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zuletzt aktualisiert: Epiphaniasfest 2011

 

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Die gnadenreichen Kaiser des Imperium Romanum

In dieser Datei finden Sie die Kaiser von Karl dem Großen bis Berengar von Friaul, dem letzten „nichtdeutschen“ Kaiser.

     
Translatio Imperii: Die Frankenkaiser (Karolinger)

Im Jahre 800 hat der Papst das Kaisertum von Ostrom (Byzanz) auf die Frankenkönige übertragen, deshalb „Translatio“ = Übertragung. Es kann keinen Zweifel daran geben, daß der Papst das Recht zu dieser Übertragung hatte. Entgegenstehende Ansichten müssen auch heute noch klar zurückgewiesen werden. Ebenso ohne jeden Zweifel ist, daß auch nach der Niederlegung der Deutschen Krone ein Kaisertum nur in Harmonie mit dem (katholischen) Papsttum möglich ist. Das deutsche „Kaisertum“ von 1871 war also - im Gegensatz zu dem Österreichischen Herrscheramt kein Kaisertum.

768 - 814 Karl I. der GroßeKarl I. der Große

Lebenszeit: 747 - 814

∞ Desiderata (?), Langobardin
Hildegard
∞ Fastrada (beide Fränkinnen)
∞ Liutgard (Alemannin)

Karl führte sechs Friedelehen mit Nebenfrauen, der sieben Kinder entsprossen.

Karl war der Sohn von Pippin d. J. und herrschte bis zum Tode seines Bruders Karlmann mit diesem gemeinsam. Er erbte die fränkische Krone und erwarb die langobardische Krone. Gegen das arabische Spanien und gegen die abtrünnigen Sachsen setzte sich Karl durch. Am 25. Dezember 800 wurde Karl von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Im Gegensatz zur verfehlten deutsch-nationalen Geschichtschreibung muß betont werden, daß es Karl war, der in der Auseinandersetzung mit dem Sachsen den „deutschen“, d.h. den richtigen, den reichstreuen Standpunkt vertrat. Seine Erhebung zum Kaiser durch den Papst war rechtmäßig und untadelig.

Es handelte sich um eine rechtsgültige „Translatio Imperii“,

Die Klagen Ostroms, hier hätte die Hauptursache der bis heute andauernden Spaltung zwischen Ost- und West gelegen, muß zurückgewiesen werden.

Der Titel Karls lautete:

„Serenissimus augustus a Deo coronatus
magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium
qui et per misericordiam Dei rex Francorum et Langobardorum“

814 - 840 Ludwig I. der Fromme

Lebenszeit: 778 - 840

Ludwig, dritter Sohn Karls aus der Ehe mit der hl. Hildegard, wurde von diesem 813 in Aachen zum Mitkaiser erhoben und vom Papst in Reims gekrönt. Von seinen Brüdern wurde er mehrmals abgesetzt bzw. gefährdet (Lügenfeld von Colmar), so daß seine Herrschaft zu einem fränkischen „Ehrenprimat“ herabsank. Er legte zunächst fest, daß sein Sohn Lothar die volle Nachfolge antrete; und daß Pippin und Ludwig lediglich als abhängige Herrscher regieren sollten. Nachdem seine zweite Gattin, die welfische Judith, ihm einen Sohn Karl gebahr, versuchte Ludwig diese Erbregelung umzustoßen. Er starb auf einer Rheininsel bei Ingelheim.

840 - 855
Das Grab Kaiser Lothars in der Stiftskirche 
                    in Prüm/Eifel
Das Grab Kaiser Lothars
in der Stiftskirche
in Prüm/Eifel
Lothar I.

Lebenszeit: 795 - 855

Irmgard

Der Sohn Ludwigs des Frommen wurde per Akklamation zum Mitkaiser seines Vaters erhoben, empörte sich allerdings, wie damals leider noch häufig üblich, mit seinen Brüdern gegen den Vater und Gebieter. Im Jahre 815 erwarb er die Königswürde Bayerns, 822 diejenige Italiens. In den Auseinandersetzungen mit seinen Brüdern um die Alleinherrschaft unterlag er und erhielt im Vertrag von Verdun nur Italien und das Mittelreich, das später nach seinem Sohn „Lotharingen“ d.i. Lothringen genannt wurde. Am Abend seines Lebens ging er ins Kloster Prüm (Eifel), wo er eine Woche nach Anlegen der Kutte starb. Sein Grab wird bis zum heutigen Tage sorgfältig gepflegt und geehrt.

Rechts: Übersetzung der Inschrift des Epitaph: Dieses Grab birgt die Gebeine des des berühmten Kaiser Lothar, des frommen Fürsten, der über Franken, Italiener und Römer herrschte. Alles geringschätzend schied er arm. Sechzig Jahre alt wurde er Mönch und starb dann selig am 29. September 855.

850 - 875  Ludwig II.

Lebenszeit: 825 - 875

Der Sohn Lothars I., war zunächst „Mitkaiser“ und wurde im Jahre 850 von Papst Leo IV. in Rom zum Kaiser gekrönt. Er wirkte hauptsächlich in Italien, wo er in verschiedene Kämpfe verwickelt war.

875 - 877 Karl II. der Kahle

Lebenszeit: 823 - 877

Der Sohn Ludwigs des Frommen herrschte im Westreich, das er im Vertrag von Verdum erhalten hatte. Nach dem Tode seines kinderlosen Neffen Ludwig erbte er Italien und die Kaiserwürde. Er wurde von Papst Johannes VIII. zum Kaiser gekrönt. Spätestens seit diesem Tag war die Krönung in Rom durch den Papst verbindlich für die Erlangung der Kaiserwürde.

876 - 888 Karl III. („der Dicke“)

Lebenszeit: 839 - 888

∞  hl. Richardis

Richardis war die Tochter eines elsässischen Grafen. Noch zu Lebzeiten ihres Gatten ging sie ins Kloster nach Andlau, bis heute Wallfahrtsort der Frommen und Kaisertreuen.

Der jüngste Sohn Ludwigs des Deutschen wurde am 12. Februar 881 von Papst Johannes VIII. zum Kaiser gekrönt. Er besaß vor allem durch das Erbe seiner Brüder ganz Ostfranken, Lotharingen und Westfranken, so daß er letzmalig (b.a.w.) über das Gesamtreich seines Urgroßvaters gebot. Die ostfränkischen Herzöge sagten sich allerdings von ihm los und wandten sich Arnulf zu. 887 setzte ihn Arnulf ab und verbannte ihn nach Neidingen an der Donau, wo er ein Jahr später ermordet wurde. Er ist auf der Reichenau beigesetzt. Der Beinahme Karls ist unhistorisch und dient lediglich der Unterscheidung von dem anderen Kaisern mit dem Namen Karl.

  Wido von Spoleto

Lebenszeit: 850 - 894

Das umbrische Spoleto (100 km n Rom) war in Spätantike und Frühmittelalter eine ernste Konkurrenz für Rom. Seit dem 6. Jh. war Spoleto Sitz des Herzogtums der Langobarden. Erst in der Stauferzeit wurde Spoleto Teil des Kirchenstaates.

Dem (italienischen) König Wido gelang es als erstem Nicht-Karolinger den Kaisertitel zu erwerben, der allerdings auf Italien beschränkt war. Gleiches gilt für seinen Sohn Lambert. Wido verfolgte die ernste Absicht, sich das ganze Frankenreich zu unterwerfen, was allerdings nicht gelang.

  Lambert von Spoleto

Lebenszeit: 870 - 898

Lambert folgte seinem Vater Wido auf (italienischen) Königs- und Kaiserthron.

896 - 899 Arnulf von Kärnten

Lebenszeit: 850 - 899

Arnuld war - wenn auch illegitimer - Sohn Karlmanns, d.h. Urenkel Karls des Großen. Er residierte meist in Regensburg und förderte die Kirche und ihre heilsstiftende Mission in hohem Maße. Gern verlieh ihm Papst Formosus die Kaiserwürde, zumal Arnulf ihm gegen die Herrscher aus Spoleto unterstützte. In Arnulf sehen wir die hervorragendste Gestalt der Epoche zwischen Karl und Otto dem Großen.

901 - 915 Ludwig III. der Blinde

Lebenszeit: 880 - 928

Der Sohn des Grafen Bosco von Vienne und Irmingard, der Tochter Kaiser Ludwigs II., war König von Niederburgund und Italien und wurde zum Kaiser gekrönt. Der langobardische Adel hob ihn gegen Berengar aufs Schild. Bei seinem zweiten Italienzug wurde er von diesem besiegt, Berengar ließ ihn im Jahre 905 blenden.

915 - 924 ”BerengarBerengar von Friaul

Lebenszeit: 890 - 924

Der Franke Berengar war König von Italien in einer anarchischen Zeit. Es gelang ihm, die Kaiserwürde zu erwerben. Das Bild rechts zeigt den Sohn Berengars bei der Ablegung des Lehnseides an Kaiser Otto I.

© Martin Möller
   
 

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