Renovatio Imperii: Die Sachsenkönige und -kaiser
(Liudolfinger bzw. Ottonen) |
| In dieser Datei finden Sie die Sachsenkaiser von
Otto dem Großen bis Heinrich dem Heiligen. Die Kaiserwürde
ist dunkelrot, die Deutsche Königswürde
ist rot und kleiner
gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die
jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von Königs-
und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann! |
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| Heinrich I. und sein Sohn Otto
der Große haben das Imperium Romanum erneuert, nachdem es in
dem Jahrhundert zuvor niedergesunken war. Die politische Leistung
Heinrichs und Ottos kommt aber einer Neugründung gleich, da durch
sie die Stämme der Bayern, Franken, Schwaben und Sachsen in dauerhafter
staatlicher Gemeinschaft zusammengefaßt und somit die Grundlegung
für die Volkwerdung der Deutschen geleistet wurden. Die Deutschen
werden als Reichsvolk zusammengefaßt, als heiliges Volk nach
dem Abbild der himmlischen Hierarchia, als Volk des Glaubens mit
göttlicher, evangelischer Mission. Die Würde des Deutschen
Königs ist von nun an bis 1806 verbindlich für die Erlangung des
Kaisertitels. |
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936 - 973
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Otto
I. der Große |
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Das Grabmal Ottos des Großen in dem
der Kirche entfremdeten Magdeburger Dom. Der Text der Inschrift
lautet: Tres luctus causae sunt hoc sub
marmore clausae: Rex, decus Ecclesiae, summus honor patriae.
Zu deutsch: Drei Gründe der Trauer sind unter diesem Marmor
eingeschlossen: Der König, die Zierde der Kirche, die höchste
Ehre des Vaterlandes. |
Der Sohn Heinrichs des Voglers war der erhabenste Herrscher, den
die Deutschen je hervorgebracht haben, ja er darf als der Vater
des Deutschen Volkes und Reiches gelten. Nie hat ein König sein
ganzes Wollen und Vollbringen so in den Dienst von Kirche, Reich
und Vaterland gestellt wie er. Siege über die Obodriten an der Recknitz
bei (Bad) Sülze und über die Ungarn auf dem Lechfeld vor den
Toren Augsburgs sicherten Grenzen und Frieden des Imperiums, die
Bischöfe wurden dem Reichsdienst eingegliedert und stärkten es,
bei zwei Romzügen achtete Otto sorgfältig darauf, daß Kirche und
Papsttum gefestigt und eneuert wurden. 968 gründete Otto das (später
von den verräterischen Hohenzollern zerstörte) Erzbistum Magdeburg
und stiftete den Magdeburger Dom, die großartigste Kathedrale Europas.
Er erreichte die Anerkennung von Byzanz und beendete so den verderblichen
Streit - auch durch die Vermählung seines Sohnes mit der byzantinischen
Prinzessin Theophanou.
Die für ein Jahrtausend bestehende Vereinigung von Deutschem Königtum
und Kaiserwürde sowie das ottonische Reichskirchensystem
sind vor allen anderen sein Werk. Mittels seiner langobardischen
Königswürde band Otto Italien fest an das deutsche Regnum, eine
Bindung zum höchsten Segen für Italien und Germanien, die erst wiederum
von Preußen und Demokraten gemeinsam zerstört wurden, was großes
Elend brachte. Otto starb 60jährig in Memleben (damals gigantische
Reichspfalz, heute ein kleines Dorf im Unstruttal). Er ist im Magdeburger
Dom bestattet. |
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∞
1. Edgid von England
Edgid (auch Editha, Edgitha) war
die Tochter des angelsächsischen Königs Eduard (von Wessex).
Die Eheschließung steht auch in Zusammenhang mit dem Kult
des hl. Königs Oswald. Zur Eheschließung erhielt Edgid
die Stadt Magdeburg geschenkt. Sie starb etwa 30jährig nach
16jähriger Ehe mit dem König, der noch nicht zum Kaiser
gesalbt worden war. Aus ihrem Erbe erhielten das Moritzkloster in
Magdeburg und das Servatiusstift in Quedlinburg reiche Schenkungen.
Edgid wurde im Mauritiuskloster in Magdeburg beigesetzt, an dessen
Stelle heute der Magdeburger Dom steht. Das Grabmal im Magdeburger
Dom wurde 1510 errichtet. Im November 2008 fanden Archäologen
in diesem Schmucksarg einen Bleisarg, in dem die sterblichen Überreste
der Königin ruhen.
Ebenfalls im Magdeburger Dom befinden sich die gotischen Sitzfiguren
eines thronenden Paares, die als Abbilder Edgids und Ottos angesehen
wurden, jedoch eigentlich Jesus Christus als „König der
Könige“ und Ecclesia, die verkörperte Kirche, darstellen.
Edgid wurde lange Zeit aufgrund ihrer frommen Schenkungen als Heilige
Edith verehrt.
Gemeinsame Kinder: |
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Liutgard |
Gemahlin Konrads des Roten,
Herzog von Lothringen und somit Urgroßmutter Konrads, des
ersten Salierkaisers. |
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Liudolf |
Herzog von Schwaben. |
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∞
2. hl.
Adelheid von Burgund
Adelheid war die Witwe von König Lothar II. von Italien, der
nach dreizehnjähriger Ehe verstorben war. Otto hatte sie aus
der Haft Berengars befreit.
Gemeinsame Kinder:
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Otto |
König und Kaiser |
| 973
- 983 |
Otto
II. |

Christus segnet Otto II. und Theophanou |
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∞ Theophanou von
Byzanz
Gemeinsame Kinder: |
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Sophie |
Kanonissin und Äbtissin
im Reichsstift Gandersheim. |
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Adelheid |
Äbtissin von Quedlinburg,
Gandersheim, Gernrode, Frose und Vreden. |
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Mathilde |
Verheiratet mit dem lothringischen
Pfalzgrafen Ehrenfried (= Ezzo). Mathilde und Ezzo hatten Kinder,
die für die Nachfolge Ottos III. in Frage gekommen waren. |
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n.n. (w) |
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Otto |
König und Kaiser |
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Der Sohn Ottos des Großen und Adelheids von Burgund
setzte das Werk seines Vaters fort und sicherte die in der ganzen
Welt anerkannte Bedeutung der Deutschen als Reichsvolk und als Volk
der Kirche. Ähnlich wie Könige in späteren Jahrhunderten verteidigte
er die Position des Papstes gegen seine Feinde, zu denen häufig
der römische Adel gehörte. In Ottos Regierungszeit fiel der große
Slawenaufstand von 983, den er erfolgreiche eindämmte. Er starb
28jährig an Malaria und wurde in der Peterskirche bestattet. |
| 983
- 1002 |
Otto
III. |
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Otto wurde Anfang Juli
980 im Reichswald Ketil bei Nimwegen als Sohn Kaiser Ottos II. und
seiner Gemahlin Theophanou geboren. Kurz nach seinem dritten Geburtstag
starb sein Vater, der ihn bereits Pfingsten 983 als Dreijährigen
auf dem Reichstag von Verona zum König hatte wählen lassen.
Weihnachten 983 wurde Otto zwei Wochen nach dem Tod des Vaters in
Aachen zum Deutschen König gekrönt.
Erzogen wurde er von den Witwen seines königlichen Vaters und seines
königlichen Großvaters unter dem Schutz der Kirche, die den Zugriff
machthungriger Verwandter zurückwies. Mündig geworden nannte er
sich Kaiser des römischen Erdkreises, Knecht Jesu Christi.
Otto nominierte seinen Vetter Brun als Nachfolger des verstorbenen
Papstes. Brun bestieg als Gregor V. den Stuhl Petri und krönte den
16jährigen Otto zum Kaiser. Dieser inkorporierte Polen und Ungarn
durch die Gründung der nicht mehr von Magdeburg abhängigen Erzbistümer
Gnesen und Gran in das Imperium und wurde so zum Schöpfer der heute
als Europa pervertierten Grenzen des Abendlandes. Otto
gedachte Rom mithilfe einer Renovatio Imperii Romanorum auch
wieder zum Zentrum des Imperiums zu machen. Während seiner
Abwesenheit von Deutschland übergab er seiner Tante Mathilde,
der Erzäbtissin von Quedlinburg das Regiment. Das jugendliche
mirabilia mundi starb im Alter von 21 Jahren kinderlos.
Sein Herz ist in St. Ullrich in Augsburg, sein Körper im Dom
von Aachen bestattet.
August
Graf von Platen würdigte den jung vereigten Herrscher in einem
Gedicht. |
| 1002
- 1024 |
Heinrich
I. der Heilige (Heinrich II.)
∞ hl. Kunigunde Die
Geschwister Heinrichs: |
Heinrich
und Kunigunde |
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975 - 1029 |
Brun |
Reichskanzler, Bischof
von Augsburg |
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978 - 1050 |
Gisela |
Gattin König Stephans
von Ungarn |
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985 - 1010 |
Brigida |
Äbtissin in St. Paul
und in Andlau im Elsaß. |
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Arnold |
Erzbischof von Ravenna |
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Gerberga |
Äbtissin von Frauenchiemsee |
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Heinrich,
geboren am 6. Mai 973 in Hildesheim, war Herzog von Bayern aus dem
Hause der Liudolfinger. Seine Eltern waren Heinrich der Zänker
und Gisela, Tochter des Königs von Burgund; er war somit Urenkel
Heinrichs I. und Vetter zweiten Grades Ottos III.
Beim Tod Otto. III. war Heinrich ranghöchster Reichsfürst
und somit geborener Anwärter auf die Deutsche Königswürde.
Gewählt wurde er von den Franken, Oberlothringern und Bayern.
Bischof Williges von Mainz krönte und salbte ihn am 7. Juni
2002. In verschiedenen Stufen setzte er sich im gesamten Regnum
durch.
Heinrich setzte die ottonische Reichskirchenpolitik fort, er erweiterte
die Grenzen des Imperiums beträchtlich und stellte die Kirche
ganz in den Dienst des Reiches. Bamberg erhob er zu dem Range eines
dem Papst zugehörigen Bistums und stattete es mit großen
Teilen des Herzogtums Franken aus. Diese Schenkung hatte für
800 Jahre Bestand. In Bamberger Dom sind der in Grone (heute Ortsteil
von Göttingen) gestorbene Kaiser und seine Gemahlin Kunigunde
von Luxemburg bestattet. Beide wurden heiliggesprochen. Ihr Feiertag,
der 13. Juli, gilt als einer der höchsten Feiertage des Imperium
Romanum. Kunigunde ist die Gründerin des Benediktinerinnenklosters
Kaufungen vor den Toren Kassels, in dem sie nach dem Tode ihres
Mannes als Nonne lebte.
Heinrich wird, als Deutscher König, meist „Heinrich II.“
tituliert. |
| © Martin Möller |
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