Das Mauritius-Schwert
Das Reichsschwert besteht aus einer Stahlklinge mit einfachem
Griff, den das Wappen Ottos
IV. von Braunschweig ziert. Es stammt samt der Parierstange
aus den Tagen der Kaiserkrönung des Welfen Otto. Die Scheide
besteht aus mit Goldblech verkleidetem Holz. Sie zeigt auf beiden
Seite je 7 Bildnisse der Vorgänger Kaiser Heinrichs IV. seit
Karl dem Großen. Sie wurde vermutlich für die Kaiserkrönung
1084 in Rom gefertigt. Die Ahnengalerie verdeutlicht die Legitimität
des königlichen Herrschaftsanspruches, namentlich in der Zeit
des Investiturstreites und des Gegenkönigtums.
Die Herrscherbildnisse sind durch Emailplatten, Granaten und Perlen
abgegrenzt.
Das Reichsschwert, das dem Kaiser als Zeichen seiner
weltlichen Macht und seines Auftrags, des Schutzes der Schwachen
und der Kirche Christi, bei seiner Krönung überreicht
wurde, galt als das Schwert des heiligen Moritz, eines der Anführer
der Thebäischen Legion, die um 300 das Martyrium erlitt.
Moritz wurde zum Vorbild für den christlichen Ritter des Mittelalters,
er wurde vor allem in St. Moritz in Burgund (oberes Rottental, heute
Schweiz) verehrt.
Das Mauritius schwert ist noch bis in die Zeit des
Ersten Weltkriegs hinein verwendet worden. Bei der Bestattung von
Kaiser Franz Josef wurde es dem Sarg vorangetragen, ebenfalls verwendet
wurde es wenige Tage später bei der Krönung von Kaiser
Karl zum KÖnig von Ungarn.
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