Erbmonarchie

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Aus folgenden Gründen ist die Erbmonarchie die dem göttlichen Naturgesetz entsprechende Regierungsform:


Erbmonarchie entspricht dem natürlichen Werden eines Volkes

Weder ein Volk noch eine Nation sind entstanden durch einen Gesellschaftsvertrag, bzw. durch freiwilligen Zusammenschluß der Einzelnen. Völker und Nationen haben sich ganz natürlich aus einer oder mehreren Familien entwickelt. Ebenso natürlich hat sich im Volksstamm und später in der Nation eine Führer-Familie erhalten, in der sich das Führerrecht vom Familienältesten her an den jeweiligen Ältesten weitervererbt. Haben sich mehrere Stämme zu einem Volk oder mehrere Völker zu einer Nation zusammengeschlossen, so wird die regierende Dynastie durch Wahl oder durch ein anderes zweckmäßiges Mittel unter den verschiedenen Führerfamilien bestimmt.

Königsfamilie ist durch Jahrhunderte mit ihrem Volke verwachsen

Das Schicksal des Volkes ist das Schicksal des Königshauses. Geschichte und Kultur des Volkes lebt im höchsten Grade in der Dynastie und im Herzen eines Erbmonarchen. Deshalb sahen die Völker sehr oft in ihrem Monarchen ihren "Landesvater". Nicht nur die legendären Könige der Vergangenheit, sondern auch die langlebigen Monarchen unserer Zeit erfreuen sich der kindlichen Zuneigung ihrer Völker.

Erbmonarch ist fähiger ein Land zu regieren als ein gewählter

Es ist eine Erfahrungstatsache, daß die besten Handwerker aus Handwerkerfamilien, die besten Handelsleute aus Kaufmannsfamilien, die besten Künstler aus Künstlerfamilien, - und die besten Regenten aus Regentenfamilien stammen. Erbveranlagung und Erziehung in einer Königsfamilie machen den geborenen König zum einsichtigen Regenten.

Was andere Staatschefs sich aneignen müssen, liegt einem Erbmonarchen in Blut und Seele. Ein mit dem historischen Prestige seiner Dynastie ausgestatteter Herrscher bei entsprechend sorgfältiger Erziehung und Vorbereitung auf ein Amt der Staatsführung besser geeignet sei, als irgend ein demokratischer Politiker, den die Welle der Parteipolitik hochgetragen hat.

Deshalb sind manchmal junge Könige fähigere Herrscher als alte Präsidenten. Mit Recht schrieb der Rheinische Merkur am 29. Juni 1951 vom 20jährigen König Balduin von Belgien:

"Schmerzlos glitt er aus der ehernen Autorität des Vaters in das Gewand der eigenen Sicherheit. Politiker, die triumphierend meinten, leichtes Spiel zu haben mit dem Jüngling, sitzen nun trübselig auf den verbogenen Gerüsten ihrer Hoffnungen. Baudouin nahm weder Schmeichelei und Erbötigkeit noch Starrsinn und Übelwollen, wie sie ihm da und dort begegneten, zur Kenntnis. Er führte die Deroute der das Palais umkreisenden Intrigen herbei, indem er sie ignorierte. Die Politik besiegte er durch Nichtpolitik."

"Wer dächte daran", - schreibt sehr treffend Gott¬fried Entres, - "die Führung einer Schnellzuglokomotive in die Hand eines aus den Passagieren des Zuges ausgewählten Mannes ohne Vorbildung für den Lokomotivführerberuf zu geben? … Bei den heutigen "demokratischen" Systemen macht man aber solche Experimente." Die Tatsache, daß doch von Zeit zu Zeit große Staats¬männer aus dem Volke hervorgehen und einen Staat vom Untergange retten, erschüttert keineswegs unsere These. Wenn ein Antonio de Oliveira Salazar sein kommunistischfreimaurisch zersetztes Portugal, - und ein Konrad Adenauer sein zerschlagenes und ausgehungertes Deutschland wieder zu geordneten, le-bensmächtigen Staatsgebilden machten, so ist dies gew¬iß ihrem zielsicheren Verantwortungs- und Pflichtge¬fühl, aber auch einer diesen christlichen Staatsmänn¬ern erflehten besonderen Hilfe Gottes zuzuschreiben.

Verantwortungsbewußtsein eines Erbmonarchen ist größer als das eines Wahlregenten

Das ganze Leben eines Erbmonarchen, seine Familie und die Zukunft seiner Dynastie sind im Heil oder Unheil seines Volkes mit einbezogen. Tomas von Aquin weist auf dieses Verantwortungsbewußtsein eines Erbmonarchen hin im IV. Buches seines "De Rege et Regno". Er wirft (mit Aristoteles) Spartanern vor, sich Könige zu wählen, die nicht einmal auf Lebensdauer regieren dürfen. Dadurch, sagt Tomas, wird ihre Königsmacht sehr geschwächt, und es wird den Untertanen leicht gemacht, die Gesetze eines solchen Königs zu umgehen.

Auch wird ein nur für kurze Zeit regierender König sich mittels der Staatsgüter Freunde machen für seine spätere Lebenszeit. Ein König aber, dessen Regierungszeit für immer feststeht, wird für seine Untergebenen und die Staatsbürger Sorge tragen, wie für sein Eigentum; er wird für seine Untergebenen sorgen, wie ein Gärtner für seine Pflanzen, und er wird sie regieren und führen, wie ein Hirt seine Schäflein. Tatsachen aus der Geschichte beweisen diese psychologischen Darlegungen des Aquinaten.

Mit welchem Verantwortungsbewußtsein haben im letzten Krieg z. B. die Könige von Schweden und Belgien sich für ihr Land eingesetzt. Nur der Autorität des schwedischen Monarchen war es zu verdanken, daß dieses Land nicht in den Strudel des letzten Weltkrieges hineingerissen wurde. Und mit welcher Verantwortung hat König Leopold III. von Belgien, während seine Minister ins Ausland flüchteten, sich für das Heil seines Landes eingesetzt, selbst auf die Gefahr hin, später von einer gemeinen republikanischen Parteiclique als "Vaterlandsverräter" verschrien zu werden.

Thronwechsel in der Erbmonarchie vollzieht sich friedlich

Während bei einer neuen Präsidentschaft Parteienhaß und Rivalitäten neu erweckt werden, sind der Tod eines Königs und die Thronbesteigung des Königssohnes ein volkseinigendes Ereignis.

Das Volk denkt nicht in abstrakten Begriffen. Ihm der Inhalt des nationalen Bewußtseins die Krone, der König. Diese Bedeutung der Krone ist letzthin wieder allen klar geworden beim Tode Georgs VI. von England. Winston Churchill brachte diesen Gedanken seiner Gedenkrede mit folgenden Worten zum Ausdruck: "In unserer Generation hat die Monarchie … eine Bedeutung erlangt, die unvergleichlich viel machtvoller ist als alles, was man in den Träumen früherer Zeiten für möglich gehalten hätte. Die Krone ist das geheimnisvolle, ja, ich möchte sagen, das magische Bindeglied geworden, das unser locker zusammengehaltenes, aber eng verflochtenes Commonwealth Nationen und Völker miteinander verbindet."

Erbmonarch ist die zweckmäßigste Persönlichkeit als Staatschef

Eine Persönlichkeit ist nämlich nicht etwa, wie manche glauben, ein genialer Mensch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, oder irgend ein Eigenständiger, der sich rücksichtslos durchsetzt. Eine Persönlichkeit im wahren Sinne ist ein Mensch, der in seinem Wesen, in seinem Denken und Handeln dem Willen Gottes und seiner Berufung entspricht. Dies trifft besonders zu für einen Erbmonarchen, der durch Fügung Gottes die höchste Stelle im Staat einnimmt, da ihm diese von Geburt aus zukommt.

Was für die Nation gilt, gilt auch, mutatis mutandis, für die Einzelgebiete des Landes und für Städte und Dörfer. Warum sollten nicht auch hier Erbfamilien die führende Rolle in der Verwaltung einnehmen? Dadurch würde jedenfalls manchem prinzipienlosen Streber, manchem politischen Abenteurer und manchem bestechbaren Glücksjäger das Handwerk gelegt. Wenn die Politik, selbst die Provinzial und Gemeindepolitik, nicht auf einer natürlich verwurzelten Autorität begründet ist, sondern dem Klassen und Parteikampf überlassen bleibt, wird, um mit Prof. Dr. Iwan Iljin zu sprechen, "das ganze Volksleben zu einem verkappten Bürgerkrieg. Mag dieser Bürgerkampf bisweilen noch in anscheinend "friedlichen" und "gesetzlichen" Formen verlaufen und sich auf skrupellose Agitation, betrügerische Demagogie, Verleumdung, Intrige und heimliche Bestechung der Wähler beschränken, … dann braucht das Land nur einen Krieg zu verlieren, oder eine Inflation mit der damit zusammenhängenden Entwertung und Enteignung zu erleben, oder in eine ernstliche wirtschaftliche Krise zu geraten und der bisher "friedlich" geführte Klassenkampf erhärtet sich zum Bürgerkrieg … Ein Bürgerkrieg ist aber immer erbitterter, grausamer und zerstörender als ein internationaler Krieg".

Die Erbregentenordnung im Staatswesen vom Erbkönig bis hinab zum Erbgemeindevorsteher scheint uns die menschenwürdigste. Sie entspricht am besten der gottgewollten hierarchischen Ordnung naturgewachsener Autorität. Durch eine solche Ordnung von Person zu Person wird eine bessere Staatsharmonie gefördert als durch bürokratische Gebilde, die sich einander unpersönlich gegenüberstehen.

In überaus logisch-klarer Sicht hat der tiefe Denker und Staatsmann Juan Donoso Cortes in seinem Ensayo den gottgewollten hierarchischen Aufbau der menschlichen Gesellschaft dargelegt. Das Staatsideal, das Donoso im Ensayo vertritt, ist das durch den Gegensatz zum Begriff des individualistischen Staates besonders stark betonte Ideal des organischen Staates. Die Individuen werden nicht als Atome, sondern als wesenhaft auf das Gesellschaftsganze bezogen angesehen.

Die den einzelnen umgreifende und bergende Gruppe ist die Familie. Sie ist die erste und fundamentalste der Schöpfungsordnungen. Die Familien gruppieren sich in doppelter Richtung weiter. Vom gesellschaftlichen Gesichtspunkt aus kommt es zur Ständebildung. In politischer Hinsicht streben die Familien den Gemeinden zu, deren Einheit durch Religion, Verwaltung und Besitz gebildet, durch Gotteshaus, Rathaus, Gemarkung und Friedhof als Gemeinschaft der Lebenden und Toten dargestellt und durch Gemeindewappen und Gemeindefahnen symbolisiert wird. Alle diese verschiedenen Gruppen fügen sich zur höheren Einheit des Staates zusammen, dessen Symbol der Thron und dessen Personifikation der König ist.

Freilich soll auch, nach Tomas von Aquin, jedem Regenten ein Rat zur Seite stehen, der an der Regierung des Landes, der Provinz oder der Gemeinde teilnimmt. Die Mitglieder dieses Rates, sagt Tomas, sollen pflichttreue, tugendhafte Männer sein, die als Richter und Führer das Volk leiten sollen.

Auf die Frage, wie weit die Macht des Regenten vom gewählten Rat eingeschränkt werden darf, bzw. begrenzt werden soll, gehen wir absichtlich nicht ein. Die Lösung dieser Frage hängt von zeitbedingten, weltpolitischen Situationen, sowie von völkischen Ver¬anlagungen und Gebräuchen ab. Jedoch muß jedenfalls die eigentliche Staatsführung und die wahre Autorität unveräußerliches Recht des Erbmonarchen bleiben.

Eine Monarchie, die nur Staatsform ist, nicht aber Regierungsform, wird der Idee der Monarchie nicht gerecht. Ein König muß, soll sein Königstitel nicht nur eine leere Bezeichnung sein, die politische Macht innehaben und sie auch tatsächlich von Rechts wegen ausüben können. Er muß eine tatsächliche Machtstellung haben über Militär, Polizei, Ministerrat und Verwaltungsapparat.

Parlament ohne Wahlkampf

Daß jedem Monarchen vom Volke gewählte Mitregenten zur Seite stehen müssen, ist nicht von vornherein einleuchtend. Nimmt man an, daß die Regierungsmacht des Erbmonarchen unmittelbar von Gott kommt, so stellt sich die Frage, woher kommt dann die Berechtigung und die Macht der Mitregierenden? Den Weg einer Lösung weist auch hier der tiefe Denker Tomas von Aquin.

Tomas vergleicht den Staat, bzw. die Nation mit dem menschlichen Körper, in dem das Herz das alle Glieder belebende Zentrum ist. Heute würde Tomas von Aquin sehr wahrscheinlich statt von Herz und Gliedern, von Hirn und Nerven sprechen. Wenn das Hirn den ganzen Menschen beherrscht, so dies doch nur mittels der zahlreichen Nerven, die ihm notwendigen Wahrnehmungen zuführen und die Entschlüsse des denkenden Menschen vom Hirn in die Glieder leiten.

Ähnlich muß es Staate Menschen geben, die alle "Wahrnehmungen", d. h. alle Wünsche, Bitten und Beschwerden, dem Regierenden einer Stadt oder eines Landes zuführen, ihm diese erklären, sie mit ihm abwägen und die gefaßten Entschlüsse wieder dem Volke zur Verwirklichung zuleiten. In diesem Sinne haben die Mitregierenden einen aktiven Anteil an der gottverliehenen Macht des Monarchen.


Verweise