Richard von Cornwall

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König Richard von Cornwall

† 2. April 1272 in Berkhamsted Castle) aus dem Haus Plantagenet war Earl of Cornwall, Graf von Poitou und ab 1257 römisch-deutscher König. Er entstammte der anglonormannischen Königsfamilie der Plantagenets und wurde durch die Gunst seines Bruders König Heinrichs III. zum reichsten Grundbesitzer Englands. Nach anfänglichen Streitereien wurde Richard einer der wichtigsten Unterstützer der Herrschaft seines Bruders, dem er auch in dessen Konflikt mit der Adelsopposition, dem Zweiten Krieg der Barone, loyal diente. Sein eigener Ehrgeiz zeigte sich 1257, als er sich während des Interregnums zum römisch-deutschen König wählen ließ. Trotz mehrerer Besuche im römisch-deutschen Reich konnte er aber seine Herrschaft nicht durchsetzen.

Richard, Sohn des englischen Königs „Johann ohne Land“ war am 13. 1.1257 bei der Doppel-Wahl in Frankfurt gewählt worden. Obwohl er im Jahre 1269 eine deutsche Grafentochter heiratete, gelang es ihm nicht, sich in Deutschland durchsetzen.

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Richard von Cornwall

Er kam als Sohn des englischen Königs Johann »ohne Land« (t r2.16) und der Isabella von Angouleme (t 12.46) am 5. I. rzo9 in Winchester zur Welt. Gestorben ist er am z. 4. 12.71 und fand seine Ruhestätte im Zisterzienserkloster Hayles. Als Bruder Isabellas, der letzten Gattin Friedrichs 11., war er Schwager des Stauferkaisers, als Vetter Ottos IV. aber auch mit den Welfen verwandt. Da der englische Hof damals als dem Papsttum besonders treu ergeben galt, war der überaus wohlhabende englische Graf bereits 1247 nach dem Tode Heinrich Raspes als Gegenkö-nig im Gesprach. Wohl schon im Frühjahr 12.5o, insbesondere jedoch 12.5z/53, verhandelte der Papst mit Richard wegen einer Übernahme der sizilischen Königskrone. Wegen der Sicherheiten, die Richard forderte, führten die Gespräche zu keinem Ergebnis. 1261 wählte ihn die staufer-feindliche Partei in Rom zum Senator. In Deutschland, das er viermal besuchte, vermochte er aufgrund seines Reichtums einige Aktivitäten zu entfalten, wenn er auch nie rechtsrheinischen Boden betrat. König Ottokar 11. von Böhmen empfing von ihm die schriftliche Belehnung mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark (1z6z).


Verweise