Hymnen und Geistliche Lieder
Zur Geschichte des Heiligen Imperiums gehört untrennbar sein
geistliches Leben im Gottesdienst der Kirche. Dieser Gottesdienst
wird zu Recht Liturgie genannt, eine Liturgie, die von Anfang an
von Musik und Gesang - jedoch niemals vom Tanz - geprägt ist.
Zu den
Texten von Kantaten und Oratorien
Johann Burchard Freystein
Mache dich,
mein Geist, bereit. Hier der vollständige Text der von
den modernen Gesangbüchern verstümmelten herausragenden
Hymne!
Paul Gerhardt
O Mensch, beweine
deine Sünd. Das unbekannteste der Passionslieder von
Paul Gerhardt.
Was alle Weisheit in der
Welt nicht lallen kann. Paul Gerhardts Lied zum Trinitatisfest.
Die Lieder Paul Gerhardts sind der Beweis für die Tatsache,
daß das Luthertum auch in seiner traditionellen Entfaltung
rechtgläubig und katholisch blieb. Johann Sebastian Bach
verwendete Strophe 8 des Liedes in seiner Trinitatiskantate „Es
ist ein trotzig und verzagt Ding um aller Menschen Herze“.
Der 52. Psalm. Was trotzest
du, stolzer Tyrann. Viele Psalmlieder Gerhardts stehen im
Schatten älterer Hymnen. Der 52. Psalm weist prophetisch
auf die Terroregime der Neuzeit hin.
Claus Harms
Claus Harms gehörte zu den großen Erneuerern eines kirchentreuen
Luthertums im 19. Jahrhundert. Das Lied zeigt die stets königstreu-monarchische
Gesinnung des Luthertums bis in die Gegenwart hinein deutlich auf.
Es woll’ uns Gott
beglücken. Quelle: Leipziger Stadtgesangbuch von 1852
Martin Jahn
Jesu, meiner
Seelen Wonne. Das Lied von Martin Jahn ist heute gänzlich
vergessen, es bleibt allerdings unsterblich durch die geniale
Vertonung zweier seiner Strophen durch Johann Sebastian Bach:
„Jesus bleibet meine Freude“ - „Jesu, Joy of
man’s desiring“
Christoph Knoll
Herzlich tut mich verlangen
nach einem selgen End. Das Lied des Bunzlauers (Niederschlesien)
Christoph Knoll von 1599 gehört zu den bedeutendsten geistlichen
Dichtungen. Strophe 4 wurde von J.S. Bach höchst kunstvoll
bearbeitet in der Kantate 161 „Komm, du süße
Todesstunde“.
Johann Leon
Ich hab mein
Sach Gott heimgestellt
Matthäus Meyfahrt
O großer
Gott von Macht
Johann Gottfried Olearius
Tröstet, tröstet
meine Lieben
Johann von Rist
Du Lebensfürst, Herr
Jesu Christ. Johann von Rist, der Dichter dieses Liedes, zählt
zu den bedeutendsten Dichtern überhaupt. Er wurde vom Kaiser
geadelt, eine weitere Adelspromotion erfuhr er mit der reichen
Berücksichtigung seiner Dichtungen durch Johann Sebastian
Bach. Neben dem Choral „Brich an, du schönes Morgenlicht“
aus dem Weihnachtsoratorium sei das Himmelfahrtslied Rists genannt,
das wir hier vollständig bringen.
Johann Christoph Rube
Wohl
dem, der sich auf seinen Gott
Christoph Runge, Berlin
Laßt Furcht
und Pein weit von uns sein
Johann Adolf Schlegel
Dir befehl ich meine Kinder
Angelus Silesius
Angelus Silesius gehört zu den größten Dichtern
aller Zeiten. Er erkannte bereits früh die Vergeblichkeit
des lutherisch-protestantischen Prinzips und kehrte zur Kirche
zurück. Unser Lied behandelt die Verpflichtung, diese todgeweihte
Welt zu überwinden. Somit ist es natürlich bei den Theologen
und Kirchenführern beider Konfessionen höchst unbeliebt.
Die Seele muntert
auf zum Streit
Philipp Spitta
Geist des Glaubens, Geist der
Stärke. Dieses Lied führt uns mitten in den Kampf gegen
die beginnende Entchristlichung Deutschland im 19. Jh. hinein.
Da dieser Kampf noch nicht ausgestanden ist, weist der Hymnus
höchste Aktualität auf. Danken wir dem Herrn der Kirche,
der diesen Kampf am Kreuz bereits uns zugunsten entschieden hat.
Spitta, Pfarrer aus Niedersachsen, wandte sich gegen die oktroyierte
Pseudo-Religion des preußischen Unionsprotestantismus und
gegen den haltlosen Progressismus seiner Zeit: „Gib uns
des Elias Strenge, wenn den Götzen dieser Zeit die verführte blinde
Menge Tempel und Altäre weiht! Daß wir nie vor ihnen beugen Haupt
und Knie, auch nicht zum Schein, sondern fest als deine Zeugen
dastehn, wenn auch ganz allein.“
Michael Weisse
Als der gütige
Gott
Unbekannte Verfasser
Aufer immensam, aufer iram.
Hymne, die von Heinrich Schütz im „Anderen Theil kleiner
geistlichen Concerten“ vertont wurde (SWV 337).
Es flog
ein Täublien weiße
Schaffet daß ihr selig
werdet, mit Furcht und Zittern. Dieses Wort des Philipperbriefes
nahm sich ein Dichter um 1650 als Vorlage für ein Lied, dessen
Strophen nacheinander mit den Worten des Verses aus dem Philipperbrief
beginnen (Akrostichon).
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