Fichte, Johann Gottlieb

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Johann Gottlieb Fichte war ein Philosoph aus der Lausitz.


Leben

  • 1791 besuchte Fichte Kant in Königsberg
  • 1799 Fichte wurde wegen Verbreitung atheistischer Ideen und Gottlosigkeit verklagt und zum Rücktritt gezwungen.
  • 1805 Lehrstuhl für Philosophie in Erlangen
  • 1807 war er Zensor der Januarschen Zeitung in Königsberg, wurde entlassen
  • Wenige Jahre darauf, 1810, bekam er die Position des Dekan der philosophischen Fakultät und für kurze Zeit war er der erste gewählte Rektor der Berliner Universität.
  • 1789 Freimaurer in mehreren Logen mit sehr großem Engagement.
  • Mitglied der Deutschen Tischgesellschaft
  • Anhänger der Französischen Revolution
  • Grabspruch: "Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich."


Positionen

Der geschlossene Handelsstaat

"Der geschlossene Handelsstaat" ist ein Werk Fichtes aus dem Jahre 1800. In ihm formuliert Fichte ein utopisches Gesellschaftsmodell, eine Art sozialistische Gesellschaft auf nationalstaatlicher Grundlage, die man als abwegig bezeichnen muß.

Atheismußtreit

Fichte war Pantheist und als Pantheist Atheist:

"Aber die Erscheinung[1] ist nur inwiefern sie sich versteht. Sie ist darum auch innerlich und qualitativ nur dasjenige, was als Erscheinen Gottes verständlich ist, und schlechthin nichts Anderes."[2]

Im Atheismußtreit, den Friedrich Karl Forberg mit einem Artikel im Philosophischen Journal mit einem zustimmenden Nachwort von Fichte 1798 ausgelöst hatte, postulierte Fichte mit Forberg, die Existenz Gottes sei nicht notwendig für die Errichtung einer moralischen Wertordnung, allerdings sei der Glaube an Gott, verbunden mit einer göttlichen Moral, unumgänglich.

Während Kant von der Existenz Gottes ausging und seine These untermauerte, die Existenz Gottes sei notwendig im Hinblick auf die Bedingungen der Möglichkeit sittlichen Handelns, sah Fichte nur die Notwendigkeit zu einer "moralischen Weltordnung“. Diese müsse nicht zwingend auf eine höhere Instanz – also Gott – zurückgeführt werden.

Die aktive Weltordnung selbst ("ordo ordinans“) könne man als Gott bezeichnen. Wer dies aber tut, der "verkennt die unmittelbare Beziehung des Gottesbegriffs zum moralischen Bewusstsein“ und ist, so Fichte, der wahre Götzendiener und Atheist.“

Französische Revolution

Fichte begrüßte in völlig unangemessener Weise die kriminelle [[Französische Revolution.

Reden an die deutsche Nation

In den Reden ruft Fichte im Bereich der Bildung zu einer Nationalerziehung nach dem Vorbild von Johann Heinrich Pestalozzi auf, die das menschliche Verhältnis zur Freiheit in der Vernunft- und Werterziehung verankern soll.

Staatslehre

Für Fichte ist nicht die Nation Quelle des Staatswillens, sondern eine Sittlichkeit, die in der Erziehung zur Religion ihre Aufgabe findet:

"Die Erziehung zur wahren Religion ist … das letzte Geschäft der neuen Erziehung. … es sei nicht die bloße Sittlichkeit, die da treibt, - denn diese will einen Zweck, sondern es ist die Religion, die Ergebung in ein höheres und unbekanntes Gesetz.“

Der Staat hat also für ihn vorzüglich einen religiösen Auftrag. Allerdings sieht Fichte, das Reich als eine völkische Organisation der Freien, in der für die Fürsten letztlich kein Platz ist.

An die Stelle der Fürsten soll ein Universalmonarch treten, der aber wegen der auswärtigen Bindungen nicht von Habsburg sein könne, sondern ein Hohenzoller sein müsse. Dies eine für Berliner Professoren typische Position. Fichte kann als theoretischer Begründer des kleindeutsch-preußischen Erbkaisertums gelten.


Verweise


Einzelnachweise

  1. Schöpfung
  2. Das ist vollendeter Pantheismus (Leugnung der absoluten Verschiedenheit von Gott und Schöpfung), d.h. Atheismus!