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Die Römisch-Katholische KircheIn der Kirche herrscht seit Jahrzehnten Sedisvakanz des Heiligen Stuhles. Diese Einsicht ist der Schlüssel zum Verständnis der Kirchenkrise.
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Malachi Martin und der „Innere Feind“Ein kenntnisreicher Romanschriftsteller behauptete teuflische Kabalen innerhalb des Vatikans. Was ist wahr daran? Von denjenigen, die den Vatikan angeklagt haben, satanistisch infiltriert zu sein, war niemand so prominent wie der 1999 verstorbene oder ermordete Malachi Martin. Der Experte der Schriftrollen des Toten Meeres schrieb auch über Themen wie Teufelsaustreibung, Kirchengeschichte und moderne Geopolitik. Von 1958 bis 1964 wirkte Malachi Martin in Rom als Jesuitenpriester, wo er ein enger Mitarbeiter von Kardinal Augustin Bea war, für den er auch viele sensible Aufträge erledigte. Später wurde er auf eigenen Wunsch von den Gelübden der Armut und des Gehorsams entbunden, blieb jedoch Priester. Er zog nach New York um und entwickelte sich zum Erfolgsschriftsteller. Martin war der erste, der auf einen diabolischen Ritus hinwies, der angeblich in Rom abgehalten würde. Das war 1990 in seinem Buch Die Schlüssel dieses Bluts. Hier schrieb er:
In Windswept house [dt. „Der letzte Papst“] beschrieb Martin dann sehr lebendig eine diabolische Zeremonie genannt „Die Krönung des gefallenen Erzengels Luzifer“, vermutlich in der Kapelle St. Paul innerhalb des Vatikans, verbunden mit gleichzeitigen satanischen Riten in den Vereinigten Staaten am 29. Juni 1963 kaum eine Woche nach der Wahl von Paul VI. In Windswept House hinterläßt ein Papst bevor er stirbt eine Beschreibung dieser Vorfälle auf seinem Schreibtisch für den ihm folgenden Träger des Petrusamtes, dem nur notdürftig verschleierten Johannes Paul II. Martin bekräftigte, daß die Zeremonie wirklich so geschehen ist, wie er sie beschrieben hatte. Die Zeitschrift The New American zitierte ihn: „Oh ja, ist es wahr, doch der einzige Weg, wie ich das veröffentlichen konnte, war ein Roman.“ Windswept House ist ein großartiger Roman, der auf die große globale Bühne der unheilverkündend so genannten Neuen Weltordnung gesetzt ist. Er greift etliche schwere Probleme auf von der Abtreibung bis zum Dritten Geheimnis von Fatima, doch die wesentliche Nachricht ist: Satanisten lauern im Schatten, vom Herzen des Vatikans bis hinunter zu den örtlichen Kirchspielen, diejenigen manipulierend, die durch den falschen Geist des Zweiten Vatikans verwirrt sind. Sie wollen die Römisch-Katholische Kirche zerstören, während Papst Johannes Paul II. gleichzeitig an geopolitischen Visionen bastelt, auf ein Zeichen der Heiligen Jungfrau wartet, während die Kirche wörtlich zum Teufel geht um ihn herum. In Windswept House zeigte sich Martin sehr sachkundig über die Verhältnisse im Vatikan, den Roman mit dem oben erwähnten satanischen Ritual eröffnend. Mit diesem Ritual wurde der Teufel im Vatikan in der Kapelle des St. Paul, nach allem was wir wissen ein dunkler und gespenstischer Ort, formell inthronisiert. Die Zeremonie wurde über das Telefon mit einem simultanen Ritus in Süd Carolina koordiniert. Es ist Martins Traditionalismus, der dazu führt, daß viele, die seine Sehnsucht nach der vorkonziliaren Zeit nicht teilen, es schwierig finden, sein Werk zu akzeptieren. Seine These, daß die Probleme der Kirche von heute ausschließlich auf das Zweite Vatikanum zurückzuführen sind, scheint zu simpel. Während das 2. Vatikanum die Fenster für bessere oder für schlechtere Veränderungen öffnete, begannen sich Geschwüre zu öffnen, die lange, lange vorher infiziert waren. Es wäre sonst unmöglich, daß die Römische Kirche so rasch zerfällt, wie wir es heute tagtäglich vor uns sehen. Und während es keinen echten Grund gibt, daran zu glauben, daß sich die Sitten der Kardinälen seit der Renaissance wesentlich verändert haben, fällt es schwer zu glauben, daß irgend jemand von ihnen so dumm sei, das Papsttum selbst zu untergraben. Die Zerstörung des Papstamtes würde die Machtbasis der Kardinäle zerstören. Der Schwanz kann nicht ohne den Hund wackeln. Seine Einseitigkeit ist es, die Martins Erzählungen zweifelhaft macht. Auf seine früheren Schriften schauend, fällt es auch schwer, Hinweise zu entdecken, daß der Teufel tatsächlich in Rom zuhause sein kann. Sein Buch Hostage to the devil von 1976 zeigte allerdings, daß Martin an eine sehr echte, persönliche Kraft des Bösen in der Welt glaubte. Und doch kommt sein erster Hinweis auf diese diabolischen Tätigkeit erst am Ende von The decline and fall of the Roman Church von 1981, einem Geschichtswerk, das seine Weltanschauung und Sorgen des Teufelspakt mit den weltlichen Mächten darlegt, daß die römische Kirche vor siebzehn Jahrhunderten und seine verderbenden Effekten seitdem machte. Hier finden wir die erste Erwähnung des Paul VI. zugeschriebenen Ausspruchs. Paul begriff in seinen letzten zwei Jahren, daß sich etwas unvorstellbar
Unheilverkündendes unerbittlich auf ihn zu bewegt hatte, bereits
in seiner Umgebung war, und nichts mit dem Heiligen Geist zu tun hatte:
„Der Rauch des Teufels ist in die Kirche eingezogen und ist schon
nahe am Altar“ äußerte er düster. Vor 1978 und in
den letzten wenigen Wochen seines eigenen Lebens wußte Paul, daß
die zitternde Spannung seiner Welt zu einem Brüllen angewachsen war,
und daß die Feuersbrunst um ihn herum immer mehr Nahrung fand. Martin erwähnt einen derartigen Ritus in seinem gigantischen Roman Vatikan (1986) mit keinem Wort. Windswept house darf als Fortsetzung dieses Werks gelten. Diese Saga durchmißt die Jahre vom Tod Mussolinis am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wahl des Papstes nach Johannes Paul II. Martin scheute sich nicht, die Beteiligung des Vatikans an den „Rattenlinien“ zu thematisieren. Tatsächlichen oder angeblichen NS-Tätern wurde zur Flucht nach Südamerika verholfen. Es schildert im großzügigen Detail den kompletten Vatikan-Bankskandal, die Politik des zweiten Vatikanums, der KGB Infiltration des Herzen der Kurie, die „Befreiungstheologie“, und die Strategie des Vatikans in Osteuropa. Dabei gibt der Roman einen sehr interessanten Blick in die Finanzen des Vatikans und die Kräfte, die die Kirche beherrschen. Nie erwähnt wird der mächtige Opus Dei, der ein starker Spieler in den vatikanischen Angelegenheiten einschließlich der Finanzangelegenheiten geworden ist. Auch mit seinen Jesuitenkollegen ist Martin trotz ihrer Beteiligung an der kommunistisch inspirierten Befreiungstheologie ziemlich nachsichtig. Überraschend ist die Darstellung Martins, daß es ein heimliches Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und einem mysteriösen Verwaltungsrat, der „Hütte“, gäbe, das jeder Papst seit Pius IX. mit dem „Bewahrer“, anscheinend einem Mitglied des römischen „schwarzen“ Adels, unterzeichnet habe. Seit Pius IX. den Kirchenstaat verloren hatte, erlaubte dieser Pakt mit der Freimaurerei dem Vatikan, weiterhin als politische und wirtschaftliche Macht in der Welt zu bestehen. Martin sah diesen Pakt als Einfallstor für die Bosheit der Welt, die Kirche zu verderben. In seinem früheren Buch hatte er den Pakt nicht erwähnt. Obwohl Martin durchsichtige Pseudonyme verwendet, ist es doch offensichtlich, daß er Johannes XXIII. als heiligen Betrogenen und Paul VI. als einen noch betrogeneren, aber viel weniger heiligen ansah. Den Ökumenischen Rat betrachtet Martin als von Modernisten-Ketzern und sowjetischen Marionetten übernommen. Zum Zeitpunkt des Amtsantritts von Johannes Paul I. schätzte einer seiner Mitarbeiter ein, daß die Hälfte der Bischöfe der Vereinigten Staaten im Schisma, und ein Drittel in der Ketzerei sei. Laut Martin sind die größten Schurken im Vatikan weder korrupte
Bankiers, noch Priester, noch Kommunisten, sondern diejenigen, die den
„Universalen Zusammenbau“ fördern, ein freimaurerisches
Komplott von westlichen Plutokraten, die Illuminaten also. Andere Autoren
haben behauptet, daß Mitglieder der Kurie zu den Maurern gehörten,
doch Martin klagte sogar Paul VI. an, ein Freimaurer zu sein! Wie negativ sah Martin die Situation? Er sah sie sehr negativ, auch wenn sein traditionalistischer Gesichtspunkt wenig Unterschied machte zwischen Homosexualität und Pädophilie, Neopaganismus und Satanismus. Plötzlich war es klar, daß bei der Kurie ständig Priester sind, die den Teufel anbeteten und, Bischöfe und Priester, die Knaben und sich gegenseitig sodomisierten, Nonnen, die die „schwarzen Riten“ von Wicca durchführten, und in lesbischen Beziehungen lebten. Tag für Tag, einschließlich Sonntags und Feiertags, wurden Taten der Ketzerei und Gotteslästerung, von Verbrechen und Teilnahmslosigkeit begangen an heiligen Altären durch Männer, die ins Priesteramt gerufen worden sind. Gotteslästerliche Handlungen und Riten wurden auf christlichen Altären nicht nur durchgeführt, sondern stillschweigend geduldet von Kardinälen, Erzbischöfen, und Bischöfen. Insgesamt eine Minderheit - irgend etwas von ein bis zehn Prozent des Kirchpersonals, doch eine Minderheit, die erstaunlich hohe Positionen besetzen konnte. Zwei Dinge verursachten dem Papst besonderes Leid: Die systematischen
organisatorischen Verbindungen zwischen den klerikalen homosexuellen Gruppen
und den satanistischen Hexenversammlungen und die unglaubliche Macht und
Einfluß dieses Netzes. Faszinierender ist der „Kardinal von Centurecity“, ein amerikanischer Satanist, dessen Charakter vermutlich auf dem verstorbenen Kardinal Bernardin aus Chicago basiert, aber der auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Kardinal Roger Mahoney aus Los Angeles trägt. Während das gerade ein Fädchen in der ehrwürdigen literarischen Tradition sein mag, die eigenen Feinde in die Hölle zu bringen, muß sie sicher Diskussion in Kanzleien und Pfarren überall angeregt haben. Dies sind Spitzfindigkeiten. Wie Vatikan wurden The Keys of this blood und Windswept house für ein breites und nicht notwendigerweise katholisches Publikum geschrieben, doch alle drei Bücher vermitteln das Gefühl, für Johannes Paul II. selbst vorgesehen gewesen zu sein. Wenn Vatikan die erste Warnung war, wurde Schlüssel geschrieben, um dem Papst zu zeigen, daß Martin verstand, was der Hohepriester in der geopolitischen Arena tat und seine Sorgen auf die innere Situation der Kirche zu richten. Es sei daran erinnert, daß Machiavellis Der Prinz auch von einem vom Gericht verbannten Höfling geschrieben wurde. Windswept house jedoch ist eine dramatische und verzweifelte Appell an den Papst, von seinem Thron herunterzusteigen und etwas zu tun. Windswept House erhielt werden den kritischen Beifall noch den Erfolg der zuvorigen Bücher. Es ist eigentlich ignoriert worden, wenn auch es durch Doubleday, einen Großverlag veröffentlicht worden ist. Rezensenten sagte Martin, „steuern weg davon. Sie wissen nicht, was davon zu halten ist, sie wissen nichts zu sagen.“ Aber Martin hörte bis zu seinem Tod nicht auf, laut zu sprechen und gab zahlreiche Radiointerviews, z.B. bei der Art Bell Show.„“ Zur Zeit seines Todes am 27. Juli 1999 war Martin bei der Arbeit an dem Buch, das wie er sagte, sein umstrittenstes und wichtigstes Buch werden sollte. Primat: Wie die römisch-katholische Institutionskirche ein Element Der Neuen Weltordnung wurde, sollte sich mit Macht und dem Papsttum befassen. Diese Arbeit sollte die revolutionäre Veränderung analysieren, als die die Depression der päpstlichen Macht gesehen werden kann. Es sollte ein Buch von Vorhersagen über den Vatikan und der Welt in den ersten Jahrzehnten des neuen Millenniums sein. So weit bekannt ist, widerrief Martin nie seine Behauptung, daß
die Szene in Windswept House auf einem tatsächlichen satanischen
Ritual im Vatikan in den ersten Tagen der Regierung von Papst Paul VI
beruhte, noch daß dort ein allgemeines satanisches Komplott innerhalb
der Römisch-katholischen Kirche besteht. |