Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die Gesichter der „Germania“

Vom großen amerikanischen Monarchisten Joseph Crisp

Links die Germania von Kaulbach, - stolze, finstere Kriegerin, an das Mittelalter gemahnend, im bewußten Anklang an das Erste Reich, das Heilige Römische Reich und rechts wiederum die Germania nach dem Versailler Diktat, das den Ersten Weltkrieg beendete – entkleidet, der Krone beraubt, vergewaltigt und gebunden, hilflos angesichts der sich nähernden Wölfe. Das traurige Bild kann gewissermaßen auf ganz „Europa” übertragen werden. Kaum ein Land der Welt kann als unwichtig angesehen werden,  doch Deutschland bleibt einzigartig in seiner zentralen Bedeutung für Europa, so lange es dieses gibt.

Lange waren die Deutschen als finsteres Kriegervolk bekannt und sie erwarben sich diesen Ruf auch durch den überwältigenden Sieg über die Römischen Legionen, den sie unter Hermann dem Cherusker [1] errangen, einem Sieg, der selbst den großen Kaiser Augustus in verzweifelte Trauer versetzte und ihn davon abhielt, weiter in deutsches Gebiet hinein vorzustoßen. Germania wurde nie von den Römern erobert und spielte schließlich eine Schlüsselrolle beim Fall des Römerreiches, Jahrhunderte, bevor es zum christlichen Glauben bekehrt wurde.

Als die Germanen Christen waren, wurden sie in vielerlei Hinsicht das befestigte Bollwerk der Christenheit. Das Heilige Römische Reich der deutschen Stämme und des Deutschen Königs wurde der Meister und der Wächter der Kirche unter so legendären Kaisern wie Otto dem Großen,  Heinrich II., dem Heiligen, Maximillian I., Karl V. und Ferdinand II. Natürlich war Österreich damals Teil „Germaniens” und alle Deutschsprechenden waren in Sprache und Glauben geeint. Dieses Erste Deutsche Reich war ein Reich dezentralisierter Macht, mit unzähligen selbstverwalteten Grafschaften, Fürstentümern, Königreichen und selbst etlichen Republiken. Die militärische Tapferkeit der Deutschen leitete dann allerdings ihren Niedergang ein. Die Reformation führte zudem zur Aufklärung hin und somit zur Französischen Revolution, die das bereits beschädigte Heilige Römische Reich und die Ära der deutschen Einheit vollends zertrümmerte. Der Verlust der religiösen Einheit erscheint als Vorspiel zu diesen Ereignissen.

Die Französische Revolution mit ihrer Betonung des Nationalismus und der Massenpolitik ramponierte „die Deutschlands“ erheblich und führte indirekt zur pangermanischen Bewegung. Die preußischen Könige waren trotz all ihrer Fehler im Grunde konservativ genug um die Gefahren dieser Bewegung zu erkennen und zögerten, die Bestrebungen nach liberal-demokratischer Einigung zu unterstützen. Selbst 1871, als der ränkevolle Bismarck am Ruder war, zögerte König Wilhelm I. den Kaisertitel anzunehmen, da er wußte, daß der Titel dem Erzhaus zukommt und daß er nicht mit den protestantischen Traditionen zu vereinbaren ist. Es kam dann doch zur Annahme des Titels, doch lautete dieser „Deutscher Kaiser“ und nicht „Kaiser von Deutschland“. Das war ein vorsätzlicher Versuch die katholische Kaisertradition nachzuäffen, ähnlich ist die Einführung des Begriffes „Zweites Reich“ zu werten, während das heidnische „Dritte Reich“ als ausgesprochen sakrilegisch zu werten ist. Der früh verstorbene Kaiser Friedrich III. erwog gar, sich Friedrich IV. zu nennen (als Nachfolger des römischen Kaisers Friedrich III. [von der Steiermark]), doch reihte er sich schließlich in die Tradition der preußischen Könige ein.

Über seinen Sohn Wilhelm II. ist viel negative Propaganda betrieben worden und seine Auffassung von Ehrlichkeit bewog ihn manches zu sagen, was nicht sehr klug war, doch war er kein schlechter Mensch. Er machte gelegentlich Scherze über Katholiken, doch stand er in Opposition zur antikatholischen Politik Bismarcks und entließ ihn schließlich, er besuchte den Papst einige Male, war großer Fan katholischen Prunks und verbündete sich mit Österreich, das dringend auf Hilfe gegen seine mächtigen Feinde angewiesen war (Italien, Rußland, Serbien). Wichtig ist auch, daß sich Wilhelm II. trotz aller Fehler und Irrtümer als Monarch von Gottes Gnaden sah, Gott vor allen anderen verantwortlich und stets der hohen Bedeutung des Königtums eingedenk. Er versuchte ein Gefühl der kulturellen Verbindung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu gestalten, das die große Zeit deutscher Riterlichkeit symbolisierte. Der Verlust seines Thrones war eine Katastrophe, nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt.

Das Regime Hitlers ist inzwischen „zu Tode abgehandelt” worden, doch verstehen viele nicht, daß Hitler viel eher ein nationaler Sozialist war als ein „Faschist“, wie er oft bezeichnet wird. Die absolute Verderbtheit des Nazitums kann nicht übertrieben werden. Das einzig Gute, was Hitler tat, und dies auch nur, weil es seinen damaligen aktuellen Interessen entsprach, war die Zerstörung des Kommunismus in Deutschland und die Unterstützung Francos im Bürgerkrieg. Im Ganzen aber zerstörte er alles, was er berührte. Selbst die Herrschaft Mussolinis in Italien war nicht schlecht, bis sie von Hitler abhängig wurde. Obwohl man Hitler oft einen Extremkonservativen nannte, war er nichts weniger als dieses. Er erlernte die politische Theatralik von den Kommunisten, wollte die Klassenunterschiede abschaffen und unterdrückte Konservative und Monarchisten.

Bedauerlicherweise steht das heutige Deutschland, trotz guter Ansätze unter Adenauer, vollständig unter dem verderblichen Einfluß des Säkularismus und hat sich dem Sozialismus und der europäischen Pseudo-Einheit zugewendet, die nicht auf Christus und Kaiser basiert, sondern aufdem säkularen, materialistischen Humanismus antichristlicher und antieuropäischer Tradition. Nur die Zeit wird enthüllen, ob dieser Trend gestopt werden kann  und ob Germanien wieder zu altem Glanze gelangen wird.



[1] in angelsächsischen Ländern bekannt als „Herman the German“

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