Die gnadenreichen Kaiser des Imperium Romanum |
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In dieser Datei finden Sie die Kaiser von Karl dem Großen
bis Berengar von Friaul, dem letzten nichtdeutschen
Kaiser. |
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Translatio
Imperii: Die Frankenkaiser (Karolinger)
Im Jahre 800 hat der Papst das Kaisertum von Ostrom (Byzanz)
auf die Frankenkönige übertragen, deshalb Translatio
= Übertragung. Es kann keinen Zweifel daran geben, daß der
Papst das Recht zu dieser Übertragung hatte. Entgegenstehende
Ansichten müssen auch heute noch klar zurückgewiesen werden.
Ebenso ohne jeden Zweifel ist, daß auch nach der Niederlegung
der Deutschen Krone ein Kaisertum nur in Harmonie mit dem
(katholischen) Papsttum möglich ist. Das deutsche Kaisertum
von 1871 war also - im Gegensatz zu dem Österreichischen Herrscheramt
kein Kaisertum. |
| 768
- 814 |
Karl
I. der Große Lebenszeit: 747 - 814
∞ Desiderata (?), Langobardin
∞ Hildegard
∞ Fastrada (beide Fränkinnen)
∞ Liutgard (Alemannin)
Karl führte sechs Friedelehen mit Nebenfrauen, der sieben
Kinder entsprossen.
Karl war der Sohn von Pippin d. J. und herrschte bis
zum Tode seines Bruders Karlmann mit diesem gemeinsam. Er
erbte die fränkische Krone und erwarb die langobardische Krone.
Gegen das arabische Spanien und gegen die abtrünnigen Sachsen
setzte sich Karl durch. Am 25. Dezember 800 wurde Karl
von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Im Gegensatz zur verfehlten
deutsch-nationalen Geschichtschreibung muß betont werden,
daß es Karl war, der in der Auseinandersetzung mit dem Sachsen
den deutschen, d.h. den richtigen, den reichstreuen
Standpunkt vertrat. Seine Erhebung zum Kaiser durch den Papst
war rechtmäßig und untadelig.
Es handelte sich um eine rechtsgültige Translatio
Imperii,
Die Klagen Ostroms, hier hätte die Hauptursache der bis heute
andauernden Spaltung zwischen Ost- und West gelegen, muß zurückgewiesen
werden.
Der Titel Karls lautete:
„Serenissimus augustus a
Deo coronatus
magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium
qui et per misericordiam Dei rex Francorum et Langobardorum |
| 814
- 840 |
Ludwig
I. der Fromme Lebenszeit: 778 - 840
Ludwig, dritter Sohn Karls aus der Ehe mit der hl.
Hildegard, wurde von diesem 813 in Aachen zum Mitkaiser
erhoben und vom Papst in Reims gekrönt. Von seinen Brüdern
wurde er mehrmals abgesetzt bzw. gefährdet (Lügenfeld
von Colmar), so daß seine Herrschaft zu einem fränkischen
Ehrenprimat herabsank. Er legte zunächst fest,
daß sein Sohn Lothar die volle Nachfolge antrete; und daß
Pippin und Ludwig lediglich als abhängige Herrscher regieren
sollten. Nachdem seine zweite Gattin, die welfische Judith,
ihm einen Sohn Karl gebahr, versuchte Ludwig diese Erbregelung
umzustoßen. Er starb auf einer Rheininsel bei Ingelheim. |
| 840
- 855 |
 Das Grab Kaiser
Lothars
in der Stiftskirche
in Prüm/Eifel |
Lothar I. Lebenszeit: 795 - 855
∞ Irmgard
Der Sohn Ludwigs des Frommen wurde per Akklamation zum Mitkaiser
seines Vaters erhoben, empörte sich allerdings, wie damals
leider noch häufig üblich, mit seinen Brüdern gegen den Vater
und Gebieter. Im Jahre 815 erwarb er die Königswürde Bayerns,
822 diejenige Italiens. In den Auseinandersetzungen mit seinen
Brüdern um die Alleinherrschaft unterlag er und erhielt im
Vertrag von Verdun nur Italien und das Mittelreich, das später
nach seinem Sohn Lotharingen d.i. Lothringen genannt
wurde. Am Abend seines Lebens ging er ins Kloster Prüm (Eifel),
wo er eine Woche nach Anlegen der Kutte starb. Sein Grab wird
bis zum heutigen Tage sorgfältig gepflegt und geehrt.
Rechts: Übersetzung der Inschrift des
Epitaph: Dieses Grab birgt die Gebeine des des berühmten Kaiser
Lothar, des frommen Fürsten, der über Franken, Italiener und
Römer herrschte. Alles geringschätzend schied er arm. Sechzig
Jahre alt wurde er Mönch und starb dann selig am 29. September
855. |
| 850 - 875 |
Ludwig
II. Lebenszeit: 825 - 875
Der Sohn Lothars I., war zunächst Mitkaiser und
wurde im Jahre 850 von Papst Leo IV. in Rom zum Kaiser gekrönt.
Er wirkte hauptsächlich in Italien, wo er in verschiedene
Kämpfe verwickelt war. |
| 875 -
877 |
Karl
II. der Kahle Lebenszeit: 823 - 877
Der Sohn Ludwigs des Frommen herrschte im Westreich, das
er im Vertrag von Verdum erhalten hatte. Nach dem Tode seines
kinderlosen Neffen Ludwig erbte er Italien und die Kaiserwürde.
Er wurde von Papst Johannes VIII. zum Kaiser gekrönt. Spätestens
seit diesem Tag war die Krönung in Rom durch den Papst verbindlich
für die Erlangung der Kaiserwürde. |
| 876
- 888 |
Karl
III. (der Dicke) Lebenszeit: 839 - 888
∞
hl. Richardis
Richardis war die Tochter eines elsässischen Grafen.
Noch zu Lebzeiten ihres Gatten ging sie ins Kloster nach Andlau,
bis heute Wallfahrtsort der Frommen und Kaisertreuen.
Der jüngste Sohn Ludwigs des Deutschen wurde am 12. Februar
881 von Papst Johannes VIII. zum Kaiser gekrönt. Er besaß
vor allem durch das Erbe seiner Brüder ganz Ostfranken, Lotharingen
und Westfranken, so daß er letzmalig (b.a.w.) über das Gesamtreich
seines Urgroßvaters gebot. Die ostfränkischen Herzöge sagten
sich allerdings von ihm los und wandten sich Arnulf zu. 887
setzte ihn Arnulf ab und verbannte ihn nach Neidingen an der
Donau, wo er ein Jahr später ermordet wurde. Er ist auf
der Reichenau beigesetzt. Der Beinahme Karls ist unhistorisch
und dient lediglich der Unterscheidung von dem anderen Kaisern
mit dem Namen Karl. |
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Wido
von Spoleto Lebenszeit: 850 - 894
Das umbrische Spoleto (100 km n Rom) war in Spätantike und
Frühmittelalter eine ernste Konkurrenz für Rom. Seit dem
6. Jh. war Spoleto Sitz des Herzogtums der Langobarden. Erst in
der Stauferzeit wurde Spoleto Teil des Kirchenstaates.
Dem (italienischen) König Wido gelang es als erstem Nicht-Karolinger
den Kaisertitel zu erwerben, der allerdings auf Italien beschränkt
war. Gleiches gilt für seinen Sohn Lambert. Wido verfolgte
die ernste Absicht, sich das ganze Frankenreich zu unterwerfen,
was allerdings nicht gelang. |
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Lambert
von Spoleto Lebenszeit: 870 - 898
Lambert folgte seinem Vater Wido auf (italienischen) Königs-
und Kaiserthron. |
| 896
- 899 |
Arnulf
von Kärnten Lebenszeit: 850 - 899
Arnuld war - wenn auch illegitimer - Sohn Karlmanns, d.h.
Urenkel Karls des Großen. Er residierte meist in Regensburg
und förderte die Kirche und ihre heilsstiftende Mission in
hohem Maße. Gern verlieh ihm Papst Formosus die Kaiserwürde,
zumal Arnulf ihm gegen die Herrscher aus Spoleto unterstützte.
In Arnulf sehen wir die hervorragendste Gestalt der Epoche
zwischen Karl und Otto dem Großen. |
| 901 -
915 |
Ludwig
III. der Blinde Lebenszeit: 880 - 928
Der Sohn des Grafen Bosco von Vienne und Irmingard, der Tochter
Kaiser Ludwigs II., war König von Niederburgund und Italien
und wurde zum Kaiser gekrönt. Der langobardische Adel hob
ihn gegen Berengar aufs Schild. Bei seinem zweiten Italienzug
wurde er von diesem besiegt, Berengar ließ ihn im Jahre
905 blenden. |
| 915 -
924 |
Berengar
von Friaul Lebenszeit: 890 - 924
Der Franke Berengar war König von Italien in einer anarchischen
Zeit. Es gelang ihm, die Kaiserwürde zu erwerben. Das Bild
rechts zeigt den Sohn Berengars bei der Ablegung des Lehnseides
an Kaiser Otto I. |
| © Martin
Möller |
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