Spahn, Martin

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • * 7. März 1875 in Marienburg
  • † 12. Mai 1945 in Seewalchen am Attersee


Martin Spahn war ein deutscher Historiker, Politiker (Zentrum, DNVP, NSDAP) und Publizist. In der Weimarer Republik wandelte er sich vom Reformkatholiken zum nationalkonservativen Rechtskatholiken. Bekannt wurde er 1901 durch den so genannten „Fall Spahn“.


Leben

Martin Spahn studierte Geschichte an den Universitäten Bonn. Er wurde im Alter von 21 Jahren promoviert und habilitierte sich zwei Jahre darauf mit einer Arbeit über Johannes Kochläus. 1901 wurde er außerordentlicher Professor für Geschichte an der Universität Bonn

Fall Spahn

Spahn erhielt im Herbst 1901 einen Ruf an die Universität Straßburg. Diese Berufung war vom Kaiser angordnet. Die Uni Straßburg selbst versuchte die Berufung zu verhindern. Die Berufung eines Katholiken kam im protestantischen Kaiserreich so gut wie nie vor. Es kam zu einem Sturm der Entrüstung im dominierenden protestantischen Lager. Dies übrigens, obwohl bei fast rein katholischer Bevölkerung im Elsaß unter 20 Ordinarien der Philosophischen Fakultät Straßburg kein einziger Katholik war.

Ein gewisser Lujo Brentano[1] initiierte eine „Protestaktion“ aller liberalprotestantischen Professoren gegen Spahns Berufung. Der notorische Linksprotestant Theodor Mommsen verfaßte einen Hetzartikel, in welchem er frech behauptete, katholische Wissenschaftler können dem Ideal einer „voraussetzungslosen Wissenschaft“ nicht nachkommen, da sie konfessionell gebunden seien.

Der Kaiser ließ sich jedoch nicht beeindrucken, da sein Ziel die Einbindung des deutschen Katholizismus in die staatlichen Institutionen war, wie es dann später im NS-Staat und in der BRD voll verwirklicht wurde.

1920 erhielt Spahn dann eine Professur für Neuere Geschichte an der neu gegründeten Universität Köln. Nach seiner Wahl in den Reichstag 1924 kam er seinen Lehrverpflichtungen nicht mehr nach.

Politische Tätigkeit

Spahn war Zentrums-Mitglied und von 1910 bis 1912 Reichstagsabgeordneter für diese Partei. Er publizierte in der katholischen Kulturzeitschrift Hochland. 1921 wechselte Spahn zur DNVP, für die er von 1924 bis 1933 dem Reichstag angehörte. Nach der Machtübernahme des NS trat er am 9. Juni 1933 der NSDAP bei, für die er bis 1945 im Reichstag saß.

Ende der 1930er Jahre war Spahn Leiter des „Instituts für Raumpolitik“ in Köln.

Verweise




Einzelnachweise

  1. Dies müßte allerdings noch einmal geprüft werden.