
Karl V. als Sieger über die Häresie |
Maximilians Sohn Philipp
der Schöne war in den Niederlanden aufgewachsen,
seine Gemahlin Johanna die Wahnsinnige hatte Kastillien
und Aragón in die Ehe gebracht. Deshalb hatte Philipp nie
die deutsche Königswürde erworben, im Gegensatz zu seinem
Sohn Karl, der als Nachfolger seines Großvaters und Chef des
Hauses Habsburg über ein Weltreich gebot, zu dem nun auch Spanisch-Amerika
gehörte.
Mit der Reformation hatte er sich 1521
in Worms zu beschäftigen, wo Luther auftrat und angeblich
Hier stehe ich, ich kann nicht anders! rief und 1530
in Augsburg, wo man ihm die Confessio Augustana vorlas
und sorgfältig jede Erwähnung der kirchenfeindlichen Positionen
der Protestanten vermied.
Karl siegte im Jahre 1547 im heute brandenburgischen und 2002 überfluteten
Mühlberg und besuchte bei dieser Gelegenheit in Wittenberg
das Grab Luthers, das er sich weigerte zu schänden: Ich
kämpfe nicht gegen Leichen!
Sein lebenslanger Einsatz für die Freiheit des Reiches wurde
ihm von den Territorialfürsten nicht gedankt, die die geistige
und religiöse Einheit und die kosmische Harmonie des Reiches
zugunsten schnöden Gewinnes leichtfertig störten. Im Jahre
1556 dankte Karl - als einziger Kaiser - ab und zog sich in das
spanische Kloster St. Gerónimo
de Yuste zurück.
Dem Andenken Karls V. widmete der pommersche Komponist Carl Loewe
einen Zyklus op. 99, der in vier Liedern das Leben und Wirken Karls
darstellt:
1. Die Taufe
Karls in Gent,
2. Die oben erwähnte Episode
aus dem Schmalkaldischen Krieg,
3. Der ebenfalls oben erwähnte Eintritt
Karls in das Kloster des Hieronymusordens und
4. Der Tod Karls
in selbigem Kloster.
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