Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Die Könige und Gegenkönige des (s.g.) Interregnums

In dieser Datei sind die Deutschen Könige von Heinrich VIII. Raspe bis zu Albrecht I. verzeichnet.

       

Interregnum = Herrschaftsunterbrechung. Zwischen 1250 und 1312 existierte die Kaiserwürde nicht und kaum einer der meist durch Minderheiten gewählten Könige kann sich durchsetzen. Typisch ist das Auftreten von Königen ohne jegliche Hausmacht in Deutschland, die naturgemäß Wachs in den Händen der Kurfraktionen sind. Die Wahl Rudolf I. von Habsburg gilt als Wendepunkt zu neuer Stabilität.

1246 - 1247 Heinrich VIII. Raspe
 

Der Landgraf von Thüringen wurde in Veitshöchstheim bei Würzburg zum Deutschen König gewählt, starb aber schon bald darauf. Sein Ruf ist schlecht, da er zuvor die hl. Elisabeth, seine verwitwete Schwägerin, von der Wartburg verdrängt hatte.

1254 - 1256 Wilhelm von Holland
 

Wilhelm war als päpstlicher Gegenkönig Nachfolger von Heinrich Raspe. In Worringen gewählt, verweigerte ihm Aachen ein Jahr lang den Einlaß zur Königskrönung. Er starb mit 28 Jahren im Kampf gegen die Friesen, als er mitsamt seinem Pferde im Sumpf versank. Wilhelm ist in der Abteikirche von Middelburg (auf der Schelde-Insel Walcheren vor Antwerpen) bestattet.

1257 (- 1282) Alfons der Weise
 

Alfons, König von Kastilien, schien geeignet, da er Enkel des Kaisers Philipp II. war und wurde in Frankfurt bei einer Doppelwahl gewählt - Böhmen stimmte sowohl für ihn als auch für Richard von Cornwall. Der hervorragender Astronom (Alfonsische Tafeln) und Dichter bemühte sich jahrzehntelang um die päpstliche Bestätigung, erschien aber niemals auf dem Reichsgebiet. 1282 wurde er abgesetzt.

1257 (-1273) Richard von Cornwall
 

Richard, Sohn des englischen Königs „Johann ohne Land“ war am 13. 1.1257 bei der Doppel-Wahl in Frankfurt gewählt worden. Obwohl er im Jahre 1269 eine deutsche Grafentochter heiratete, gelang es ihm nicht, sich in Deutschland durchsetzen.

1273 - 1291

Rudolf I.
∞ Gräfin Gertrud (Anna) von Hohenberg
∞ Agnes (Elisabeth/Isabella) von Burgund

 

Seine Wahl zum König am 1. Oktober 1273 brachte die Wende. Der Stammvater der Habsburger und Parteigänger der Staufer bildete die spätere habsburgische Politik in seiner Herrschaft vor. Er respektierte den Papst. Innenpolitisch machte er sich als Kämpfer gegen die Raubritter und als Minderer der böhmischen Krone zu seinen Gunsten einen Namen. Er war der erste deutsche König, der dauerhaft in Wien residierte. Seine zweite Gattin war über fünfzig Jahre jünger als ihr Gemahl.

26. 8.1278

Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld. Rudolf setzt sich gegen den Przemyslidenkönig Ottokar durch.

1292 - 1298

Adolf von Nassau

 

Wegen einer zu schwachen Ausgangsposition gelang es dem Grafen Adolf nicht, sich einen ausreichenden Hausbesitz zu schaffen. Seine energische Politik brachte ihn in einen Gegensatz zum Kurkollegium und zu Habsburg. In der Entscheidungsschlacht bei Göllheim westlich von Worms wurde Adolf besiegt und erschlagen.

1298 - 1308

Albrecht I. ∞ Gräfin Elisabeth von Görz-Tirol

 

Der Sohn Rudolfs und Gertruds wurde erst nach dem Sieg über Adolf von Nassau zum Deutschen König gewählt. Albrecht wurde von seinem Neffen Johann Paricida an der Reußbrücke bei Brugg ermordet. Brugg liegt 30 km nw Zürich an der Mündung der Reuss in die Aare.

© Martin Möller      

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