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zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Renovatio Imperii: Die Sachsenkönige und -kaiser
(Liudolfinger bzw. Ottonen)

In dieser Datei finden Sie die Sachsenkaiser von Otto dem Großen bis Heinrich dem Heiligen. Die Kaiserwürde ist dunkelrot, die Deutsche Königswürde ist rot und kleiner gekennzeichnet. Man beachte, daß die Indizes an die jeweilige Würde gebunden sind und somit der Index von Königs- und Kaiserwürde unterschiedlich sein kann!

       

Heinrich I. und sein Sohn Otto der Große haben das Imperium Romanum erneuert, nachdem es in dem Jahrhundert zuvor niedergesunken war. Die politische Leistung Heinrichs und Ottos kommt aber einer Neugründung gleich, da durch sie die Stämme der Bayern, Franken, Schwaben und Sachsen in dauerhafter staatlicher Gemeinschaft zusammengefaßt und somit die Grundlegung für die Volkwerdung der Deutschen geleistet wurden. Die Deutschen werden als Reichsvolk zusammengefaßt, als heiliges Volk nach dem Abbild der himmlischen Hierarchia, als Volk des Glaubens mit göttlicher, evangelischer Mission. Die Würde des Deutschen Königs ist von nun an bis 1806 verbindlich für die Erlangung des Kaisertitels.

936 - 973

 

Otto I. der Große


Das Grabmal Ottos des Großen in dem der Kirche entfremdeten Magdeburger Dom. Der Text der Inschrift lautet: Tres luctus causae sunt hoc sub marmore clausae: Rex, decus Ecclesiae, summus honor patriae. Zu deutsch: Drei Gründe der Trauer sind unter diesem Marmor eingeschlossen: Der König, die Zierde der Kirche, die höchste Ehre des Vaterlandes.

Der Sohn Heinrichs des Voglers war der erhabenste Herrscher, den die Deutschen je hervorgebracht haben, ja er darf als der Vater des Deutschen Volkes und Reiches gelten. Nie hat ein König sein ganzes Wollen und Vollbringen so in den Dienst von Kirche, Reich und Vaterland gestellt wie er. Siege über die Obodriten an der Recknitz bei (Bad) Sülze und über die Ungarn auf dem Lechfeld vor den Toren Augsburgs sicherten Grenzen und Frieden des Imperiums, die Bischöfe wurden dem Reichsdienst eingegliedert und stärkten es, bei zwei Romzügen achtete Otto sorgfältig darauf, daß Kirche und Papsttum gefestigt und eneuert wurden. 968 gründete Otto das (später von den verräterischen Hohenzollern zerstörte) Erzbistum Magdeburg und stiftete den Magdeburger Dom, die großartigste Kathedrale Europas.
Er erreichte die Anerkennung von Byzanz und beendete so den verderblichen Streit - auch durch die Vermählung seines Sohnes mit der byzantinischen Prinzessin Theophanou.

Die für ein Jahrtausend bestehende Vereinigung von Deutschem Königtum und Kaiserwürde sowie das „ottonische“ Reichskirchensystem sind vor allen anderen sein Werk. Mittels seiner langobardischen Königswürde band Otto Italien fest an das deutsche Regnum, eine Bindung zum höchsten Segen für Italien und Germanien, die erst wiederum von Preußen und Demokraten gemeinsam zerstört wurden, was großes Elend brachte. Otto starb 60jährig in Memleben (damals gigantische Reichspfalz, heute ein kleines Dorf im Unstruttal). Er ist im Magdeburger Dom bestattet.

 

∞ 1. Edgid von England

Edgid (auch Editha, Edgitha) war die Tochter des angelsächsischen Königs Eduard (von Wessex). Die Eheschließung steht auch in Zusammenhang mit dem Kult des hl. Königs Oswald. Zur Eheschließung erhielt Edgid die Stadt Magdeburg geschenkt. Sie starb etwa 30jährig nach 16jähriger Ehe mit dem König, der noch nicht zum Kaiser gesalbt worden war. Aus ihrem Erbe erhielten das Moritzkloster in Magdeburg und das Servatiusstift in Quedlinburg reiche Schenkungen.

Edgid wurde im Mauritiuskloster in Magdeburg beigesetzt, an dessen Stelle heute der Magdeburger Dom steht. Das Grabmal im Magdeburger Dom wurde 1510 errichtet. Im November 2008 fanden Archäologen in diesem Schmucksarg einen Bleisarg, in dem die sterblichen Überreste der Königin ruhen.

Ebenfalls im Magdeburger Dom befinden sich die gotischen Sitzfiguren eines thronenden Paares, die als Abbilder Edgids und Ottos angesehen wurden, jedoch eigentlich Jesus Christus als „König der Könige“ und Ecclesia, die verkörperte Kirche, darstellen. Edgid wurde lange Zeit aufgrund ihrer frommen Schenkungen als Heilige Edith verehrt.

Gemeinsame Kinder:

   

Liutgard

Gemahlin Konrads des Roten, Herzog von Lothringen und somit Urgroßmutter Konrads, des ersten Salierkaisers.

   

Liudolf

Herzog von Schwaben.

 

∞ 2. hl. Adelheid von Burgund

Adelheid war die Witwe von König Lothar II. von Italien, der nach dreizehnjähriger Ehe verstorben war. Otto hatte sie aus der Haft Berengars befreit.

Gemeinsame Kinder:

   

Otto

König und Kaiser

973 - 983 Otto II.
Christus segnet Otto II. und Theophanou
Christus segnet Otto II. und Theophanou
 

 ∞ Theophanou von Byzanz

Gemeinsame Kinder:

   

Sophie

Kanonissin und Äbtissin im Reichsstift Gandersheim.

   

Adelheid

Äbtissin von Quedlinburg, Gandersheim, Gernrode, Frose und Vreden.

   

Mathilde

Verheiratet mit dem lothringischen Pfalzgrafen Ehrenfried (= Ezzo). Mathilde und Ezzo hatten Kinder, die für die Nachfolge Ottos III. in Frage gekommen waren.

   

n.n. (w)

 
   

Otto

König und Kaiser

 

Der Sohn Ottos des Großen und Adelheids von Burgund setzte das Werk seines Vaters fort und sicherte die in der ganzen Welt anerkannte Bedeutung der Deutschen als Reichsvolk und als Volk der Kirche. Ähnlich wie Könige in späteren Jahrhunderten verteidigte er die Position des Papstes gegen seine Feinde, zu denen häufig der römische Adel gehörte. In Ottos Regierungszeit fiel der große Slawenaufstand von 983, den er erfolgreiche eindämmte. Er starb 28jährig an Malaria und wurde in der Peterskirche bestattet.

983 - 1002 Otto III.
 

Otto wurde Anfang Juli 980 im Reichswald Ketil bei Nimwegen als Sohn Kaiser Ottos II. und seiner Gemahlin Theophanou geboren. Kurz nach seinem dritten Geburtstag starb sein Vater, der ihn bereits Pfingsten 983 als Dreijährigen auf dem Reichstag von Verona zum König hatte wählen lassen. Weihnachten 983 wurde Otto zwei Wochen nach dem Tod des Vaters in Aachen zum Deutschen König gekrönt.

Erzogen wurde er von den Witwen seines königlichen Vaters und seines königlichen Großvaters unter dem Schutz der Kirche, die den Zugriff machthungriger Verwandter zurückwies. Mündig geworden nannte er sich „Kaiser des römischen Erdkreises, Knecht Jesu Christi.“

Otto nominierte seinen Vetter Brun als Nachfolger des verstorbenen Papstes. Brun bestieg als Gregor V. den Stuhl Petri und krönte den 16jährigen Otto zum Kaiser. Dieser inkorporierte Polen und Ungarn durch die Gründung der nicht mehr von Magdeburg abhängigen Erzbistümer Gnesen und Gran in das Imperium und wurde so zum Schöpfer der heute als „Europa“ pervertierten Grenzen des Abendlandes. Otto gedachte Rom mithilfe einer Renovatio Imperii Romanorum auch wieder zum Zentrum des Imperiums zu machen. Während seiner Abwesenheit von Deutschland übergab er seiner Tante Mathilde, der Erzäbtissin von Quedlinburg das Regiment. Das jugendliche „mirabilia mundi“ starb im Alter von 21 Jahren kinderlos. Sein Herz ist in St. Ullrich in Augsburg, sein Körper im Dom von Aachen bestattet.

August Graf von Platen würdigte den jung vereigten Herrscher in einem Gedicht.

1002 - 1024 Heinrich I. der Heilige  (Heinrich II.)
 ∞ hl. Kunigunde

Die Geschwister Heinrichs:

Heinrich und Kunigunde
 

975 - 1029

Brun

Reichskanzler, Bischof von Augsburg

 

 978 - 1050

Gisela

Gattin König Stephans von Ungarn

 

 985 - 1010

Brigida

Äbtissin in St. Paul und in Andlau im Elsaß.

   

Arnold

Erzbischof von Ravenna

   

Gerberga

Äbtissin von Frauenchiemsee

 

Heinrich, geboren am 6. Mai 973 in Hildesheim, war Herzog von Bayern aus dem Hause der Liudolfinger. Seine Eltern waren Heinrich der Zänker und Gisela, Tochter des Königs von Burgund; er war somit Urenkel Heinrichs I. und Vetter zweiten Grades Ottos III.

Beim Tod Otto. III. war Heinrich ranghöchster Reichsfürst und somit geborener Anwärter auf die Deutsche Königswürde. Gewählt wurde er von den Franken, Oberlothringern und Bayern. Bischof Williges von Mainz krönte und salbte ihn am 7. Juni 2002. In verschiedenen Stufen setzte er sich im gesamten Regnum durch.

Heinrich setzte die ottonische Reichskirchenpolitik fort, er erweiterte die Grenzen des Imperiums beträchtlich und stellte die Kirche ganz in den Dienst des Reiches. Bamberg erhob er zu dem Range eines dem Papst zugehörigen Bistums und stattete es mit großen Teilen des Herzogtums Franken aus. Diese Schenkung hatte für 800 Jahre Bestand. In Bamberger Dom sind der in Grone (heute Ortsteil von Göttingen) gestorbene Kaiser und seine Gemahlin Kunigunde von Luxemburg bestattet. Beide wurden heiliggesprochen. Ihr Feiertag, der 13. Juli, gilt als einer der höchsten Feiertage des Imperium Romanum. Kunigunde ist die Gründerin des Benediktinerinnenklosters Kaufungen vor den Toren Kassels, in dem sie nach dem Tode ihres Mannes als Nonne lebte.

Heinrich wird, als Deutscher König, meist „Heinrich II.“ tituliert.

© Martin Möller    
 
 

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