Lagarde, Paul de

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  • Paul Anton de Lagarde; Paul Anton Bötticher
  • * 2. November 1827 in Berlin
  • † 22. Dezember 1891 in Göttingen


Paul de Lagarde war ein deutscher Kulturphilosoph und Orientalist.


Leben

Lagardes schulische Ausbildung erfolgte am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin, ab 1844 studierte er evangelische Theologie bei den Professoren Ernst Wilhelm Hengstenberg und August Neander sowie Orientalistik bei Friedrich Rückert. Im Wintersemester 1844/45 belegte er zusammen mit Max Müller bei Rückert Persisch. 1849 beendete Lagarde sein Studium mit der Dissertation „Initia chromatologiae arabicae“. Er wechselte an die Universität Halle und konnte sich 1851 mit der Arbeit Arica habilitieren.

Werke

  • Initia chromatologiae arabicae (1849)
  • Arica (1851)
  • Konservativ? (1853)
  • Über die gegenwärtigen Aufgaben der deutschen Politik (1853)
  • Didascalia apostolorum syriace (1854)
  • Anmerkungen zur griechischen Übersetzung der Proverbien (1863)
  • Genesis graece (1868)
  • Über das Verhältnis des deutschen Staates zu Theologie, Kirche und Religion. Ein Versuch Nicht-Theologen zu orientieren (1873)
  • Über die gegenwärtige Lage des deutschen Reichs. Ein Bericht (1875)
  • Armenische Studien (1877)
  • Symmicta (1.1877–2.1889)
  • Semitica (1878)
  • Deutsche Schriften (1878, 5. Auflage 1920, versammelt fortlaufend alle politischen Schriften)
  • Orientalia (1.1879–2.1880)
  • Persische Studien (1884)
  • Juden und Indogermanen (1887)
  • Übersicht über die im Aramäischen, Arabischen und Hebräischen übliche Bildung der Nomina (1.1889–2.1891)

Posthume Ausgaben

  • Erinnerungen aus seinem Leben für die Freunde zusammengestellt von Anna de Lagarde. Kaestner, Göttingen 1894.
  • Gedichte. Gesamtausgabe, besorgt von Anna de Lagarde. Horstmann, Göttingen 1897
  • Erinnerungen an Friedrich Rückert. Dieterich, Göttingen 1897
  • Schriften für Deutschland. Hrsg. von August Messer. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1933
  • Bekenntnis zu Deutschland. Auswahl aus seinen Schriften. Hrsg. von Friedrich Daab. Diederich, Jena 1933
  • Nationale Religion. Hrsg. von Georg Dost. Diederichs, Jena 1934
  • Franz Overbecks Briefwechsel mit Paul de Lagarde. Hrsg. von Niklaus Peter und Andreas Urs Sommer. In: Zeitschrift für Neuere Theologiegeschichte 3, 1996, S. 127–171.

Literatur

  • Ludwig Techen: Lagarde, Paul Anton de. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 531–536.
  • Robert W. Lougee: Paul de Lagarde. 1827–1891. A study of radical conservatism in Germany. Harvard University Press, Cambridge 1962
  • Hans Walter Schütte: Lagarde und Fichte. Die verborgenen spekulativen Voraussetzungen des Christentumsverständnisses Paul de Lagardes. Mohr, Gütersloh 1965
  • Göttinger Arbeitskreis für syrische Kirchengeschichte (Hrsg.): Paul de Lagarde und die syrische Kirchengeschichte. Göttingen 1968
  • Jean Favrat: La Pensée de Paul de Lagarde (1827–1891). Contribution à l’étude des rapports de la religion et de la politique dans le nationalisme et le conservatisme allemands au XIXème siècle. Atelier de Reproduction des Thèses, Univ. de Lille III u. a., Lille u. a. 1979
  • Jürgen Schriewer: Lagarde, Paul de. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982
  • Hans-Georg Drescher: Ernst Troeltsch und Paul de Lagarde. In: Mitteilungen der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft 3, 1984, S. 95–115.
  • Roman Heiligenthal: Lagarde, Paul Anton de. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 20, de Gruyter, Berlin/New York 1990
  • Michael Welte: Lagarde, Paul Anton de. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992
  • Andreas Urs Sommer: Zwischen Agitation, Religionsstiftung und „hoher Politik“. Paul de Lagarde und Friedrich Nietzsche. In: Nietzscheforschung. Ein Jahrbuch. Bd. 4, 1998, S. 169–194

Zitate

  • Das Deutschtum liegt im Gemüt, nicht im Geblüt.
  • Je mehr latente Fürsten unter einem Volke leben, desto sicherer ist ihm die Monarchie: Wir begreifen und lieben nur das. was wir selbst sind oder sein können. Unten Volk, dann eine lange Weile gar nichts, und oben ein Dalai Lama in Uniform, so verstehen wir die Monarchie nicht.[1]
  • Bildung ist die Fähigkeit Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden und jenes ernst zu nehmen.

Verweise



Einzelnachweise

  1. Deutsche Schriften