Ferdinand II.

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  • 1619 - 1637
Kaiser Matthias


Legitime certantibus[1]


Ferdinand II. war König und Kaiser.


Wahl

Diese Wahl, die auf den Tod Kaiser Matthias' am 20. März 1619 folgte, fiel mit den Anfängen des Dreißigjährigen Krieges zusammen.

Zwei Tage vor der Wahl hatten die böhmischen Stände Ferdinand abgesetzt und Friedrich V., den Kurfürsten von der Pfalz, zum König von Böhmen gewählt. Die anderen Kurfürsten weigerten sich trotzdem, eine Abordnung der böhmischen Stände anzuhören, und erkannten Ferdinand gegen den Protest der Delegation von Kurpfalz als Inhaber der böhmischen Kurwürde an. Der Pfalzgraf bei Rhein stimmte zunächst für Maximilian I., Herzog von Bayern, zog die Stimme aber zurück und stimmte ebenfalls für Ferdinand.

Da diese Wahl nur sieben Jahre nach der vorherigen stattfand, hatten außer dem König von Böhmen dieselben Personen wie 1612 die Ämter inne, und auch die religiöse Aufteilung unter den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl.

  1. Johann Schweikhard von Kronberg, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Lothar von Metternich, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Ferdinand von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Ferdinand II., König von Böhmen, König von Ungarn
  5. Friedrich V., Pfalzgraf bei Rhein, mit Anspruch auf die Böhmische Krone
  6. Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen
  7. Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg

Herrschaft

Auf Ferdinand lastete sowohl die Bürde des Krieges als auch die Aufgabe der rechtgläubigen Reformierung des Reiches und der eigenen Territorien, eine Aufgabe, der er sich lebenslang mit großer Hingabe entledigte. Protestantische Prediger und Lehrer wurden ausgewiesen, Lehre und Verkündigung auf einen festen kirchlichen Boden gestellt und überall die Meßfeier ermöglicht. Der Aufstand der böhmischen Kalvinisten wurde von den notorischen Fürsten schändlich ausgenutzt. Doch Ferdinand gelang in der Schlacht auf dem Weißen Berge in Prag am 8. November 1620 ein großartiger Sieg über die gottlosen Rebellen. Am 21. Juni 1621 wurden die Anführer der Verbrecher auf dem Altstädter Ring in Prag hingerichtet.

Höhepunkt der Regierung Ferdinands war das "Restitutionsedikt“, in dem er versuchte, die ungeheueren Räubereien am Kirchengut zu ahnden. Als die segensreiche Erneuerung des Imperiums unter Ferdinands Regentschaft fast vollendet war, erschienen 1630 die Schweden in Pommern und begannen einen unbeschreiblich grausamen Raubzug.

Zwar gelang es dem frommen und untadeligen General Tilly, Magdeburg zu sichern, doch stießen die Schweden mordend und sengend bis tief nach Bayern hinein. Im Jahre 1633 erhoben sich die protestantischen Stände erneut gegen das Imperium. In dieser Situation ließ sich der Kaiser zum Bruch mit Wallenstein hinreißen, dessen militärisches Genie er fortan entbehren mußte.

Im Frieden von Prag erneuerte Ferdinand die Zusammenarbeit mit den protestantischen Ständen, die sich in manchen Situationen bewährte. Leider mußte er in diesem Zusammenhang auf die Lausitz verzichten, ein Land, das dem Haus Habsburg bis zum heutigen Tage in tiefer Dankbarkeit verbunden ist.

Ferdinand war einer der größten Herrscher des Erzhauses. Obwohl er unablässig Krieg führen mußte, dankt ihm Deutschland Jahrhunderte des Friedens und der Freiheit.

Ehe

  1. 23. April 1600 in Graz: Maria Anna von Bayern
  2. 2. Februar 1622 in Innsbruck: Eleonore von Mantua

Verweise



Einzelnachweise

  1. Mit den ehrlich Kämpfenden