Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Die Herrscher Polens von Lokietek bis Ludwig

         

Die polnische Krone befand sich im 13. Jahrhundert im Stadium der Auflösung und der Zersplitterung in „piastische“ Teilfürstentümer. Dieser Prozeß war das Resultat der Distanzierung vom Imperium Romanum.

1305-1333

Ladislaus I. Ellenlang (Lokietek), piastischer König von Polen
∞ Hedwig (Jadwiga)

Lokietek gelang es, unterstützt von Papst Bonifaz VIII.1 und dem ungarischen König Karl Robert von Anjou die polnischen Kerngebiete zu einen. Die Krone umfaßte unter ihm Groß- und Kleinpolen, sowie Kujawien. Er durfte, anerkannt von Kaiser und Papst, den Titel tragen „Rex poloniae Dei et apostolis sedis providentia“. Das Verdienst von Lokietek war es auch, in Karl Robert von Anjou einen dynastisch potenten Schwiegersohn an sein Haus zu binden. Die Wahl eines Gatten aus dem Hauses Anjou für die Schwester war um der Einheit Polens willen erfolgt, da einem piastischen Erbe neue Zerstückelungen und Teilungen gefolgt wären.

Die Gattin Lokieteks Hedwig ist nicht zu verwechseln mit ihrer Urenkeltochter Hedwig, die einhundert Jahre später die Jagellonendynastie begründete.

Kinder: Kasimir III. der Große, König von Polen, Elisabeth, Königin von Ungarn

1305 - 1306

Rudolf von Habsburg

 

Vor Lokietek hatte bereits ein Habsburger den Titel eines Polnischen Königs getragen, Rudolf III., der Sohn König Albrechts I.. Er hatte Elisabeth (Richsa) geheiratet, Tochter des großpolnischen Piasten Przemysl II., Witwe des polnisch-böhmischen Königs Wenzel und rechtmäßige Erbin der polnischen und böhmischen Krone. Rudolf konnte sich jedoch anscheinend nur in Böhmen durchsetzen und wurde in Polen nicht anerkannt. Er starb nicht einmal 30jährig in Horaschdowitz in Südböhmen.

Auch der böhmische König Johann von Luxemburg „der Blinde“, der Nachfolger Rudolfs, führte den Titel des Königs von Polen, auf den er im Jahre 1335 gegen die Bestätigung des Erwerbes von Schlesien verzichtete.

1333-1370

Kasimir III. der Große, König von Polen

 

Kasimir III. wurde Nachfolger seines Vaters, hatte aber trotz vier Ehen keinen männlichen Erben, so daß das Erbe an seine Schwester Elisabeth fiel. Eine seiner Gattinnen entstammte dem Hause Poomern-Wolgast-Stolp.

Das Haus Anjou in Polen

1370-1382

Ludwig von Ungarn

 

Ludwig gelang es durch beherztes Handeln, das Erbe seines Onkels vor den Mitbewerbern, z.B. Kazko, dem Enkel Kasimirs aus dem Hause Pommern-Stolp-Wolgast, anzutreten. Seine Mutter, die Schwester Kasimirs III. machte er zur Statthalterin. Darüber hinaus betrachtete er Polen lediglich als Mitgift für seine beiden Töchter Maria und Hedwig. Den Adel konnte er nur durch erhebliche Zugeständnisse ruhigstellen. Das von Ludwig erworbene „Privileg von Kaschau“ (1374) sicherte dem Adel die in Jahrhunderten meist wenig segensreich ausgeübte Vorrangstellung.

1382-1386

Hedwig

 

Hedwig erbte die polnische Krone beim Tod ihres Vaters Ludwig im Jahre 1382. Dieses Erbe wurde bestritten, da nach gültigem Recht nur eine männliche Erbfolge möglich war. Ihr Ehemann war zunächst der Erzherzog Wilhelm „der Freundliche“ von Habsburg.

 

     

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