Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die polnische Krone im Hause des Jagello

       

1386-1434

Ladislaus II. Jagello, König von Litauen und Polen

  ∞ Hedwig (Jadwiga) von Anjou
  ∞ Sofia Holschanskaja, litauische Prinzessin.
 

Die mächtigen polnischen Magnaten waren mit der Herrschaft Ludwigs von Anjou nicht zufrieden, da er seine Residenzpflicht nicht erfüllte. Sie gingen so weit, eine Gesandschaft des Königs in Krakau ermorden zu lassen.
Sodann erzwangen sie die Kandidatur Hedwigs, der Tochter Ludwigs, sowie die Auflösung von Hedwigs Ehe mit Wilhelm von Habsburg. Hedwig mußte auf Geheiß der Magnaten Jagello, den litauischen Großfürsten heiraten. Wilhelm fühlte sich lebenslang an die Ehe mit Hedwig gebunden und heiratete erst nach Hedwigs Tod erneut.

Kinder: Ladislaus III. Warnenczyk, Kasimir IV. Jagellonczyk

1410

Ladislaus siegte über den Deutschen Orden in der größten Ritterschlacht des Mittelalters bei Tannenberg-Grunwald. Der Orden verlor viele Ritter. Polen konnte große Teile des Ordensstaates besetzen, die Einnahme der Marienburg gelang allerdings nicht.

1411

Im 1. Thorner Frieden behielt der Orden den größten Teil seines Gebietes, der die geforderte Anerkennung der polnischen Oberhoheit nicht leistete. Der Papst wurde als Schiedsinstanz bestellt. Später wurde das Konstanzer Konzil Schiedsinstanz. Insgesamt gelang es Jagello nicht, einen dem Sieg bei Tannenberg entsprechenden Machtzuwachs zu realisieren.

1414

Konzil von Konstanz. Hier versuchten sowohl der Orden als auch der polnische König eine Revision zu erreichen.

1430

Im Privileg von Jedlno anerkennt der König das Wahlrecht von Adel und Hohem Klerus. Das Privileg hat Bestand bis zum Ende des Königreichs.

1434-1444

Ladislaus III. Warnenczyk, König von Polen und Ungarn

 

Ladislaus fiel am 10. November 1444 bei Warna in einer Abwehrschlacht gegen die Pforte ohne Nachkommen hinterlassen zu haben.

1444-1492

Kasimir IV. Jagellonczyk König von Polen ∞ Elisabeth von Habsburg

 

Der Bruder von Warnenczyks, Kasimir, trat das Erbe der polnischen Krone an. Der Thron war wegen der Verwirrung um den Tod seines Bruders Ladislaus drei Jahre vakant gewesen. Seine Frau Elisabeth war die Tochter von König Albrecht II. und Elisabeth von Böhmen, der Tochter von König Sigismund und Barbara von Cilli. Sie schenkte dem Jagellonengeschlecht zahlreiche tatkräftige Nachkommen. Vier ihrer Söhne wurden Könige, einer Kardinal, einer wurde heiliggesprochen.

Da Kasimir Schwager von Ladislaus V. Posthumus war, konte er nach dessen Tod Erbansprüche auf Böhmen anmelden.

Kinder:

Ladislaus, König von Böhmen und Ungarn (II. Jagellonczyk)
Friedrich, Erzbischof (+ 1503)
Jan Albrecht (Olbracht), König von Polen
Alexander, König von Polen
Kasimir, der Heilige, Patron Polens und Litauens
Sigmund (der Alte), König von Polen

1446

Staatsvertrag über Erneuerung der Personalunion zwischen Polen und Litauen.
In Folge wurden verschiedene Harmonisierungsmaßnahmen eingeleitet, so die Schaffung eines weitgehend einheitlichen polnisch-litauischen Adels.

25. 6.1447

Krönung Kasimirs in Krakau

1454

Im „Dreizehnjähriger Krieg“ zwischen dem Orden und Polen inkorporiert König Kaismir den gesamten Ordensstaat auf Bitte der auständischen preußischen Stände in die polnisch-litauische Union.

1466

2. Thorner Frieden

Im 2. Thorner Frieden gingen das Bistum Ermland, das Kulmerland, das Michelauerland, Elbing, Marienburg, Pommerellen und Danzig dem Ordensstaat verloren. Der Orden anerkannte die Oberhoheit des polnischen Königs und schied somit aus dem Imperium Romanum aus. Die förmliche Trennung erfolgte wohl erst 1515 im Wiener Erbschaftsvertrag. Vorgesehen war auch eine Aufnahme polnischer Ritter in den Deutschen Orden, die jedoch nicht erfolgte.
Der Orden war nun isoliert und weitgehend entmachtet. Trotz der Kämpfe mit dem Orden blieb das Verhältnis des polnischen Königs zur römischen Kurie gut und herzlich. Der 2. Thorner Frieden wurde von Kaiser und Reich nicht anerkannt.

7.11.1491

Vertrag von Preßburg mit Habsburg über die Erbfolge in Ungarn sichert dem Erzhaus die Erbanwartschaft bei kinderlosen Tod des ungarischen Königs.

1492-1501

Johann I. Albrecht (Olbracht) König von Polen

 

Johann I., der dritte Sohn Kasimirs, herrschte nur drei Jahre. Er hinterließ keinen bleibenden Eindruck.

1501-1506

Alexander, König von Polen

 

Auch sein jüngerer Bruder Alexander blieb unbedeutend. Problematisch erwiesen sich bei der Inthronisation von Johann und seinen beiden Brüdern die Bestimmungen über die Personalunion zwischen Polen und Litauen, die sich als nicht tragfähig erwiesen.

1506-1548

Sigmund I. der Alte, König von Polen ∞ 1512 Barbara Zápolya

 

 

 

 

 

Sigmund war das sechste Kind von Kasimir und Elisabeth und somit der jüngere Bruder seiner Vorgänger im Königsamt Johann Albrecht und Alexander. Seine Gattin Barbara Zápolya war die Tochter einer ungarischen Magnatenfamilie. Vor seiner Wahl zum polnischen König herrschte er im Fürstentum Glogau.

Kinder:

Jadwiga (Hedwig), 1535 Gattin von Joachim II. von Brandenburg

 

∞ 1518 Bona Sforza

In zweiter Ehe war Sigmund mit der italienische Prinzessin Bona Sforza verheiratet. Sie war Enkelin des Königs von Aragonien. Mit ihr zogen Einflüsse italienischer Kunst und Wissenschaft in Polen ein, der „Humanismus“ bestimmte das geistige Leben.

1519 - 1540

1522
1523 - 1596
1526 - 1583

Isabel, 1539 ∞ mit Jan Zapolya, König von Ungarn. Jan Zapolya war der Sohn Stefans, des einflußreichsten Magnaten Ungarns.
Sigmund II. August
Anna ∞ Stefan V. Bathory
Katharina ∞ Jan Wasa, Herzog von Finnland
Sofia 1556 ∞ Heinrich, Herzog von Braunschweig

1507 / 1515

Erbschaftsverträge der Jagellonen mit dem Erzhaus

1512

5. Laterankonzil

10. 4.1525

Der letzte Hochmeister Albrecht huldigte als nunmehriger Herzog von Preußen in Krakau dem Polnischen König. In den Verträgen war das Heimfallsrecht für den polnischen König sowie die Lösung aller Bindungen Preußens ans Imperium Romanum vorgesehen. Der Polnische König gewährte den Lutheranern Toleranz.

1526

Schlacht von Mohácz

1548-1572

Sigmund II. August, König von Polen ∞ Elisabeth von Habsburg

 

Sigmund II. hinterließ trotz dreier Ehen keinen Erben. Er war somit der letzte jagellonische König Polens. Da keine Nachfolgeregelung getroffen wurde, setzte sich bedauerlicherweise das reine Wahlkönigtum durch. Die Schlachta erlangt die volle Macht und führt das Land durch 200 Jahre in den Abgrund.
Loslösung und Feindseligkeit gegenüber dem Westen, kulturelle und ökonomische Regression und Rückkehr zur feudalen Hauswirtschaft prägten die Entwicklung, während im Westen Spezialisierung und Differenzierung Einzug hielten.

∞ Barbara Radziwill

∞ Katharina von Habsburg, die Schwester Elisabeth
Auch Katharina konnte dem König, der sie nicht besonders schätzte, keine Nachkommen schenken. Er trennte sich von ihr und Katharina verließ Polen, um fortan in Linz zu leben.

 

1568

Mitbelehnung der brandenburgischen Hohenzollern mit dem herzoglichen Preußen. Dieser völlig freiwillige Akt führte langfristig zu erheblichem Druck auf die polischen Nord- und Ostgrenzen und zu der Herauslösung ganz Preußens aus dem Verbande des Königreichs Polen. Es zeugt von der Ironie der Geschichte, daß mit einem Schwertstreich das Opfer zehntausender edler Ritter und der beharrliche Kampf um Preußen hinfällig wurden.

       

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