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zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Von Ferdinand I. bis zu Ferdinand III.

In dieser Datei finden Sie die Kaiser von Ferdinand I. bis Ferdinand III. Die Kaiserwürde ist dunkelrot, die Deutsche Königswürde ist rot und kleiner gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!

       

Die friedliche Kulturarbeit im Dienste Europas und der ganzen Welt kann weder durch Reformation noch durch 30jährigen Krieg gemindert werden. Die Reformation führt allerdings zu einer erheblichen Schwächung des Imperiums in den nichtkatholischen Reichsgebieten und langfristig zum Auftauchen einer reichsfeindlichen Machtballung in Norddeutschland, unter der dieses noch heute leidet.

1556 - 1564 Kaiser Ferdinand I. ∞ Anna von Böhmen und Ungarn
 

Der Bruder Karls V. wurde als Kaiser auch sein Nachfolger, im deutschen Regnum hatte er schon lange vorher geherrscht. Seine Gattin war Anna, die Tochter des böhmisch-ungarischen Herrschers Ladislaus VI. Jagellonczik. Ferdinand und Anna waren 26 Jahre verheiratet, sie hatten 15 Kinder. Diese Heirat vereinigte für immer die Kronen Böhmens und Ungarns im Hause Habsburg, da der Schwager Ferdinands, der Jagellone Ludwig II. in der Schlacht von Mohacz gegen Sultan Suleiman II. gefallen war. Die Jagellonen, Herrscher von europäischem Rang, zogen sich auf Polen zurück.
Im Religionsstreit versuchte Ferdinand zu vermitteln und dies, obwohl die Protestanten zu nacktem Verrat übergegangen waren und sich offen mit den Franzosen verbündeten und den Westen des Imperiums dem immer mächtiger werdenden französichen König auslieferten (Bistümer Metz, Tull, Chambrai, Verdun).
Zum „Augsburger Religionsfrieden“ sei hier nur gesagt, daß sich die Protestanten niemals an seine Bestimmungen gehalten haben und alles taten, um das Reich ins Unglück zu stürzen.

1564 - 1576 Maximilian II.
 

Maximilian II., Friedensfürst und Verteidiger des Reiches

Maximilian, Sohn Ferdinands und Annas, war kein Krypto-Protestant, wenngleich er zunächst die Verkündigung der Trienter Beschlüsse ablehnte und auf dem Totenbett den Sakramentsempfang verweigerte. Er versuchte Katholizismus und Luthertum anzunähern und diese Konfessionen gegen das aufbrandende Sekten- und Kalvinistenwesen zu schützen. Er heiratete seine Cousine Anna, Tochter von Kaiser Karl V. Der glücklichen und harmonischen Ehe entsprangen 16 Kinder, darunter Kaiser Rudolf II. und Elisabeth, Königin von Frankreich.

Die protestantischen Reichsstände dankten dem Herrscher sein freundliches Entgegenkommen wenig und verhinderten auch seine Pläne zur Reichsreform und zur Etablierung eines Reichskriegswesen. Dies sollte sich späterhin verhängnisvoll auswirken.
Maximilian wurde zum König von Polen gewählt, doch leider vereitelte die Intransigenz der Magnaten die Heranbindung dieses herrlichen Landes an die Freiheit des Imperiums. Das bedauerliche Schicksal der folgenden Jahrhunderte war so vorgezeichnet.
Der erhabene Herrscher (Motto: Providebit Deus) starb enttäuscht vor Vollendung des 50. Lebensjahres. Er ist in der Prager St. Veitskathedrale bestattet.

1576 - 1612 Rudolf I.  (Rudolf II.)
 

Auch der in Spanien katholisch erzogene Sohn Maximilians stand lebenslang vor dem Problem der Intransigenz des Protestantismus, der mit allen Mitteln versuchte, die Vereinbarungen von Augsburg zu brechen und alles an sich zu reißen, was sich in erreichbarer Nähe befand. Im Jahre 1583 versuchten die Protestanten gar, das Kur- und Erzstift Köln an sich zu bringen, ein Versuch, der nur durch den Einsatz militärischer Mittel vereitelt werden konnte.
Auch das Reichsregiment wurde durch die Protestanten weitestgehend ausgehebelt, da sie so gut wie keine Einigungen auf Reichsebene mehr zuließen. Den Protestanten kamen auch die verschiedenen Türkenkriege zu Paß, die Rudolf zu führen hatte.
Rudolf residierte Zeit seines Lebens auf dem Prager „Hradschin“, von Astrologen und Alchimisten umgeben. An seinem Hofe wirkten Johannes Kepler, Tycho Brahe und ungezählte Künstler und Wissenschaftler. Rudolf schuf eine der bedeutendsten Kunstsammlungen aller Zeiten. Sein schwermütiges Wesen rief Widerstand und Ablehnung hervor, so daß es ihm immer weniger gelang, sich durchzusetzen. Zu Recht wurde seine durch den „Majestätsbrief“ bekannte Politik der Begünstigung des böhmischen Protestantismus kritisiert. Rudolf blieb unverheiratet und hatte somit keine legitimen Kinder. Die Kurfüsten ließen noch zu seinen Lebzeiten seinen Bruder Matthias zum Deutschen König und zu seinem Nachfolger wählen.

1612 - 1619 Matthias
 

Der Bruder Rudolfs mußte zu seiner größten Bestürzung miterleben, wie das Haus Hohenzollern sich dem reichsfeindlichen Kalvinismus zuwendete.
Zu Recht weigerte sich Matthias, den „Majestätsbrief“ der Böhmen anzuerkennen, den sein Bruder und Vorgänger Rudolf ausgestellt hatte. Rudolf ist vorzuwerfen, daß er den Protestantismus, namentlich in Böhmen, nicht tatkräftig niedergehalten und als Reichsfeind behandelt hat. Schuld an dem Ausbruch des Krieges ist einzig der ungeheuerliche Aufstand, zu dem sich die kalvinistischen Stände Böhmens hinreißen ließen. So wurde ein halbes Jahrhundert kaiserlicher Toleranzpolitik gelohnt.
Matthias hatte wie seine beiden Brüder keine Kinder. So kam nach seinem Tode die Linie seines Vetters Ferdinand zum Zuge. Matthias stiftete die Kapuzinergruft.

1619 - 1637 Ferdinand II.
 

Ferdinand, selbst in der Wiener Hofburg von protestantischen Rotten bedroht, fleht den Heiland um Schutz und Rettung an

Auf Ferdinand lastete sowohl die Bürde des Krieges als auch die Aufgabe der rechtgläubigen Reformierung des Reiches und der eigenen Territorien, eine Aufgabe, der er sich lebenslang mit großer Hingabe entledigte. Protestantische Prediger und Lehrer wurden ausgewiesen, Lehre und Verkündigung auf einen festen kirchlichen Boden gestellt und überall die Meßfeier ermöglicht.
Der Aufstand der böhmischen Kalvinisten wurde von den notorischen Fürsten schändlich ausgenutzt. Doch Ferdinand gelang in der Schlacht auf dem Weißen Berge in Prag am 8. November 1620 ein großartiger Sieg über die gottlosen Rebellen. Am 21. 6.1621 wurden die Anführer der Verbrecher auf dem Altstädter Ring in Prag hingerichtet.
Höhepunkt der Regierung Ferdinands war das „Restitutionsedikt“, in dem er versuchte, die ungeheueren Räubereien am Kirchengut zu ahnden. Als die segensreiche Erneuerung des Imperiums unter Ferdinands Regentschaft fast vollendet war, erschienen 1630 die Schweden in Pommern und begannen einen unbeschreiblich grausamen Raubzug.

Zwar gelang es dem frommen und untadeligen General Tilly, Magdeburg zu sichern, doch stießen die Schweden mordend und sengend bis tief nach Bayern hinein. Im Jahre 1633 erhoben sich die protestantischen Stände erneut gegen das Imperium. In dieser Situation ließ sich der Kaiser zum Bruch mit Wallenstein hinreißen, dessen militärisches Genie er fortan entbehren mußte.
Im Frieden von Prag erneuerte Ferdinand die Zusammenarbeit mit den lutherischen Ständen, die sich in manchen Situationen bewährte. Leider mußte er in diesem Zusammenhang auf die Lausitz verzichten, ein Land, das dem Erzhaus bis zum heutigen Tage in tiefer Dankbarkeit verbunden ist.
Ferdinand war einer der größten Herrscher des Erzhauses. Obwohl er unablässig Krieg führen mußte, dankt ihm Deutschland Jahrhunderte des Friedens und der Freiheit.

 
1637 - 1657 Ferdinand III.
 

Ferdinand wurde mitten im Krieg gewählt. Er wurde Nachfolger Wallensteins als kaiserlicher Oberbefahlshaber und siegte als solcher 1634 in Regensburg und in der Schlacht bei Nördlingen. So wurden die entscheidenden Voraussetzungen für den Prager Frieden geschaffen, der dem Reich den Frieden gebracht hätte. Doch schlug nun Frankreich gegen das Imperium los. Ferdinand und Gallas sicherten Lothringen und die Freigrafschaft, doch mußten sie bei Wittstock im Norden Brandenburgs (Prignitz) eine schwere Niederlage hinnehmen. Der Friedenswillen Ferdinands konnte sich erst 1648 durchsetzen, in Osnabrück ermöglichte er die Fortexistenz des Imperiums, wenn auch unter schweren, ja schwersten Opfern: Die verräterischen und verbrecherischen Kalvinisten wurden in das Reichsrecht aufgenommen, das Haus Hohenzollern gewann Hinterpommern ohne Stettin und die Odermündung (Stargard wurde vorläufige Hauptstadt), die reichen Stifte Cammin, Minden, Halberstadt und die Anwartschaft auf das eigentlich inzwischen Sachsen gehörende Magdeburg. Dies der Lohn für das Komplott mit dem schwedischen König, dem Schwager des brandenburgischen „Kurfürsten“ Georg Wilhelm. Norddeutschland, durch die Reformation bereits schwer getroffen, ging nun einer zuvor im Imperium unbekannten Tyrannei durch die Hohenzollernherrscher entgegen. Die war das bitterste Ergebnis der 30jährigen Krieges.
Ferdinand widmete sich in seiner verbleibenden Lebensspanne der Erneuerung des Reiches und den Künsten. Er gehörte zu den besten Komponisten seiner Zeit und komponierte u.a. eine 8-st. Messe, Hymnen, ein Stabat mater und vieles andere und kann sich durchaus mit seinen Zeitgenossen Buxtehude, Johann Christoph Bach oder Johann Pachelbel messen.

 

1648

Westfälischer Friede

© Martin Möller
     

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