Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Die Frankenkönige und -kaiser (Salier)

In dieser Datei finden Sie die fränkischen Salierkaiser von Konrad I. bis zu Heinrich IV. sowie den folgenden Sachsenkaiser Lothar II. von Supplinburg. Die Kaiserwürde ist dunkelrot, die Deutsche Königswürde ist rot und kleiner gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!

 
     

Als Salier erkennen wir sowohl einen fränkischen Kernstamm als auch das diesen Stamm dominierende und zwischen Mosel und Saar begüterte Geschlecht, das die Lothringer Herzogswürde erwarb. Durch die Ehe zwischen Herzog Konrad dem Roten und Liutgard, der Tochter Ottos des Großen, stiegen die Salier in den höchsten Reichsadel auf und wurden folglich nach dem Ausgang der Ottonen als würdigste Anwärter auf die Krone betrachtet. Die Frankenkönige setzten die auf Einheit von deutscher Krone und Kaisertum gegründete Reichspolitik ihrer sächsischen Vorgänger fort. In der Reichskirchenpolitik mußten sie eine erhebliche Stärkung der kirchlichen Positionen gegenüber der Krone hinnehmen.

1024 - 1039 Konrad I. (Konrad II.)

∞ 1016 Gisela

Gisela war eine schwäbische Herzogstochter, die mit dem burgundischen und fränkischen Hochadel eng verwandt war. Vor ihrer Ehe mit Konrad war sie bereits zweimal verheiratet gewesen.

Gemeinsame Kinder:

  1017 - 1056

Heinrich

Erbe und Nachfolger Konrads im Königsamt.

  + Sept. 1036

Beatrix

 

  + Jan. 1034

Mathilde

Bestattet in Worms. Mathilde war mit dem französichen König Heinrich I. verlobt.

 

Der Urgroßvater Konrads, Konrad der Rote, Herzog von Lothringen, war Gatte von Liutgard, der Tochter von Kaiser Otto dem Großen gewesen.

Konrad wuchs in einsamen Verhältnissen auf und wurde vom Wormser Bischof Burkhard erzogen. Am 4. September 1024 wurde Konrad in Kampa bei Oppenheim zum deutschen König gewählt. Die hl. Kunigunde überbrachte ihm persönlich die Reichskleinodien. Im Jahre 1033 erbte seine Gattin Gisela das Königreich Burgund, so daß Konrad, geborener Herzog von Lothringen, König von Burgund wurde und diese Krone eng ans deutsche Regnum anschließen konnte.

Konrad stiftete den Dom zu Speyer mit der königlichen Grablege, in der er auch als erster König bestattet wurde. Seit Konrad galt das Recht des deutschen Königs auf Krönung seines Nachfolgers.

1039 - 1056 Heinrich II.  (Heinrich III.)

∞ Gunhild von Dänemark und England

Anläßlich der Eheschließung mit Gunhild wurde die Mark Schleswig aus dem Reich ausgegliedert.

Gemeinsame Kinder:

  1037 - 1061

Beatrix

Äbtissin von Gandersheim und Quedlinburg.

 

∞ Agnes, Gräfin von Poitou

Agnes, Gräfin von Poitou, war die Tochter des Herzogs von Aquitanien, dem späteren Südfrankreich. Sie wirkte nach Heinrichs Tod als Verwalterin Bayerns und als Regentin für den minderjährigen König Heinrich IV.

Gemeinsame Kinder:

  1045 - 1060

Mathilde

1059 ∞ Rudolf von Rheinfelden, Herzog von Schwaben.

  1047 - 1094

Judith

1063 ∞ Salomon, König von Ungarn.
1088 ∞ Ladislaus Hermann, Herzog von Polen.

  1048 - 1096

Adelheid

Äbtissin von Gandersheim und Quedlinburg.

  1050 - 1106

Heinrich IV.

 
  1052 - 1055

Konrad

Auf Konrad folgte wohl noch eine Tochter Gisela.

 

Der einzige Sohn Konrads und Giselas war der erste Deutsche König, der sich den kirchlichen Reformbestrebungen von Cluny öffnete. Desungeachtet betrachtete er sich als Patrizius der Kirche, der den Streit bei der Kurie schlichtete und nach dessen Wunsch die Päpste einzusetzen waren. Das Reich mehrte er vor allem durch den Anschluß Ungarns an das deutsche Regnum. Sein Herz ist in Goslar beigesetzt.

1056 - 1106 Heinrich III.  (Heinrich IV.)

∞ Bertha, Gräfin von Savoyen

Heinrich versuchte zunächst, sich der Ehe mit Bertha zu entziehen, die dennoch glücklich wurde und der fünf Kinder entsprossen.

1070

Adelheid

 
1071

Heinrich

 
1072 - 1143

Agnes

1089 ∞ Friedrichs I., Herzog von Schwaben. Dieses Paar begründete die Stauferdynastie, ihr Sohn Konrad wurde der erste Stauferkaiser.

1074 - 1101

Konrad

1087 Mitkönig, 1093 abgesetzt.

1086 - 1125

Heinrich

König und Kaiser

∞ Adelheid (Praxedis) von Kiew

Adelheid, Tochter des Großfürsten Wsjewolod von Kiew, war die Witwe des Grafen Udo von Stade und der (kgl.) Nordmark.

Kinder König Heinrichs IV.

Heinrich war beim Tode seines Vaters Heinrich II. erst fünf Jahre alt. So diente ihm seine Mutter Agnes von Poitou zunächst als Regentin. Sie traf in den zehn Jahren ihres Dienstes wichtige Entscheidungen, die natürlich zu großer Unzufriedenheit führten. Im Jahre 1062 entführte der Erzbischof von Köln den jungen König aus der Pfalz Kaiserswerth (heute in Düsseldorf). Seine Mutter zog sich daraufhin nach Rom zurück, wo sie in den Bannkreis des späteren Papstes Gregor VII. geriet, später bekanntlich Todfeind ihres Sohnes.
Die Schwächeperiode der Reichsleitung wurde von den Obodriten zu einem großen Aufstand ausgenutzt. Auch die Sachsen erhoben sich, als Heinrich versuchte, das entfremdete Königsgut im Harz zurückzugewinnen (Schlacht am Welfesholz). Der Schleifung der Harzburgen durch die Sachsen konnte Heinrich durch einen Sieg an der Unstrut Einhalt gebieten.

Inzwischen hatte sich die cluniazensische Reformbewegung bis hin zur verständlichen Forderung nach ausschließlich kanonischer Wahl auch der Bischöfe entwickelt. Dies stellte allerdings das bisherige Reichskirchensystem fundamental in Frage und führte schließlich zu gegenseitigen Absetzungen von Päpsten, Reichsbischöfen und König. Dieser „Investiturstreit“ führte zu dem Bußgang Heinrichs zur Burg Canossa (Tuszien) zwischen Parma und Modena, der 800 Jahre später von den borussischen Kirchenfeinden aufgegriffen worden ist und auf diese Weise in die demokratische Ideolgie wanderte.
Es wäre jedoch völlig verfehlt, bei Heinrich auch nur annähernd so etwas wie den borussisch-protestantischen Haß auf die Kirche vermuten zu wollen - das Gegenteil ist der Fall. Heinrich fürchtete für die Kirche und sah die innige Harmonie von Kirche und Reich gefährdet. Daß er die Rechte der Deutschen Krone verteidigte, war seine Pflicht.

Trotz der päpstlichen Absolution nach Canossa erfolgte die Wahl seines Schwagers Rudolf, zum Gegenkönig, den Heinrich an der Elster besiegte. Später hatte er mit erheblichen familiären Problemen zu kämpfen: Es wurde behauptet, daß Adelheid, seine zwanzig Jahre jüngere Gemahlin ein Verhältnis mit seinem Sohn Konrad aus erster Ehe hätte. Dieser wurde enterbt. Der zweite Sohn Heinrich, den er selbst zum Deutschen König wählen ließ, beteiligte sich später an einem Aufstand gegen den Vater, der eingekerkert wurde und in Ingelheim abdankte.

Der Kaiser zog sich ins bischöfliche Ordinariat nach Lüttich zurück, wo er im Jahre 1106 starb. Sein Sohn sorgte für die Aufhebung der Kirchenstrafen, so daß der kirchentreuen Kaisers im Dom von Speyer bestattet werden konnte.

1106 - 1125 Heinrich IV.  (Heinrich V.)
 

∞ Mathilda (englische Prinzesssin)

Die Ehe Heinrichs blieb kinderlos. Seine Erben wurden die staufischen Neffen, d.h. die Kinder seiner Schwester Agnes. Das Ende Heinrichs war auch das Ende des fränkisch-salischen Königshauses. Heinrich ist im Dom von Speyer bestattet.

23. Sept. 1122

Wormser Konkordat (Calixtinum und Privilegium Henrici)

Bisher war es den Königen gelungen, die nach Selbständigkeit strebenden Stammesherzöge niederzuhalten und die Königsmacht zu stärken. Dazu hatten die Könige die Macht der aufgrund des Zölibats nicht erbberechtigten Bischöfe gestärkt, deren Investiturrecht sie innehatten. Kaiser Heinrich IV. und Papst Calixtus II. vereinbarten nun, daß der König auf die Investitur mit Stab und Ring verzichtet, jedoch das Recht behielt, die Bischöfe und (Reichs-)Äbte mit dem Zepter zu belehnen.
Das Wormser Konkordat führte zu einer Schwächung des deutschen Königtums.

1125 - 1137 Lothar II. von Supplinburg  (Lothar I.)

Epitaph für Lothar II. in Breitenwang.

 

∞ Richenza

Richenza war die Tochter des Grafen Otto von Northeim, eines der prominentesten Oberen des Sachsenvolkes. Nach dem Aussterben des Grafengeschlechtes erbte das Welfenhaus die Grafschaft. Die Stadt Northeim schlug sich fortan häufig auf die Seite des protestantischen Partikularismus, so im 30jährigen Krieg, als sie rechtswidrig Tilly nicht einlassen wollte.

Kinder Lothars und Richenzas:

  1113 - 1143

Gertrud

∞ Heinrich der Stolze (Welfe).
∞ Heinrich II. (Babenberger)

 

Der 1075 geborene Herzog von Sachsen besiegte seinen Vorgänger 1115 am Welfesholz (bei Hettstedt, heute Sachsen-Anhalt). Seine Wahl wird in einer packenden Narratio geschildert.
Lothar förderte die Ostsiedlung und die deutsche Hoheit im Osten und belehnte 1134 Albrecht den Bären von Askanien mit der Nordmark (Altmark). Kaiser Lothar verstarb auf der Reise in Breitenwang im Außerfern (Tyrol).

© Martin Möller      

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