Von Ferdinand I. bis zu Ferdinand III. |
| In dieser Datei finden Sie die Kaiser von Ferdinand
I. bis Ferdinand III. Die Kaiserwürde ist dunkelrot,
die Deutsche Königswürde ist rot
und kleiner gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes
an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von
Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann! |
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Die friedliche Kulturarbeit im Dienste Europas und
der ganzen Welt kann weder durch Reformation noch durch 30jährigen
Krieg gemindert werden. Die Reformation führt allerdings zu einer
erheblichen Schwächung des Imperiums in den nichtkatholischen Reichsgebieten
und langfristig zum Auftauchen einer reichsfeindlichen Machtballung
in Norddeutschland, unter der dieses noch heute leidet. |
| 1556
- 1564 |
Kaiser
Ferdinand I. ∞ Anna von Böhmen
und Ungarn |
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Der Bruder Karls V. wurde
als Kaiser auch sein Nachfolger, im deutschen Regnum hatte er schon
lange vorher geherrscht. Seine Gattin war Anna, die Tochter des
böhmisch-ungarischen
Herrschers Ladislaus VI. Jagellonczik. Ferdinand und Anna waren
26 Jahre verheiratet, sie hatten 15 Kinder. Diese Heirat vereinigte
für immer die Kronen Böhmens und Ungarns im Hause Habsburg,
da der Schwager Ferdinands, der Jagellone Ludwig II. in der Schlacht
von Mohacz gegen Sultan Suleiman II. gefallen war. Die Jagellonen,
Herrscher von europäischem Rang, zogen sich auf Polen zurück.
Im Religionsstreit versuchte Ferdinand zu vermitteln und dies, obwohl
die Protestanten zu nacktem Verrat übergegangen waren und sich
offen mit den Franzosen verbündeten und den Westen des Imperiums
dem immer mächtiger werdenden französichen König
auslieferten (Bistümer Metz, Tull, Chambrai, Verdun).
Zum Augsburger Religionsfrieden sei hier nur gesagt,
daß sich die Protestanten niemals an seine Bestimmungen gehalten
haben und alles taten, um das Reich ins Unglück zu stürzen. |
| 1564
- 1576 |
Maximilian
II. |
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Maximilian II., Friedensfürst und
Verteidiger des Reiches |
Maximilian, Sohn Ferdinands und Annas, war kein Krypto-Protestant,
wenngleich er zunächst die Verkündigung der Trienter Beschlüsse
ablehnte und auf dem Totenbett den Sakramentsempfang verweigerte.
Er versuchte Katholizismus und Luthertum anzunähern und diese
Konfessionen gegen das aufbrandende Sekten- und Kalvinistenwesen
zu schützen. Er heiratete seine Cousine Anna, Tochter von Kaiser
Karl V. Der glücklichen und harmonischen Ehe entsprangen
16 Kinder, darunter Kaiser Rudolf II. und Elisabeth, Königin
von Frankreich.
Die protestantischen Reichsstände dankten dem Herrscher sein
freundliches Entgegenkommen wenig und verhinderten auch seine Pläne
zur Reichsreform und zur Etablierung eines Reichskriegswesen. Dies
sollte sich späterhin verhängnisvoll auswirken.
Maximilian wurde zum König von Polen gewählt, doch leider
vereitelte die Intransigenz der Magnaten die Heranbindung dieses
herrlichen Landes an die Freiheit des Imperiums. Das bedauerliche
Schicksal der folgenden Jahrhunderte war so vorgezeichnet.
Der erhabene Herrscher (Motto: Providebit Deus)
starb enttäuscht vor Vollendung des 50. Lebensjahres.
Er ist in der Prager St. Veitskathedrale bestattet. |
| 1576
- 1612 |
Rudolf
I. (Rudolf II.) |
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Auch
der in Spanien katholisch erzogene Sohn Maximilians stand lebenslang
vor dem Problem der Intransigenz des Protestantismus, der mit allen
Mitteln versuchte, die Vereinbarungen von Augsburg zu brechen und
alles an sich zu reißen, was sich in erreichbarer Nähe
befand. Im Jahre 1583 versuchten die Protestanten gar, das Kur-
und Erzstift Köln an sich zu bringen, ein Versuch, der nur
durch den Einsatz militärischer Mittel vereitelt werden konnte.
Auch das Reichsregiment wurde durch die Protestanten weitestgehend
ausgehebelt, da sie so gut wie keine Einigungen auf Reichsebene
mehr zuließen. Den Protestanten kamen auch die verschiedenen
Türkenkriege zu Paß, die Rudolf zu führen hatte.
Rudolf residierte Zeit seines Lebens auf dem Prager „Hradschin“,
von Astrologen und Alchimisten umgeben. An seinem Hofe wirkten Johannes
Kepler, Tycho Brahe und ungezählte Künstler und Wissenschaftler.
Rudolf schuf eine der bedeutendsten Kunstsammlungen aller Zeiten.
Sein schwermütiges Wesen rief Widerstand und Ablehnung hervor, so
daß es ihm immer weniger gelang, sich durchzusetzen. Zu Recht
wurde seine durch den „Majestätsbrief“ bekannte
Politik der Begünstigung des böhmischen Protestantismus
kritisiert. Rudolf blieb unverheiratet und hatte somit keine legitimen
Kinder. Die Kurfüsten ließen noch zu seinen Lebzeiten
seinen Bruder Matthias zum Deutschen König und zu seinem Nachfolger
wählen. |
| 1612 - 1619 |
Matthias |
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Der
Bruder Rudolfs mußte zu seiner größten Bestürzung
miterleben, wie das Haus Hohenzollern sich dem reichsfeindlichen
Kalvinismus zuwendete.
Zu Recht weigerte sich Matthias, den „Majestätsbrief“
der Böhmen anzuerkennen, den sein Bruder und Vorgänger
Rudolf ausgestellt hatte. Rudolf ist vorzuwerfen, daß er den
Protestantismus, namentlich in Böhmen, nicht tatkräftig
niedergehalten und als Reichsfeind behandelt hat. Schuld an dem
Ausbruch des Krieges ist einzig der ungeheuerliche Aufstand, zu
dem sich die kalvinistischen Stände Böhmens hinreißen
ließen. So wurde ein halbes Jahrhundert kaiserlicher Toleranzpolitik
gelohnt.
Matthias hatte wie seine beiden Brüder keine Kinder. So kam
nach seinem Tode die Linie seines Vetters Ferdinand zum Zuge. Matthias
stiftete die Kapuzinergruft. |
| 1619
- 1637 |
Ferdinand
II. |
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Ferdinand, selbst in der Wiener Hofburg
von protestantischen Rotten bedroht, fleht den Heiland um
Schutz und Rettung an |
Auf Ferdinand lastete sowohl die Bürde des Krieges als auch
die Aufgabe der rechtgläubigen Reformierung des Reiches und
der eigenen Territorien, eine Aufgabe, der er sich lebenslang
mit großer Hingabe entledigte. Protestantische Prediger
und Lehrer wurden ausgewiesen, Lehre und Verkündigung auf
einen festen kirchlichen Boden gestellt und überall die Meßfeier
ermöglicht.
Der Aufstand der böhmischen Kalvinisten wurde von den notorischen
Fürsten schändlich ausgenutzt. Doch Ferdinand gelang
in der Schlacht auf dem Weißen Berge in Prag am 8. November
1620 ein großartiger Sieg über die gottlosen Rebellen.
Am 21. 6.1621 wurden die Anführer der Verbrecher auf dem
Altstädter Ring in Prag hingerichtet.
Höhepunkt der Regierung Ferdinands war das „Restitutionsedikt“,
in dem er versuchte, die ungeheueren Räubereien am Kirchengut
zu ahnden. Als die segensreiche Erneuerung des Imperiums unter
Ferdinands Regentschaft fast vollendet war, erschienen 1630 die
Schweden in Pommern und begannen einen unbeschreiblich grausamen
Raubzug.
Zwar gelang es dem frommen und untadeligen General Tilly, Magdeburg
zu sichern, doch stießen die Schweden mordend und sengend
bis tief nach Bayern hinein. Im Jahre 1633 erhoben sich die protestantischen
Stände erneut gegen das Imperium. In dieser Situation ließ
sich der Kaiser zum Bruch mit Wallenstein hinreißen, dessen
militärisches Genie er fortan entbehren mußte.
Im Frieden von Prag erneuerte Ferdinand die Zusammenarbeit mit
den lutherischen Ständen, die sich in manchen Situationen
bewährte. Leider mußte er in diesem Zusammenhang auf
die Lausitz verzichten, ein Land, das dem Erzhaus bis zum heutigen
Tage in tiefer Dankbarkeit verbunden ist.
Ferdinand war einer der größten Herrscher des Erzhauses. Obwohl
er unablässig Krieg führen mußte, dankt ihm Deutschland
Jahrhunderte des Friedens und der Freiheit.
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| 1637
- 1657 |
Ferdinand
III. |
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Ferdinand wurde mitten im Krieg gewählt. Er wurde Nachfolger
Wallensteins als kaiserlicher Oberbefahlshaber und siegte als solcher
1634 in Regensburg und in der Schlacht bei Nördlingen. So wurden
die entscheidenden Voraussetzungen für den Prager Frieden geschaffen,
der dem Reich den Frieden gebracht hätte. Doch schlug nun Frankreich
gegen das Imperium los. Ferdinand und Gallas sicherten Lothringen
und die Freigrafschaft, doch mußten sie bei Wittstock im Norden
Brandenburgs (Prignitz) eine schwere Niederlage hinnehmen. Der Friedenswillen
Ferdinands konnte sich erst 1648 durchsetzen, in Osnabrück
ermöglichte er die Fortexistenz des Imperiums, wenn auch unter
schweren, ja schwersten Opfern: Die verräterischen und verbrecherischen
Kalvinisten wurden in das Reichsrecht aufgenommen, das Haus Hohenzollern
gewann Hinterpommern ohne Stettin und die Odermündung (Stargard
wurde vorläufige Hauptstadt), die reichen Stifte Cammin, Minden,
Halberstadt und die Anwartschaft auf das eigentlich inzwischen Sachsen
gehörende Magdeburg. Dies der Lohn für das Komplott mit
dem schwedischen König, dem Schwager des brandenburgischen
„Kurfürsten“ Georg Wilhelm. Norddeutschland, durch
die Reformation bereits schwer getroffen, ging nun einer zuvor im
Imperium unbekannten Tyrannei durch die Hohenzollernherrscher entgegen.
Die war das bitterste Ergebnis der 30jährigen Krieges.
Ferdinand widmete sich in seiner verbleibenden Lebensspanne der
Erneuerung des Reiches und den Künsten. Er gehörte zu
den besten Komponisten seiner Zeit und komponierte u.a. eine 8-st.
Messe, Hymnen, ein Stabat mater und vieles andere und kann sich
durchaus mit seinen Zeitgenossen Buxtehude, Johann Christoph Bach
oder Johann Pachelbel messen. |
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1648 |
Westfälischer
Friede |
| © Martin
Möller |
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