Die Frankenkönige und
-kaiser (Salier) |
| In dieser Datei finden Sie die
fränkischen Salierkaiser von Konrad I. bis zu Heinrich IV.
sowie den folgenden Sachsenkaiser Lothar II. von Supplinburg. Die
Kaiserwürde ist dunkelrot, die
Deutsche Königswürde ist rot und
kleiner gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes
an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von
Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!
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| Als Salier erkennen wir
sowohl einen fränkischen Kernstamm als auch das diesen Stamm dominierende
und zwischen Mosel und Saar begüterte Geschlecht, das die Lothringer
Herzogswürde erwarb. Durch die Ehe zwischen Herzog Konrad dem Roten
und Liutgard, der Tochter Ottos des Großen, stiegen die Salier in
den höchsten Reichsadel auf und wurden folglich nach dem Ausgang
der Ottonen als würdigste Anwärter auf die Krone betrachtet. Die
Frankenkönige setzten die auf Einheit von deutscher Krone und Kaisertum
gegründete Reichspolitik ihrer sächsischen Vorgänger fort. In der
Reichskirchenpolitik mußten sie eine erhebliche Stärkung der kirchlichen
Positionen gegenüber der Krone hinnehmen. |
| 1024
- 1039 |
Konrad I.
(Konrad II.)
∞ 1016 Gisela
Gisela war eine schwäbische Herzogstochter, die mit dem burgundischen
und fränkischen Hochadel eng verwandt war. Vor ihrer Ehe mit
Konrad war sie bereits zweimal verheiratet gewesen.
Gemeinsame Kinder: |
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1017 - 1056 |
Heinrich |
Erbe und Nachfolger Konrads
im Königsamt. |
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+ Sept. 1036 |
Beatrix |
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+ Jan. 1034 |
Mathilde |
Bestattet in Worms. Mathilde
war mit dem französichen König Heinrich I. verlobt. |
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Der Urgroßvater Konrads,
Konrad der Rote, Herzog von Lothringen, war Gatte von Liutgard,
der Tochter von Kaiser Otto dem Großen gewesen.
Konrad wuchs in einsamen Verhältnissen auf und wurde vom
Wormser Bischof Burkhard erzogen. Am 4. September 1024 wurde
Konrad in Kampa bei Oppenheim zum deutschen König gewählt. Die hl.
Kunigunde überbrachte ihm persönlich die Reichskleinodien.
Im Jahre 1033 erbte seine Gattin Gisela das Königreich Burgund,
so daß Konrad, geborener Herzog von Lothringen, König von
Burgund wurde und diese Krone eng ans deutsche Regnum anschließen
konnte.
Konrad stiftete den Dom zu Speyer mit der königlichen Grablege,
in der er auch als erster König bestattet wurde. Seit Konrad galt
das Recht des deutschen Königs auf Krönung seines Nachfolgers. |
| 1039
- 1056 |
Heinrich
II. (Heinrich III.)
∞ Gunhild von Dänemark und England
Anläßlich der Eheschließung mit Gunhild wurde
die Mark Schleswig aus dem Reich ausgegliedert.
Gemeinsame Kinder: |
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1037 - 1061 |
Beatrix |
Äbtissin von Gandersheim
und Quedlinburg. |
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∞
Agnes, Gräfin von Poitou
Agnes, Gräfin von Poitou, war die Tochter des Herzogs von
Aquitanien, dem späteren Südfrankreich. Sie wirkte nach
Heinrichs Tod als Verwalterin Bayerns und als Regentin für
den minderjährigen König Heinrich IV.
Gemeinsame Kinder: |
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1045 - 1060 |
Mathilde |
1059 ∞ Rudolf
von Rheinfelden, Herzog von Schwaben. |
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1047 - 1094 |
Judith |
1063 ∞ Salomon,
König von Ungarn.
1088 ∞ Ladislaus Hermann, Herzog von Polen. |
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1048 - 1096 |
Adelheid |
Äbtissin von Gandersheim
und Quedlinburg. |
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1050 - 1106 |
Heinrich IV. |
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1052 - 1055 |
Konrad |
Auf Konrad folgte wohl
noch eine Tochter Gisela. |
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Der einzige Sohn Konrads
und Giselas war der erste Deutsche König, der sich den kirchlichen
Reformbestrebungen von Cluny öffnete. Desungeachtet betrachtete
er sich als Patrizius der Kirche, der den Streit bei der Kurie schlichtete
und nach dessen Wunsch die Päpste einzusetzen waren. Das Reich
mehrte er vor allem durch den Anschluß Ungarns an das deutsche
Regnum. Sein Herz ist in Goslar beigesetzt. |
| 1056
- 1106 |
Heinrich
III. (Heinrich IV.)
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∞
Bertha, Gräfin von Savoyen
Heinrich versuchte zunächst, sich der Ehe mit Bertha zu entziehen,
die dennoch glücklich wurde und der fünf Kinder entsprossen. |
| 1070 |
Adelheid |
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| 1071 |
Heinrich |
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| 1072 - 1143 |
Agnes |
1089 ∞ Friedrichs
I., Herzog von Schwaben. Dieses Paar begründete die Stauferdynastie,
ihr Sohn Konrad wurde der erste Stauferkaiser. |
| 1074 - 1101 |
Konrad |
1087 Mitkönig, 1093
abgesetzt. |
| 1086 - 1125 |
Heinrich |
König und Kaiser |
∞
Adelheid (Praxedis) von Kiew
Adelheid, Tochter des Großfürsten Wsjewolod von Kiew,
war die Witwe des Grafen Udo von Stade und der (kgl.) Nordmark.
Kinder König Heinrichs IV.
Heinrich war beim Tode seines Vaters Heinrich II. erst fünf
Jahre alt. So diente ihm seine Mutter Agnes von Poitou zunächst
als Regentin. Sie traf in den zehn Jahren ihres Dienstes wichtige
Entscheidungen, die natürlich zu großer Unzufriedenheit
führten. Im Jahre 1062 entführte der Erzbischof von Köln
den jungen König aus der Pfalz Kaiserswerth (heute in Düsseldorf).
Seine Mutter zog sich daraufhin nach Rom zurück, wo sie in
den Bannkreis des späteren Papstes Gregor VII. geriet,
später bekanntlich Todfeind ihres Sohnes.
Die Schwächeperiode der Reichsleitung wurde von den Obodriten
zu einem großen Aufstand ausgenutzt. Auch die Sachsen erhoben
sich, als Heinrich versuchte, das entfremdete Königsgut im
Harz zurückzugewinnen (Schlacht am Welfesholz). Der Schleifung
der Harzburgen durch die Sachsen konnte Heinrich durch einen Sieg
an der Unstrut Einhalt gebieten.
Inzwischen hatte sich die cluniazensische Reformbewegung bis hin
zur verständlichen Forderung nach ausschließlich kanonischer
Wahl auch der Bischöfe entwickelt. Dies stellte allerdings
das bisherige Reichskirchensystem fundamental in Frage und führte
schließlich zu gegenseitigen Absetzungen von Päpsten,
Reichsbischöfen und König. Dieser „Investiturstreit“
führte zu dem Bußgang Heinrichs zur Burg Canossa (Tuszien)
zwischen Parma und Modena, der 800 Jahre später von den borussischen
Kirchenfeinden aufgegriffen worden ist und auf diese Weise in die
demokratische Ideolgie wanderte.
Es wäre jedoch völlig verfehlt, bei Heinrich auch nur
annähernd so etwas wie den borussisch-protestantischen Haß
auf die Kirche vermuten zu wollen - das Gegenteil ist der Fall.
Heinrich fürchtete für die Kirche und sah die innige Harmonie
von Kirche und Reich gefährdet. Daß er die Rechte der
Deutschen Krone verteidigte, war seine Pflicht.
Trotz der päpstlichen Absolution nach Canossa erfolgte die
Wahl seines Schwagers Rudolf,
zum Gegenkönig, den Heinrich an der Elster besiegte. Später
hatte er mit erheblichen familiären Problemen zu kämpfen:
Es wurde behauptet, daß Adelheid, seine zwanzig Jahre jüngere
Gemahlin ein Verhältnis mit seinem Sohn Konrad aus erster Ehe
hätte. Dieser wurde enterbt. Der zweite Sohn Heinrich, den
er selbst zum Deutschen König wählen ließ, beteiligte
sich später an einem Aufstand gegen den Vater, der eingekerkert
wurde und in Ingelheim abdankte.
Der Kaiser zog sich ins bischöfliche Ordinariat nach Lüttich
zurück, wo er im Jahre 1106 starb. Sein Sohn sorgte für
die Aufhebung der Kirchenstrafen, so daß der kirchentreuen
Kaisers im Dom von Speyer bestattet werden konnte. |
| 1106
- 1125 |
Heinrich
IV. (Heinrich V.) |
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∞
Mathilda (englische Prinzesssin)
Die Ehe Heinrichs blieb kinderlos. Seine Erben wurden die staufischen
Neffen, d.h. die Kinder seiner Schwester Agnes. Das Ende Heinrichs
war auch das Ende des fränkisch-salischen Königshauses.
Heinrich ist im Dom von Speyer bestattet. |
23. Sept.
1122 |
Wormser Konkordat (Calixtinum
und Privilegium Henrici) |
Bisher war es den Königen
gelungen, die nach Selbständigkeit strebenden Stammesherzöge
niederzuhalten und die Königsmacht zu stärken. Dazu hatten
die Könige die Macht der aufgrund des Zölibats nicht erbberechtigten
Bischöfe gestärkt, deren Investiturrecht sie innehatten.
Kaiser Heinrich IV. und Papst Calixtus II. vereinbarten nun, daß
der König auf die Investitur mit Stab und Ring verzichtet,
jedoch das Recht behielt, die Bischöfe und (Reichs-)Äbte
mit dem Zepter zu belehnen.
Das Wormser Konkordat führte zu einer Schwächung des deutschen
Königtums.
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| 1125
- 1137 |
Lothar
II. von Supplinburg (Lothar
I.) |
Epitaph für Lothar II. in Breitenwang. |
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∞
Richenza
Richenza war die Tochter des Grafen Otto von Northeim, eines der
prominentesten Oberen des Sachsenvolkes. Nach dem Aussterben des
Grafengeschlechtes erbte das Welfenhaus die Grafschaft. Die Stadt
Northeim schlug sich fortan häufig auf die Seite des protestantischen
Partikularismus, so im 30jährigen Krieg, als sie rechtswidrig
Tilly nicht einlassen wollte.
Kinder Lothars und Richenzas: |
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1113 - 1143 |
Gertrud |
∞ Heinrich der Stolze
(Welfe).
∞ Heinrich II. (Babenberger) |
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Der 1075 geborene Herzog
von Sachsen besiegte seinen Vorgänger 1115 am Welfesholz (bei Hettstedt,
heute Sachsen-Anhalt). Seine Wahl wird in einer packenden Narratio
geschildert.
Lothar förderte die Ostsiedlung und die deutsche Hoheit im Osten
und belehnte 1134 Albrecht den Bären von Askanien mit der Nordmark
(Altmark). Kaiser Lothar verstarb auf der Reise in Breitenwang im
Außerfern (Tyrol). |
| © Martin
Möller |
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