Leopold I.

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  • Leopold Ignatius Joseph Balthasar Felician
  • * 9. Juni 1640
  • † 5. Mai 1705
  • 1658 - 1705
Kaiser Leopold I.


Consilio et industria[1]


Leopold I. war König und Kaiser.


Leben

Leopold war der zweite Sohn Kaiser Ferdinands III. und der spanischen Infantin Maria Anna. Sein Bruder war König Ferdinand IV. Leopold war für eine geistliche Laufbahn vorgesehen. Er sollte Bischof von Passau werden. Daher wurde ihm eine hervorragende Bildung zuteil.

Nach dem überraschenden Tod seines Bruders, der Deutscher König und König von Ungarn und Böhmen gewesen war, wurde Leopold mit erst vierzehn Jahren dessen Erbe. Er wurde zum König von Ungarn und zum König von Böhmen gekrönt.

Wahl

Diese Wahl fand nach dem Tod Kaiser Ferdinands III. statt, dem das längste Interregnum seit dem 13. Jahrhundert folgte. Erst nach langwierigen Verhandlungen mit den Kurfürsten konnte sich Leopold gegen den französischen König Ludwig XIV. und dessen Kandidaten Herzog Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg sowie Erzherzog Leopold Wilhelm und Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern, die ebenfalls ihr Interesse bekundet hatten, durchsetzen. Die Wahl erfolgte am 18. Juli und die Krönung am 1. August 1658 im Kaiserdom St. Bartholomäus zu Frankfurt.

Wähler

  1. Johann Philipp von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Karl Kaspar von der Leyen, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Maximilian Heinrich von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Ferdinand Maria, Kurfürst von Bayern
  5. Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen
  6. Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
  7. Karl I. Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein
  8. Leopold I., König von Böhmen, König von Ungarn

Herrschaft

Die Regierungszeit Leopolds war durch einen erneuten großartigen Aufstieg der kaiserlichen Macht geprägt. Von einer Schattenexistenz des Imperiums nach dem Dreißigjährigen Krieg kann demnach keine Rede sein. Leopold führte mit seinen Feldherren Montecuccoli, Karl von Lothringen und Prinz Eugen einen langandauernden siegreicher Kampf gegen die Pforte.

Nachdem im Jahre 1671 die Häupter einer Magnatenverschwörung hingerichtet wurden, provozierten die von Frankreich finanzierten Ungarn eine türkische Offensive, die zur Belagerung Wiens im Jahre 1683 führte. Ein Reichsheer entsetzte gemeinsam mit einem polnischen Heer unter König Jan Sobieski im September das belagerte Wien. Eine sich anschließende große Offensive unter Prinz Eugen führte zur Befreiung Budas und Belgrads. Im Friede von Karlowitzgewann Österreich Ungarn, Siebenbürgen und Podolien. Damit war die türkische Gefahr für Mitteleuropa endgültig gebannt. In den befreiten Gebieten werden neue, meist deutsche Bevölkerungen angesiedelt.

Seit dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Gefahr, die vom Königreich Frankreich ausging. In immer neuen Kriegen verheerte Frankreich die westlichen Gebiete des Reichs, in den Friedensschlüssen von Aachen, Nimwegen, St. Germain und vielen anderen vertragsähnlichen Akten minderte Frankreich die Territorien des Reichs und des Erzhauses. Unterstützung empfing Leopold von Brandenburg her, der Krönung des brandenburger Markgrafen zum König in Preußen legte er deshalb keine Steine in den Weg.

Der Tod seines kinderlosen Bruders Ferdinand machte Leopold zum Erben im Erzhause. Leopold war wie sein Vater er ein hochbegabter Komponist. Der Ausbau des barocken Wiens ist ihm zu danken. Er gründete die noch heute (als Karrikatur) bestehenden Universitäten von Olmütz, Breslau und Universität Innsbruck.

Kirchenpolitik

Der Kaiserhof war wie der Kaiser selbst vom katholischen Geist geprägt. Der Kaiser hatte keine außerehelichen Affären. Mätressen wie am französischen Hof gab es nicht. Starken Einfluß hatten verschiedene Geistliche wie der Jesuit und spätere Bischof Emerich Sinelli, der Kapuziner Marco d’Aviano, der Franziskaner Christoph de Royas y Spinola und der Augustiner Abraham a Sancta Clara. Marco d’Aviano predigte während der Türkenkriege seit 1683 erfolgreich mobilisierend im Sinne der alten Kreuzzüge.

Judenpolitik

Zur Finanzierung der Kriege spielten jüdische Finanziers und Hofjuden, insbesondere aus Frankfurt, wie Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer, eine wichtige Rolle. Dies stand im Gegensatz zu seiner antijüdischen Politik in den Erbländern. In diesen Zusammenhang gehört die Vertreibung der Juden in den Jahren 1670/71 aus Wien. Die einst blühende Gemeinde in Wien war im Unteren Werd jenseits der Stadtmauer angesiedelt. Sie wurde des Landes verwiesen (gesera), und als Dank dafür benannte die Wiener Bevölkerung das Gebiet in Leopoldstadt zu Ehren des Kaisers um, den heutigen 2. Wiener Gemeindebezirk. Einige vertriebene Juden siedelte Paul I. Fürst Esterházy in den Siebengemeinden rund um Eisenstadt an. Andere wurden vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach Berlin geholt.

Ehe

  1. Margarita Teresa von Spanien
  2. Klaudia Felizitas von Tyrol
  3. Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg

Verweise



Einzelnachweise

  1. Durch Rat und Fleiß [zum Ziel]