Müller, Wilhelm

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  • Johann Ludwig Wilhelm Müller
  • * 7. Oktober 1794 in Dessau
  • † 1. Oktober 1827 ebenda


Wilhelm Müller war einer der bedeutendsten deutschen Dichter. Von Goethe wurde er als Lazarett-Dichter verhöhnt, doch steht der Dessauer dichterisch deutlich über dem Geheimrat.


Leben

Wilhelm Müller nahm an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. 1814 wurde er zum Leutnant ernannt. Ab 1816 besuchte er literarische Salons in Berlin und lernte dort unter anderen Gustav Schwab, Joachim von Arnim, Klemens von Brentano, Ludwig Tieck sowie Ludwig Berger kennen.

Bereits 1816/1817 vertonte dieser für ein Liederspiel Texte Müllers. Fünf dieser Vertonungen wurden 1818 als Teil von Bergers Liederzyklus Gesänge aus einem gesellschaftlichen Liederspiel Die schöne Müllerin veröffentlicht.

Im April 1819 wurde Müller zum Gymnasiallehrer in seiner Heimatstadt Dessau ernannt, später zum Herzoglichen Bibliothekar.

Am 21. Mai 1821 heiratete er Adelheid Basedow. Mit ihr hatte er zwei Kinder.

Vom 1. bis 3. Juli 1824 nahm er am Musikfest zur Säkularfeier Klopstocks in Quedlinburg teil, das von Quedlinburger Bürgern initiiert worden war, um für Friedrich Gottlieb Klopstock ein Denkmal zu errichten. Das Musikfest, auf dem seine Frau Adelheid die Altpartie sang, wurde von Karl Maria von Weber geleitet.

Im August 1824 wurde Müller zum Hofrat ernannt. Im März 1826 erkrankte er an Keuchhusten. Trotz mehrerer Kuraufenthalte ging es mit seiner Gesundheit stetig bergab und er starb im folgenden Jahr im Alter von nur 32 Jahren an einem Herzinfarkt.

Müller war als Herausgeber und Redakteur unter anderem für die im Verlag Brockhaus erschienene Bibliothek deutscher Dichter des siebzehnten Jahrhunderts tätig. Die Bibliothek wurde von Karl August Förster weitergeführt und mit Band 14 beendet. Außerdem arbeitete Müller für verschiedene literarische Zeitschriften, darunter das Literarische Conversationsblatt und Hermes.

Wilhelm Müller war Freimaurer. Im Juli 1820 wurde er in die Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen in Leipzig aufgenommen. Der literarische Nachlass Müllers wird in der Anhaltischen Landesbücherei Dessau nachlässig verwahrt.

Von Schubert vertonte Gedichte Wilhelm Müllers

Zyklen

Weitere Dichtungen

  • Laßt mich, ob ich auch still verglüh (Hippolits Lied)
  • Wenn auf dem höchsten Fels ich steh (Der Hirt auf dem Felsen)

Verweise