Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Von Leopold I. bis zum Ende des Alten Reiches

In dieser Datei sind die Kaiser von Leopold I. bis Franz II., sowie die Deutschen Könige dieser Zeit verzeichnet. Die Kaiser sind rot, die Ostfränkischen und Deutschen Könige sind dunkelrot gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!

       
(1653 - 1654) Ferdinand IV.
 

Der Sohn Ferdinands III. und der Infantin Maria starb kurz nach der Krönung zum Deutschen König an Pocken und unverheiratet.

1658 - 1705 Leopold I.
 

Die Regierungszeit Leopolds war durch einen erneuten großartigen Aufstieg der kaiserlichen Macht geprägt. Von einer Schattenexistenz des Imperiums nach dem Dreißigjährigen Krieg kann demnach keine Rede sein. Leopold führte mit seinen Feldherren Montecuccoli, Karl von Lothringen und Prinz Eugen einen langandauernden siegreicher Kampf gegen die Pforte. Nachdem im Jahre 1671 die Häupter einer Magnatenverschwörung hingerichtet wurden, provozierten die von Frankreich finanzierten Ungarn eine türkische Offensive, die zur Belagerung Wiens im Jahre 1683 führte. Ein Reichsheer entsetzte gemeinsam mit einem polnischen Heer unter König Jan Sobieski im September das belagerte Wien. Eine sich anschließende große Offensive unter dem (französisch-italienisch-stämmigen) Prinzen Eugen führte zur Befreiung Budas und Belgrads. Im Frieden von Karlowitz (1699) gewann Österreich Ungarn, Siebenbürgen und Podolien. Damit war die türkische Gefahr für Mitteleuropa endgültig gebannt. In den befreiten Gebieten werden neue, oft deutsche Bevölkerungen angesiedelt.
Seit dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Gefahr, die vom Königreich Frankreich ausging. In immer neuen Kriegen verheerte Frankreich die westlichen Gebiete des Reichs, in den Friedensschlüssen von Aachen, Nimwegen, St. Germain und vielen anderen vertragsähnlichen Akten minderte Frankreich die Territorien des Reichs und des Erzhauses. Unterstützung empfing Leopold von Brandenburg her, der Krönung des brandenburger Markgrafen zum König in Preußen legte er deshalb keine Steine in den Weg.

1705 - 1711 Joseph I.
 

Unter Josef setzte sich der triumphale Aufstieg Österreichs fort. Joseph war zudem gewillt, dem Imperium neue Geltung zu verschaffen.
Ungünstig wirkte sich vor allem der Aufsteig Englands zur Weltmacht aus, der ihr gestattete, auf dem Kontinent als Schiedsrichter aufzutreten und das Erzhaus um manche Früchte seiner Erfolge zu bringen. Leider fand man bei Frankreich sehr wenig Verständnis für die Bedeutung einer gedeihlichen Zusammenarbeit auf dem Kontinent. Diese Ignoranz sollte sich späterhin graumsam rächen.

1711 - 1740 Karl VI.  (Karl III.)
  ∞ Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel

Karl hatte zunächst den spanischen Thron inne und wurde nach dem frühen Tod seines Bruders an die Spitze von Haus und Reich berufen. An seiner Wahl nahmen die geächteten Wittelsbacher nicht teil. Im Frieden von Rastatt mußte er 1714 zum größten Leidwesen der ihm treu ergebenen Untertanen auf seinen katalanischen Besitz verzichten. Dies brachte großes Leid über Spanien. Im Jahre 1717 siegte Prinz Eugen vor Belgrad. Nicht nur Ungarn, auch Siebenbürgen, Slawonien und Kroatien waren nun unter dem Schirm des Erzhauses vereint.

Karl war ein hochbegabter Musiker, Komponist, Sänger und Kapellmeister. Der an seinem Hofe tätige Venezianer Antonio Caldara komponierte hunderte, wohl tausende Werke für ihn, darunter etwa 500 Kanons.

Die Gelegenheit seines Todes nutzte Friedrich II. von Preußen zur Entfesselung des 1. Schlesischen Krieges, welcher wiederum den Österreichischen Erbfolgekrieg auslöste. Friedrich August II. von Sachsen, der mit der seiner Ansicht nach wahren österreichischen Erbin Maria Josefa, der Tochter Kaiser Josefs I., verheiratet war, ließ sich vom Papst von seinem Eide auf die pragmatische Sanktion entbinden.

1742 - 1745 Karl VII. Albrecht  (Karl IV.)
   

Das Haus Wittelsbach versuchte mit der Regentschaft Karls seine reichsfeindliche Karriere zu krönen. Diese von Preußen und Frankreich abhängige Projekt muß als größenwahnsinnig bezeichnet werden und scheiterte folgerichtig. Zuvor ließ sich Karl kurioser Weise zum böhmischen König krönen. Im Ergebnis arbeitete Karl dem Preußenkönig Friedrich II. zu und verhalf ihm zum widerrechtlichen Erwerb Schlesiens. Ebenfalls schwächte er den Westen des Reiches, indem er die Verteidigungsleistung, die allein auf den Schultern des Erzhauses ruhte, in infamer Weise sabotierte. Angesichts der Tatsache, daß Österreich mehrfach gezwungen war, Bayern zu besetzen, ist es mehr als bedeuerlich, daß Bayern nicht schon frühzeitig an Österreich angeschlossen wurde. Hier, wie auch in der mehrfachen Schonung Preußens im Siebenjährigen Krieg zeigte sich eine unverständliche Milde, die aus heutiger Sicht fast unsinnig erscheint.

1745 - 1765 Franz I. Stephan
  ∞ Maria Theresia

Sein Wahlspruch „Pro Deo et imperio“ steht auch über unserer täglichen Arbeit. Der Herzog von Lothringen und Sohn einer Erzherzogin heiratete seine Spielgefährtin Maria Theresia, die Tochter Karls VI. Diese war, im Gegensatz zum unaustilgbaren Volksmund niemals so etwas wie „Kaiserin“. An den Regierungsgeschäften beteiligte sie sich allerdings Zeit ihres Lebens tatkräftig und sachkundig.
Franz war nicht nur ein tüchtiger Regent, sondern auch ein hervorragender Wirtschafter, der mehr als einmal die öffentlichen Kassen aus seinem Privatvermögen sanierte.
In die Regierungszeit von Kaiser Franz fällt der endgültige Verlust Schlesiens, trotz überragender militärischer Erfolge im Siebenjährigen Krieg. Nach der Schlacht von Kunersdorf am 12.08.1759 war der reichsfeindliche Preußenstaat „fällig“, warum es nicht zu seiner Bestrafung kam, ist ein ungelöstes Rätsel der Weltgeschichte.

1764 - 1790 Joseph II.
  ∞ Isabella von Bourbon-Parma
∞ Maria Josefa von Bayern

Joseph sanierte bei Dienstantritt das Budget der Monarchie aus dem Erbe seines Vater Franz Stefan. Er wurde zunächst von seiner tatkräftigen Mutter dominiert, nach deren Tod legte er sich keine Zügel mehr an: Er führte so ziemlich alle aufklärerischen und rationalistischen Neuerungen ein, die denkbar waren. Vor allem die Aufhebung der kontemplativen Orden und die schändliche Einführung von staatlichen Priesterseminaren waren gänzlich verfehlte Maßnahmen.

1790 - 1792 Leopold II.
  ∞ Maria Ludovica von Bourbon-Spanien

Der Bruder Josephs war zuvor Regent in der Toskana. Er machte viele der Reformen Josefs rückgängig und restituierte die ungarische Verfassung. Die ungeheure Gefahr durch die verbecherischen französischen Revolutionäre verkannte er allerdings und versäumte den entschlossenen gegenrevolutionären Krieg.

1792 - 1806 Franz II.
  ∞ Elisabeth von Würtemberg
∞ Maria Theresia von Bourbon-Neapel
∞ Maria Ludovica von Modena
∞ Karoline Auguste von Bayern

Der Sohn von Kaiser Leopolds II. und Maria Ludovica herrschte als Römischer Kaiser Franz II. bis 1806 und von 1804 - 1835 als Franz I. Kaiser von Österreich. Er war weder zur Aufrichtung eines Österreichischen Kaisertums noch zur Niederlegung der Römischen Kaiserwürde befugt. Die Tatsache, daß nach 1806 und bis zum heutigen Tage kein Deutscher König bzw. Kaiser mehr gewählt wurde, bleibt rätselhaft und unerklärbar. Das Imperium Romanum konnte weder durch die unwirksame Niederlegung der Kaiserkrone noch durch einseitigen Akte seiner Hintersassen beeinträchtigt werden. Im Undank und der gierigen Fixierung auf lächerliche Pseudo-Kronen wie die bayrische oder sächsische „Königskrone“ darf eine der Hauptursachen des geistigen und politischen Niedergangs Deutschlands vom Ende des Imperiums zur heutigen Infantilität und Debilität hin vermutet werden.

© Martin Möller

     

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