Karl V.

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Kaiser Karl V.
  • * 24. Februar 1500 in Gent
  • † 21. September 1558 im Kloster Hl. Hieronimus von Yuste in Extremadura


Karl V. war von 1519 bis 1556 Deutscher König.


Plus ultra[1]


Wahl

Bei dieser Wahl gab es keinen wirklich "deutschen" Kandidaten; die beiden Hauptbewerber waren Karl, Herzog von Burgund, der kurz zuvor König von Spanien geworden war, sowie Franz I., der König von Frankreich. Außerseiterkandidat war Heinrich VIII., König von England. Obwohl Karl Habsburger sowie Enkel des verstorbenen Kaisers Maximilians I. war, sprach er lieber Französisch als Deutsch und wurde von den Deutschen als ebenso fremd wie Franz empfunden. Der Versuch, das Reich dem Monarchen einer fremden Macht, in diesem Fall Spaniens, zu überantworten, war noch nie unternommen worden. Allerdings war das Heilige Römische Reich auch mit Frankreich seit der Zeit der Karolinger nicht mehr durch ein gemeinsames Oberhaupt verbunden gewesen.

Karl konnte die Wahl letztlich durch seinen größeren Reichtum für sich entscheiden. Er konnte auf die Stimme des Königs von Böhmen, seines Schwagers, zählen. Obwohl die Einzelheiten der Wahl nie öffentlich wurden, ist es möglich, daß die Kurfürsten den Kurfürst von Sachsen wählten, der die Wahl aber ablehnte. Am Ende wurde Karl gegen Bedenken des Kurfürsten von Brandenburg einstimmig gewählt.

Wähler waren:

  1. Albrecht, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Richard von Greiffenklau zu Vollrads, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Hermann V. von Wied, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Ludwig II. von Böhmen und Ungarn
  5. Ludwig V., Pfalzgraf bei Rhein
  6. Friedrich III., Kurfürst von Sachsen
  7. Joachim I., Kurfürst von Brandenburg

Herrschaft

Karl war der Sohn Philipps des Schönen und dessen Gattin Johanna. Philipp der Schöne war der Sohn von Kaiser Maximilians I.. Philipp hatte als spanischer König nie die deutsche Königswürde erworben, im Gegensatz zu seinem Sohn Karl, der als Nachfolger seines Großvaters und Chef des Hauses Habsburg über ein Weltreich gebot, zu dem inzwischen auch Spanisch-Amerika gehörte.

Karl V. war von 1516 an König Karl I. von Spanien.[2] Er wurde im Jahre 1519 zum römisch-deutschen König gewählt; nach seiner Krönung im Jahre 1520 war er Kaiser des HRRDN. Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher Herrscher, durch Papst Klemens VII. in Bologna zum Kaiser gekrönt. Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde.

Sein lebenslanger Einsatz für die Freiheit des Reiches wurde ihm von den Fürsten nicht gedankt, die die geistige und religiöse Einheit und die kosmische Harmonie des Reiches zugunsten schnöden Gewinnes leichtfertig störten. Im Jahre 1556 dankte Karl - als erster Kaiser nach Lothar I. - ab und zog sich in das spanische Kloster HL. Hieronymus von Yuste zurück.[3]

Kaiser Karl V. tritt ins Kloster ein (Rethel)

Luther und "Reformation"

Mit der Reformation hatte sich Karl 1521 in Worms zu beschäftigen, wo Luther frech auftrat und angeblich "Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ rief und 1530 in Augsburg, wo man ihm die "Confessio Augustana“ vorlas und sorgfältig jede Erwähnung der kirchenfeindlichen Positionen der Protestanten vermied.

Karl siegte im Jahre 1547 beim heute brandenburgischen und 2002 überfluteten Mühlberg/Elbe und besuchte bei dieser Gelegenheit in Wittenberg das Grab des im Vorjahre verstorbenen Luthers[4], das er sich weigerte zu schänden: "Ich kämpfe nicht gegen Leichen!“

Reichstag Augsburg 1530

Joachim von Brandenburg verlas folgende Erklärung des Kaisers:

Auf dem Reichstag von Augsburg 1530

"Seine Majestät kann nicht einräumen, daß das übergebene Bekenntnis auf das Evangelium gegründet sei; sonst müßten deren Vorfahren, Kaiser und Könige und auch des Kurfürsten von Sachsen und anderer Fürsten löbliche Voreltern für ketzerische gehalten werden. Auch sei weder in irgendwelchen Schriften noch im Evangelium zu finden, daß man jemand das seine mit Gewalt nehme und danach sage, man könne es mit gutem Gewissen nicht wieder herausgeben. Der Kaiser hat auch ein Gewissen und gedenke viel weniger in ihrer Meinung von der heiligen, christlichen Kirche und dem wohlhergebrachten Glauben abzuweichen als der Kurfürst von Sachsen und dessen Mitverwandte."

Am 19. November erschien der Reichstagsabschied, hier verkündete der Kaiser, daß er gemeinsam mit den katholischen Fürsten den alten Glauben verteidigen wolle.

Karl V. und Karl Loewe

Dem Andenken Karls V. widmete der pommersche Komponist Karl Loewe den Lied-Zyklus op. 99, der in vier Liedern das Leben und Wirken Karls darstellt:

  1. Die Taufe Karls in Gent,
  2. Die oben erwähnte Episode aus dem Schmalkaldischen Krieg,
  3. Der ebenfalls oben erwähnte Eintritt Karls in das Kloster des Hieronymusordens und
  4. Der Tod Karls in selbigem Kloster.

Ehe

Karl heiratete im Jahre 1526 Isabella von Portugal, die den König in der dreizehnjährigen Ehe intensiv unterstützte. Nach dem Tod Isabellas heiratete Karl nicht wieder.

Kinder

  • 1527 - Philipp, spanischer Thronfolger,
  • 1528 - Maria, Gemahlin Kaiser Maximillians,
  • 1529 - Ferdinand, + 1530,
  • 1535 - Johanna, spätere Königin von Portugal und
  • 1539 - n. starb mit seiner Mutter nach der Geburt.

Literatur

  • Reinhold Schneider: Karl V. Erbe und Verzicht. Köln / Olten 1958.
  • Manuel Fernández Álvarez: Imperator mundi: Karl V. – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Stuttgart 1977
  • Karl Brandi: Kaiser Karl V. Werden und Schicksal einer Persönlichkeit und eines Weltreiches. 5. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1959
  • Sigrid-Maria Größing: Karl V. – Herrscher zwischen den Zeiten und seine europäische Familie. Amalthea. Wien 1999
  • Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie. C. H. Beck, München 1999 (mehrere Neuauflagen)
  • Ernst Schulin: Kaiser Karl V. Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereichs. Kohlhammer, Stuttgart 1999
  • Ferdinand Seibt: Karl V. Goldmann, München 1999
  • Luise Schorn-Schütte: Karl V. Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit. Beck, München 2000


Verweise



Einzelnachweise

  1. Immer weiter!
  2. spanisch "Carlos I"
  3. Etwa 150 km westlich von Madrid, unterhalb der Sierra de Gredo, nahe Jarandilla de la Vera.
  4. † 18. 2. 1546