Rinck, Christian Heinrich

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  • Johann Christian Heinrich Rinck
  • * 18. Februar 1770 in Elgersburg
  • † 7. August 1846 in Darmstadt


Christian Heinrich Rinck war ein Thüringer Komponist.


Leben

Rinck war Schüler von Johann Christian Kittel, der noch Schüler von Johann Sebastian Bach gewesen war. Er trat eine Stelle als Stadtorganist in Gießen an. Im Jahre 1803 avancierte er dort zum Universitätsmusikdirektor. 1805 wurde er in Darmstadt Kantor und Organist der Stadtkirche, später Hoforganist und Kammermusiker von Großherzog Ludwig I. Zudem wirkte Rinck als Musiklehrer und als Musikkritiker.

Christian Heinrich Rinck galt schon früh als einer der besten Organisten seiner Zeit, wurde als Orgelsachverständiger konsultiert und unternahm mehrfach Konzertreisen. Bedeutendes Ansehen gelangte Rinck als Komponist von Orgelmusik, besonders als Verfasser der weltweit stark verbreiteten sechsbändigen Praktischen Orgelschule op. 55.

Werk

Als Zeitgenosse von Mozart, Beethoven und Schubert war Christian Heinrich Rinck ein fruchtbarer Komponist, der Elemente der barocken Polyphonie, der Klassik und der Frühromantik in seinem Personalstil vereinte.

Unter seinen 129 mit Opuszahlen versehenen Werken überwiegen die Orgelwerke. Gerade mit der Orgelmusik und seinen Orgellehrwerken gilt Rinck als herausragende Persönlichkeit der Kirchenmusikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Rinck war bis weit über seinen Tod hinaus weltberühmt.

Sein Ruhm verblaßte erst durch die s. g. "Bachrenaissance" der 1920er Jahre, die das 19. Jahrhundert als "dunkel“ und im Vergleich zur barocken Kirchenmusik als minderwertig einstufte.

Erst seit ca. zwei Jahrzehnten – im Zuge der Wiederbeschäftigung mit der Kirchenmusik des 19. Jh. – wird auch das Schaffen von Johann Christian Heinrich Rinck zunehmend wieder höher und seiner einstigen Bedeutung gerecht werdend eingestuft.

Bibliothek

Rincks Bibliothek, die 473 Musiktitel umfasste, meist handschriftliche Partituren anderer Komponisten und einige Stücke der Bach-Familie, wurde 1853 versteigert. Lowell Mason, ein amerikanischer Sammler, erwarb sie damals. Nach seinem Tode kam die Rinck Collection als Teil von Masons über 1000 Partituren umfassender Sammlung an die Yale University, wo sie sich bis heute befindet.

Verweise