Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die Reichsstände im heutigen Sachsen-Anhalt

Die Stände werden innerhalb eines Staatswesens alphabetisch nach Ortsname des Standessitzes geordnet. Viele Orte beherbergten mehrere Reichsstände, gelegentlich handelt es sich bei Mehrfacheinträgen auch um denselben Stand, der eine Rangänderung erfahren hat. Reichsdörfer und -ritterschaften werden i.A. nicht berücksichtigt. In Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden die Reichsstände nach Regierungsbezirken gegliedert.
Es wird vorsorglich darauf hingewiesen, daß nur Untertanen von Reichsständen auch Anteil an Reichsrechten genießen können.

Sachsen-Anhalt setzt sich zusammen aus der Altmark, dem gesamtem Fsm. Anhalt, dem Erzstift bzw. Htm. Magdeburg, dem Kurkreis Sachsen und weiteren kursächsichen Territorien, sowie weiteren bedeutenden Territorien. Mit Magdeburg und Quedlinburg besitzt Sachsen-Anhalt die edelsten Teile des Alten Reiches.

Barby

Zwischen Schönebeck und Aken, links der Elbe.

 

Grafen von Barby und Mühlingen bzw. Arnstein-Barby

 

Die Burg Barby war bereits um 800 bezeugt. Sie gehörte seit der ottonischen Zeit dem Stift Quedlinburg. Maximillian I. erhob Barby 1497 als Arnstein-Barby zur Reichsgrafschaft, doch bereits 1540 wurde die Reformation eingeführt. 1659 starb die dem askanischen Umnfeld entstammende Familie aus, die Reichstagsstimme ging zunächst an Sachsen-Weißenfels,1746 sodann an Kursachsen.

Blankenburg

Zwischen Quedlinburg und Wernigerode.

 

Fürstentum Braunschweig-Blankenburg. Existierte von 1707 bis 1803. Der Sitz wurde 1731 nach Wolfenbüttel verlegt.

Dessau

Nördlich von Halle.

 

Herzogtum Anhalt

 

Das Htm. Anhalt zerfiel in verschiedenen anhaltinischen Fürstentümer. Bis 1570 setzte sich die Linie Dessau durch. Seit 1807 trug das Haus Anhalt den Herzogtitel.

 

Herzogtum Anhalt-Dessau

Burg Falkenstein

Oberhalb von Ballenstedt

 

Grafschaft Falkenstein

 

Seit frühester Zeit bekannt. 1220 erging von hier der Auftrag zur Abfassung des Sachsenspiegel. 1386 beim Hstft. Halberstadt, später bei anderen Herrschaften.

Gernrode

Zwischen Thale und Ballenstedt. Zu beachten ist die herrliche Stiftskirche St. Cyriakus aus dem 10. Jh.

 

Äbtissin Gernrode

 

Stimme später von Anhalt geführt.

Grävenitz

10 km nörlich Bismark in der Altmark

 

Grafen Grävenitz

 

Personalisten. Es ist nicht bekannt, ob der Stand etwas mit Grävenitz in der Altmark zu tun gehabt hat.

Halberstadt

15 km nördlich Quedlinburg. Halberstadt wurde mit Liebfrauenkirche von 1020 und Dom St. Stephanus von 1239 in einem kriegsverbecherischen Akt zerstört.

 

Fürstentum Halberstadt

Havelberg

An der Havel, 10 km östlich von Werben. Kathedrale St. Marien (1150)

 

Hochstift Havelberg

 

Zunächst Reichsstand, 1447 von den ehrvergessenen Hohenzollern landsässig gemacht. Papst Nikolaus V. überließ dem Kurfürsten die entsprechenden reichsständischen Rechte.

Landsberg bei Halle

Nordöstlich von Halle/Saale. Mit Doppelkapelle St. Crucis von 1170.

 

Grafen & Herren Schenken von Landsberg

Magdeburg

Magdeburg darf wohl als die älteste deutsche Hauptstadt gelten und war jahrhundertelang Krone und Perle des deutschen Regnums. Der Dom SS. Mauritius und Katharina vom 10.-16. Jh. ist die bedeutendste Kirche Deutschlands und die Grablege von Kaiser Otto dem Großen. Magdeburg war bis zur „Reformation“ Sitz des Primas Germaniae und wird dies, wie wir hoffen, auch wieder werden.

Hingewiesen sei in aller Kürze auf das ehem. Kloster Unser Lieben Frauen, sowie die Kirchen St. Petri (1150) und St. Sebastian (11. Jh.).

 

Herzogtum Magdeburg = Erzstift Magdeburg. Halle und der Saalkreis waren stets Teil des Erzstiftes. Residenz der Bischöfe bzw. Herzöge von Magdeburg war von 1503 bis 1680 Halle. 1680 wurde das Herzogtum gemäß dem westfälsichen Friedensinstrument von Brandenburg annektiert.

Mansfeld

Nordwestlich von Eisleben.

 

Grafschaft Mansfeld

 

Mansfeld kam im 15. Jh. an Magdeburg und Sachsen und wurde schließlich zwischen Preußen und Sachsen geteilt, der Name ging an Colloredo über. Seit 1815 ist Mansfeld vollständig Teil der preußischen Provinz Sachsen.

Merseburg

15 km s Halle. Kaiserpfalz, Ottonischer Dom St. Johannes u. Laurentius, (11. Jh.), Neumarktkirche (12. Jh.).

 

Hochstift Merseburg

 

Nach der „Reformation“ eignete sich Kursachsen widerrechtlich das herrliche Hochstift an. Die Ergebnisse sind zu besichtigen ...

Naumburg

Südlich von Weißenfels an der Saale.

 

Hochstift Naumburg - Hier gilt mutatis mutandis das gleiche wie für Merseburg.

Quedlinburg

Nordöstlich von Wernigerode. Wipertikirche mit Krypta von 1020, Stiftskirche St. Servatii aus dem 11. Jh..

 

Äbtissin Quedlinburg

 

1697 verkauft Sachsen seine jahrhunderte alten Rechte an Brandenburg. Das herrliche Quedlinburg wurde zur Provinzstadt in der Provinz Sachsen.

Querfurt

40 km w Merseburg. Burg (um 899)

 

Fürstentum Querfurt

 

Das Ftm. Querfurt fiel 1496 als erledigtes Lehen an Magdeburg, später an Sachsen-Weißenfels. Ab 1663 war Querfurt Reichsstand, 1746 war es wieder Teil Kursachsens. Jüterbog und Dahme gehörten zu Querfurt.

Regenstein

5 km n Blankenburg

 

Grafschaft Regenstein

 

Die Gft. Regenstein kam 1599 ans Hochstift Halberstadt, und 1648/62 an Brandenburg, von dem sie auch vertreten wurde.

Schauen

10 km n Wernigerode

 

Herrschaft Schauen, wohl ein Reichsdorf.

Stendal

Nördlich von Magdeburg an der Altmark

 

Markgrafschaft Altmark

 

Stendal war als Hauptort der Altmark Residenz der Hohenzollern und ihrer Vorgänger und verlor diesen Status wohl erst, als die Altmark in der Kurmark weitgehend aufging.

Wernigerode

 

 

Grafen Stolberg-Wernigerode



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