Lutherbibel

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Luthers Bibelübersetzung

Die Bibel-Übersetzung Luthers hat legendären Rang und spielte eine bedeutende Rolle bei der weitgehenden Kirchenzerstörung in Deutschland und anderswo. Vielfach wurde diese Lutherbibel für die tatsächliche „Heilige Schrift“ gehalten, ja sie wurde zur Grundlage für Übersetzungen in weitere Sprachen, so das Niederdeutsche, gemacht. Dies dürfte auch für andere Sprachen zutreffen.

Doch wurde kaum ein Buch der Weltgeschichte so überschätzt wie die „Lutherbibel“. Fakt ist:

  • Die Lutherbibel war bei weitem nicht die erste Deutsche Bibelübersetzung. Schließlich gab es das Christentum damals schon seit 1.000 Jahren in deutschen Landen. Schon die Vorstellung, die Deutschen hätten 1.000 Jahre auf Luther gewartet, um die Bibel in ihre Sprache zu übersetzen, ist haltlos und albern.
  • Die Luther-Übersetzung enthält tausende teils schwerer und sinnentstellender Fehler, die wegen der Vergötzung der „heiligen Lutherschrift“ bis in die Gegenwart hinein tradiert und nicht korrigiert wurden.
  • Luther hat die Bibel bewußt an vielen Stellen verfälscht, um seine häretische Sicht des christlichen Glaubens zu untermauern.
  • Ebenso hat Luther den Kanon der Bibel willkürlich verändert, um den Sinn der Bibel zu verändern.
  • Die Kirche[1] hat die Lutherbibel und ihren Besitz verboten. Dies ist ein schwerwiegendes Faktum, das uneingeschränkt gegen die Luther-Schrift spricht.
  • Es gibt wohl kein Buch, mit dem mehr Schindluder getrieben wurde, als die Luther-Bibel. Schon die weit verbreitete krankhafte Wahnvorstellung, daß die Bibel gegen die Lehre der Kirche zeuge, ist auf die Agitation mit der „Lutherbibel“ zurückzuführen.
  • Daß bis in unsere Gegenwart hinein das Luther-Deutsch seiner „Bibel“ gerühmt wird, ist unbegründet.

Zwar hat Luther die Bibel in ein mitteldeutsches Idiom übersetzt, doch waren seine Quellen- und Sprachkenntnisse gering. Luther beherrschte das Latein ziemlich gut und seine „Übersetzungen“ basieren weitestgehend auf Übertragungen aus dem Latein. Griechisch und Hebräisch, die Sprachen der Urtexte, beherrschte er hingegen nur in dürftigem Maße, teils gar nicht. Das AT wurde nicht von Luther, sondern von seinen Mitarbeitern an der Universität Wittenberg übersetzt.

Trotzdem war seine „Bibel“ dank dem inzwischen entwickeltem Buchdruck und eines geradezu irrsinnigen Hypes ein ausgesprochener Bestseller. Sein NT und Teilübersetzung des AT erlebten bis 1525 22 autorisierte Auflagen und 110 Nachdrucke, so daß damals rund ein Drittel aller lesekundigen Deutschen dieses Buch besaß.

Auf die „Lutherbibel“ waren die Deutschen bis in unsere Gegenwart hinein sehr stolz, doch trennte sie die Lutherbibel sowohl von den romanischen Völkern als auch von der ganzen katholischen Welt, was zur „Indizierung“ der Deutschen im 20. Jahrhundert nicht wenig beigetragen haben dürfte. Daß heute viele protestantische Territorien teils entdeutscht, teils entchristlicht sind, ist gerade auch auf die „Lutherbibel“ zurückzuführen.

Übersetzung des Neuen Testaments

Luther weilte vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 auf der Wartburg. Dort beschäftigte er sich mit der „Bibelübersetzung“, d. h. der Übersetzung des Neuen Testaments ins Mitteldeutsche. Luther übersetzte fast ausschließlich aus dem allgemein verbreiteten NT-Text der Vulgata. Zwar wird behauptet, daß er auch die „Griechische Bibel des [[Erasmus von Rotterdam|“ verwendet habe, doch konnte Luther viel zu wenig Griechisch, um aus dem Griechischen übersetzen zu können.

Übersetzung des Alten Testamens

Zehn Jahre nach dem umstrittenen Wartburgaufenthalt legte Luther eine komplette Überstzung des Alten Testamentes vor. Zwar beherrschte Luther das Hebräische gar nicht, doch hatte er mehrere sprachkundige Mitarbeiter. Luthers „Übersetzungsarbeit“ beschränkte sich weitgehend auf die Redaktion der von diesen Mitarbeitern erarbeiteten deutschen Texte. Bei der Übersetzung bediente man sich der damals wiederentdeckten „Handschriften der Masoreten“.

Mängel der Arbeit

Im Gegensatz zur seit Jahrhunderten tradierten Legende hatte Luther keinerlei Ehrfurcht vor der Heiligen Schrift. Wenn er von „sola scriptura“ sprach, dann meinte er „seine“ Lutherbibel, die er in der Tat absolut setzte und gern zum Weltgesetz gemacht hätte. Daß es dazu nicht kam, lag nicht an seinem mangelnden Fanatismus.

Die patologische Egozentrik Luthers schlug massiv auf seine „Übersetzungsarbeit“ durch. Die gesammte Lutherbibel zeugt viel eher von Luthers umwölktem Geist als von der tatsächlichen Offenbarung Gottes in Heiliger Schrift. Davon zeugen auch unzählige Fehler im übersetzten deutschen Text, Fehler, die sinnentstellend und verfälschend sind. Es ist klar, daß all' diejenigen, die auf Luthers Bibel angewiesen waren, und das waren sehr viele Deutsche in den kommenden 400 Jahren, vom Wortlaut des offenbarten Gotteswortes abgeschnitten wurden. Das Luthertum war eine Neu-Religion, veritable Häresie, und diese ging nicht zuletzt von der Lutherbibel aus. Die Kirche hatte nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, die Lutherbibel zu verbieten und einzuziehen.

Kanon

Die Veränderung des Kanon, wie Luther sie vornahm, ist eindeutig illegitim und entwertet seine „Übersetzung“ vollständig. Die Spätschriften des Alten Testaments gliederte Luther als sog. Apokryphen aus dem Alten Testament aus, so daß letzteres bei Luther wieder den Umfang des jüdischen Kanons hat. Luther hat die Apokryphen jedoch auch übersetzt, sie in einem eigenen Bibelteil zwischen den Testamenten untergebracht und auch über sie gepredigt. Das Buch Sirach wurde im Luthertum sogar ausgesprochen populär, wie viele Predigten und auch das bekannte Lied „Nun danket alle Gott[2] bezeugen.

Die Schriften des Neuen Testaments ordnete Luther eigenwillig an. Diejenigen Schriften, die er für theologisch fragwürdig hielt (sic!!!), nämlich Hebräerbrief und Jakobusbrief, verbannte Luther an das Ende des NT.

Übersetzungsfehler bei Luther

Die sachlichen und sinnentstellenden Fehler Luthers bei seiner Übersetzung sind so zahlreich, daß seine Arbeit akademischen Standards in keiner Weise genügt. Viele eklatante Fehlübersetzungen Luthers wurden bis ins 20. Jh. hinein tradiert, dies eine Folge der götzenhaften Verehrung der „Lutherbibel“.

Bei Luther kommen Worte vor, die es analog weder im Lateinischen, noch in den anderen biblischen Sprachen gibt, so „Kaninchen“, „Einhorn“, „Buchsbaum“ und andere. Man kann also nicht einmal von Übertragung reden, sondern von reiner übersetzerischer Manipulation.

Luthers Bibel lieferte dem neuhochdeutschen Wortschatz etliche griffige Formulierungen, die jedoch oft völlig außerhalb des Sinngefüges der Bibel stehen. Ein sprichwörtlich gewordener Beitrag aus Luthers engerer Heimat ist die Wendung „sein Scherflein beitragen“.[3] Der Scherf war eine Erfurter Scheidemünze und ist z. B. im Stadtmuseum Erfurt in zahlreichen Prägungen zu besichtigen.

Beispiele

Bibelstelle Bibel „Lutherbibel“ Infos
Joh. 10, 22 Tempelweihe Kirchweihe Im jüdischen Lande von „Kirchweihe“ zu reden ist eindeutig falsch übersetzt.
Mar. 14, 51 Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut und sie griffen ihn. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut und die Jünglinge griffen ihn. Von „Jünglingen, die ihn griffen“ steht nichts in der BIbel. Luther war schlicht durcheinander und fortan galt die falsche Übersetzung als „inspiriert“.
Mat. 23, 5 Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang. Alle ihre Werke aber tun sie, daß sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren Kleidern groß. Der jüdische Gebetsriemen wird zum „Denkzettel“, die Quasten werden zu Säumen. Die falsche Übersetzung macht das Verständnis des Mt 23,5 Gemeinten unmöglich.
Mt 27,46/Mk 15,34 Eli, Eli, lama sabachthani. Eli, Eli, lama asabthani. Hier bringt Luther nicht den transkribierten Text „Eli, Eli, lama sabachthani“, der so auch in den griechischen Quellen – und allen anderen Übersetzungen (in jede Sprache!) – steht, sondern „Eli, Eli, lama asabthani“. das ist der Text nach Psalm 22, 1.
Joh. 20,1 und passim Erster Tag der Woche Sabbater Das Wort „Sabbater“ ist eine Erfindung Luthers und verwirrt die Lutherübersetzung ins völlig Unvertändliche hinein. Dort, wo Luther „Sabbater“ bringt, ist stets der erste Tag der Woche, also gerade nicht der „Sabbat“ gemeint.

Zwingli zu Luthers Überheblichkeit

„Daran tust du doch, meines Bedünkens etwas Unrecht. Denn so man betrachtet, welche uns die Heilige Schrift vorgetragen haben durch das Mittel und Instrument der Sprachen, so mußt du Erasmus zu unsern Zeiten und Valla vor einigen Jahren und den frommen Reuchlin und Pelikan erkennen, ohne deren Hilfe weder du noch andere nützlich wären.

Ich verschone dein hie, lieber Luther, treffentlich, denn du in viel schreiben und Sendbriefen und sonst noch viel stolzer dich gerühmt hast, darum man dich wohl sollte ausstäuben, denn in der Wahrheit, so weißt du wohl, daß zu der Zeit, da du dich herausstelltest, gar eine große Menge derer war, die in dem Lesen und Sprachen viel geschickter waren als du.“[4]


Verweise



Einzelnachweise

  1. so das Konzil von Trient
  2. Sirach 50, 24 - 26
  3. vgl. Lk 21, 2
  4. Zit. nach Alzog: Kirchengeschichte. Freiburg 1872, S. 154