaften Grundsteinen des himmlischen Jerusalem, des neuen Israel, steht das Kreuz: Christus ist König über allem, denn Er muß herrschen (1. Kor 15,25). Als Theologe der Reichskrone ist mit guten Gründen der hl. Bischof Konrad von Konstanz anzusehen (gest. 975).

Ja, der Kaiser steht im Dienste des Christkönig, auf daß Unser Herr Jesus Christus herrsche über die Gesellschaft, in unseren Familien, Sein Gesetz überall herrsche. So hält er in der Rechten das Reichsschwert als Ausdruck der Herstellung und Wahrung von Recht, Ordnung, Friede und Schutz des Glaubens. Beim Hochamt des Papstes in St. Peter zu Rom sang der Kaiser einst, bekleidet mit dem Ornat und erhobenem Schwert, als Diakon das Evangelium. Der Kaiser als Vogt der hl. Kirche übt so das Josephsamt aus: Die Aufgabe des Beschützers der Kirche, so wie der hl. Joseph die hl. Familie beschützt und besorgt hat. Diese feste innere Haltung und das Bewußtsein seiner Sendung durch Gott waren im Diener Gottes, Kaiser Karl von Osterreich, lebendig. Denn das Hl. Römische Reich wurde in der Donaumonarchie, der habsburgischen österreichischen Monarchie mit ihren vielen Völkern und Ländern, als christliche Universalmonarchie rechtsgültig fortgesetzt, zum Schutz des Glaubens der Kirche und der Völker. Christliche Politik verstand er als Nachbilden des himmlischen Jerusalem und damit als Verwirklichung des Gottesstaates. Dies begriff er als religiös-sittliche Leistung eines Herrschers, als sein gelebtes Christentum.

Der Leidensweg Kaiser Karls bestand darin, daß seine Anschauungen und Ideale nur von wenigen Zeitgenossen geteilt wurden. Selbst seine Friedensmission wurde von den Feinden verachtet und von den Alliierten verleumdet. Die Folge war, daß der 1. Weltkrieg bis zu seinem bitteren Ende geführt, und daß der Zusammenbruch besiegelt wurde. So wurde er ein Opfer der gottfernen Zeit und hatte letztlich von Gott her die Bestimmung, sein Opfersein zu tragen mit Stärke und Geduld in der Nachfolge Jesu Christi, des Königs Israels. Gerade darin aber enthüllt sich aufs neue der tiefe Sinn des christlichen Kaiser- und Königtums. Denn jeder christliche Herrscher muß seiner hohen Mission entsprechend in einem ihm zugeteilten Maß Opfer werden. In Erfüllung seiner katholischen Kaisermission starb der tapfere und edle Kaiser von Osterreich und gekrönte apostolische König von Ungarn den Opfertod in der Verbannung.

Das Hl. Römische Reich und seine Krone ist aber eine ideelle und religiöse Realität, die in Gott ist und zu allen Zeiten Gültigkeit hat, wenn sie auch zur Zeit nicht verwirklicht ist. Sie kann aber Wirklichkeit werden, wenn Gott es fügt. Kaiser Karl stand ganz und gar in diesem geistigen Erbe des Reiches und deshalb tragen Engel über seinem Haupt wirkkräftig die Reichskrone, die ihm gebührt als geistlichem und ideellem Kaiser des Hl. Römischen Reiches. So ist er am Throne Gottes ein mächtiger Fürbitter für die Erneuerung des christlichen Abendlandes. Wenden wir uns vertrauensvoll an ihn in all unseren persönlichen Anliegen und den großen Anliegen der Kirche und Gesellschaft. Beten wir in diesem Sinn um seine Seligsprechung.

Aussprüche Kaiser Karls in der Todeskrankheit:

„Ich muß so viel leiden, damit Meine Völker sich wieder zusammenfinden.“

„Wenn man den Willen Gottes kennt, ist alles gut.“

„Mein ganzes Bestreben ist immer, den Willen Gottes in allen Dingen möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das Vollkommenste.“

Allmächtiger Gott!

Von Ewigkeit her hast Du Deinen Diener Karl zur Würde eines Herrschers und zum Vater vieler Völker erkoren und ihn durch den königlichen Weg des Kreuzes ausgezeichnet. Laß uns nach dem Vorbild Deines Dieners Karl von Osterreich bestrebt sein, Deinen Willen immer klarer zu erkennen und aufs Vollkommenste zu erfüllen und gib uns die Gnade, daß wir durch das Beispiel seiner Tugenden unsere Herzen immer mehr nach dem heiligsten Herzen Deines vielgeliebten Sohnes bilden. Durch denselben Jesus Christus unseren Herrn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Hl. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Mit Druckerlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariates Wien vorn 27. November 1963 und Fb. Gurker Ordinariat am 31. Oktober 1947. Kadras, Generalvikar.

Fürbitte

Diener Gottes Kaiser Karl, du warst ein vorbildlicher Bekenner deines katholischen Glaubens und hast den Armen, Schutzlosen und Bedrängten immer sofort geholfen, wenn sie dir begegnet sind.
Viele verehren dich wegen deines heiligmäßigen Lebens und Sterbens. Oft haben sie durch deine Fürbitte bei Gott rasche Hilfe im Elend erfahren.
Ich bitte dich innig, hilf auch mir durch deine Fürbitte beim dreieinigen Gott in meinem Anliegen.
Ich werde mich auch erkenntlich zeigen und dich in meiner Umgebung bekannt machen.

Vater unser.

Gegrüßet seist du Maria.

Ehre sei dem Vater.

 

Kostenlose Nachbestellung des Bildchens: Priorat St. Athanasius Stuttgarter Str. 24 70469 Stuttgart
Bild: Kaiser Karl I. von Österreich im Ornat der Kaiser des Ht. Röm. Reiches, pinxit: Magister Heimo Pachlatko.

Zum Archiv der Monarchieliga

Geschichte des Imperiums

Zur Heimseite der Monarchieliga