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Dom Duarte Pio João Miguel
Gabriel Rafael de Bragança
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Erhält Portugal seinen König wieder?
Heinrich von Burgund, ein Kapetinger, war der Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie. Unter
Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangte das Land 1143 seine
Unabhängigkeit vom osmanischen Joch, Alfons nahm den Königstitel an. Die
Burgunder herrschten bis 1383 in Portugal, 1211 wurde das erste
Ständeparlament, die Cortes einberufen, 1250 war die Reconquista in Portugal
mit der Eroberung der Algarve abgeschlossen, im Jahre 1256 wurde die
Hauptstadt nach Lissabon verlegt.
1383 starb das Haus Burgund in Portugal aus und ein nichtehelicher
Abkömmling, Johann von Avis rief sich
zum König aus. Er konnte kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron
in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründete die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis.
Die Avis-Könige, besonders
Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521 führten das Land zu höchster
Blüte, Portugal stieg zur führenden Handels- und Seemacht auf und erwarb
Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China. Portugal war eine
Weltmacht und die reichste Nation Europas.
1580 starb das HausBraganza
Avis aus und Portugal fiel aus dynastischen Gründen an die spanischen
Habsburger. Bis 1640 herrschte Habsburg und Portugal sank zur spanischen
Provinz herab. 1640 führte der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen
die spanische Herrschaft an, rief sich als Johann
IV. zum König aus und gründete das Haus Braganza.
Außen- und wirtschaftspolitisch geriet das Land in immer größere
Abhängigkeit von England. 1755 vernichtete ein Erdbeben große Teile der
Hauptstadt Lissabon am Allerheiligentag. In einer Zeit, die bereits an ein
gewisses Wohlleben gewöhnt war, erschütterte dieses Erdbeben einen bereits
geschwächten Glauben, namentlich in Deutschland (weniger bei den
Betroffenen). Goethe schrieb in Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit:
Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch
die Gemütsruhe des [sechsjährigen] Knaben zum erstenmal im Tiefsten
erschüttert. Am ersten November 1755 ereignete sich das Erdbeben von
Lissabon, und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt
einen ungeheuren Schrecken. Eine große prächtige Residenz, zugleich Handels-
und Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen. Die
Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, die Schiffe schlagen zusammen,
die Häuser stürzen ein, Kirchen und Türme darüber her, der königliche Palast
zum Teil wird vom Meere verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu
speien: denn überall meldet sich Rauch und Brand in den Ruinen.
Sechzigtausend Menschen, einen Augenblick zuvor noch ruhig und behaglich,
gehen mit einander zugrunde, und der glücklichste darunter ist der zu nennen,
dem keine Empfindung, keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist. Die
Flammen wüten fort, und mit ihnen wütet eine Schar sonst verborgner, aber
durch dieses Ereignis in Freiheit gesetzter Verbrecher. Die unglücklichen
Übriggebliebenen sind dem Raube, dem Morde, allen Mißhandlungen bloßgestellt;
und so behauptet von allen Seiten die Natur ihre schrankenlose Willkür.
Schneller als die Nachrichten hatten schon Andeutungen
von diesem Vorfall sich durch große Landstrecken verbreitet; an vielen Orten
waren schwächere Erschütterungen zu verspüren, an manchen Quellen, besonders
den heilsamen, ein ungewöhnliches Innehalten zu bemerken gewesen: um desto
größer war die Wirkung der Nachrichten selbst, welche erst im Allgemeinen,
dann aber mit schrecklichen Einzelheiten sich rasch verbreiteten. Hierauf
ließen es die Gottesfürchtigen nicht an Betrachtungen, die Philosophen nicht
an Trostgründen, an Strafpredigten die Geistlichkeit nicht fehlen. So vieles
zusammen richtete die Aufmerksamkeit der Welt eine Zeit lang auf diesen
Punkt, und die durch fremdes Unglück aufgeregten Gemüter wurden durch Sorgen
für sich selbst und die Ihrigen um so mehr geängstigt, als über die
weitverbreitete Wirkung dieser Explosion von allen Orten und Enden immer
mehrere und umständlichere Nachrichten einliefen. Ja vielleicht hat der Dämon
des Schreckens zu keiner Zeit so schnell und so mächtig seine Schauer über
die Erde verbreitet.
Der Knabe, der alles dieses wiederholt vernehmen
mußte, war nicht wenig betroffen. Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und
der Erden, den ihm die Erklärung des ersten Glaubens-Artikels so weise und
gnädig vorstellte, hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten
gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen. Vergebens suchte
das junge Gemüt sich gegen diese Eindrücke herzustellen, welches überhaupt um
so weniger möglich war, als die Weisen und Schriftgelehrten selbst sich über
die Art, wie man ein solches Phänomen anzusehen habe, nicht vereinigen
konnten.“
Nur durch Zufall überlebten König José I. und seine Familie die
Katastrophe. Der König befand sich nach der Morgenmesse des Allerheiligentages
in Santa Maria de Belém, als sich das
Beben ereignete. Josés Töchter hatten in Abwesenheit ihres Vaters
die Stadt ebenfalls verlassen.
Nach dem Beben entwickelte der König eine unbeherrschbare Angst davor,
innerhalb von vier festen Wänden zu leben. Er zog es vor, eine riesige
Zeltstadt in den Hügeln von Ajuda vor den Toren Lissabons errichten zu lassen
und von da an dort zu residieren. Diese Klaustrophobie legte sich bis zu
seinem Tod nicht. Erst nach dem Ableben des Königs ließ seine Tochter Maria
I. den Palácio Nacional da Ajuda auf dem Platz der väterlichen Zeltstadt
errichten.
1807 besetzten napoleonische Truppen das Land, und die königliche
Familie floh über das Meer nach Brasilien. Nachdem die Franzosen
mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kam es zur liberalen
Revolution. Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern
des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie
wurde erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg
entschieden. Am 7. September 1822 erlangte Brasilien unter Kaiser
Pedro I. seine Unabhängigkeit von Portugal.
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König Karl I. von Portugal,
Märtyrer für Portugals Freiheit

Prinz Ludwig Philipp,
Märtyrer für Portugals Freiheit
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Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung
zwischen Rechts- und Linksliberalen, den „Cartisten“ und „Setembristen“
geprägt. 1853 starb mit Königin Maria
II. das Haus Braganza in direkter
Linie aus, doch wegen der Ehe der
Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg-Gotha
übernahm ein Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron.
Die Endphase der Monarchie war durch eine allgemeine Schwäche des
Landes, den Staatsbankrott von 1891 und durch demokratischen Terror
geprägt. 1908 wurden der König Karl I. und der Thronfolger
bei einem Attentat getötet, 1910 dann
die Republik ausgerufen.
Im März 1916 trat das Land folgerichtig auf Seiten der Entente
sinnlos in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisierte
bis zu 100.000 Soldaten, von denen ca. 7.000 bis zum Ende
des Krieges fielen. Der König hätte diese überflüssigen Opfer
mit Sicherheit verhindert.
Die sogenannte erste Republik war durch anarchisch chaotische
Zustände gezeichnet, monarchistische und kommunistische Aufstände,
Putschversuche, schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne
parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität
kennzeichneten die Situation, typisch für die Demokratie.
Von 1910 bis 1926 wurden 44 Regierungen gebildet, 7 Parlamente
und 8 Staatspräsidenten gewählt, es gab 20 Aufstände
und Staatsstreiche, 150 Streiks und 300 Bombenexplosionen
- allein in Lissabon.
1926 putschte das Militär und beendete die Freimaurerherrschaft. Unter
den Militärs stieg ein Zivilist, António de Oliveira
Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu
höchster Macht auf. Er gründet ab 1933 den „Estado Novo“, den neuen Staat
mit Einheitspartei (Nationale Union) und Staatsjugend. Salazar verfolgte
das Ziel, einen „Ständestaat“ zu
errichten. Außenpolitisch baute Salazar auf die Bindung an Großbritannien.
Er sympathisierte im spanischen Bürgerkrieg mit den nationalspanischen
Kräften und taktierte geschickt zwischen den Weltkriegsgegnern. Im Zweiten
Weltkrieg blieb das Land neutral, belieferte beide Seiten mit dem wichtigen
Rohstoff Wolfram und wurde zum Tummelplatz von Geheimagenten aller
Kriegsparteien. Salazar, der von Anfang an mit einem alliierten Sieg
rechnete und entscheidend auf Franco im Sinne einer spanischen Neutralität
eingewirkt hatte, erlaubt den Alliierten schließlich aber im Herbst 1943
die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren.
1968 trat der geniale Salazar aus Altersgründen zurück. Sein Nachfolger
wurde Marcello Caetano, einer der
bedeutendsten portugiesischen Gelehrten seiner Zeit, der jedoch im Jahre
1974 zum Opfer einer perfiden masonistischen Verschwörung wurde, die
Portugal wiederum unter das demokratische Joch
zwang. Überflüssig zu erwähnen, daß es zu diesem Zeitpunkte niemanden gab,
der bereit oder in der Lage gewesen wäre, dem preisgegebenen Portugal zu
Hilfe zu eilen.
Nach nun über 30 Jahren, die vor allem - typisch für jede Demokratie -durch linke
Hetze, Kooruption
und katastrophale Mißwirtschaft gekennzeichnet waren, streben viele
verantwortungsbewußte Portugiesen wieder zu der nun seit 100 Jahren
verdrängten Monarchie zurück. Bestrebungen sind im Gange die portugiesische
Verfassung entsprechend zu ändern und die Monarchie verfassungskonform
zurückzubringen. Zusätzlich gab es monarchistische Demonstrationen und Informationsveranstaltungen.
Die Demokraten reagierten zwar wie üblich unsachlich und mit linkem Haß,
doch kannn
Portugal wieder hoffen.
Die beiden ehedem verfeindeten Linien haben sich bereits im Jahre 1921
wieder versöhnt, so daß der dynastische Streit ausgeräumt ist. Der letzte
König hatte Duarte II. Nuno
(1907–1976), Sohn von Miguel II. von Braganza und Enkel König Michaels, zu
seinem Nachfolger bestimmt. Seit 1976 ist dessen Sohn, Duarte III. Pio (*
1945), Chef des königlichen Hauses von Portugal und Herzog von Braganza und
somit für den Fall, daß in Portugal die Monarchie wieder eingeführt werden
sollte, Prätendent auf den portugiesischen Thron.
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