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Schlesien

Schlesien hat als Territorium eine gänzlich eigenartige „nationale“ Geschichte und ist einer eigenen Historiographie wert, die bisher noch nicht geleistet wurde. Diese Skizze bietet die notwendigen Hinweise zur Schaffung einer eigenständigen Schlesischen Geschichte.

Eigentümliche dynastische Entwicklungen führten Schlesien unter die Krone Böhmens, und Schlesien wurde wie Böhmen und Mähren Stammland dieser Krone. Erst die fatale preußische Aggression der Kriege von 1740 bis 1756 brach Schlesien aus dieser harmonischen Trias heraus und leitete eine langfristig verhängnisvolle Entwicklung ein. Der Interpretation, daß ein direkter Weg vom siebenjährigen Krieg zur endgültigen Verwüstung Schlesiens in den Jahren 1945 - 1949 geführt hat, ist zwar widersprochen worden, doch liegt sie, wie wir meinen, aus verschiedenen Gründen zumindest nahe. Es ist evident, daß der tschechische Nationalismus, der in Verbindung mit dem Panslawismus hauptursächlich für die erfolgreiche Revolte gegen Österreich und das Erzhaus wurde, keine Chance gehabt hätte, wenn Schlesien unter der böhmischen Krone geblieben wäre.FN

Das Territorium Schlesiens wird heute oft mit dem der preußischen „Provinz Schlesien“ verwechselt. Dieser Fehler unterläuft selbst geborenen und heimattreuen Schlesier, die nicht einsehen wollen, daß Görlitz, Hoyerswerda und Weißwasser keine schlesischen Gemeinden sind. Wenn man den Teil der Lausitz, der zur preußischen Provinz Schlesien gehörte, „schlesische Niederlausitz“ nennt, wird die Verwirrung komplett. Es ist jedoch eine Tatsache, daß die Westgrenze Schlesiens seit Urzeiten durch Bober und Queis gebildet wird, eine Ausnahme bildete lediglich das Fürstentum Sagan, das bei Lugnitz das Ufer der Lausitzer (!) Neiße erreichte und als schlesisches Fürstentum sozusagen die die schlesischen Grenzen transzendiert.

Im Osten wird die schlesische Grenze repräsentiert durch Myslowitz, das Grenzstadt des Kaiserreichs war und durch Kety. Kety ist geographisch und kulturell gesehen bereits Teil Kleinpolens und gehörte von der ersten polnischen Teilung bis 1920 zu Österreich.

Zu Schlesien ist auch das Ftm. Auschwitz-Zatror zu zählen, zu dem das berühmte Seibusch/Zywiec gehört. Wadowice, die Heimat des weiland Papstes Johannes Paul II. liegt hier an der Grenze nach Polen hinein.

Groß-Schlesien besteht geographisch aus folgenden Teilen:

1.

Oberschlesien (Oppeln, Kattowitz, Beuten)

2.

Niederschlesien (Breslau, Liegnitz, Glogau)

3.

Sudeten (Hirschberg, Waldenburg, Münsterberg)

4.

Beskiden (Bielitz, Friedek-(Mistek, d.h. die Ftmm. Auschwitz-Zator und Teschen)

5.

Mährisch-Schlesien (Freiwaldau, Jägerndorf und Troppau)

In den heutigen politischen Auffassungen der schlesischen Nationalbewegung spielt der Begriff „Gebiet“ keine große Rolle mehr. Dies ist auf die Zerstörung des ethnischen Gewebes nach 1945 zurückzuführen. Der größte Teil Schlesiens ist von Nicht-Schlesiern bewohnt. Gebiete, die ihre autochthone Bevölkerung wahrten, sind das Oppelner Gebiet, das Gebiet der Agglomeration Oberschlesiens (es sei an die Prudnik-Linie erinnert) und das Beskidengebiet auf der polnischen und tschechischen Seite.

Bei einer Neuordnung Europas müssen die „nationalen“ Grenzen, die Schlesien zerschneiden, beseitigt werden und Schlesien als Herzogtum wieder volle Selbständigkeit erlangen. Ein bestimmtes Lehnsverhältnis zur polnischen, böhmischen oder Reichskrone steht dem nicht entgegen.

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