Im Januar 2008 ernannte Präsident Putin Dimitri Rogosin
zum neuen Nato-Botschafter Rußlands. Er gilt als talentierter
Politiker und ausgesprochen flexibel. Rogosin wurde 1963 geboren.
1991 gründete er den „Kongreß russischer Gemeinden“,
eine patriotisch gesinnte Organisation für Russen im Ausland.
Im Jahr 2003 hob er die Partei Rodina aus der Taufe. Aus dem Stand
erreichte Rodina 9,2 Prozent der Stimmen bei den Parlamentswahlen.
Rogosin agierte von Anfang an mit Billigung des Kreml.
Dort wurde mit Wohlwollen registriert, daß der Populist den
damals starken Kommunisten Wähler mit patriotischer Gesinnung
abspenstig machte. Rogosin plädierte für eine Erneuerung
russischer Dominanz in Usbekistan, Tadschikistan, der Ukraine, Weißrußlands
und Kasachstans. Durch Intrigen wurde Rogosin später aus der
Partei gedrängt, die später in der Kremlschöpfung
„Gerechtes Rußland“ aufging.
Rogosin versuchte ein Comeback mit einer Partei namens „Großes
Rußland“, doch der Vereinigung wurde die Registrierung
verweigert. Außenpolitische Kompetenzgewann er als Leiter
des Außenausschusses des russischen Parlaments. Auch auf internationalem
Parkett verfügt er über Erfahrung. Rogosin führte
die Transitverhandlungen mit der Europäischen Union über
die russische Exklave Kaliningrad.
Putins Emissär ist also wandlungsfähig. In Brüssel
wird er seine Tonlage ändern. Russische Interessen wird Rogosin
zwar hartnäckig verteidigen, etwa mit Blick auf die Zukunft
des Kosovo oder die amerikanische Raketenabwehr. Seine Äußerungen
der vergangenen Tage zeigen aber auch, daß der sonst so lautstark
auftretende Politiker durchaus die Sprache der Diplomatie beherrscht.
Auf das gespannte Verhältnis zwischen Rußland und der
Nato angesprochen antwortete Rogosin: „Tatsächlich gibt
es eine Menge von Fragen, bei denen wir überhaupt gar keine
Konflikte haben.“ |
| Nikolai
Skorodumow wurde 1951 in Moskau geboren und ist von Beruf Ingenieur
für Weltraumnavigationstechnik. Angehöriger der National-Patriotischen
Front PAMJAT ist er seit 1985 und gehört seit 1986 dem Oberrat an.
Er war Leiter der Rundfunkstation „Vaterland, PAMJAT und Du“
(1988 bis 1994), Veranstalter der Kulturabende und Kongresse der
PAMJAT sowie Kameramann und Regisseur der Videofilme und Funkprogramme
der nationalistischen Organisation, der er heute vorsteht. Skorodumow
ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Hier ein Interview
mit ihm aus dem Jahre 2004
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