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Links die Germania von Kaulbach,
- stolze, finstere Kriegerin, an das Mittelalter gemahnend, im bewußten
Anklang an das Erste Reich, das Heilige Römische Reich
und rechts wiederum die Germania nach dem Versailler Diktat,
das den Ersten Weltkrieg beendete – entkleidet, der Krone beraubt,
vergewaltigt und gebunden, hilflos angesichts der sich nähernden
Wölfe. Das traurige Bild kann gewissermaßen auf ganz „Europa” übertragen
werden. Kaum ein Land der Welt kann als unwichtig angesehen werden,
doch Deutschland bleibt einzigartig in seiner zentralen Bedeutung
für Europa, so lange es dieses gibt. |
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Lange waren die Deutschen als finsteres Kriegervolk bekannt und
sie erwarben sich diesen Ruf auch durch den überwältigenden Sieg
über die Römischen Legionen, den sie unter Hermann dem Cherusker
[1]
errangen, einem Sieg, der selbst den großen Kaiser Augustus
in verzweifelte Trauer versetzte und ihn davon abhielt, weiter in
deutsches Gebiet hinein vorzustoßen. Germania wurde nie von
den Römern erobert und spielte schließlich eine Schlüsselrolle beim
Fall des Römerreiches, Jahrhunderte, bevor es zum christlichen Glauben
bekehrt wurde.
Als die Germanen Christen waren, wurden sie in vielerlei Hinsicht
das befestigte Bollwerk der Christenheit. Das Heilige Römische
Reich der deutschen Stämme und des Deutschen Königs wurde
der Meister und der Wächter der Kirche unter so legendären Kaisern
wie Otto dem Großen, Heinrich II., dem Heiligen, Maximillian
I., Karl V. und Ferdinand II. Natürlich war Österreich damals Teil
„Germaniens” und alle Deutschsprechenden waren in Sprache und Glauben
geeint. Dieses Erste Deutsche Reich war ein Reich dezentralisierter
Macht, mit unzähligen selbstverwalteten Grafschaften, Fürstentümern,
Königreichen und selbst etlichen Republiken. Die militärische Tapferkeit
der Deutschen leitete dann allerdings ihren Niedergang ein. Die
Reformation führte zudem zur Aufklärung hin und somit zur Französischen
Revolution, die das bereits beschädigte Heilige Römische Reich und
die Ära der deutschen Einheit vollends zertrümmerte. Der Verlust
der religiösen Einheit erscheint als Vorspiel zu diesen Ereignissen.
Die Französische Revolution mit ihrer Betonung des Nationalismus
und der Massenpolitik ramponierte „die Deutschlands“ erheblich und
führte indirekt zur pangermanischen Bewegung. Die preußischen Könige
waren trotz all ihrer Fehler im Grunde konservativ genug um die
Gefahren dieser Bewegung zu erkennen und zögerten, die Bestrebungen
nach liberal-demokratischer Einigung zu unterstützen. Selbst 1871,
als der ränkevolle Bismarck am Ruder war, zögerte König Wilhelm I.
den Kaisertitel anzunehmen, da er wußte, daß der Titel dem Erzhaus
zukommt und daß er nicht mit den protestantischen Traditionen zu
vereinbaren ist. Es kam dann doch zur Annahme des Titels, doch lautete
dieser „Deutscher Kaiser“ und nicht „Kaiser von Deutschland“. Das
war ein vorsätzlicher Versuch die katholische Kaisertradition nachzuäffen,
ähnlich ist die Einführung des Begriffes „Zweites Reich“ zu werten,
während das heidnische „Dritte Reich“ als ausgesprochen sakrilegisch
zu werten ist. Der früh verstorbene Kaiser Friedrich III. erwog
gar, sich Friedrich IV. zu nennen (als Nachfolger des römischen
Kaisers Friedrich III. [von der Steiermark]), doch reihte er sich
schließlich in die Tradition der preußischen Könige ein.
Über seinen Sohn Wilhelm II. ist viel negative Propaganda betrieben
worden und seine Auffassung von Ehrlichkeit bewog ihn manches zu
sagen, was nicht sehr klug war, doch war er kein schlechter Mensch.
Er machte gelegentlich Scherze über Katholiken, doch stand er in
Opposition zur antikatholischen Politik Bismarcks und entließ ihn
schließlich, er besuchte den Papst einige Male, war großer Fan katholischen
Prunks und verbündete sich mit Österreich, das dringend auf Hilfe
gegen seine mächtigen Feinde angewiesen war (Italien, Rußland, Serbien).
Wichtig ist auch, daß sich Wilhelm II. trotz aller Fehler und
Irrtümer als Monarch von Gottes Gnaden sah, Gott vor allen anderen
verantwortlich und stets der hohen Bedeutung des Königtums eingedenk.
Er versuchte ein Gefühl der kulturellen Verbindung zum Heiligen
Römischen Reich Deutscher Nation zu gestalten, das die große Zeit
deutscher Riterlichkeit symbolisierte. Der Verlust seines Thrones
war eine Katastrophe, nicht nur für Deutschland, sondern für die
ganze Welt.
Das Regime Hitlers ist inzwischen „zu Tode abgehandelt” worden,
doch verstehen viele nicht, daß Hitler viel eher ein nationaler
Sozialist war als ein „Faschist“, wie er oft bezeichnet wird. Die
absolute Verderbtheit des Nazitums kann nicht übertrieben werden.
Das einzig Gute, was Hitler tat, und dies auch nur, weil es seinen
damaligen aktuellen Interessen entsprach, war die Zerstörung des
Kommunismus in Deutschland und die Unterstützung Francos im Bürgerkrieg.
Im Ganzen aber zerstörte er alles, was er berührte. Selbst die Herrschaft
Mussolinis in Italien war nicht schlecht, bis sie von Hitler abhängig
wurde. Obwohl man Hitler oft einen Extremkonservativen nannte, war
er nichts weniger als dieses. Er erlernte die politische Theatralik
von den Kommunisten, wollte die Klassenunterschiede abschaffen und
unterdrückte Konservative und Monarchisten.
Bedauerlicherweise steht das heutige Deutschland, trotz guter Ansätze
unter Adenauer, vollständig unter dem verderblichen Einfluß des
Säkularismus und hat sich dem Sozialismus und der europäischen Pseudo-Einheit
zugewendet, die nicht auf Christus und Kaiser basiert, sondern aufdem
säkularen, materialistischen Humanismus antichristlicher und antieuropäischer
Tradition. Nur die Zeit wird enthüllen, ob dieser Trend gestopt
werden kann und ob Germanien wieder zu altem Glanze gelangen wird.
[1]
in angelsächsischen Ländern bekannt als „Herman the German“
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