Archiv der Monarchieliga

zuletzt aktualisiert: 1 Adventus 2010

 

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Dom Duarte Pio João Miguel Gabriel Rafael de Bragança

Erhält Portugal seinen König wieder?

Heinrich von Burgund, ein Kapetinger, war der Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie. Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangte das Land 1143 seine Unabhängigkeit vom osmanischen Joch, Alfons nahm den Königstitel an. Die Burgunder herrschten bis 1383 in Portugal, 1211 wurde das erste Ständeparlament, die Cortes einberufen, 1250 war die Reconquista in Portugal mit der Eroberung der Algarve abgeschlossen, im Jahre 1256 wurde die Hauptstadt nach Lissabon verlegt.

1383 starb das Haus Burgund in Portugal aus und ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis rief sich zum König aus. Er konnte kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründete die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Die Avis-Könige, besonders Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521 führten das Land zu höchster Blüte, Portugal stieg zur führenden Handels- und Seemacht auf und erwarb Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China. Portugal war eine Weltmacht und die reichste Nation Europas.

1580 starb das HausBraganza Avis aus und Portugal fiel aus dynastischen Gründen an die spanischen Habsburger. Bis 1640 herrschte Habsburg und Portugal sank zur spanischen Provinz herab. 1640 führte der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an, rief sich als Johann IV. zum König aus und gründete das Haus Braganza.

Außen- und wirtschaftspolitisch geriet das Land in immer größere Abhängigkeit von England. 1755 vernichtete ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon am Allerheiligentag. In einer Zeit, die bereits an ein gewisses Wohlleben gewöhnt war, erschütterte dieses Erdbeben einen bereits geschwächten Glauben, namentlich in Deutschland (weniger bei den Betroffenen). Goethe schrieb in Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit:

Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch die Gemütsruhe des [sechsjährigen] Knaben zum erstenmal im Tiefsten erschüttert. Am ersten November 1755 ereignete sich das Erdbeben von Lissabon, und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt einen ungeheuren Schrecken. Eine große prächtige Residenz, zugleich Handels- und Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen. Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, die Schiffe schlagen zusammen, die Häuser stürzen ein, Kirchen und Türme darüber her, der königliche Palast zum Teil wird vom Meere verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu speien: denn überall meldet sich Rauch und Brand in den Ruinen. Sechzigtausend Menschen, einen Augenblick zuvor noch ruhig und behaglich, gehen mit einander zugrunde, und der glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine Empfindung, keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist. Die Flammen wüten fort, und mit ihnen wütet eine Schar sonst verborgner, aber durch dieses Ereignis in Freiheit gesetzter Verbrecher. Die unglücklichen Übriggebliebenen sind dem Raube, dem Morde, allen Mißhandlungen bloßgestellt; und so behauptet von allen Seiten die Natur ihre schrankenlose Willkür.

Schneller als die Nachrichten hatten schon Andeutungen von diesem Vorfall sich durch große Landstrecken verbreitet; an vielen Orten waren schwächere Erschütterungen zu verspüren, an manchen Quellen, besonders den heilsamen, ein ungewöhnliches Innehalten zu bemerken gewesen: um desto größer war die Wirkung der Nachrichten selbst, welche erst im Allgemeinen, dann aber mit schrecklichen Einzelheiten sich rasch verbreiteten. Hierauf ließen es die Gottesfürchtigen nicht an Betrachtungen, die Philosophen nicht an Trostgründen, an Strafpredigten die Geistlichkeit nicht fehlen. So vieles zusammen richtete die Aufmerksamkeit der Welt eine Zeit lang auf diesen Punkt, und die durch fremdes Unglück aufgeregten Gemüter wurden durch Sorgen für sich selbst und die Ihrigen um so mehr geängstigt, als über die weitverbreitete Wirkung dieser Explosion von allen Orten und Enden immer mehrere und umständlichere Nachrichten einliefen. Ja vielleicht hat der Dämon des Schreckens zu keiner Zeit so schnell und so mächtig seine Schauer über die Erde verbreitet.

Der Knabe, der alles dieses wiederholt vernehmen mußte, war nicht wenig betroffen. Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, den ihm die Erklärung des ersten Glaubens-Artikels so weise und gnädig vorstellte, hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen. Vergebens suchte das junge Gemüt sich gegen diese Eindrücke herzustellen, welches überhaupt um so weniger möglich war, als die Weisen und Schriftgelehrten selbst sich über die Art, wie man ein solches Phänomen anzusehen habe, nicht vereinigen konnten.“

Nur durch Zufall überlebten König José I. und seine Familie die Katastrophe. Der König befand sich nach der Morgenmesse des Allerheiligentages in Santa Maria de Belém, als sich das Beben ereignete. Josés Töchter hatten in Abwesenheit ihres Vaters die Stadt ebenfalls verlassen.

Nach dem Beben entwickelte der König eine unbeherrschbare Angst davor, innerhalb von vier festen Wänden zu leben. Er zog es vor, eine riesige Zeltstadt in den Hügeln von Ajuda vor den Toren Lissabons errichten zu lassen und von da an dort zu residieren. Diese Klaustrophobie legte sich bis zu seinem Tod nicht. Erst nach dem Ableben des Königs ließ seine Tochter Maria I. den Palácio Nacional da Ajuda auf dem Platz der väterlichen Zeltstadt errichten.

1807 besetzten napoleonische Truppen das Land, und die königliche Familie floh über das Meer nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kam es zur liberalen Revolution. Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wurde erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangte Brasilien unter Kaiser Pedro I. seine Unabhängigkeit von Portugal.


König Karl I. von Portugal,
Märtyrer für Portugals Freiheit

Prinz Ludwig Philipp,
Märtyrer für Portugals Freiheit

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen, den „Cartisten“ und „Setembristen“ geprägt. 1853 starb mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, doch wegen der Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg-Gotha übernahm ein Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron.

Die Endphase der Monarchie war durch eine allgemeine Schwäche des Landes, den Staatsbankrott von 1891 und durch demokratischen Terror geprägt. 1908 wurden der König Karl I. und der Thronfolger bei einem Attentat getötet, 1910 dann die Republik ausgerufen.

Im März 1916 trat das Land folgerichtig auf Seiten der Entente sinnlos in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisierte bis zu 100.000 Soldaten, von denen ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fielen. Der König hätte diese überflüssigen Opfer mit Sicherheit verhindert.

Die sogenannte erste Republik war durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet, monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche, schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichneten die Situation, typisch für die Demokratie. Von 1910 bis 1926 wurden 44 Regierungen gebildet, 7 Parlamente und 8 Staatspräsidenten gewählt, es gab 20 Aufstände und Staatsstreiche, 150 Streiks und 300 Bombenexplosionen - allein in Lissabon.

1926 putschte das Militär und beendete die Freimaurerherrschaft. Unter den Militärs stieg ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründet ab 1933 den „Estado Novo“, den neuen Staat mit Einheitspartei (Nationale Union) und Staatsjugend. Salazar verfolgte das Ziel, einen „Ständestaat“ zu errichten. Außenpolitisch baute Salazar auf die Bindung an Großbritannien. Er sympathisierte im spanischen Bürgerkrieg mit den nationalspanischen Kräften und taktierte geschickt zwischen den Weltkriegsgegnern. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral, belieferte beide Seiten mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram und wurde zum Tummelplatz von Geheimagenten aller Kriegsparteien. Salazar, der von Anfang an mit einem alliierten Sieg rechnete und entscheidend auf Franco im Sinne einer spanischen Neutralität eingewirkt hatte, erlaubt den Alliierten schließlich aber im Herbst 1943 die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren.

1968 trat der geniale Salazar aus Altersgründen zurück. Sein Nachfolger wurde Marcello Caetano, einer der bedeutendsten portugiesischen Gelehrten seiner Zeit, der jedoch im Jahre 1974 zum Opfer einer perfiden masonistischen Verschwörung wurde, die Portugal wiederum unter das demokratische Joch zwang. Überflüssig zu erwähnen, daß es zu diesem Zeitpunkte niemanden gab, der bereit oder in der Lage gewesen wäre, dem preisgegebenen Portugal zu Hilfe zu eilen.

Nach nun über 30 Jahren, die vor allem - typisch für jede Demokratie -durch linke Hetze, Kooruption und katastrophale Mißwirtschaft gekennzeichnet waren, streben viele verantwortungsbewußte Portugiesen wieder zu der nun seit 100 Jahren verdrängten Monarchie zurück. Bestrebungen sind im Gange die portugiesische Verfassung entsprechend zu ändern und die Monarchie verfassungskonform zurückzubringen. Zusätzlich gab es monarchistische Demonstrationen und Informationsveranstaltungen. Die Demokraten reagierten zwar wie üblich unsachlich und mit linkem Haß, doch kannn Portugal wieder hoffen.

Die beiden ehedem verfeindeten Linien haben sich bereits im Jahre 1921 wieder versöhnt, so daß der dynastische Streit ausgeräumt ist. Der letzte König hatte Duarte II. Nuno (1907–1976), Sohn von Miguel II. von Braganza und Enkel König Michaels, zu seinem Nachfolger bestimmt. Seit 1976 ist dessen Sohn, Duarte III. Pio (* 1945), Chef des königlichen Hauses von Portugal und Herzog von Braganza und somit für den Fall, daß in Portugal die Monarchie wieder eingeführt werden sollte, Prätendent auf den portugiesischen Thron.

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