Die Wahlen zum deutschen König |
Königswahl Lothar II. (Mittelreich) |
| |
855 in Frankfurt/Main |
Königswahl Konrad I. |
| |
Dienstag, 10. November 911 in Forchheim.
Konrad wurde von den Wahlmännern der Franken, Sachsen, Bayern
und Schwaben zum ersten deutschen König gewählt. Zuvor
war der Sachsenherzog Otto, der Vater des kommenden Königs
Heinrich, gewählt worden, der jedoch die Wahl abgelehnt hatte.
|
Königswahl Heinrich I. |
| |
Sonntag, 21. Mai 919 in Fritzlar.
Heinrich, Herzog der Sachsen aus dem Hause Liudolfs, war von Konrad
als Nachfolger designiert worden. Seine Wahl in Fritzlar erfolgte
durch die Franken und wurde durch sächsisch-fränkische
Akklamation bestätigt. Binnen zwei Jahren erfolgte auch die
Anerkennung durch die Bayern und Schwaben. Die Bayern hatten zunächst
ihren Herzug Arnulf zum Gegenkönig gewählt. |
Königswahl Otto I. |
| |
Dienstag, 7. August 936 in Aachen.
Die Wahl entsprach einer Huldigung. In der Säulenhalle vor
dem Marienmünster folgten aufeinander Otto Inthronisierung
auf einem dort aufgestellten Thronsessel, vorgenommen von den Herzögen
und hervorragendsten Grafen, sowie den wichtigsten übrigen
Gefolgsleuten, danach derer Handgang und Treuschwur samt einem Hilfsversprechen,
womit Otto zum König erhoben war. |
Königswahl Otto II. |
| |
Sonntag, 10. Mai 961 in Worms. |
Königswahl Otto III. |
| |
Sonntag, 1. Juni 983 in Bern (= Verona)
Otto III. war der fünfte deutsche König. Er wurde durch
deutschen und italienischen Adel gewählt. |
Königswahl Heinrich II. |
| |
Montag, 7. Juni 1002 in Mainz.
Dies ist der Krönungstag, zuvor war die Wahl. |
Königswahl Konrad II. |
| |
Samstag, 4. September 1024 in Kamba
Kamba lag am Rhein gegenüber von Oppenheim, also westlich
von Darmstadt. |
Königswahl Heinrich III. |
| |
Montag, 14. April 1028 in Aachen.
Der König wurde am selben Tag von Ebf. Pilgrim gekrönt. |
Königswahl Heinrich IV. |
| |
Sonntag, 6. November 1053 in Tribur.
Das ist das heutige Trebur, südlich von Rüsselsheim. |
Königswahl Heinrich V. |
| |
Sonntag, 15. Mai 1098 in Mainz.
Heinrich war der zehnte Deutsche König. Krönung war am
6. Januar in Aachen. |
Königswahl Lothar II. (III.) |
| |
Sonntag, 30. August 1125 in Mainz. |
Königswahl Konrad III. |
| |
Sonntag, 18. Dezember 1127 in Rothenburg/Tauber.
1. Wahl Konrads III. zum Gegenkönig. |
Königswahl Konrad III. (2. Wahl) |
| |
Montag, 7. März 1138 in Koblenz.
2. Wahl Konrads III. |
Königswahl Heinrich (VI.) |
| |
Sonntag, 9. März 1147 in Frankfurt/Main.
Der Sohn Konrads III. wurde auf einem Reichstag zum Mitkönig
gewählt und am 30. März in Aachen gekrönt. |
Königswahl Friedrich I. Barbarossa |
| |
Dienstag, 4. März 1152 in Frankfurt/Main. |
Königswahl Heinrich VI. |
| |
Sonntag, 20. Juli 1169 in Bamberg |
Königswahl Friedrich II. |
| |
Mittwoch, 25. Dezember 1196 in Frankfurt/Main.
15. Deutscher König. 1. Wahl |
Königswahl Philipp von Schwaben |
| |
Freitag, 6. März 1198 in Mühlhausen/Thüringen.
1. Wahlakt Philipp wurde auch zweimal gekrönt.
Sonntag, 8. März 1198 in Ichtershausen.
2. Wahlakt. |
Königswahl Otto IV. |
| |
Dienstag, 9. Juni 1198 in Köln.
17. Deutscher König. Wahl durch rheinische und sächsische
Fürsten.
Dienstag, 11. November 1208in Frankfurt/Main
2. Wahl |
Königswahl Friedrich II. |
| |
Mittwoch, 5. Dezember 1212 in Frankfurt/Main.
Zweite Wahl. |
1230 |
| |
Der Sachsenspiegel schließt Böhmen
von der Wahl aus. Im Sachsenspiegel des Eike von Repgow aus dem
Jahr 1230 heißt es: Bei des Kaisers Kur soll der erste sein
der Bischof von Mainz, der zweite der von Trier, der dritte der
von Köln. Dann folgen die drei weltlichen Fürsten, während
dem König von Böhmen das Wahlrecht ausdrücklich abgesprochen
wird, weil er "kein Deutscher Mann", da heißt kein
Lehnsmann des Deutschen Königs ist.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Kerngruppe der Wähler
um den Herzog von Sachsen und den Markgrafen von Brandenburg erweitert. |
Königswahl Rudolf I. |
| |
Sonntag, 1. Oktober 1273 in Frankfurt/Main. |
Königswahl Adolf von Nassau |
| |
Montag, 5. Mai 1292 in Frankfurt/Main. |
Königswahl Albrecht I. |
| |
Dienstag, 24. Juni 1298 in Mainz. |
Königswahl Heinrich VII. |
| |
Sonntag, 6. Januar 1309 in Frankfurt/Main. |
Doppelwahl Friedrich der Schöne
und Ludwig IV. der Bayer |
| |
Freitag, 19. Oktober 1314 Frankfurt/Main.
Bei dieser Doppelwahl zog Friedrich den Kürzeren.
Samstag, 20. Oktober 1314 Frankfurt/Main.
Wahl Ludwigs des Bayern. Er ließ sich später auch in
Rom zum Kaiser durch das Volk von Rom ausrufen. |
Königswahl Karl IV. |
| |
Montag, 11. Juli 1346 in Rhens. |
Königswahl von Wenzel |
| |
Montag, 10. Juni 1376 in Frankfurt/Main.
Gewählt wurde Wenzel von Brandenburg. Diese war die erste
Wahl nach Inkrafttreten der Goldenen Bulle, welche die Qualifikation
der Kurfürsten und den Ablauf der Wahl genau festlegte und
zur verfassungsmäßigen Grundlage für alle folgenden
Wahlen wurde. Wenzel, Sohn Kaiser Karls IV. und Kurfürst von
Brandenburg, wurde zum Rex Romanorum und damit Karls Erben gewählt.
Er wurde zwei Jahre später, als Karl am 29. November 1378 starb,
dessen Nachfolger als römisch-deutscher König und König
von Böhmen. |
Königswahl Friedrich von Braunschweig
und Lüneburg |
| |
Donnerstag, 22. Mai 1400 in Frankfurt/Main.
Gewählt Friedrich von Braunschweig und Lüneburg. Die
Kurfürsten waren mit Wenzels Amtsausübung als römisch-deutscher
König unzufrieden und kamen zusammen, um
Alternativen zu beraten. Friedrich von Braunschweig und Lüneburg
wurde gegen den amtierenden Wenzel gewählt.
Die drei geistlichen Kurfürsten von Mainz, Trier und Köln
sowie Wenzel selbst erkannten die Wahl nicht an. Sie war damit,
da sie nur von einer Minderheit der Kurfürsten getragen wurde,
rechtlich ungültig. Friedrich wurde zwei Wochen später,
am 5. Juni 1400, ermordet. |
Königswahl Ruprecht |
| |
Donnerstag, 21. August 1400 in Rhens.
Die drei geistlichen Kurfürsten und Ruprecht traten am 20.
August 1400 erneut zusammen, um Wenzel seines Amtes zu entheben.
Am nächsten Tag wurde Ruprecht einstimmig zum neuen Römischen
König gewählt. Die Kurfürsten von Sachsen (Rudolf
III.), Brandenburg (Jobst) und Böhmen (Wenzel) waren allerdings
nicht anwesend, und Wenzel erkannte die Gültigkeit seiner Absetzung
und die Wahl Ruprechts nie an. |
Königswahl Sigismund |
| |
Donnerstag, 20. September 1410.
Erste Wahl. Gewählt wurden Sigismund und Jobst von Mähren.
Diese Wahl folgten auf den Tod Ruprechts am 18. Mai 1410. Am 20.
September erklärten drei der Kurfürsten Sigismund,
den König von Ungarn und Sohn des verstorbenen Karl IV. zum
König. Darunter war Friedrich I., Burggraf von Nürnberg,
der im Namen Sigismunds handelte und behauptete, Kurbrandenburg
zu vertreten, ohne aber vom amtierenden Markgrafen Jobst, dem Neffen
des verstorbenen Kaisers, dazu befugt worden zu sein. |
Königswahl Jobst von Mähren |
| |
Montag, 1. Oktober 1410
Die zweifelhafte Wahl Sigismunds im September wurde von den übrigen
Kurfürsten nicht akzeptiert. Am 1. Oktober 1410
wählten sie Jobst von Mähren in Gegnerschaft zu seinem
Cousin Sigismund, aber Jobst starb schon drei Monate später.
Die Wahlen von 1410 waren die letzten, bei der ein König und
ein Gegenkönig gewählt wurden.
|
Königswahl Sigismund |
| |
Sonntag, 21. Juli 1411.
Zweite Wahl. Nach dem Tod Jobsts am 18. Januar 1411 gab es kein
Hindernis für die Kurfürsten mehr, Sigismund (nun rechtmäßiger
Kurfürst von Brandenburg) als König anzuerkennen. Nach
sechs Monaten wurde eine Wahl abgehalten. Indem er diese Wahl anerkannte,
erkannte Sigismund gleichzeitig stillschweigend die Ungültigkeit
seiner Wahl von 1410 an. |
Königswahl Albrecht II. |
| |
Sonntag, 18. März 1438 in Frankfurt/Main.
Diese Wahl folgte auf den Tod Kaiser Sigismunds am 9. Dezember
1437. Albrecht II., der gewählte König, war zwar nominell
durch seine Ehe mit Elisabeth von Luxemburg König von Böhmen,
wurde aber erst nach seiner Wahl gekrönt. Da er zu der Zeit
in Böhmen Krieg führte, war Albrecht bei seiner eigenen
Wahl nicht anwesend.
Das Kurfürstentum Brandenburg war 1415 an das Haus Hohenzollern
übergegangen, bei dem es bis zum Ende des Reiches blieb. |
Königswahl Friedrich III. |
| |
Freitag, 17. Juni 1442 in Frankfurt/Main.
Das Amt des Königs von Böhmen war bei dieser Wahl vakant,
da König Albrecht II. am 27. Oktober 1439 gestorben war. Er
hinterließ seine schwangere Frau Elisabeth von Luxemburg.
Ihr Kind Ladislaus Postumus wurde erst am 22. Februar 1440, einige
Tage nach der Wahl, geboren. Gewählt Friedrich III., Herzog
von Österreich (Habsburger), Römischer König. |
Königswahl Maximilian I. |
| |
Dienstag, 16. Februar 1486 in Frankfurt/Main.
Maximilian I., Erzherzog von Österreich, wurde zum Römischen
König gewählt und folgte seinem Vater, dem Kaiser Friedrich
III., nach dessen Tod am 19. August 1493 auf dem Thron. Da Maximilian
aufgrund einer Blockade der Republik Venedig nicht zur Kaiserkrönung
nach Rom reisen konnte, verlieh ihm Papst Julius II. im Jahre 1508
den Titel "Electus Romanorum Imperator", "Erwählter
Römischer Kaiser". Spätere Gewählte nannten
sich ebenfalls auch ohne päpstliche Krönung Kaiser statt
lediglich König. |
Königswahl Karl V. |
| |
Samstag, 28. Juni 1519 in Frankfurt/Main.
Diese Wahl fand nach dem Tod Maximilians I. am 12. Januar 1519
statt und war eine der am heftigsten ausgestrittenen des Reiches.
Es gab keinen deutschen Kandidaten; die beiden Hauptbewerber waren
Karl V., ein Herzog von Burgund, der kurz zuvor König von Spanien
geworden war, sowie Franz I., der König von Frankreich. Außerseiterkandidat
war Heinrich VIII., König von England.
Obwohl Karl durch seine Vorfahren väterlicherseits Habsburger
sowie der Enkel des verstorbenen Kaisers Maximilians I. war, sprach
er Französisch, nicht Deutsch, und wurde als ebenso fremd wie
Franz empfunden. Der Versuch, das Reich dem Monarchen einer fremden
Macht (in diesem Fall Spaniens) zu überantworten, war noch
nie unternommen worden. Allerdings war das Heilige Römische
Reich auch mit Frankreich seit der Zeit der Karolinger nicht mehr
durch ein gemeinsames Oberhaupt verbunden gewesen.
Karl und Franz versuchten, sich in ihren Bestechungssummen zu überbieten.
Am Ende konnte Karl, auch dank der spanischen Silberminen in Amerika,
auf die größeren Ressourcen zurückgreifen. Karl
konnte auf die Stimme des Königs von Böhmen, seines Schwagers,
zählen. Franz hatte den Erzbischof von Trier gekauft, die Kurfürsten
von Mainz, Brandenburg und der Pfalz waren noch zu haben. Obwohl
die Einzelheiten der Wahl nie öffentlich wurden, ist es möglich,
daß die Kurfürsten ihrem Dilemma entkommen wollten, indem
sie den Kurfürst von Sachsen wählten, der die Wahl aber
ablehnte. Am Ende wurde Karl gegen Bedenken des Kurfürsten
von Brandenburg einstimmig gewählt. |
Königswahl Ferdinand I. |
| |
Montag, 5. Januar 1531 in Köln.
Karl V. hatte erkannt, dass ein einzelner Mann nicht alle Besitztümer
der Habsburger beherrschen konnte. Über die ursprünglichen
Habsburger Besitzungen herrschte sein Bruder Ferdinand I., der 1526
auch König von Böhmen und Ungarn wurde. Karl V. hätte
die Kaiserkrone gerne seinem Sohn Philipp II. vermacht.
Die deutschen Fürsten aber wußten, was es bedeutete,
wenn ein Kaiser kaum im Reich war, zumal in Zeiten innerer religiöser
Spannungen und äußerer Bedrohung durch die Osmanen, und
setzten sich für Ferdinand ein. Als Kompromiß fügte
sich Karl in die Wahl Ferdinands zum Römischen König und
damit seinem Nachfolger, unter der Bedingung, dass Philipp Ferdinands
Nachfolger würde (wozu es nie kam). Obwohl er schon 1531 gewählt
wurde, mußte Ferdinand noch über ein Vierteljahrhundert
bis zur Abdankung Karls im Jahre 1558 warten, bis er Kaiser wurde.
Die Wahl fand mitten in der Zeit der Reformation statt, und erste
Spaltungen zwischen katholischen und protestantischen Kurfürsten
wurden sichtbar. Die Kurfürsten von Mainz und Brandenburg waren
streng pro-katholisch, wogegen der Kurfürst von Sachsen Lutheraner
war. Der Kurfürst von Köln zeigte, obwohl er katholischer
Erzbischof war, reformatorische Neigungen und wurde schließlich
im Jahre 1546 seines Bischofsamtes enthoben. Zur Zeit der Wahl war
es jedoch keineswegs ausgeschlossen, dass es einen Ausgleich zwischen
Katholiken und Lutheranern geben könnte. |
Königswahl Maximilian II. |
| |
Mittwoch, 28. November 1562 in Regensburg.
Diese Wahl fand zu Lebzeiten Kaiser Ferdinands I. statt. Maximilian
wurde zum Römischen König gewählt und wurde knapp
zwei Jahre später nach dem Tod Ferdinands am 25. Juli 1564
Kaiser. An dieser Wahl nahm zum ersten Mal ein Mitglied der Albertiner
als Kurfürst von Sachsen teil. Die Albertiner hatten die älteren
Ernestiner 1547 von der Kurwürde verdrängt.
Im Jahre 1562 ging die Spaltung zwischen Katholiken und Protestanten
durchs ganze Reich. Die geistlichen Kurfürsten und der König
von Böhmen blieben katholisch. Der Pfalzgraf bei Rhein war
seit 1561 Kalvinist, der Kurfürst von Sachsen war Lutheraner,
seit 1555 auch der Kurfürst von Brandenburg. |
Königswahl Rudolf II. |
| |
Montag, 27. Oktober 1575 in Regensburg.
Rudolf II. wurde zu Lebzeiten seines Vaters Maximilian II. zum
Römischen König gewählt. Als Maximilian am 12. Oktober
1576 starb, wurde Rudolf Kaiser. Die religiöse Aufteilung unter
den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl. |
Königswahl Matthias |
| |
Mittwoch, 13. Juni 1612 in Frankfurt/Main
Die Wahl fand nach dem Tod Kaiser Rudolfs II. am 20. Januar 1612
statt. Ferdinand von Bayern, der Kurfürst von Köln, warb
für die Wahl seines Bruders Maximilian I., des Herzogs von
Bayern. Maximilian lehnte den Thron aber ab. Stattdessen wurde Rudolfs
Bruder Matthias, der schon die Herrschaft über Böhmen
und Ungarn übernommen hatte, gewählt. Die religiöse
Aufteilung unter den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl. |
Königswahl Ferdinand II. |
| |
Mittwoch, 28. August 1619 in Frankfurt/Main
Diese Wahl, die auf den Tod Kaiser Matthias' am 20. März
1619 folgte, fiel mit den Anfängen des Dreißigjährigen
Krieges
zusammen. Zwei Tage vor der Wahl hatten die böhmischen Stände
Ferdinand abgesetzt und Friedrich V., den Kurfürsten von der
Pfalz, zum König von Böhmen gewählt.
Die anderen Kurfürsten weigerten sich trotzdem, eine Abordnung
der böhmischen Stände anzuhören, und erkannten Ferdinand
gegen den Protest der Delegation von Kurpfalz als Inhaber der böhmischen
Kurwürde an. Der Pfalzgraf bei Rhein stimmte zunächst
für Maximilian I., Herzog von Bayern, zog die Stimme aber zurück
und stimmte ebenfalls für Ferdinand.
Da diese Wahl nur sieben Jahre nach der vorherigen stattfand,
hatten außer dem König von Böhmen dieselben Personen
wie 1612 die Ämter inne, und auch die religiöse Aufteilung
unter den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl. |
Königswahl Ferdinand III. |
| |
Montag, 22. Dezember 1636 in Regensburg
Diese Wahl fand während des Dreißigjährigen Krieges
und während der Herrschaft des Kaisers Ferdinands II. statt.
Sein
Sohn Ferdinand III., der schon 1627 König von Böhmen geworden
war, wurde zum Römischen König gewählt, und wurde
beim Tod seines Vaters weniger als drei Monate später am 15.
Februar 1637 auch Kaiser.
Im Jahre 1621 war Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz, seiner
Kurwürde und seiner Besitztümer enthoben worden. Die
Kurstimme und das Amt des Pfalzgrafen waren auf einen entfernten
Verwandten, den Herzog von Bayern, übergegangen. Da der Bayer
Katholik war, bestand das Kollegium der Kurfürsten nun aus
fünf Katholiken und zwei Lutheranern. |
Königswahl Ferdinand IV. |
| |
Samstag, 31. Mai 1653 in Augsburg
Mit der Wahl Ferdinands zum Römischen König sollte für
eine automatische Nachfolge für Kaiser Ferdinand III. gesorgt
werden. Ferdinand starb aber schon ein Jahr nach seiner Wahl am
9. Juli 1654 an den Pocken.
Diese Wahl war die erste nach dem Ende des Dreißigjährigen
Krieges. Durch den Westfälischen Frieden hatte der Pfalzgraf
bei Rhein eine neue Kurwürde erhalten. Der Herzog von Bayern
behielt jedoch die alte pfälzische Kurwürde, die er seit
1623 innehatte, unter dem Titel "Kurfürst von Bayern".
Es gab daher nun acht Kurfürsten. Um die Möglichkeit von
Gleichständen auszuschließen, stimmte der König
von Böhmen (der jetzt ohnehin die besten Chancen hatte, künftige
Wahlen zu gewinnen) zu, sich bei der Wahl seiner Stimme zu enthalten,
behielt jedoch seine Kurwürde. Der böhmische Kurfürst
wird ab hier in Klammern aufgeführt.
Das Kollegium der Kurfürsten bestand nun aus fünf Katholiken
(ohne Böhmen vier), zwei Lutheranern (Brandenburg und
Sachsen) und einem Calvinisten (die Pfalz). Nach dem Dreißigjährigen
Krieg spielten religiöse Unterschiede aber eine
kleinere Rolle in der Politik des Reiches. |
Königswahl Leopold I. |
| |
Donnerstag, 18. Juli 1658 in Frankfurt/Main.
Diese Wahl fand nach dem Tod Kaiser Ferdinands III. am 2. April
1657 statt, dem das längste Interregnum seit dem 13. Jahrhundert
folgte. |
Königswahl Joseph I. |
| |
Montag, 23. Januar 1690 in Augsburg
Diese Wahl fand zu Lebzeiten Leopolds I. und während des Pfälzischen
Erbfolgekrieges statt. Leopolds Sohn und Erbe Joseph wurde zum Römischen
König gekrönt, musste sich aber fünfzehn Jahre lang
mit diesem niedrigeren Titel begnügen, bis er mit dem Tod seines
Vaters am 5. Mai 1705 Kaiser wurde.
Im Jahre 1685 hatte Philipp Wilhelm aus der katholischen Linie Pfalz-Neuburg
die Pfalz geerbt, wodurch im
Kurfürstenkollegium nun sechs katholische Stimmen zwei lutheranischen
gegenüberstanden.
|
Königswahl Karl VI. |
| |
Montag, 12. Oktober 1711
Diese Wahl fand nach dem Tod des Kaisers Joseph I. während
des Spanischen Erbfolgekrieges statt. Da die Kurfürsten von
Sachsen und der Pfalz nun katholisch waren, waren die Kurfürsten
von Hannover und Brandenburg die einzigen Protestanten in dem Gremium. |
Königswahl Karl VII. |
| |
Mittwoch, 24. Januar 1742 in Frankfurt/Main
Diese Wahl fand während des Österreichischen Erbfolgekrieges
statt. Zum ersten Mal seit über dreihundert Jahren wurde kein
Habsburger zum Kaiser gewählt. Die Kurfürsten von Bayern
und Köln hatten ihre Kurwürde nach dem Ende des Spanischen
Erbfolgekrieges 1714 zurückerhalten, sodass es nun neun Kurfürsten
gab. Nach dem Tode Kaiser Karls VI. am 20. Oktober 1740 war der
Kurfürst von Bayern in Böhmen einmarschiert und hatte
sich zum König krönen lassen, wodurch er sich zwei Kurstimmen
sicherte und Maria Theresia, die Königin von Ungarn, von der
Wahl ausschloss. Maria Theresia erkannte die Wahl bis nach dem Tod
des Kaisers nicht an. |
Königswahl Franz I. |
| |
Montag, 13. September 1745 in Frankfurt/Main.
Auch diese Wahl fand während des Österreichischen Erbfolgekrieges
statt. Kaiser Karl VII. war am 20. Januar 1745
gestorben. Die Kaiserkrone kam wieder in Habsburger Hände;
der Pfalzgraf bei Rhein und der Kurfürst von Brandenburg, die
im Krieg Österreichs Gegner waren, nahmen nicht an der Wahl
teil. |
Königswahl Joseph II. |
| |
Dienstag, 27. März 1764 in Frankfurt/Main
Die Wahl von 1764 fand statt, als Franz I. noch lebte, um dessen
Nachfolge zu regeln. Der Gewählte sollte bis zum Tod des Kaisers
den Titel Römischer König tragen und würde
dann ohne weitere Wahl automatisch Kaiser. Tatsächlich starb
Franz I. bereits im folgenden Jahr, am 18. August 1765. |
Königswahl Leopold II. |
| |
Donnerstag, 30. September 1790 in Frankfurt/Main
Diese Wahl fand nach dem Tod des Kaisers Joseph II. am 20. Februar
1790 statt. Josephs Bruder Leopold wurde gewählt, als die Französische
Revolution zwar schon begonnen hatte, aber immer noch in ihrer Verfassungsphase
war und keine Bedrohung der Institutionen Europas zu sein schien.
Leopold war während der Herrschaft seines Bruders Großherzog
der Toskana gewesen und hatte sich als Reformer hervorgetan. Durch
seine Wahl bestand die Möglichkeit, daß seine Reformen
in alle österreichischen und ungarischen Gebiete und eventuell
ins ganze Heilige Römische Reich getragen würden. Die
Entwicklung der Lage in Frankreich und Leopolds früher Tod
vereitelten diese Möglichkeit.
Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, wurde am 30. Dezember 1777 Herzog
und Kurfürst von Bayern. Nach den schon früher
festgelegten Regeln für den Zusammenfall von Herrschaften wurde
die Kurstimme der Pfalz zugunsten der bayerischen
unterdrückt. |
Königswahl Franz II. |
| |
Donnerstag, 5. Juli 1792 in Frankfurt/Main
Letzte deutsche Königswahl. Leopold starb am 1. März
1792. Weniger als zwei Monate später erklärte Frankreich
Franz II. den Krieg, nicht als Kaiser (da er noch nicht gewählt
worden war), sondern als "König von Ungarn". Die
Kurfürsten traten zusammen unter dem Eindruck der revolutionären
Situation in Frankreich. Es herrschte aber allgemein die Ansicht,
daß eine einige Koalition die Revolutionäre leicht besiegen
könnte, und niemand sah voraus, daß die Französische
Revolution zu einem Krieg führen würde, der das gesamte
Reich hinwegfegen würde.
Unter der Regierung Franz II. wurden die Kuren von Köln,
Trier und der Pfalz aufgehoben. Die Mainzer Kur ging auf das
Fürstentum Regensburg über, neue Kuren wurden für
das Herzogtum Salzburg, das Herzogtum Württemberg, die
Markgrafschaft Baden und die Landgrafschaft Hessen-Kassel geschaffen
(1803), Franz nahm außer seinem römischen auch
den Titel eines Kaisers von Österreich an, und das Heilige
Römische Reich hörte 1806 auf zu bestehen. Die neu
geschaffenen Kurfürsten trafen daher nie zu einer Königswahl
zusammen.
|