Folgender Text Dávilas, der als „implizierter
Text“ seiner Scholien verstanden werden kann, beschreibt die
Demokratie:
Die Demokratie ist eine anthropotheistische Religion. Ihr Prinzip
ist eine Option religiösen Charakters, ein Akt, in dem der
Mensch den Menschen wie Gott annimmt. Ihre Doktrin ist eine Theologie
des göttlichen Menschen, ihre Ausübung ist die Verwirklichung
dieses Prinzips im Verhalten, in den Institutionen und in den Werken.
Die Göttlichkeit, die die Demokratie den Menschen verleiht,
ist keine rhetorische Figur, kein poetisches Bild, keine unschuldige
Hyperbole, sondern strikte theologische Definition.
Die Demokratie ist atheistisch weil sie es unmittelbar nötig
hat, daß es Gott nicht gibt. Wenn es Gott gäbe, wäre
der Mensch seine Kreatur. Die Demokratie muß an den Fortschritt
glauben um dem Menschen zu versichern, daß sie das Universum
verändern kann und es schaffen wird, es nach Maßgabe
ihrer Vorstellungen zu gestalten.
Die Demokratie muß für universellen Determinismus eintreten,
denn wenn weder Welt noch Gesellschaft noch Individuum auf schlichte
kausale Konstanten reduzierbar sind, ist auch der hartnäckigste,
intelligenteste und methodischste Eifer angesichts der unerforschlichen
Natur der Dinge, der kaum zu vermutenden Geschichte der Gesellschaften
sowie der unvorhersehbaren Entscheidungen des menschlichen Bewußtseins
zum Scheitern verurteilt. Die totale Freiheit des Menschen setzt
ein versklavtes Universum voraus.
Mit
der Vokabel „Demokratie“ bezeichnen wir weniger einen
politischen Fakt als eine metaphysische Perversion.
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