Die Herrscher
Polens |
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| Polen
empfing im Verbund mit dem Imperium Romanum das Christentum.
Herrschaftsform und -raum bildete Polen in engster Zusammenarbeit
mit dem Sacrum Imperium heraus. |
Die piastischen
Herrscher |
| 960-992 |
Mieszko
I. ∞ (2. Gattin) Dubrawa
3. Gattin Oda |
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Die frühen polnischen Herrscher
gehen auf einen bäuerlichen Patriarchen namens Piast zurück,
der die polnische Herrschaft erstmals zusammenfaßte. Seine
Herrschaft entfaltete er von Kruschwitz (Kruszwica) am von der Netze
durchflossenen Goplo-See aus.
Mieszko (lat. Misaca, Mesico) verfügte bereits über eine
ausgeprägte und leistungsfähige Herrschaft, die er nach
Westen über die Oder und im Süden nach Schlesien erweiterte.
Seine Gattin Dubrawa war die Tochter von Boleslaw
I. von Böhmen. Von Böhmen empfing Polen auch die Taufe
unter Mieszko. Doch nicht nur aus Böhmen, sondern aus vielen
Teilen Europas strömte der Klerus zusammen, um den katholischen
Glauben in Polen zu verbreiten. Mieszko gliederte seine Herrschaft
von Anbeginn in das christliche Imperium Romanum ein und wurde von
Kaiser Otto I. auf dem Quedlinburger
Hoftag von 973 als amicus imperatoris ausgezeichnet.
Im Jahre 986 huldigte Mieszko dem sechsjährigen Otto III. wiederum
in Quedlinburg.
Die zweite Gattin Mieszkos war Oda, die Tochter des Markgrafen Dietrich
von der Nordmark. Im Jahre 991 nahm Mieszko am Kampf Ottos um die
Brandenburg teil. |
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992-1025 |
Boleslaw
I. Chrobry (der Tapfere) ∞ (3. Gattin)
Emnilda
4. Gattin Oda |
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Boleslaw, der Sohn Dubrawas,
förderte die Preußenmission und ermöglichte Adalbert
von Prag seine Missionsreise von der Burg Danzig aus. Nach dessen
Märtyrertod wurde der freigekaufte Leichnam in Gnesen beigesetzt,
Gnesen wurde zur polnischen Erzdiözese mit den Suffraganen
Krakau, Kolberg, Breslau und Posen erhoben. Dies, sowie die Rangherhöhung
vom Tributarius zum Dominus der Sclavinia,
die Kaiser Otto III. Boleslaw gewährte, begünstigte die
Tendenz zur Herauslösung Polens aus dem deutschen Herrschaftsbereich.
Mit dem Nachfolger, Kaiser Heinrich I. dem Heiligen
kam es zur offenen Auseinandersetzung, als Boleslaw in Rom nach
der Krone Böhmens strebte. Doch verblieb Boleslaw im Imperium,
auch als Reichsfürst der Mark Meißen.
Boleslaws vierte Gattin Oda war die Schwester seines Schwiergersohns
Hermann von Meißen, der mit seiner Tochter Reglinde verheiratet
war. Boleslaw wurde am Weihnachstage des Jahres 1025 mit Zustimmung
des Papstes Johannes XIX. in Gnesen zum König gekrönt.
Damit war Polen die Mission als Träger des katholischen Glaubens
im Osten des Imperium übertragen. |
| 1025-1031 |
Mieszko
II. Lambert ∞ sl.
Richeza von Lothringen
Mieszko (Mieczislaw) war der Zweitgeborene seines Vaters und wurde
von diesem unter Umgehung der Rechte seines älteren Bruders
Bezprym zum Herrscher bestimmt. Seine Gattin war Richeza, eine Enkelin
Kaiser Ottos III. In Kämpfen mit dem deutschen König Konrad
II. verlor er die Lausitz und wurde nach Böhmen verdrängt,
so daß sein älterer Bruder1
die Regierung übernehmen konnte.
Mieszko vollendete die von seinem Vater begonnene Verwaltungsorganisation
Polens mittels königlicher Kastellanburgen. Die königliche
Politik wurde von einem Pfalzgrafen, dem Wojewoden geleitet.
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| 1031-1032 |
Bezprym |
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Bezprym konnte während
einer Schwächeperiode seines jüngeren Bruder Mieszko die
Herrschaft übernehmen. Er war zu engerer Kooperation mit dem
Kaiser bereit, wurde jedoch ermordet. |
| 1032-1034 |
Mieszko
II. Lambert |
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Nach dem Tod seines Bruders
konnte Mieszko aus dem böhmischen Exil zurückkehren. Er
mußte allerdings auf Geheiß des Kaisers Konrad auf die
Königswürde verzichten und einer Dreiteilung Polens zustimmen.
Neben ihm wurden sein jüngerer Bruder Otto und ein Vetter namens
Dietrich als Regenten der Teilfürstentümer eingesetzt.
Mieszko erhielt als Tetrarch die Oberaufsicht zugewiesen. Zwar setzte
er sich 1033 wieder in ganz Polen durch, starb jedoch kurz darauf. |
| 1034-1058 |
(Herzog)
Kasimir I. Odnowiciel (der Erneuerer) ∞
Dobronega Maria (Kiewer Prinzessin) |
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Der Tod Mieszkos löste
schwerste Unruhen in Polen aus. Kriege und heidnische Revolten störten
den friedlichen Dienst am Imperium. Die Reliquien des hl. Adalberts
wurden nach Prag verschleppt, Gnesen niedergebrannt und der Thronfolger
mußte bei seinen Großeltern im Rheinland Schutz suchen.
Mit Waffenhilfe des Kaisers gelangte er wieder auf den polnischen
Thron, dessen Residenz er von Gnesen nach Krakau verlegte. Sein
Onkel, der Kölner Erzbischof Hermann, unterstützte Kasimir
beim Neuaufbau der Kirchenorganisation. Benediktiner aus Brauweiler
bei Köln reformierten die polnischen Klöster nach den
clunyazensichen Maßstäben.
Das zeitweilig verlorengegangene Schlesien eroberte Kasimir zurück.
Auf dem Quedlinburger Hoftag am 22. 6. 1054 gelang es Kasimir, seine
Erfolge reichsrechtlich bestätigen zu lassen. |
| 1058-1081 |
Boleslaw
II. Smialy Szczodry (der Kühne) |
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Während im benachbarten
Brandenburg die Schwächung der imperialen Macht unter König
Heinrich zu einem Aufstand heidnischer Reaktionäre und zum
Martyrium von Eppo und Gottschalk
führte, konnte der Sohn Kasimirs I. Boleslaw die Unabhängigkeit
seiner Machtstellung ausbauen und sogar die Lausitz und Meißen
zurückgewinnen. Boleslaw erschlug den Bischof von Krakau, den
1253 heiliggesprochenen Stanislaus, in der Michaelskirche vor den
Toren der Stadt, weil dieser ihn exkommuniziert hatte. Die Gründe
für diesen Gewaltakt liegen im Dunkeln.
Boleslaw intervenierte auch in Ungarn und verhalf seinem später
heiliggesprochenen Vetter Ladislaus (hl. Ladislaus bzw. László
= König László I. von Ungarn) zur Herrschaft. |
| 1081-1102 |
Ladislaus
I. Hermann ∞
Judith, Schwester Wratislaws von Böhmen
∞ Judith, Schwester Kaiser
Heinrichs III. |
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Sein Bruder Ladislaus
wurde wegen seiner reichstreuen Politik von den Großen seiner
Herrschaft oft ungerecht angefeindet. Sie erzwangen eine von ihm
nicht gewünschte Aufteilung der Regierungsgewalt unter seine
Söhne aus erster und zweiter Ehe Zbigniew und Boleslaw. |
| 1102-1107 |
Zbigniew
und Boleslaw III. Krzywousty (Schiefmund) |
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Die kämpferischen
Auseinandersetzungen zwischen Ladislaus Söhnen entschied der
jüngere Boleslaw für sich. Er wurde von der Druschina,
der polnischen Reichsritterschaft, die etwas zu gleichen Teilen
aus angestammten und aus dem Imperium her assimilierten Rittern
bestand, aufs Schild gehoben, weil er von wilderem Temperament war. |
| 1107-1138 |
Boleslaw
III. Krzywousty (Schiefmund) ∞ Zbislawa,
Tochter des Kiewer Großfürsten
2. Ehe ∞ Salomea, Tochter des schwäbischen Grafen Heinrich
von Berg |
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Auch nachdem sich Boleslaw
durchgesetzt und Zbigniew mit Masowien abgefunden wurde, kam das
Land nicht zur Ruhe. Zbigniew verbündete sich mit dem Kaiser,
der gegen Schlesien zog, jedoch nicht obsiegte. Der nach Polen zurückgelockte
Zbigniew wurde von seinem Bruder zur Strafe geblendet. Trotz der
Schwächung des Kaisers verblieb Polen jedoch im Verbunde des
Imperiums. Die Kirchenorganisation wurde vorangetrieben. Kaiser
Lothar von Supplinburg unterstütze
die Aktivitäten des Bischofs Norbert von Magdeburg (d.i. der
hl. Norbert von Xanten) zur Unterstellung der polnischen Kirchenorganisation
unter die Hoheit Magdeburgs, die im Jahre 1133 von Papst Innozenz II.
in der Bulle Sacrosancta angeordnet
wurde. Diese Tendenz konnte sich jedoch keinesfalls durchsetzen,
ganz im Gegensatz zu der politischen Anbindung an das Imperium,
da Boleslaw auf dem Reichstag von Merseburg im August 1135 wiederum
als Reichsfürst erschien und von der Jurisdiktion des Kaisers
bestätigt wurde.
Vor seinem Tode teilte Boleslaw das Königreich zwischen seine
vier Söhne auf. Sie erhielten Schlesien, Masowien und Kujawien,
Großpolen, sowie Kleinpolen mit Sandomier. Zwar wollte Boleslaw
damit das polnische Reich nicht auflösen, doch wurde diese
Tendenz durch die Erbteilung leider erheblich begünstigt. |
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