Rudolf II.

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  • * 18. Juli 1552 in Wien
  • † 20. Januar 1612 in Prag
  • 1576 - 1612
Kaiser Rudolf II.


Motto: Fulget Caesaris astrum
[1]


Rudof II. war Deutscher König


Leben

Rudolf war Sohn von Kaiser Maximilian II. und Maria von Spanien. Er wurde in Spanien erzogen. Am 26. September 1572 wurde er im Martinsdom von Preßburg zum König von Ungarn gekrönt. Am 22. September 1575 wurde Rudolf im Veitsdom von Prag zum König von Böhmen gekrönt. Am 27. Oktober 1575 zum Deutschen König gewählt und am 1. November 1575 in Regensburg gekrönt. Die Nachfolge als Erzherzog von Österreich und Kaiser kam überraschend, da der Vater während des Reichstag von Regensburg am 12. Oktober 1576 starb.

Wahl

Rudolf wurde zu Lebzeiten seines Vaters Maximilian II. zum Römischen König gewählt. Als Maximilian starb, wurde Rudolf Kaiser. Die religiöse Aufteilung unter den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl.

  1. Daniel Brendel von Homburg, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Jakob III. von Eltz, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Salentin von Isenburg, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Maximilian II., König von Böhmen, Kaiser und König von Ungarn
  5. Friedrich III., Pfalzgraf bei Rhein
  6. August, Kurfürst von Sachsen
  7. Johann Georg von Brandenburg

Herrschaft

Auch der in Spanien katholisch erzogene Sohn Maximilians stand lebenslang vor dem Problem der Intransigenz des Protestantismus, der mit allen Mitteln versuchte, die Vereinbarungen von Augsburg zu brechen und alles an sich zu reißen, was sich in erreichbarer Nähe befand. Im Jahre 1583 versuchten die Protestanten gar, das Kur- und Erzstift Köln an sich zu bringen, ein Versuch, der nur durch den Einsatz militärischer Mittel vereitelt werden konnte.

Auch das Reichsregiment wurde durch die Protestanten weitestgehend ausgehebelt, da sie so gut wie keine Einigungen auf Reichsebene mehr zuließen. Den Protestanten kamen auch die verschiedenen Türkenkriege zu Paß, die Rudolf zu führen hatte.

Rudolf residierte Zeit seines Lebens auf dem Prager "Hradschin“, von Astrologen und Alchimisten umgeben. An seinem Hofe wirkten Johannes Kepler, Tycho Brahe und ungezählte Künstler und Wissenschaftler. Rudolf schuf eine der bedeutendsten Kunstsammlungen aller Zeiten. Sein schwermütiges Wesen rief Widerstand und Ablehnung hervor, so daß es ihm immer weniger gelang, sich durchzusetzen. Zu Recht wurde seine durch den "Majestätsbrief" bekannte Politik der Begünstigung des böhmischen Protestantismus kritisiert. Rudolf blieb unverheiratet und hatte somit keine legitimen Kinder. Die Kurfüsten ließen noch zu seinen Lebzeiten seinen Bruder Matthias zum Deutschen König und zu seinem Nachfolger wählen.

Aufgrund seiner Untätigkeit verlor Rudolf zunehmend an Rückhalt. Als besonders negativ wirkte sich aus, daß er 1607 die protestantische Reichsstadt Donauwörth dem katholischen Maximilian von Bayern überließ. Dies verstärkte die protestantische Protestbewegung. Insbesondere die Kurpfalz griff den Kaiser als angeblich parteiisch scharf an und sprengte den Reichstag von Regensburg im Jahr 1608. Dies war der erste Reichstag, auf dem keine Einigung zwischen Protestanten und Katholiken zu Stande kam. Damit war ein weiteres Reichsorgan faktisch nicht mehr funktionsfähig.

  • stand in Verbindung mit Tycho Brahe und Johannes Kepler, der Hofmathematiker und Leiter der kaiserlichen Sternwarte war und dem Kaiser als Astrologe diente.
  • Seine Hauskrone, die er 1602 anfertigen ließ, wurde 1804 zur Kaiserkrone des Vielvölkerstaates Österreich.
  • Das einzige monumentale Denkmal für Rudolf II. ist das Reliefbild am Reichenturm in Bautzen. Es entstand 1593 im Auftrag des Bautzener Rates und ist ein Werk des Bildhauers Jacob Michael.

Ehe

Zu einer Heirat mit der ihm versprochenen Infantin Isabelle Clara Eugenia kam es nicht. Nach achtzehn Jahren Verlobungszeit wurde diese mit seinem Bruder Albrecht verheiratet. Zahlreiche mögliche Ehen kamen nicht zustande. Er hatte mehrere illegitime Kinder, deren Mütter nur zum Teil bekannt sind. Dazu zählte seine Geliebte Anna Maria Strada.

Gegenreformation

Rudolf praktizierte den Katholizismus, wie er sich in der Folge des Konzils von Trient entwickelt hatte, wenn auch der päpstliche Nuntius sich in einem Bericht darüber beklagte, daß der Kaiser religiös wenig Eifer zeige und sich mit Häretikern umgebe. 1577 wurde der protestantische Gottesdienst in Wien verboten.

Verweise


Einzelnachweise

  1. Es leuchtet des Kaisers Gestirn