Hymnen und Geistliche Lieder |
Zur Geschichte des Heiligen Imperiums
gehört untrennbar sein geistliches Leben im Gottesdienst
der Kirche. Dieser Gottesdienst wird zu Recht Liturgie genannt,
eine Liturgie, die von Anfang an von Musik und Gesang - jedoch
niemals vom Tanz - geprägt ist.
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Becker |
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Becker formte fast den vollständigen
Psalter in Kirchenlieder um. Einige interessante Beispiele
seien hier geboten. |
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Psalm 1 Wer
nicht sitzt im Gottlosen Rat |
Psalm 58 Wie
nun, ihr Herren, seid ihr stumm" |
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Psalm 2 Was
haben doch die Leut’ im Sinn |
Psalm 59 Hilf,
Herre Gott, errette mich |
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Psalm 19 Die
Himmel, Herr, preisen sehr |
Psalm 68 Es
steh’ Gott auf, daß seine Feind |
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Psalm 20 Der
Herr erhör’ dich in der Not |
Psalm 83 Gott,
schweig du nicht so ganz und gar |
Johann Burchard Freystein
Mache
dich, mein Geist, bereit. Hier der vollständige
Text der von den modernen Gesangbüchern verstümmelten
herausragenden Hymne!
Paul Gerhardt
O
Mensch, beweine deine Sünd. Das unbekannteste der
Passionslieder von Paul Gerhardt.
Was
alle Weisheit in der Welt nicht lallen kann. Paul Gerhardts
Lied zum Trinitatisfest. Die Lieder Paul Gerhardts sind
der Beweis für die Tatsache, daß das Luthertum
auch in seiner traditionellen Entfaltung rechtgläubig
und katholisch blieb. Johann Sebastian Bach verwendete Strophe
8 des Liedes in seiner Trinitatiskantate „Es ist ein
trotzig und verzagt Ding um aller Menschen Herze“.
Der
52. Psalm. Was trotzest du, stolzer Tyrann. Viele Psalmlieder
Gerhardts stehen im Schatten älterer Hymnen. Der 52. Psalm
weist prophetisch auf die Terroregime der Neuzeit hin.
Claus Harms
Claus Harms gehörte zu den großen Erneuerern eines
kirchentreuen Luthertums im 19. Jahrhundert. Das Lied zeigt
die stets königstreu-monarchische Gesinnung des Luthertums
bis in die Gegenwart hinein deutlich auf.
Es woll’
uns Gott beglücken. Quelle: Leipziger Stadtgesangbuch
von 1852
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Ludwig Helmbold |
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Martin Jahn
Jesu,
meiner Seelen Wonne. Das Lied von Martin Jahn ist heute
gänzlich vergessen, es bleibt allerdings unsterblich
durch die geniale Vertonung zweier seiner Strophen durch
Johann Sebastian Bach: „Jesus bleibet meine Freude“
- „Jesu, Joy of man’s desiring“
Christoph Knoll
Herzlich tut mich
verlangen nach einem selgen End. Das Lied des Bunzlauers
(Niederschlesien) Christoph Knoll von 1599 gehört zu
den bedeutendsten geistlichen Dichtungen. Strophe 4 wurde
von J.S. Bach höchst kunstvoll bearbeitet in der
Kantate 161 „Komm, du süße Todesstunde“.
Johann Leon
Ich
hab mein Sach Gott heimgestellt
Matthäus Meyfahrt
O
großer Gott von Macht
Johann Gottfried Olearius
Tröstet,
tröstet meine Lieben
Johann von Rist
Du Lebensfürst,
Herr Jesu Christ. Johann von Rist, der Dichter dieses
Liedes, zählt zu den bedeutendsten Dichtern überhaupt.
Er wurde vom Kaiser geadelt, eine weitere Adelspromotion
erfuhr er mit der reichen Berücksichtigung seiner Dichtungen
durch Johann Sebastian Bach. Neben dem Choral „Brich
an, du schönes Morgenlicht“ aus dem Weihnachtsoratorium
sei das Himmelfahrtslied Rists genannt, das wir hier vollständig
bringen.
Johann Christoph Rube
Wohl
dem, der sich auf seinen Gott
Christoph Runge, Berlin
Laßt
Furcht und Pein weit von uns sein
Johann Adolf Schlegel
Dir befehl ich
meine Kinder
Angelus Silesius
Angelus Silesius gehört zu den größten
Dichtern aller Zeiten. Er erkannte bereits früh die
Vergeblichkeit des lutherisch-protestantischen Prinzips
und kehrte zur Kirche zurück. Unser Lied behandelt
die Verpflichtung, diese todgeweihte Welt zu überwinden.
Somit ist es natürlich bei den Theologen und Kirchenführern
beider Konfessionen höchst unbeliebt.
Die Seele
muntert auf zum Streit
Philipp Spitta
Geist des Glaubens,
Geist der Stärke. Dieses Lied führt uns mitten
in den Kampf gegen die beginnende Entchristlichung Deutschland
im 19. Jh. hinein. Da dieser Kampf noch nicht ausgestanden
ist, weist der Hymnus höchste Aktualität auf.
Danken wir dem Herrn der Kirche, der diesen Kampf am Kreuz
bereits uns zugunsten entschieden hat.
Spitta, Pfarrer aus Niedersachsen, wandte sich gegen die
oktroyierte Pseudo-Religion des preußischen Unionsprotestantismus
und gegen den haltlosen Progressismus seiner Zeit: „Gib
uns des Elias Strenge, wenn den Götzen dieser Zeit die verführte
blinde Menge Tempel und Altäre weiht! Daß wir nie vor ihnen
beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, sondern fest
als deine Zeugen dastehn, wenn auch ganz allein.“
Michael Weisse
Als der gütige
Gott
Unbekannte Verfasser
Aufer immensam,
aufer iram. Hymne, die von Heinrich Schütz im „Anderen
Theil kleiner geistlichen Concerten“ vertont wurde
(SWV 337).
Es
flog ein Täublein weiße
Schaffet daß ihr
selig werdet, mit Furcht und Zittern. Dieses Wort des
Philipperbriefes nahm sich ein Dichter um 1650 als Vorlage
für ein Lied, dessen Strophen nacheinander mit den
Worten des Verses aus dem Philipperbrief beginnen (Akrostichon).
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