Von Leopold I. bis zum Ende des Alten Reiches |
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In dieser Datei sind die Kaiser von Leopold I. bis Franz II., sowie
die Deutschen Könige dieser Zeit verzeichnet. Die Kaiser sind rot,
die Ostfränkischen und Deutschen Könige sind dunkelrot
gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die jeweilige
Würde gebunden sind und somit der Index von Königs- und
Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!
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| (1653 - 1654) |
Ferdinand IV. |
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Der Sohn Ferdinands III.
und der Infantin Maria starb kurz nach der Krönung zum Deutschen
König an Pocken und unverheiratet. |
| 1658
- 1705 |
Leopold
I. |
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Die Regierungszeit Leopolds
war durch einen erneuten großartigen Aufstieg der kaiserlichen Macht
geprägt. Von einer Schattenexistenz des Imperiums nach dem Dreißigjährigen
Krieg kann demnach keine Rede sein. Leopold führte mit seinen Feldherren
Montecuccoli, Karl von Lothringen und Prinz Eugen einen langandauernden
siegreicher Kampf gegen die Pforte. Nachdem im Jahre 1671 die Häupter
einer Magnatenverschwörung hingerichtet wurden, provozierten die
von Frankreich finanzierten Ungarn eine türkische Offensive, die
zur Belagerung Wiens im Jahre 1683 führte. Ein Reichsheer entsetzte
gemeinsam mit einem polnischen Heer unter König Jan Sobieski im
September das belagerte Wien. Eine sich anschließende große Offensive
unter dem (französisch-italienisch-stämmigen) Prinzen Eugen führte
zur Befreiung Budas und Belgrads. Im Frieden von Karlowitz (1699)
gewann Österreich Ungarn, Siebenbürgen und Podolien. Damit war die
türkische Gefahr für Mitteleuropa endgültig gebannt. In den befreiten
Gebieten werden neue, oft deutsche Bevölkerungen angesiedelt.
Seit dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Gefahr, die vom Königreich
Frankreich ausging. In immer neuen Kriegen verheerte Frankreich
die westlichen Gebiete des Reichs, in den Friedensschlüssen von
Aachen, Nimwegen, St. Germain und vielen anderen vertragsähnlichen
Akten minderte Frankreich die Territorien des Reichs und des Erzhauses.
Unterstützung empfing Leopold von Brandenburg her, der Krönung des
brandenburger Markgrafen zum König in Preußen legte er deshalb keine
Steine in den Weg. |
| 1705 - 1711 |
Joseph
I. |
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Unter Josef setzte sich
der triumphale Aufstieg Österreichs fort. Joseph war zudem gewillt,
dem Imperium neue Geltung zu verschaffen.
Ungünstig wirkte sich vor allem der Aufsteig Englands zur Weltmacht
aus, der ihr gestattete, auf dem Kontinent als Schiedsrichter aufzutreten
und das Erzhaus um manche Früchte seiner Erfolge zu bringen. Leider
fand man bei Frankreich sehr wenig Verständnis für die Bedeutung
einer gedeihlichen Zusammenarbeit auf dem Kontinent. Diese Ignoranz
sollte sich späterhin graumsam rächen.
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| 1711
- 1740 |
Karl
VI. (Karl III.) |
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∞
Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel |
| Karl hatte zunächst den
spanischen Thron inne und wurde nach dem frühen Tod seines Bruders
an die Spitze von Haus und Reich berufen. An seiner Wahl nahmen
die geächteten Wittelsbacher nicht teil. Im Frieden von Rastatt
mußte er 1714 zum größten Leidwesen der ihm treu ergebenen Untertanen
auf seinen katalanischen Besitz verzichten. Dies brachte großes
Leid über Spanien. Im Jahre 1717 siegte Prinz Eugen vor Belgrad.
Nicht nur Ungarn, auch Siebenbürgen, Slawonien und Kroatien waren
nun unter dem Schirm des Erzhauses vereint.
Karl war ein hochbegabter Musiker, Komponist, Sänger und Kapellmeister.
Der an seinem Hofe tätige Venezianer Antonio Caldara komponierte
hunderte, wohl tausende Werke für ihn, darunter etwa 500 Kanons.
Die Gelegenheit seines Todes nutzte Friedrich II. von Preußen zur
Entfesselung des 1. Schlesischen Krieges, welcher wiederum den Österreichischen
Erbfolgekrieg auslöste. Friedrich August II. von Sachsen, der mit
der seiner Ansicht nach wahren österreichischen Erbin Maria Josefa,
der Tochter Kaiser Josefs I., verheiratet war, ließ sich vom Papst
von seinem Eide auf die pragmatische Sanktion entbinden. |
| 1742 - 1745 |
Karl
VII. Albrecht (Karl IV.) |
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| Das Haus Wittelsbach versuchte
mit der Regentschaft Karls seine reichsfeindliche Karriere zu krönen.
Diese von Preußen und Frankreich abhängige Projekt muß als größenwahnsinnig
bezeichnet werden und scheiterte folgerichtig. Zuvor ließ sich Karl
kurioser Weise zum böhmischen König krönen. Im Ergebnis arbeitete
Karl dem Preußenkönig Friedrich II. zu und verhalf ihm zum widerrechtlichen
Erwerb Schlesiens. Ebenfalls schwächte er den Westen des Reiches,
indem er die Verteidigungsleistung, die allein auf den Schultern
des Erzhauses ruhte, in infamer Weise sabotierte. Angesichts der
Tatsache, daß Österreich mehrfach gezwungen war, Bayern zu besetzen,
ist es mehr als bedeuerlich, daß Bayern nicht schon frühzeitig an
Österreich angeschlossen wurde. Hier, wie auch in der mehrfachen
Schonung Preußens im Siebenjährigen Krieg zeigte sich eine unverständliche
Milde, die aus heutiger Sicht fast unsinnig erscheint. |
| 1745
- 1765 |
Franz
I. Stephan |
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∞
Maria Theresia |
| Sein Wahlspruch Pro
Deo et imperio steht auch über unserer täglichen Arbeit. Der
Herzog von Lothringen und Sohn einer Erzherzogin heiratete seine
Spielgefährtin Maria Theresia, die Tochter Karls VI. Diese war,
im Gegensatz zum unaustilgbaren Volksmund niemals so etwas wie Kaiserin.
An den Regierungsgeschäften beteiligte sie sich allerdings Zeit
ihres Lebens tatkräftig und sachkundig.
Franz war nicht nur ein tüchtiger Regent, sondern auch ein hervorragender
Wirtschafter, der mehr als einmal die öffentlichen Kassen aus seinem
Privatvermögen sanierte.
In die Regierungszeit von Kaiser Franz fällt der endgültige Verlust
Schlesiens, trotz überragender militärischer Erfolge im Siebenjährigen
Krieg. Nach der Schlacht von Kunersdorf am 12.08.1759 war der reichsfeindliche
Preußenstaat fällig, warum es nicht zu seiner Bestrafung
kam, ist ein ungelöstes Rätsel der Weltgeschichte. |
| 1764 - 1790 |
Joseph
II. |
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∞
Isabella von Bourbon-Parma
∞ Maria Josefa von Bayern |
| Joseph sanierte bei Dienstantritt
das Budget der Monarchie aus dem Erbe seines Vater Franz Stefan.
Er wurde zunächst von seiner tatkräftigen Mutter dominiert, nach
deren Tod legte er sich keine Zügel mehr an: Er führte so ziemlich
alle aufklärerischen und rationalistischen Neuerungen ein, die denkbar
waren. Vor allem die Aufhebung der kontemplativen Orden und die
schändliche Einführung von staatlichen Priesterseminaren waren gänzlich
verfehlte Maßnahmen. |
| 1790 - 1792 |
Leopold
II. |
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∞
Maria Ludovica von Bourbon-Spanien |
| Der Bruder Josephs war
zuvor Regent in der Toskana. Er machte viele der Reformen Josefs
rückgängig und restituierte die ungarische Verfassung. Die ungeheure
Gefahr durch die verbecherischen französischen Revolutionäre verkannte
er allerdings und versäumte den entschlossenen gegenrevolutionären
Krieg. |
| 1792
- 1806 |
Franz
II. |
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∞
Elisabeth von Würtemberg
∞ Maria Theresia von Bourbon-Neapel
∞ Maria Ludovica von Modena
∞ Karoline Auguste von Bayern |
Der Sohn von Kaiser Leopolds
II. und Maria Ludovica herrschte als Römischer Kaiser Franz II. bis 1806
und von 1804 - 1835 als Franz I. Kaiser von Österreich. Er war weder zur
Aufrichtung eines Österreichischen Kaisertums noch zur Niederlegung
der Römischen Kaiserwürde befugt. Die Tatsache, daß nach 1806 und bis
zum heutigen Tage kein Deutscher König bzw. Kaiser mehr gewählt wurde,
bleibt rätselhaft und unerklärbar. Das Imperium Romanum konnte weder durch
die unwirksame Niederlegung der Kaiserkrone noch durch einseitigen Akte
seiner Hintersassen beeinträchtigt werden. Im Undank und der gierigen
Fixierung auf lächerliche Pseudo-Kronen wie die bayrische oder sächsische
Königskrone darf eine der Hauptursachen des geistigen und
politischen Niedergangs Deutschlands vom Ende des Imperiums zur heutigen
Infantilität und Debilität hin vermutet werden.
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