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Pro Deo et Imperio |
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Das Pseudo-Requiem für Erzherzog Carl-Ludwig am 12. Jänner 2008Das Requiem für Erzherzog Karl scheint gar kein richtiges Requiem gewesen zu sein, denn das gedruckte Programm macht eher den Eindruck eines normalen Hochamtes. Jedenfalls hat der Erzherzog kein authentisches Requiem im liturgisch korrekten Sinne bekommen, sondern eine der für den liturgisch denkenden Katholiken schwer erträglichen geistlichen Mixturen vom Wühltisch des NOM. Dies ist um so bedauerlicher, als der hl. Vater Papst Benedikt XVI. ja erhebliche Anstrengungen unternimmt, die alten liturgischen Formen wieder akzeptabel zu machen. Eine Entscheidung des Erzhauses hätte hier einen Meinungsumschwung auch für Wien bewirken können. So wurde leider eine dankbare Gelegenheit versäumt, was um so bedauerlicher ist, als selbst Kardinal Schönborn wohl dem Erzhause nicht den Gebrauch des tridentinischen Ritus als dem einzig „gültigen“ Ritus der abendländischen Kirche hätte untersagen können. Noch bedenklicher wirkt die Musik. Schuberts „Deutsche Messe“ ist ein netter Gesang. Für die hl. Messe ist er nicht geeignet, schon gar nicht für ein Requiem. Es scheint, als hätte man sich beim Kirchenvolk anbiedern wollen, das bekanntlich Schuberts aus dem Geiste der Wiener Aufklärung geborene Deutsche Messe schätzt. Wenn man aber weiß, daß es von Schubert auch eine „Deutsche Trauermesse“ gibt, die für ein deutschsprachiges Requiem durchaus geeigneter wäre, wird diese Entscheidung noch unverständlicher. Über Jahrhunderte haben die besten Komponisten der Welt für Angehörige des Erzhauses, für Kaiser und Kaiserinnen, für Könige und Königinnen Requiemkompositionen von klassischem Wert und höchstem Range geschaffen. Ich nenne nur das Requiem von Eybler für Kaiser Leopold II. und das Requiem von Johann Joseph Fux. Warum wurde nicht eine der authentischen Requiem-Kompositionen aufgeführt? Kennt man seine eigene Tradition nicht mehr? Weiß man, daß sie letztlich mit dem Modernismus des NOM inkompatibel ist? Fragen über Fragen ... Auch die weiteren musikalischen Beigaben des Gottesdienstes machen den Eindruck, als hätte man sie von einem Moderator von „Klassik Radio“ auswählen lassen. Armes Wien ..., armer Stephansdom ...
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