Sedisvakantismus

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  • von lat.: sedes = Sitz, vacans = leer


Der Begriff Sedisvakantismus stellt fest, daß es aktuell in der Kirche keinen rechtmäßigen Papst gibt. Im Unterschied zu einer natürlichen Sedisvakanz des Heiligen Stuhles durch Ableben oder Rücktritt eines Papstes sagt der Sedisvakantismus, daß eine „Außerordentliche Sedisvakanz“ besteht, da der derzeit vorgeblich amtierende „Papst“ kein gültiger Amtsträger ist.


Gegenstand

Der Sedisvakantismus steht fest auf dem Fundament der katholischen Lehre der Unfehlbarkeit und Indefektibilität des Kirche und der Lehre des großen Doktors der Theologie, des hl. Robert Bellarmin. Im Unterschied zum Sedisprivationismus, der den Heiligen Stuhl lediglich als de jure, also formal unbesetzt ansieht, betrachtet ihn der Sedisvakantismus den hl. Stuhl auch als de facto, also materiell vakant, weshalb die Sedisvakantisten die Römisch-Katholische Kirche als von einem „Pseudopapst“ geführte „Sekte“[1]und ihre Gemeinschaft als derzeit papstlose katholische Kirche bezeichnen.

Die Vakanz des Stuhles Petri ist nach Auffassung der römisch-katholischen Kirche ein schwerster Notstand, da die Binde- und Lösegewalt der Kirche in dieser Zeit nicht ausgeübt werden kann und da der Fels der Kirche fehlt. Daher muß alles getan werden, damit eine Vakanz so schnell wie möglich beendet werden.

Beginn der derzeitigen Sedisvakanz

Die derzeitige Sedisvakanz begann mit dem Tod von Pius XI.

Inhaltlich wird die derzeitige Sedisvakanz damit begründet, daß das s.g. Zweite Vatikanische Konzil zahlreiche Häresien enthält und darum ein Amtsverlust ipso facto der diese Lehren vertretenden „Päpste“ eingetreten sei.

Pius XII.

Im Gegensatz zu den Theologen, die die derzeitige Sedisvakanz mit Roncalli beginnen lassen, vermuteten einige Beobachter, daß bereits Pius XII. kein Papst gewesen ist. In seinen amtlichen Schriften lassen sich zahlreiche problematische Positionen und eine intransigente Begünstigungen des Modernismus nachweisen. Zudem hat Pius XII. in unzulässiger Weise die Liturgie der heiligen Kirche verstümmelt. Auch hat Pacelli sämtlich kriminellen Modernisten, die in den 1960er und '70er Jahren das Gebäude der Kirche zerstörten, in ihren Ämtern gehievt.

Rothkranz

Eine ausführliche Begründung der These einer nachkonziliaren Sedisvakanz legte der Theologe Johannes Rothkranz in seinem zweibändigen Werk „Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit“ (Dignitatis humanae, DH) aus dem Jahre 1995 dar. Doch ist diese These falsch, da bereits Roncalli und Montini von Anfang an keine Päpste waren.

Schon vor Rothkranz gab es jahrzehntelang Sedisvakantisten.

Konklavismus

Das Phänomen des Konklavismus und der (vorgeblichen) konklavistischen Päpste wird in einem eigenen Artikel behandelt. Dort findet sich auch eine weitgehend komplette Liste dieser Personen.

Ist die Konzilskirche die Katholische Kirche?

Die Antwort der Sedisvakantisten auf diese Fragen ist eindeutig Nein. Eine gegenteilige Antwort würde bedeuten, daß die Katholische Kirche ihren Zweck verfehlt hat, daß die Kirche Christi nicht unfehlbar und unzerstörbar ist. Daß der Papst nicht der Fels ist, auf den Christus seine Kirche baute, daß die Zusage Christi, bei seiner Kirche zu sein „alle Tage bis an der Welt Ende“ und die Zusage des Beistands des Heiligen Geistes nicht eingehalten worden ist, Schlußfolgerungen, die kein traditioneller Katholik jemals ziehen kann. Hier ein Zitat vom Vatikanischen Konzil:

Papst Leo XIII. lehrte in der Enzyklika Satis cognitum, daß die Lehrautorität der Kirche niemals irren kann: „Wenn das lebendige Magisterium mit sich selbst in Widerspruch geraten würde, dann würde Gott selbst der Autor des Irrtums sein.“

Verweise


Einzelnachweise

  1. auch „Konzilssekte