Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Protestantische Herrscher in Preußen

Preußen wurde im Jahre 1525 von dem Hohenzollern Albrecht von Brandenburg-Ansbach, dem somit letzten Hochmeister des Deutschen Ordens säkularisiert. Der Säkularisierung voraus ging die letztlich unverständliche Ausgliederung Preußens aus dem Imperium Romanum durch Kaiser Maximillian I. Dieser hatte 1515 im Wiener Vertrag zwischen dem Erzhause und dem Jaggellonenhause einer solchen Ausgliederung zugestimmt, nachdem er erst 1494 noch den Vasalleneid des Hochmeisters Johan von Tiefen entgegengenommen hatte. Es ist anzufragen, ob er damit nicht möglicherweise seine Kompetenzen überschritten hatte.

Mit der Ausgliederung aus dem Imperium und der damit verbundenen Isolierung vom deutschen Mutterlande war das Schicksal des Ordensstaates letztlich besiegelt. Dies ist auch aus heutiger Sicht recht bedauerlich. Die Ironie der Geschichte will es, daß dem Erzhause gerade durch diese Ausgliederung ein Gegner erwachsen sollte, dem es in den kommenden Jahrhunderten gelegentlich recht deutlich unterlag.

Der Hochmeister des Ordens entschloß sich nun, den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln. In einem Lehnsverhältnis zum König von Polen stand er damals bereits. Zeitgleich nahm er die kirchliche Reformation Luthers an, die im Ordensstaate nun vorbildlich durchgeführt wurde. Die Hochstifter wurden auf den Herzog übertragen, doch die Bischöfe, die an der Reformierung kräftig mitwirkten, blieben in ihrem kanonischen Amte. Dies blieb so bis zum Erlöschen des Herzogshauses. Erst seine Erben, die brandenburgischen Hohenzollern entwendeten die kirchlichen Rechte durch die Beseitigung des kanonischen Bischofsamtes.

Der Schwarze Adler wurde zum Wappentier Preußens, doch der Herzog verfiel der Reichsacht. Die völlig unverständliche Fehlentscheidung des letzten Jagellonen Sigmund August, die Mitbelehnung der brandenburger und fränkischen Hohenzollern, zu der er keineswegs verpflichtet war, vorzunehmen, sollte schlimme Folgen zeitigen. Nur wenige Generationen später war Polen von Hohenzollern umgeben, die ihm keineswegs die einstige Förderung und Wohltat dankten.

1517 - 1568

Albrecht I.
∞ Anna Marie von Braunschweig-Kahlenberg

 

Herzog Albrecht aus dem Hause Brandenburg-Ansbach, der Cousin Joachims I. und Enkel von Albrecht Achilles, war der letzte Hochmeister des Ordensstaates. Seine Mutter war eine Jagellonin, er war ein Neffe des polnischen Königs Sigismund. Am 10. April 1525 huldigte Albrecht in Krakau dem polnischen König. Damit war der Ordenstaat als „Preußen herzoglichen Anteils“ Teil des polnischen Regnums geworden. Der Herzog starb am gleichen Tage wie seine Frau, er in Tapiau, sie auf Schloß Königsberg.

 

Gemeinsame Kinder:
Eleonore
,
Anna
und zwei weitere Töchter,
sowie der [später] schwachsinnige Sohn Albrecht Friedrich.

1568 - 1578

Albrecht Friedrich
∞ Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg

 

Im Jahre 1569 erfolgte die Erbhuldigung gegenüber dem polnischen König auf dem Sejmik in Lublin, neben ihm wurden die Ansbacher und Brandenburger Hohenzollern mitbelehnt. Auf diesem polnischen Reichstage wurde auch Westpreußen in das Königreich Polen inkorporiert. Albrecht verfiel dem Wahnsinn. Die Periode einer Schwäche der herzoglichen Macht nutzen die preußischen Stände zur Etablierung einer de facto Stände-Herrschaft in Preußen, die bis in die Regierungszeit des Großen Kurfürsts andauerte. Die Tochter Albrecht Friedrichs heiratete Johann Sigismund und brachte Preußen mit in diese Ehe.

1577- 1603

Georg Friedrich d. Ä.

 

Georg Friedrich wurde zunächst als Regent für Albrecht (wohl sein Onkel oder Großonkel) eingesetzt, im folgenden Jahr übertrug ihm der König von Polen das Herzogtum Preußen. Da er keine Kinder bzw. Söhne hatte, fiel das Herzogtum nach seinem Tod an das Haus Brandenburg.

1619

Preußen wird mit Brandenburg in Personalunion vereinigt. Diese Personalunion endet wohl de jure erst etwa 1815, denn allein die Erhebung Preußens zum Königreich hat sie sicherlich noch nicht beendet.

 

 

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